Kategorie: Video
Arbeit 2.0: Wir die Telearbeiter!

Foto: Sim Sullen
Digitale Bohéme und so... | Ich habe nie die alte Arbeitswelt des Musikjournalismus erlebt. 2000 erhielt ich meinen ersten Job als Online-Redakteur und Texte, Bilder, Töne und Video gab es immer in Form von Bits und Bytes. Wie Redaktionen früher Texte eingereicht wurden, ist mir ein Rätsel. Wurden Plattenkritiken früher gefaxt oder auf Diskette ans Magazin geschickt? Eine Kolumne über Vergangenheit und Gegenwart.
Sicherlich erhielt ich meinen ersten Job als Online-Redakteur nicht wegen meiner unglaublichen Schreibfähigkeiten noch wegen meiner immensen Erfahrung, die ich bei einem kostenlos Fanzine mit einer schmächtigen Auflage von 4.000 Stück zwei Jahre gesammelt habe.
Es war viel mehr Glück und ein Quentchen Eindruck-Schinden. Denn mein damaliger Chefredakteur brauchte händeringend Verstärkung im Team und war von meinen technischen Fertigkeiten und meiner selbstgestrickten HTML-Webseite angetan. Die kam im grellen Internet 1.0-Haarschnitt daher und verzückte den Nutzer mit einem schnuckelligen Drei-Frame-Look. Ein Printmagazin hätte mich sicherlich nicht angestellt, es sei denn als unbezahlten Praktikanten. Im Angesicht der schillernden Internet 1.0-Blase, schien auch mein kleines Licht ganz ordentlich und es begann eine wunderbare zwei Jahre dauernde Zeit subventioniertem Journalismus, der sehr, sehr viel Spaß in einem lieben Team bereitete.
Wie staubig uns diese alte Internet 1.0 Welt bereits heute nach ein paar Jahren im Vergleich mit den jetztigen Web 2.0-Werkzeugen für jederman erscheint, mag einem vielleicht zeigen wie verstaubt wohl die Arbeitswelt davor war. Noch gestern sah ich in einem alten Film mit Eddie Murphy im Hintergrund ein altes tragbares Kassettendeck. Hey, in ein paar Jahren erkennen die Kids so eine Wunderwerkzeug überhaupt nicht mehr, noch haben sie eine Ahnung wie wir unsere Kassetten geliebt haben.
Zurück zum Thema: Ab und zu lohnt es sich, sich einmal zurückzulehnen und zu staunen. Staunen darüber was sich alles und wie rapide eigentlich verändert hat. Was ich in meinem Studium arrogant belächelt, nämlich die Telearbeit, und als unmöglich betrachtet habe, ist heute Tatsache: Immer mehr Menschen arbeiten zuhause und glotzen in eine Lampe, die man Monitor nennt. Sie schreiben alleine, musizieren zusammen, diskutieren per Videotelefonie, ordnen Daten, ergänzen Daten auf Servern anderer Länder und vernetzen, vernetzen, vernetzen alles mögliche...
Das was Holm Friebe und Sascha Lobo digitale Bohème nennen, betrachtet die Video-Reihe zum Thema Arbeit 2.0 ein wenig objektiver und schaut journalistisch geschult hinter die Tapete und beschreibt einen Ist-Zustand. Dazu werden unterschiedliche Arbeiter in der Web 2.0-Welt interviewt und beäugt. Zum Beispiel ein Fotograf, Kommunikationsdesigner und Musiker. Lehnt Euch doch einmal zurück, sinniert und staunt über unsere Science Fiction-Welt in der Faxmaschinen und Kassettenrecorder wie Relikte einer untergegangenen Welt wirken.
Bereits erschienene Arbeit 2.0-Videos
Die erstklassig produzierten Videos kommen von den Jungs die hinter iRights.info und dem Hartware MedienKunstVerein stecken. Ein Blog zum Thema gibt es auch www.irights.info/blog/arbeit2.0/.
Was ist Arbeit 2.0
Der Fotograf - Arbeit 2.0: Folge 1
Der Kommunikationsdesigner - Arbeit 2.0: Folge 2
Die Ausstellung - Arbeit 2.0: Folge 3
Der Musiker - Arbeit 2.0: Folge 4
Video mit disrupt von Jahtari.org
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29 Kommentare bis jetzt...
Ich habe in den Neunzigern in der Tat einen Großteil meines Materials an die Redaktion gefaxt, da die Redaktion, für die ich damals arbeitete, erst sehr spät Netz bekam. Wenn es ganz schnell gehen musste oder ich Fotos hatte, habe ich meine Klamotten auch schon mal an einen Kollegen, der 40km von der Redaktion wohnte, gemailt. Er hat den Kram dann fix auf Diskette gezogen und ist dann losgefahren. Hach, das waren noch Zeiten. :)
meint humpaaa am 26. Nov 2008 um 09:57 | Commentlink #1
[...] gerade bei Phlow einen Artikel zu Arbeit 2.0 gefunden. Sehr interessante Ideen und Ansätze mit denen sich vermutlich viele Freie schon mal [...]
meint Arbeit 2.0 | heroicapproach am 26. Nov 2008 um 12:12 | Commentlink #2
hey humpaa, danke für deinen kommentar. ist doch schon faszinierend wie sich die arbeitswelt in den letzten jahren verändert hat.
schade, dass ich diese "umständliche" analoge welt nicht wirklich kennengelernt habe. beneide dich ein wenig darum :)
meint mo. am 26. Nov 2008 um 23:32 | Commentlink #3
[...] Die vier Portrats zeigen Arbeitsbedingungen in Deutschland, die vor allem für Freie, Kreative, Selbstständige - Wissensarbeiter eben - gelten. Wo noch vor einigen Jahren die Rede war vom “Präkariat” oder der “Digitalen Boheme”, so kristallisieren sich inzwischen einige durchaus gangbare Wege heraus, auch einen gesamten Lebensunterhalt mit dem Web zu bestreiten. Dabei werden auch Fragen von Organisation, Urheber- und Nutzungsrechten, sowie Verwertungsmodellen gestreift. Dieses ist das Grundvokabular, welches auch “bloggende Wissenschaftler” in unserer Zeit mühelos beherrschen müssen. Da wir Linkliebe zurückgeben: gefunden habe ich diese spannenden Filme auf dem Weblog Phlow.net. [...]
meint hardbloggingscientists.de » Arbeit 2.0 - Die Telearbeiter am 27. Nov 2008 um 00:33 | Commentlink #4
Hey mo!
Schöner Beitrag, spannend zu lesen!
meint Lars Sobiraj am 27. Nov 2008 um 00:39 | Commentlink #5
Sorry Leute, aber "Arbeit 2.0" ist einfach ein dermaßen schwachsinniges Konzept... "Web 2.0" - ok, da kann ich gerade noch mit leben. Aber "Arbeit 2.0" ... völlig daneben. Hauptsache Hype oder wie? "Ganz andere Fragen" - blah blah. Sagt doch mein EINE WIRKLICH NEUE FRAGE, die an den Begriff gekoppelt ist. Ich bin jetzt mal gerade pinkeln - 3.2, versteht sich!
meint kacke2.0 am 27. Nov 2008 um 16:06 | Commentlink #6
Außerdem hasse ich diese "Du"-Formulierungen. "Wenn Du arbeitest...", "Du brauchst mindestens ein Team von fünf Leuten", "Als Fußballtrainer musst Du genau wissen..." etc. Ich bin aber weder Kommunikationsdesigner (was immer das sein soll) noch Fußballtrainer. Und selbst WENN ich einer wäre, ist noch lange nicht klar, ob ICH wirklich genau das brauche und muss, was das DU der Formulierung unterstellt. Alles klar? :-)
meint kacke2.0 am 27. Nov 2008 um 17:17 | Commentlink #7
natürlich ist das mit dem Zwo Null ein wenig abgegriffen. andererseits koppeln die video-beiträge genau da an, nämlich web 2.0...
vielleicht bist du so weit vorne, dass du den wald vor lauter bäumen nicht siehst: die videos richten sich eben an menschen, die keinen schimmer davon haben, wie sich die welt gerade verändert. zb. meine eltern. oder deine...
leute die in dieser web 2.0-blase namens internet so sehr stecken, kapieren manchmal einfach nicht, wie sich vieles ändert.
und anstelle rumzumosern, besser mal einen vorschlag machen, wie DU das betiteln würdest. die macher haben sicherlich offene ohren! und ich bin neugierig.
meint mo. am 27. Nov 2008 um 17:53 | Commentlink #8
@kacke 2.0:
Sry, aber zwei Beiträge die DU geschriben hast, die keinen Leser hier interessieren, mich zumindest nicht. Ist herumgetrolle ein neuer Volkssport geworden?
Mal davon abgesehen wird dir hoffentlich aufgefallen sein, dass der Begriff "Arbeit 2.0" aus dem gleichnamigen Forschungsprojekt der Humbold Universität stammt. Ich kann dir auch ganz konkret sagen, was 2.0 daran ist (wenn auch sicher nicht alles): Hohe Bandbreiten, sowie das Web als unabdingbares Werkzeug. Und wenn, lieber Kacke 2.0, diese Konzepte so unendlich alt sind, wie bitte hat mann denn vor 20 Jahren mit einem national oder gar internationalen Netzwerk in Realtime zusammengarbeitet? Oder denkst du da jetzt an Korrespondentennetzwerke von der ARD, die Texte per Fax verschicken oder Telefonschaltungen oder wie? Oder "Wetten Dass..?"
PS: Eigentlich auch unnötig diese Diskussion, wenn der geehrte Kommentator "Kacke 2.0" nichtmal in der Lage ist, aus seiner Anonymität herauszusteigen.
meint 020200 am 27. Nov 2008 um 21:41 | Commentlink #9
"...dass der Begriff "Arbeit 2.0″ aus dem gleichnamigen Forschungsprojekt der Humbold Universität stammt." Und DAS soll mich jetzt ersnthaft beeindrucken? Vielleicht ist dir noch nicht aufgefallen, dass "Universität" nicht gleichbedeutend ist mit "universaler Weisheit" und Kompetenz? Und ja, ach sooo! In "Realtime" also! Du meinst bestimmt gleichzeitig, parallel, synchron, oder so etwas in der Art. Aber wozu solche maroden Begriffe verwenden, wenn "Realtime" (genau wie Web 2.0) so schön toll und neu und unverbraucht daherkommt? Was für eine Neuerung! Und das auch noch mit "hoher Bandbreite"! Das läutet ja nun wirklich einen grundlegenden und breitenwirksamen Paradigmenwechsel im Bereich der Arbeit ein! Wusste ja schon immer, dass ich mit T-DSL6000 jetzt schon in der Zukunft angekommen bin! Man man man, Wie kann man nur auf so einen Unsinn einsteigen? Leute, denkt lieber mal an die Probleme der Menschen, die ihr Leben immer noch mit "Arbeit 1.0" fristen und euch eure Illusionen und Gummibärchen-Ideologien finanzieren! Und Anonymität ist übrigens (auch, wenn meine IP sicher irgendwo gespeichert wird) ein typisches Markenzeichen des sogenannten "Web 2.0". Find dich doch bitte damit ab. Immerhin gehörst Du ja zu genau den Leuten, die den Begriff in Anspruch nehmen. Und um der Sache noch einen runden Abschluss zu verpassen: ICH würde DAS (ja, WAS denn nun?) gar nicht betiteln. Wozu auch? Damit die "Community" einem neuen Trend hinterher hecheln kann? Nein, vielen Dank. Ich lehne mich lieber entspannt zurück und lass die großen Fachkenner mit ihren 1.500 € MacBooks den Wettbewerb der unbrauchbaren, überflüssigen und inhaltslosen Wortblasen unter sich ausmachen. Gibt es eigentlich schon Anwärter für das Unwort des Jahres 2008? "Web 2.0" - ein heißer Kandidat! Und jetzt dürft ihr mich weiter dumm anmachen, weil ich gegen euren ach so schönen Begriff das Wort ergriffen habe. Gegenposition = Troll? Auch eine Variante des ach so demokratischen "Web 2.0"! Und wenn hier wirklich jemandem an einer ernsthaften Diskussion gelegen ist, dann sollte er/sie doch in der Lage sein, neben den großartigen Neuerungen (in eurer Sprache: den Innovationen) wie höhere Bandbreite usw. ein paar Dinge zu benennen, die diese Sachen bisher gebracht haben. Obwohl, eine Sache fällt mir dann doch ein: Auf YouTube.com habe ich neulich ein interessantes Video angeschaut, da konnte jemand auch nach mehrmaligem Spülen seine eigene Kackwurst nicht loswerden. Wahnsinn! Da sind die 1,6 Milliarden Dollar ja bestens investiert! Dazu noch eine Runde Stickam, MySpace und FaceBook, damit wäre die Liste der "Web 2.0"-Verdummung wohl komplett. Träumt weiter, Jungs und Mädels!
meint Kacke 2.0 am 27. Nov 2008 um 22:19 | Commentlink #10
Die coolste Art, mit "Arbeit 2.0" Geld zu verdienen, betreibt übrigens der Jahtari-Mann (find ich richtig gut, die Musik, also das geht NICHT gegen Jahtari!): LIVE-AUFTRITTE! Total 2.0, ich muss schon sagen! So, das war's, will hier ja nicht das Board zutapezieren mit gelben Sprechblasen.
meint Kacke 2.0 am 27. Nov 2008 um 22:35 | Commentlink #11
bist schon ganz lustig.
noch einmal für dich: die videos haben sich mit der tatsache beschäftigt, dass sich die arbeitsweise in einigen bereichen ändert. insbesondere das thema copyright kommt in den filmen immer wieder vor und wird diskutiert.
konkret geht es darum, wie unter anderem die vernetzung die menschen verändert. web 2.0 - also das mit-mach-web - bildet da einen konkreten punkt. angefangen von blogs bis communities und so weiter...
vernetzung - besonders die mobile vernetzung - hilft auch den kleinen leuten in ihren "festanstellungen". schau dir nur mal an, wie das mobiltelefon den schwarzen kontintent afrika verändert. plötzlich können die dank vernetzung auch online-banking via sms. ja auch daran denken wir.
zurück zum thema. schreib doch einmal auf, was du generell an den videos schlecht findest außer dem titel. gute kritik ist immer willkommen.
und dann würde mich noch interessieren, warum dich solche begrifflichkeiten so aufregen. phänomene muss man halt betiteln können, um über sie zu reden. ob sie dann demokratie, tante elise oder web 2.0 heißen. schließlich gibt es zum begriff auch einen ausführlichen text:
http://www.oreillynet.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html
der erklärt ganz gut den begriff, in meinen augen.
meint mo. am 27. Nov 2008 um 22:40 | Commentlink #12
ach so noch zum thema "musiker" - hier geht es auch um vernetzung. ohne sein netzwerk und das internet - und ich kenne jan gleichmar persönlich - wäre ja nicht da, wo er ist. das ist "arbeit 2.0".
und ich könnte ohne "web 2.0" nicht immer sommer in badehose mein blog (ein magazin) pflegen und einen artikel für die c't schreiben und noch kurz mit chile, mexiko und italien musiklizenzen für eine konferenz abklopfen. "arbeit 2.0" halt.
meint mo. am 27. Nov 2008 um 22:44 | Commentlink #13
"konkret geht es darum, wie unter anderem die vernetzung die menschen verändert. web 2.0 - also das mit-mach-web - bildet da einen konkreten punkt. angefangen von blogs bis communities und so weiter." Das beantwortet überhaupt nichts. WAS GENAU verändert sich denn an "den Menschen"? Außer, dass - entschuldigung - Pornographie, Schwachsinn und Infantilisierung jetzt endlich gesellschaftsfähig geworden sind? Ich warte immer noch auf eine Erklärung! ICH habe mir den Begriff ja nicht ausgedacht! Also: Wie verändert das Web 2.0 den Menschen? Mitmach-Programme hatte ich schon als 6-Jähriger im Kunterbunten Spielmobil. Und das Niveau des Programms war im Grund genommen das gleiche.
"vernetzung - besonders die mobile vernetzung - hilft auch den kleinen leuten in ihren “festanstellungen”. schau dir nur mal an, wie das mobiltelefon den schwarzen kontintent afrika verändert. plötzlich können die dank vernetzung auch online-banking via sms. ja auch daran denken wir." Denkt ihr auch an den Kongo? An Somalia? An Äthiopien? Eritrea? Denkt "ihr" auch daran, dass genau die Gesellschaft, die solche Sachen wie "Arbeit 2.0" zelebriert, jeden Tag auf's Neue dazu beiträgt, die Dritte Welt ein bisschen mehr herunterzuwirtschaften? Online-Banking via SMS auf dem schwarzen Kontinent - was soll daran jetzt auch nur ansatzweise eine positive, wünschenswerte Errungenschaft sein? Das die Verlierer des Systems jetzt auch noch selbst alle Vorzüge genießen, an das System angeschlossen zu werden? Oder dass die Menschen dort das Geld, das sie nicht haben, mit den Telefonen, die sie nicht haben, verwalten können?
"zurück zum thema. schreib doch einmal auf, was du generell an den videos schlecht findest außer dem titel. gute kritik ist immer willkommen." Ich finde an den Videos gar nichts schlecht. Ich finde das Getue um den Begriff falsch. Denn er suggeriert einen Fortschritt (eine neue version bedeutet i.d.R. eine Verbesserung, Bugfixes etc.). Was aber sind die Verbesserungen von Arbeit 2.0? Von Web 2.0? Was ist der SINN des Begriffs? Außer, dass er der Ideologie einer technizistischen Massenverdummung das Wort redet? "Endlich kann ich Johann-KÖnig-Videos im Netz kommentieren!" - der neue Schlachtruf der Idiokratie.
"vernetzung - besonders die mobile vernetzung - hilft auch den kleinen leuten in ihren “festanstellungen”. - Nein, das ist nicht richtig. Wenn jeder vernetzt ist, wo ist dann noch der Unterschied zum sozialen Netzwerk außerhalb des Netzes? Egalitäre Vernetzung bedeutet egalitäre Konkurrenz! Zumal die sogenannte Vernetzung im virtuellen Raum nicht viel mehr bedeutet als Bildchen austauschen, Gästebücher mit Smileys zu versehen und die eigene Sache zu promoten. Vor lauter Promotion sieht allerdings jetzt schon vor Netzwerk die einzelnen Elemente nicht mehr. Das betrifft auch die Promotion im Bereich Musik. Schließlich kann ja jeder mit einfachen Mitteln werben. Aufmerksamkeit für alle ist jedoch eine Illusion, denn im Dschungel der Information kann eben nicht jeder die gleiche Aufmerksamkeit genießen. Mit der unangenehmen Konsequenz, dass die Aufmerksamkeit mit allen Mitteln gesteigert werden muss. Die Quote zählt heute mehr denn je. Wieso wird denn die Musik immer lauter? Der Porno immer härter? Das Kino immer brutaler? Die Literatur immer "skansalöser"? Weil in einer Welt der gleichberetigten Vernetzung nicht anders für Aufmerksamkeit gesorgt werden kann.
"und ich könnte ohne “web 2.0″ nicht immer sommer in badehose mein blog (ein magazin) pflegen und einen artikel für die c’t schreiben und noch kurz mit chile, mexiko und italien musiklizenzen für eine konferenz abklopfen. “arbeit 2.0″ halt." Du tust also mehrere Dinge zur selben Zeit. Warum sollte ich das mit einem neuen Begriff versehen? Damit du dich beim Arbeiten "hipper" fühlst? Der epistemische Wert des Begriffs kann es schließlich nicht sein. Ich warte immer noch auf das erhellende Aha-Erlebnis, das einen Unwissenden wie mich in den Stand der Wissenden erhebt. Vielleicht schenkt mir ja auch einfach jemand ein MacBook? Pro? Dann habe ich endlich auch mal Recht!
meint Kacke 2.0 am 27. Nov 2008 um 23:18 | Commentlink #14
Und das ist dann jetzt wohl die Zensur 2.0? Sehr bezeichnend - willkommen in der Zukunft!
meint Kacke 2.0 am 27. Nov 2008 um 23:33 | Commentlink #15
"Online-Banking via SMS auf dem schwarzen Kontinent - was soll daran jetzt auch nur ansatzweise eine positive, wünschenswerte Errungenschaft sein?"
ganz einfach, die leute haben dort handys. es gibt zahlreiche extra konzipierte preiswerte handys. außerdem teilen die menschen sich handys in einem dorf. plötzlich haben sie überhaupt zum ersten mal telefon!!!
* plötzlich können die menschen home-banking nutzen
* auf reisen schicken sie ihr geld in die provinz und wenn sie ankommen heben sie es ab und können nicht beraubt werden
* sie können unkompliziert über tausende kilometer geld an die verwandten schicken und sich gegenseitig helfen...
sind nur ein paar gründe. les dir mal passende artikel dazu durch. du wirst erstaunt sein und dich freuen.
--- "Was aber sind die Verbesserungen von Arbeit 2.0?"
mehr freiheit. man kann zuhause arbeiten, wann man will. computer bieten mehr freiheit. zb. musiker: früher brauchte man ein studio für zehntausende mark, heute hast du das mit einem 1000€ rechner plus software. und die vernetzung ermöglicht das unabhängige arbeiten. jetzt können auch mütter von zuhause ab und zu einen text schreiben und einschicken und und und...
--- "Zumal die sogenannte Vernetzung im virtuellen Raum nicht viel mehr bedeutet als Bildchen austauschen, Gästebücher mit Smileys zu versehen und die eigene Sache zu promoten."
tut mir leid, du bist echt ein ziemlicher mysanthrop bzw. schwarzmaler. web 2.0 heisst nicht nur smilies und myspace-kacke. web 2.0 heisst auch, dass ich als kleiner blogger ein paar kröten mit werbung verdienen kann. web 2.0 heisst, dass ich leicht eine website wie diese betreiben kann, die immer noch mehr funktionen bietet zur leserbeteiligung als zahlreiche alte medien. und das direkt nach der installation. web 2.0 heisst, dass ich auf xing neue aufträge über das netzt erhalte. web 2.0 heisst, UND DAS IST WIRKLICH SENSATIONELL zumindest für mich: neue freunde finde. ich wäre nicht in london mit simon und sven gewesen, wenn ich nicht phlow-magazine.com betreiben würde und von den londonern eingeladen worden wäre. sven und simon würde ich ohne das netz auch nicht kennen und mit dir würde ich auch nicht diskutieren. finde ich persönlich klasse.
lies doch einfach mal die ersten 80 seiten von "here comes everybody".
in deinem letzten paragraphen verstehst du wieder nicht, dass es um vernetzung geht und das diese meine arbeitsweise verändert. natürlich nicht ALLE arbeitsweisen. und ich fühle mich wohl mit meiner arbeit, richtig. ob ich "hipper" bin ist mir ziemlich latte.
tut mir leid, dass du kein macbook pro hast, ich auch nicht.
versuch dich mal von oberflächlickeiten zu lösen.
aber lass uns einfach mal aufhören zu diskutieren. bringt wahrscheinlich sowieso nichts... jeder hat seine meinung ist ja auch gut so.
meint mo. am 28. Nov 2008 um 10:47 | Commentlink #16
Hallo Kacke 2.0.
"Was aber sind die Verbesserungen von Arbeit 2.0? Von Web 2.0? Was ist der SINN des Begriffs?" -> War da irgendwo jemals wie Rede von Fortschritt und Verbesserung? Ich habe den Eindruck du überinterpretierst. Aber danke für das Runterspülen der Kackwurst, und das folgen zumindest einiger Argumente. Einen schönen Tag, ich hebe meinen Hut.
meint 020200 am 28. Nov 2008 um 11:04 | Commentlink #17
Ich spare mir jetzt mal weitere Kommentare. Ein Lesehinweis noch von mir (ja, auch ich lese ab und zu ein Buch): Carr, Nicholas. The Big Switch: Rewiring the World, From Edison to Google. NY& London: Norton, 2008. Und darin vor allem die Kapitel "A Spider's Web" und "iGod".
Ein letzter Satz noch: Ich will ja gar nicht in Abrede stellen, dass das Netz (ob 1.3 oder 4.1 oder was auch immer) einige unabweisliche Vorteile mit sich bringt. Es ist jedoch wichtig, auch die Risiken des Mediums einzukalkulieren. Begriffsduselei führt da leider sehr oft zu Verblendungen. Bücher wie das von Carr belegen dies meiner Ansicht nach sehr eindringlich. Over and out.
meint Die Wurst am 28. Nov 2008 um 12:23 | Commentlink #18
ich finde die argumentation von "kacke 2.0" insgesamt ziemlich pfiffig, wenn auch etwas zu aggressiv vorgetragen.
was bedeutet denn eigentlich "arbeit 2.0", außer dass moderne menschen heutzutage den ganzen tag vorm komputer sitzen [btw das bild von sim sullen ganz oben zeigt die ausgeübte tätigkeit sehr schön :)], um in einem spannungsfeld von scheinbarer "produktivität" (z.b. photoshop-bearbeitete digitalphotos bei flickr hochladen) und medienkonsum (z.b. photoshop-bearbeitete digitalphotos anderer nutzer bei flickr ansehen) die zeit zu vertrödeln?
in wiefern kann "arbeit 2.0" überhaupt produktiv sein?
oder anders gefragt: was für "werte" werden durch diese art von arbeit geschaffen? in welchem konkurrenz-verhältnis stehen die durch "arbeit 2.0" geschaffenen werte zu den erzeugnissen von "arbeit 1.0"?
zur zeit werden erzeugnisse der "arbeit 1.0" in zunehmendem maße entwertet bzw. letztendlich wertlos (zb. wertverlust von computer-hardware), während die produkte von "arbeit 2.0" sich schon per definitionem nicht durch mammon aufwiegen lassen (zb. creative commons).
ich empfehle prinzipiell für die auseinandersetzung mit "arbeit heutzutage" die lektüre von dietmar dath: "maschinenwinter"
meint martin am 28. Nov 2008 um 17:47 | Commentlink #19
Hallo Martin, vielen Dank für deinen Beitrag, auf dieser Ebene lässt sich schön diskutieren.
Auch meiner Perspektive folgendes: Ich sehe mich nicht zwingend als "dringender Befürworter" dieses Konzeptes, obwohl man mich durch den aggresiven Ton vorab in diese Ecke stellte. Ich finde der Begriff "2.0" in diesem Kontext führt auch in eine falsche Richtung - so gesehen.
Ich denke es geht weniger um die "Anwendung von mehr oder weniger sinnvollen Web 2.0-Tools". Das ist mir vermutlich genau so schnuppe wie dir, einfach autistisch von der Kiste zu hocken, um etwas 2.0-nulliges zu tun.
Ich glaube das Interessante ist schlichtweg, dass sich Anforderung, technische Ausstattung, oder noch viel allgemeiner, die Arbeitsbedingungen in Deutschland gewandelt haben, bzw. sich noch immer wandeln. Als ich vor Jahren von "Telearbeit" hörte, musste ich genauso schmuzeln, wie einige hier. Doch mittlerweile ist "Arbeit an sich" so ein virtueller Prozess geworden, dass Ort, Arbeitszeit, auch lokale Verfügbarkeit und Vergütung einfach ziemlich abstrakt geworden sind und sich neu organisieren. Und darunter verstehe ich persönlich nicht "ein MySpace-Profil" zu haben. Ich rede tatsächlich von Arbeit.
meint 020200 am 28. Nov 2008 um 18:09 | Commentlink #20
ja genau: abstrakte vergütung für abstrakte arbeit die an abstrakten orten zu abstrakter zeit von sich kontinuierlich neu organisierenden individuen virtuell abstrahiert wurde...
aber irgendwie läuft es doch auf materieller ebene irgendwie auch auf "communism 2.0" raus, oder?
meint martin am 28. Nov 2008 um 18:29 | Commentlink #21
@martin: "Doch mittlerweile ist “Arbeit an sich” so ein virtueller Prozess geworden, dass Ort, Arbeitszeit, auch lokale Verfügbarkeit und Vergütung einfach ziemlich abstrakt geworden sind und sich neu organisieren. Und darunter verstehe ich persönlich nicht “ein MySpace-Profil” zu haben. Ich rede tatsächlich von Arbeit." Wenn jemand tatsächlich behaupten will, "Arbeit" sei ein VIRTUELLER BEGRIFF geworden, dann hat er wohl im Leben noch nicht gearbeitet. Arbeit ist nie ein virtuelles Phänomen. Wer "virtuell" arbeitet, arbeitet nicht. Wer "abstrakt" Arbeitet, arbeitet ebenso wenig. Das Schlimme ist, dass die Leute, die so unreflektiert daher reden, auch noch an ihre eigenen Ergüsse glauben. Geht mal ARBEITEN! ;-)
meint ZensierterTyp am 28. Nov 2008 um 18:36 | Commentlink #22
die internet-berufstände verfestigen sich und entwicklen sich. dieses gleich als arbeit 2.0 zu bezeichnen finde ich auch nicht gerade hilfreich.
für die kassiererin im supermarkt, die ungarische putzfrau, dem türkischen bauarbeiter und dem handyverkäufer um die ecke ist es schlichte arroganz und weltfremdheit.
2-3% der bevölkerung kommt tatsächlich mit neuartigen kommunikations und arbeitmehtoden in berührung - den anderen werden nur die bedingungen verhärtet. mo, du redest hier von einer kleinen, bevorzugten elite von mediemmachern.
kacke2.0, ich finde du überspitzt etwas. mit dieser art ist es in der tat schwer die vorzüge von "vernetztheit" zu genießen, in einer "reallife" kneipe hättest du nach 10 minuten sicher aufs maul bekommen.
im kern aber kann ich dir nur recht geben. der begriff sollte "privilegierte medienarbeit 2.0" und sicher nicht "arbeit 2.0" heissen. dieser begriff entlarvt letztendlich nur den verwender als schlechter beobachter. wie bereits erwähnt ist dieser begriff für die große mehrheit der bevölkerung reinster sarkasmus.
meint fabien am 29. Nov 2008 um 17:49 | Commentlink #23
"in einer “reallife” kneipe hättest du nach 10 minuten sicher aufs maul bekommen." - Hier doch auch, meine letzten 2 oder 3 Beiträge sind ja dem demokratischen Admin sei Danke gar nicht erst gepostet worden. Obwohl da nun überhaupt nichts anstößiges drin gestanden hat. Ob nun mundtot in der Eckkneipe oder mundtot im Netz - wo ist der Unterschied?
@fabien: Danke, wenigstens einer, dem der Begriff genauso verdächtig und arrogant vorkommt.
meint Versuch4 am 29. Nov 2008 um 18:51 | Commentlink #24
@020200 - als programmierer solltest du wissen das ein myspace-profil pflegen ARBEIT ist... dreckige arbeit ;)
meint sven swift am 30. Nov 2008 um 13:06 | Commentlink #25
NOCH WAS ZUR ZENSUR: das system läuft hier ganz einfach so:
1. beim ersten verfassen eines kommentars, muss man erst freigeschaltet werden. diese maßnahme ist gegen spammer, nazis und krasse idioten.
2. benutzt man anschließend beim nächsten kommentar den gleichen namen UND die gleiche email-adresse, wird man sofort "durchgeschleust".
weil kacke 2.0/Versuch4/ZensierterTyp jedes mal scheisse baut, muss er auf die freischaltung warten. so einfach.
das ist halt web 2.0 :) denn da gibt es jede menge kommentar-spam, der gefiltert werden möchte.
meint mo. am 1. Dez 2008 um 17:51 | Commentlink #26
Hallo. Ja, Dumme gibt es viele :-D Den Begriff Abreit2.0 find ich allerdings auch nicht sooo treffend. Denn er betrifft wenn überhaupt nur einen verschwindend geringen Anteil der Bevölkerung. Obwohl Spam löschen ja auch eine Form der Arbeit2.0 ist :) Naja, gehört eben dazu. Wer online ist, der sollte auch solche Reaktionen einplanen. Auch ein Teil der Demokratie der neuen Medien irgendwie.
meint Stefan am 3. Dez 2008 um 18:34 | Commentlink #27
Man lese auch hier: http://www.heise.de/newsticker/Microsoft-Arbeiten-wie-im-Bahnhofs-Cafe--/meldung/120028
meint 020200 am 6. Dez 2008 um 18:06 | Commentlink #28
Und noch einer: http://futurezone.orf.at/stories/1500551/
meint 020200 am 7. Dez 2008 um 16:11 | Commentlink #29
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