
Das Lesegerät für E-Books namens Kindle war Weihnachten das meistverkaufte Gerät von und über Amazon in Amerika. Im Frühjahr 2010 legte Apple mit dem iPad nach, und 300.000 Geräte gelangten von jetzt auf hier in die Hände hysterischer Kunden. Und schleichend mausert sich das EPUB-Format bei traditionellen Verlagen als offener Standard für E-Books durch.
Wenn fortan Verlage ihre Bücher in Einsen und Nullen verwandeln und gelesen sehen wollen, was passiert dann mit Printmedien im Allgemeinen? Wie reagieren Verlage auf die Herausforderung digitaler Lebensräume? Und begeben sich Verlage und Buchautoren auch auf die abwegigen und absteigenden Pfade der Musikindustrie und verfolgen per Abmahnung Schwarzkopierer oder malträtieren Kunden mit einem Kopierschutz für Bücher?
Und was bedeuten diese neuen elektronischen Lesegeräte und offenen Dateiformate für die Creative Commons Bewegung? Gehen in Zukunft immer mehr Autoren ähnliche Wege wie Musiker, die freie Musikdownloads auf Netlabels anbieten?
Cologne Commons lädt nach Köln zum Dialog und diskutiert offen mit Experten wie Leander Wattig und Jan Tißler über die Zukunft der Druckmaschinen, Printmedien, Magazine, Bücher und generell der Zukunft der Printmedien.
Phlow ist Medienparter der Cologne Commons 2010 Konferenz und des Festivals. Wir helfen bei der Organisation der Konferenz. Schaut ins Konferenz Programm! Wir freuen uns auf Euren Besuch in Köln am 10. und 12. Juni 2010.
darf ich eine frage stellen, slightly off-topic? warum wird das ipad ÜBERHAUPT als kokurrenz für den kindle diskutiert?
ich dachte, der kindle ist deshalb eREADER weil er diesen kristall-bildschirm hat. ist die flimmer-frequenz und auflösung des ipad jetzt so krass hoch, das das lesen auf genauso leicht fällt wie beim kindle? bei letzterem meint man ja wirklich ein blatt papier vor der nase zu haben...
Ich habe zuhause selbst einen Kindle und sehe das ähnlich wie Du. Trotzdem wird das iPad dank seiner Größe dazu einladen Texte zu lesen. Macht man ja auch auf einem Computerbildschirm. Ein weiterer Vorteil - ähnlich dem von Amazon - ist, dass Apple mit dem iTunes Store ein geschlossenes Modell anbietet. Inhalte können für das iPad vorbereitet werden und der Distributionsweg für Bücher ist mit einem Klick möglich.
Sicherlich liest niemand einen riesen Romanschinken auf dem iPad, aber warum nicht die Zeitung, kurze Texte und so weiter. Krass ist, dass die Leute sich dabei cool vorkommen, was ein unschlagbarer Vorteil des Gerätes ist.
Also ich denke, das iPad ist vor allem von Contentlieferanten interessant - da es einen geschlossenen Kreislauf anbietet, also auch Businesskonzepte möglich sind (gut, das macht Kindle ja auch), es einen enormen Medienhype gibt um das Gerät als "Mögliche Rettung aus der Krise" - und es im ggs. zum Kindle nicht nur Fotos und Bilder klasse hell und sehr bunt darstellen kann sondern ganz nebenbei auch noch ein schmucker Computer ist. Ich glaube das sind so die Gründe.
Es kündigt sich wohl wieder ein format-chaos an, ähnlich wie vor jahren bei web-video. Microsoft und Apple konnten sich nicht einigen - und Flash setzte sich durch (obwohl eigentlich sehr schlecht für video geeignet)
daher wird sich aus meiner sicht das gewohnte durchsetzen: das papier, die PDF und vor allem der übliche computer-bildschirm. ;)
Kern der Sache sind ja nicht die Geräte selbst, sondern das mit viel aufwand künstlich abgeschlossene system. was aus meiner sicht (und im sinne des verbrauchers) definitiv ein rückschritt ins mittelalter ist.
BTW, das Abo-Pad wird vor allem aus selbstzweck durch die traditionelle presse gehypped. apple ist inzwischen so cool, dass die stimmung eigentlich nur noch umschwenken kann.
@fabien: Ich bin mir da nicht so sicher. Auf EPUB scheinen sich einige Verlage zu einigen. Ich sehe diese geschlossenen Systeme auch als eine Gefahr. Der Vorteil ist aber, dass Du mit einem Klick auf iTunes dann nicht nur Alben, sondern auch Bücher kaufen kannst. Das ersetzt auch noch das lästige Micropayment. Ich gebe Amazon und Apple da große Chancen. Letzte Woche war ich auf einer Konferenz und auch dort gab es eher Bedenken, dass die derzeitige Buchbranche/Printmedien/Verlage den Sprung verpassen.
Zu der Konferenz habe ich auch was für den Heiseticker geschrieben. http://bit.ly/bE3Lq8