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Magazin für MP3-Musik & Netzkultur

Buddhismus, Tragbare Synthies und ein wenig Musiknirvana

Kurbeln für die Erleuchtung mit der wundersamen Buddha Machine Kleine Musikmacher | Zunehmend erblicken vermehrt kleine und konzeptionell interessante Musikinstrumente das Licht der Welt. Und endlich produziert man auch elektronische Musik längst nicht mehr im eigenen Schlafzimmer. Nö, die Produktionsstätte…

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Kurbeln für die Erleuchtung mit der wundersamen Buddha Machine

Kleine Musikmacher | Zunehmend erblicken vermehrt kleine und konzeptionell interessante Musikinstrumente das Licht der Welt. Und endlich produziert man auch elektronische Musik längst nicht mehr im eigenen Schlafzimmer. Nö, die Produktionsstätte steckt in Hosentasche, lässt sich als Talkbox per Strohhalm umfunktionieren und bietet auch ein wenig Ablenkung mit Spielen für zwischendurch. Let's roll the drums für drei dieser außergewöhnlichen Musikmacher!

Einer für Viere: Der Korg DS-10 Synthie

ds10Beginnen wir mit dem neuesten Produkt aus dem Hause Korg. Der Korg DS-10 ist, wie der Name schon verheißen lässt, ein voll ausgewachsener Synthesizer für die mobile Spielkonsole aus dem Hause Nintendo. Eine Begegnung der interessanten Art. Einer der größten Hersteller Japans von Musikinstrumenten hat entwickelt für einen der größten Hersteller Japans von Gamekonsolen.

Obwohl sich der Korg DS-10 Synthesizer zunächst alle mögliche Sprüche gefallen lassen muss, wie "Das ist doch bloß ein Spielzeug", so überzeugt ein kleiner Test an dem Gerät auf ganzer Linie. Da kommt nämlich ein Spitzensound heraus! Denn der DS-10 ist ein Sequenzer, der zwei vollwertige digital-analog Synthesizern bedient, sowie vier digital-analoge Drumspuren mitbringt. Der Seqenzer besitzt zwar nur 16 Schritte, aber das, was durch die fehlenden Programmiermöglichkeiten verloren geht, gleicht der DS-10 durch sehr gute Live-Editiermöglichkeiten voll aus. Mit Touch-Pad, Stylo und Tastendruck kann man beeindruckend schnell zwischen verschiedenen Menüs wechseln und additive, subtraktive und FM-Synthese mit einer erstaunlich dicken Filterbank in Echtzeit manipulieren.

Schlau, wie die Japaner sind, hat Korg hierbei auch an das Touchpad vom DS gedacht und es in ein variantenreiches KAOS-Pad verwandelt. Doch wie klingt der Kleine denn jetzt? Die Antwort lautet: Satt und fett. Das bestätigt jeder, der das gute Stück im Einsatz erlebt hat. Einzig allein, fehlt schmerzhafterweise eine MIDI-Funktion. Dafür lassen sich jedoch mehrere Nintendo DS über die kabellose Funkverbindung miteinander synchronisieren.Bis zu vier Daddelkonsoneln kann man somit unter Kontrolle halten und über herkömmliche 3,5 Zoll Klinkenstecker an einen Mischer anschließen.

Und schau an: Zu diesem Zweck braucht man das DS-10 Modul auch nur einmal zu kaufen, weil bei Nintendo fröhliches Teilen gilt. Schließlich lädt man für sein Mini-Setup über die Funkverbindung die Software von DS zu DS. Da es den Korg-Synth schon für 40 Euro gibt, sollte man schnell zugreifen, bevor der Artikel vergriffen ist. Hört Euch mal dieses DS 10 Konzert an.

Kompakt, Charmant, Preiswert, der Gakken SX-150

gakken-analog-synthesizer

Ebenfalls ein kompaktes Soundwunder - der jedoch ganz anderem Art - ist der Gakken SX-150. Der analog-subtraktive Synthesizer verfügt nicht nur über einige charmante Details, sondern auch über einen sehr speziellen Vertriebskanal. Regulär bezieht man dieses Instrument nicht über den Einzel- oder Fachhandel, sondern als Beilage eines japanischen Musikmagazins. Kein Scheiss!

Der Gakken erhielt so quasi über Nacht Berühmtheit, da die Soundmaschine als Sonderbeilage einem japanischen Do-it-Yourself-Magazins beilag. Inzwischen gibt es ihn auch einzeln zu kaufen, so zum Beispiel bei dem Online-Store des Make-Magazines. Beim Gakken SX-150 handelt sich es um einen zweihandgroßen Synthesizer. Mit einigen Knöpfchen und sechs Drehreglern moduliert man gewohnte Sounds mit subtraktiver Synthese. Speziell ist jedoch die Bedienung.

Man holt die Sounds aus dem Gerät, indem man mit einem Stift eine entsprechende Kontaktfläche aus Metall berührt. Der ein oder andere wird sich zu Recht an das Stylophon erinnert fühlen. Durch diese Technik kann man mit einiger Übung sehr präzise die passenden Töne treffen, aber auch Slide-Effekte erzeugen. Der Spaß-Faktor: sehr geil! Weil der Gakken SX-150 preislich relativ günstig ist, sinkt auch die Hemmschwelle, auch mal ungewöhnliche Setups mit dem Gerät auszuprobieren. Zumindest denkbar ist der Gakken als neues Lieblingsobjekt für Circuit Bending-Basteleien

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Buddha Machine 2

Die dritte kleine Maschine in unserem heutigen Bauchladen nennt sich Buddha Machine 2 (siehe Illustration oben). Sie ist die Neuauflage des ersten kleinen Buddha, die sich insgesamt 50.000 Mal verkaufte. Unter den begeisterten Fans befinden sich auch Brian Eno, Blixa Bargeld und Daft Punk.

Entwickelt und verkauft wurde das Gerät von FM3, einer Experimentalband aus China. Als Vorbild galten so genannte "Tibetanische Chant-Machines", kleine Geräte, die Mantras vor sich hin beten. Was also kann die Buddha Machine? Es handelt sich um ein Gerät, etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel, in welches zwei handelsübliche Batterien zu stecken sind. Auf Chip gespeichert sind eine handvoll Ambientloops.

Eine dieser Ambientloops wählt man sodann aus und stellt die Lautstärke ein und/oder aber variiert die Geschwindigkeit und somit die Tonhöhe. Nimmt man mehr als ein Gerät zur Hand, so sind endlose Ambient-Pitch-Sessions, ganz im Stile früherer "The Orb"-Platten. Eine Neuauflage ist somit gesichert. Die Buddha Machine hat einen Lautsprecher, aber auch einen handelsüblichen Klinkenstecker-Ausgang. Somit kann man mit mehreren "Instant Ambient" Buddha Machines im Gepäck nicht nur reichhaltig Hotelzimmer und Zugfahrten bespielen, sondern den Sound auch durch Effektsektionen schleifen und über einen amtlichen Mixer eine professionelle Soundanlage betanken.

Der Orbit und das Nirvana sind das Ziel. Wohl bekomm's!

Über den Autor

Phlow-Autor mo. Dieser Artikel wurde am 19.Januar 2009 von mo.. mo. ist Journalist, Buchautor und Webdesigner. Neben dem deutschen Phlow-Magazin betreut er auch die englische Edition unter Phlow-Magazine.com. Der Musikliebhaber lebt und liebt (in) Köln. Weitere Artikel von .

5 Kommentare zu »Buddhismus, Tragbare Synthies und ein wenig Musiknirvana«

  1. toller artikel. sowohl der gakken sx-150 als auch die ds-10 sind grandiose dinger.

    @SX-150 überraschend bei der SX-150 fand ich, dass sie zwar als bausatz kommt, man aber letztlich, wie bei einem überraschungsei spielzeug alles nur zusammensteckt.

    @DS-10 die beschriebene 16 step limitierung empfinde ich schon als ziemlich nervig. längere tonfolgen müssen auf mehrere patterns aufgesplittet werden, blabla...trotzdem ein großer spaß. ist definitiv meine top 1 ds app.

    bernd schreibt am

  2. ja, der SX-150... v.a. durch die bedienung ein knaller! schöner artikel mo.

    sven swift schreibt am

  3. der artikel wurde von martin wisniowski geschrieben. ich habe den nur ein wenig umgeschrieben.

    mo. schreibt am

  4. Tja, die gelobte fettness ist leider nicht wirklich wirklich so fett. der ausgang des NDS ist ja leider mit einem echt miesen wandler ausgesattet. das klingt schon ganzschön rauschig und granuliert. aber wenn man sowas mag dan wird man, wie ich auch, viel spass mit dem dings haben. ist halt super für bahnfahrten oder luftreisen. auch im auto als beifahrer topsache. endlich ne altenative zu mario cart.
    :)

    Plemo schreibt am

  5. Die “Tibetanische Chant-Machines” kann man sich hier für wenig Geld kaufen:
    http://tinyurl.com/84qmcg

    Benötigen Batterien, die Luxus Varianten haben auch einen Netzanschluss.

    Swen schreibt am