Kategorie: News
Beschissene Netlabel-Wikipedia-Definition
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Unnötige Fehlinformationen und Redundanzen | Gerade ärgere ich mich über den wirklich schlechten Wikipedia-Eintrag zum Thema Netlabels. Über die letzten Jahre habe ich mir den Eintrag immer wieder angeschaut, hier und da versucht zu verbessern oder zu vereinfachen, aber irgendwann hat man keine Lust mehr. Teilweise denke ich, dass da wirklich ein paar Ahnungslose rumtippern, darum hier meine eigene Definition…
Derzeit nutze ich endlich meine Domain Netlabels.de und versammel dort einen hoffentlich einfachen, einleuchtenden und unterhaltsamen Einblick in das Thema Netlabels. Auf der Seite sammel ich kontinuierlich Artikel (gerne auch PDFs), Quellen und Links, die relevant sind. Die Website richtet sich dabei nicht an Spezialisten, sondern an Neugierige, die sich mehr mit dem Thema auseinandersetzen wollen.
Netlabel-Definition und weitverbreitete Irrtümer
Natürlich wollen diejenigen, die einmal über das Thema gestolpert sind auch eine griffige Definition lesen, um das Thema Netlabel zu verstehen. Meine klare und einfache Definition lautet:
Netlabels sind virtuelle Musiklabels.
Nicht mehr und nicht weniger. Netlabels sind eigentlich nichts anderes als ein normales Musiklabel. Der einzige Unterschied ist der, dass Netlabels rein virtuelle Tonträger veröffentlichen und distribuieren.
Folgende Irrtümer müssen endlich gelöscht werden:
- FALSCH: Netlabels sind DIY-Projekte (DIY = Do it yourself).
- FALSCH: Netlabels verschenken Musik.
- FALSCH: Freie Musik steht unter einer freien Lizenz, ist GEMA-frei und kostenlos.
- FALSCH: Netlabels sind Indie-Labels.
Fakten, Fakten, Fakten…
Der erste Punkt diskriminiert Netlabels und stellt sie in ein Hobby-Macher-Licht und spricht Ihnen Professionalität ab. Es gibt genügend professionelle Netlabel wie z.B. Magnatune, die äußerst professionell und kommerziell erfolgreich agieren.
Es gibt mittlerweile zahlreiche Musiklabels - auch aus der alten Garde - die nur noch virtuelle Tonträger verkaufen. Diese Labels, sind kommerzielle Netlabels. Nur weil sie kommerziell Musik verkaufen, wären sie nach der obigen Definition kein Netlabel. Außerdem wird es in der nahen Zukunft fast ausschließlich nur noch Netlabels geben. Niemand will mehr CDs und Schallplatten bis auf ein paar Sammler. Auch Schallplattenläden verkaufen immer weniger und werden immer leerer. Schließlich nutzen DJs lieber MP3-Shops und legen mit Traktor & Co. auf.
Ich habe schon genügend Netlabel-Musik - z.B. von Epsilonlab und Thinner - deren Musiker in einer Verwertungsgesellschaft sind. Außerdem gibt es jede Menge Netlabels, die noch nie von den Creative Commons gehört haben.
In der Regel sind Netlabels natürlich Indie-Labels, aber diese Ausschließlichkeit auf “Hey, wir sind Indie, DIY und Untergrund…” ist der totale Bullshit. Ja, viele agieren so, aber das ändert sich zunehmen, weil sich Netlabels weltweit entwickeln und viele Netlabel-Betreiber wirklich Geld und Aufmerksamkeit verdienen wollen.
Der größte Unterschiede zwischen alten und neuen Modellen ist der: Netlabels haben frühzeitig erkannt, dass es sich nur noch lohnt virtuelle Musikdateien zu vertreiben. Ob man damit nur Werbung für sich selbst oder auch noch ein paar Euro machen möchte ist dabei in meinen Augen egal.
Eigene Definition und Netlabel-Portal
So genug gemeckert und posaunt. Auf netlabels.de findet Ihr eine kleine neue Website, die “nur” Quellen, Material, Links und eine Einführung in die Netlabel-Welt versammelt. Derzeit sitze ich an einer Sammlung an wichtigen Netlabel-Artikeln, die man im Netz findet. Bitte helft mir doch, wichtige Artikel zu verlinken!
Dieser Artikel wurde am 14.Juli 2008 von mo. geschrieben.
mo. ist Journalist, Buchautor und Webdesigner. Neben dem deutschen Phlow-Magazin betreut er auch die englische Edition unter Phlow-Magazine.com. Der Musikliebhaber lebt und liebt (in) Köln. Noch mehr Artikel von mo..
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4 Kommentare bis jetzt...
Hui, ich bin baff, ich kann mich daran erinnern, dass der wiki artikel mal ganz anders war, was da jetzt steht ist mehr als desaströs.
meint Nörmi am 15. Jul 2008 um 19:36 | Commentlink #1
desaströs :) das ist genau die richtige formulierung.
meint mo. am 16. Jul 2008 um 13:32 | Commentlink #2
Interessanter Beitrag. Denn selbst ich als Netlabelbetreiber denke bei dem Begriff meist an “kostenlos” ;-)
meint beingboring am 23. Jul 2008 um 14:04 | Commentlink #3
[...] Netaudio verdammt kool sein kann, weiß ich ja schon lang und es wird auch noch einiges auf euch zukommen, [...]
meint Ca$h4otterz - Dearanged | Anselm.Peischl am 3. Sep 2008 um 00:24 | Commentlink #4
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