Kategorie: Technik
Phlow neu Denken
Dieser Beitrag ist Teil der Phlow-Redesign 2008 -Serie
- Phlow neu Denken
Von Umleitungen, Redesign und weiteren Hacks… | So ein Umzug auf ein neues Redaktionssystem schiebt man gerne vor sich her. Schließlich müssen zahlreiche Umleitungen (Redirects) gelegt, das Design den eigenen Ansprüchen angepasst und zahlreiche Hacks gemacht werden. Noch wichtiger jedoch ist die grundlegende Auseinandersetzung mit der Struktur und dem Aufbau der Website. Ein Redesign bietet somit auch immer eine Chance zerüttetes und auseinandergefleddertes neu zu formieren.
Keine Angst, Phlow bleibt nicht so blau und weiss - auch wenn es an zahlreichen Stellen heisst, dass wären die Farben des Internets. Mir egal, schließlich haben wir eine Corporate Identity zu verteigen. Bevor ich jedoch Hände an das Design lege, hier ein paar grundlegende Gedanken zum Redesign der Strukturen. Ihr kennt das: Form follows Function.
Umleitungen legen - Teil 1
In einem ersten Schritt habe ich schon einmal die alte Startseite von Phlow gekürzt und einen Hinweis auf die neue Präsenz gesetzt. Jetzt müssen noch die folgenden Elemente umgebogen werden:
- RSS-Feeds, Feedburner umleiten (erledigt)
- Subdomains
- Profile bei Social Services wie Technorati & Co. (erledigt)
- Neue Fehlerseiten anlegen bzw. mit WordPress verzahnen (Phlow-303- und 404-Seite)
Hoffentlich habe ich nichts vergessen. Im nächsten Schritt, wenn das Design steht, werde ich per .htaccess-Datei einige Redirects legen müssen.
Erste Überlegungen für ein Redesign
Am Anfang fühlt sich eine Website unglaublich leer an. Keine Werbung, wenig Inhalte, wenig Kategorien, wenig Extraseiten und erst einmal kaum Schnickschnack. Den Moment, in welchem das Baby gerade frisch und installiert und zum ersten Mal im Web liegt, sollte man genießen. Schließlich bleibt es nicht bei dieser Klarheit.
Für mich ist Klarheit gleichgesetzt mit Benutzerfreundlichkeit. Komplexe Webseiten mit zahlreichen Einträgen, wie Phlow, überfordern insbesondere schnell neue Besucher. Diese gilt es aufzufangen mit einer einfachen Struktur, die dann kontinuierlich den Leser in die Tiefe leitet. Schafft man es einen Neuling weiter mit der eigenen Website vertraut zu machen, wird er dadurch meist zu einem Stammleser. Und Stammleser sind mir die Liebsten, weil man sich nicht nur kennenlernt, sondern oft auch ein vertrauliches Verhältnis aufbaut.
Struktur, Navigation und Benutzerfreundlichkeit von Websites
In erster Linie konzipiert man eine Website somit für Neulinge. Finden sich Neulinge zurecht, finden sich auch Stammleser zurecht. Ein erster Bezugspunkt für den Erstkontakt ist der Bereich “above the fold”. Also der Bereich, der gesehen wird bevor man das erste Mal Scrollen muss. Dieser Bereich dient als erster Orientierungspunkt und liefert gleichzeitig einen ersten Eindruck. Bereits an dieser Stelle halte ich es mit dem Usability-Experten Steve Krug: Der Besucher darf nicht zu viel denken.
Steve Krug will den Besucher nicht für dumm verkaufen, sondern will ihm in erster Linie eine Website intuitiv näher bringen. Und eine Website erfasst man intuitiv am besten, wenn man vertraute Elemente und einen vertrauten Aufbau wiedererkennt. Kein Wunder also, dass Weblogs so erfolgreich sind. Die meisten ähneln einander im Aufbau und bieten somit bereits beim ersten Besuch eine vertraute Atmosphäre.
Um diese angelernte Intuition zu unterstützen konzentriert man sich meiner Meinung nach am besten erst einmal auf diese ersten Bezugpunkte. Um sich einen Eindruck zu verschaffen, gehören meiner Meinung nach besonders die folgenden Elemente dazu:
- Logo und Slogan
- Navigation - vertikal oder horizontal
- Bilder in der Kopfzeile
- Suchfunktion
Bei der Gestaltung dieser Elemente verfolge ich im Weiteren einer Regel, die besagt: Der Mensch behält bei fünf bis sieben Elementen den Überblick, z.B. Navigationspunkten. Grund dafür ist das Kurzzeitgedächtnis. Aus meinen eigenen Web-Erfahrungen kann ich das nur bestätigen. Je mehr Elemente eine Navigation bietet, desto schneller ermüde ich und verliere ich den Überblick.
Darum liebe ich eine zweigleisige horizontale Reiter-Navigation. Einerseits liegt die Navigation “above the fold” und andererseits lerne ich den Besucher mit Ihr an. Klickt er auf einen der Reiter öffnet sich - wenn nötig - darunter eine Subnavigation mit maximal sieben weiteren Elementen. Diese ordnet man am besten in zueinander passenden Themenpaketen an. Für mich jedes Mal eine Herausforderung.
Die neue horizontale Phlow-Navigation
Viel habe ich neben Steve Krug auf von John Maeda und seinem wunderbaren Buch “Simplicity” gelernt. Dort untersucht der die Funktionsweise des iPod und führt anschaulich vor Augen, wie einfach und elegant das Gerät trotz seiner Komplexität anmuted. Die Regeln von “Simplicity” und “Findability” behält man bei der Konstruktion einer auseinander faltenden Navigation am besten im Auge.
Hier mein derzeitiger Vorschlag für die kommende horizontale Phlow-Navigation.
- MP3-Musik
- Elektronische Musik
- Techno und House
- Downbeats Drum’n'Bass und Breakbeats
- Indietronic und Electronica und IDM (neu)
- Downbeat und Dub
- Ambient und Experimentell
- Hip Hop
- Instrumental
- Rap
- Pop
- Indiepop
- Mainstream
- Singer-Songwriter
- Other Diverse
- Chip Music
- Jazz
- Experimentell
- DJ-Mix und Compilation (neu)
- Podcast (neu)
- Rock
- Elektronische Musik
- Netzkultur
- Technik
- Design (neu)
- Buchkritiken (neu)
- Video
- Downloads
- Free Flash Tools
- DJ-Mixes und Compilations
- Info | Über
- Impressum
- Informationen zu Phlow
- Kontakt
Klappt man diese Navigation auf einmal, wirkt sie ziemlich komplex. Entfaltet sich die Subnavigation jedoch für einen einzelnen Bereich und bleiben die anderen erst einmal unsichtbar, lernt man die Website besser kennen.
Seht Ihr an dieser Stelle noch Verbesserungsmöglichkeiten oder bessere Stichwörter für die jeweilige Rubrik? Feedback ist wie immer herzlichst willkommen!
Dieser Artikel wurde am 01.April 2008 von mo. geschrieben.
mo. ist Journalist, Buchautor und Webdesigner. Neben dem deutschen Phlow-Magazin betreut er auch die englische Edition unter Phlow-Magazine.com. Der Musikliebhaber lebt und liebt (in) Köln. Noch mehr Artikel von mo..
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8 Kommentare bis jetzt...
1 drk // Apr 2, 2008 am 09:23
ich würd eher dub und downbeat zusammen nehmen und drum&bass als eigene kategorie führen. aus sich der bpm imo sinnvoller.
ansonsten gutes gelingen beim umbau. bin gespannt, was rauskommt. :)
den alten feed kann man aboniert behalten oder wird sich da auch was ändern?
2 mo. // Apr 2, 2008 am 10:38
danke für den input! das ist eine gute überlegung. dann lege ich noch breakbeats (für bigbeat und co. in die drum&bass-kategorie) und dann klappt das!
den alten feed habe ich gestern umgeleitet und ich hoffe, dass alles gut geht. am besten: nutzt du diesen link:
http://feed.phlow.net/phlow
der sollte immer die richtigen resultate liefern.
3 fabien // Apr 2, 2008 am 12:32
hi!
ich empfinde den download bereich als irritierend. aus meiner sicht wäre es nützlicher auch alle downloads, die in deinen artikeln vorkommen, hier sauber aufzulisten.
auch finde ich die unterscheidung zwischen hiphop instrumentals, breakbeats und downbeat unnötig. könnte ruhig eine einzige kategorie sein.
sonst passts.
4 mo. // Apr 2, 2008 am 13:03
hm…. hiphop instrumentals und downbeats hast du schon recht… mist, so etwas ist einfach tricky. das problem ist: für mich ist das alles eigentlich breakbeat. das raffen nur die wenigsten, weil es einfach zu technisch vom ansatz ist. vielleicht sollte ich downbeats eher in chill out umbenennen… ach, mist, muss ich noch einmal drüber nachdenken. danke für den anstoß!
5 Sven Swift // Apr 2, 2008 am 15:41
ich finde “hip hop” als solitäre kategorie wichtig weil so stark kontextuell aufgeladen. meinetwegen zusammen mit “downbeat”, aber nicht in einen topf mit “breakbeat”! wenn du die stile über die beat-progammierung definieren willst ist DAS etwas ganz anderes, nämlich eher “drum+bass”. und “chill out” ist ja wohl eher marketing- als musik-kategorie! so, genug gespießt ;)
6 mo. // Apr 2, 2008 am 16:40
@sven: *hehehe* deine einwände sind gut und chill out habe ich auch mit verbrannten händen fallen lassen. ist keine musikrichtung. ich habe einfach diese blöde unterteilung bei hip hop weggelassen und es steht jetzt als eigene rubrik *Punkt!*
auch war experimentell gedoppelt. liegt jetzt im elektronischen ordner, weil die meisten experimentellen sachen daher kommen… ist eigentlich auch kein wirkliches genre, sondern eine eigene herangehensweise. vielleicht nicht das tollste genre, vielleicht auch insgesamt löschenswert…
7 drk // Apr 3, 2008 am 07:41
sieht doch gut aus jetzt.
aber was ist “chip music”?
hab ich echt noch nie gehört.
und wo ist eigentlich dubstep?
müsste ja eigentlich irgendwo zw
“Drum’n’Bass und Breakbeats” und
“Downbeat und Dub”.
8 mo. // Apr 3, 2008 am 09:18
chip music ist so ein spezieller style, der insbesondere im internet viele anhänger hat. chip music ist so eine art retro-sound, der oft mit alten computern wie dem gameboy, c64er oder 8-bit-emulatoren produziert wird. schau dir mal diese videovlips an
http://www.vimeo.com/676009/
oder
hör dir mal die sounds des netlabels http://www.8bitpeoples.com an. ach und dubstep kommt bei mir in die kategorie breakbeats… genauso wie gabber zb. unter techno einsortiert würde…
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