slotMusic: Totgeburt oder neues spannendes Medium?!?

MicroSD-Karten statt Audio-CD | Langsam kapiert die Musikindustrie, was die Zeit vorgibt. Während die CD stirbt, versucht sich die Industrie an einem neuen Medium: MicroSD-Karten auf denen hochwertige MP3-Musik mit 320 kBit/s ohne DRM-Schutz abgespeichert sind. Bei den Karten mit 1 GByte Kapazität, verbleiben bei einem normalen Album 800MB.

Den verbleibenden Speicherplatz könnten die Musiker mit Bonusmaterial wie Videos, Bildern und sonstigen Dingen vollstopfen oder der Käufer nutzt sie. Ob jedoch ein Musikliebhaber im digitalen Zeitalter Alben auf MicroSD-Karten sammeln will, die in irgendeiner Schublade verschwinden, wage ich zu bezweifeln. Dann kommt es definitiv auf die Verpackung an. Und nicht jeder besitzt einen SD-Karten-Reader. Dafür soll es dann noch einen Adapter obendrein geben. Eigentlich eine spannende Idee, der ich aber nicht wirklich eine Chance gebe, aber das ist nur ein Gefühl...

Heise-Nachricht: Major Labels veröffentlichen Musikstücke auf Speicherkarten

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Phlow-Autor mo.Dieser Artikel wurde am 22.September 2008 von mo. geschrieben. mo. ist Journalist, Buchautor und Webdesigner. Neben dem deutschen Phlow-Magazin betreut er auch die englische Edition unter Phlow-Magazine.com. Der Musikliebhaber lebt und liebt (in) Köln. Noch mehr Artikel von mo..

15 Kommentare bis jetzt...

  • Ich glaube, der Hintergrund dieser Idee ist eher, dass die meisten jüngeren Musikhörer dazu übergegangen sind, nicht einmal mehr einen MP3-Player zu besitzen, sondern die Musik direkt übers Handy zu hören. Und die meisten Hersteller von Mobiltelefonen setzen auf MicroSD als Speicherkarte. Einzige Ausnahme ist meines Wissens SonyEricsson, die den hauseigenen MemoryStick Micro verwenden (Der leider auch teurer ist).

    In der HipHop-Szene (der ich mich zurechne) hat Optik Records das mit dem letzten Album von Caput erfolglos versucht. Ob das nun am Medium oder am Album selbst lag bleibt fraglich ...

    meint CrystalEYE am 22. Sep 2008 um 12:00 | Commentlink #1

  • absolut tot. wie kommt man auf so ne idee?

    meint richy am 22. Sep 2008 um 12:02 | Commentlink #2

  • Totgeburt, vielleicht auch irgendwie Mord an der Musik, bzw. am Klang. MP3 spielt seine Stärken im Internet aus (auch wenn es technisch gegen moderne Formate wie AAC oder OGG abstinken müsste), auf einem physischen Medium kaufen würde ich es auf keinen Fall. Aus irgendwelchen Gründen sucht niemand einen Industriestandard für Lossless, bzw. gibt es den mit MPEG4-ALS aber niemand kennt und und niemand benutzt ihn. FLAC konnte sich auch nur bei Leuten durchsetzen bei denen die Open Source Mentalität sowieso schon ausgeprägt ist, und die dann z.B. auch eher zu Creative Commons Inhalten tendieren.

    Ich seh auch die Zielgruppe nicht wirklich. Nutzer die mp3 bereits nutzen können in der Regel ihre CD selber rippen oder besorgen sich das Album über Bittorrent (oder kaufen es Online wenn man optimistisch ist). Musikhörer mit anderem Hörverhalten werden bei CDs bleiben.

    meint Patrick am 22. Sep 2008 um 12:08 | Commentlink #3

  • erinnert sich noch jemand an alben auf minidisc?? just another joke...

    meint sven swift am 22. Sep 2008 um 19:43 | Commentlink #4

  • das spannendste und sinnvollste musikprodukt in form eines datenträgers ist die kombination aus vinyl mit schönem cover plus download-id, um die musik digital herunterzuladen. das hat mehrere vorteile:

    1. das vinyl ist nach wie vor das solideste speichermedium, da cds irgendwann (angeblich nach 20-25 jahren kaputt gehen)

    2. der kunde bekommt etwas für sein geld nämlich hartes vinyl ;) ich habe mir sagen lassen, dass gerade in der indie-szene in amerika dieses modell ein weiteres mal die schallplatte aufleben lässt.

    3. bekommt man die musik, die man gekauft hat als download, was einfach zeichen der zeit ist.

    anmerken möchte ich dazu, dass ich kein vinyl-liebhaber bin. hab keine lust musik rumzuschleppen. trotzdem verstehe ich sammler und beneide gutes vinyl-coverartwork, dass die wohnung verziert.

    ich denke, dass ist ein solides modell: vinyl, cover-artwork, download => alles in einem.

    meint mo. am 23. Sep 2008 um 10:35 | Commentlink #5

  • ... ein "solides" Modell, das allerdings nur einen verschwindend geringen Prozentsatz der Konsumenten interessieren dürfte. Wer hat schon Lust, sich einen Plattenspieler zu kaufen und in Zeiten der Terrabyte-Festpplatten daheim die Wohnung mit Pappkartons und Plastikscheiben vollzustellen? Naja, gut, ich vielleicht, aber dann gehöre ich eben zu dem besagten Prozentsatz. Wahrscheinlich behält über kurz oder lang iTunes und Co. die Oberhand. D.h. wenn die nicht irgendwann von Jamba überholt werden :-)

    meint name am 23. Sep 2008 um 18:51 | Commentlink #6

  • wer kam denn auf diese blöde microSD idee? las mich raten, der typ steht kurz vor 60.

    @mo: mhhhh.. bei der combo hast du halt SEHR hohe investitionskosten/risiken, am ende hast du 10.000 € für fünf kleine EPs ausgegeben in sehr kleiner auflage (= hoher einzelpreis). und hier sind kosten für design, druck, mastering und distribution gar nicht dabei. das ist ein enormer aufwand für das halbe dutzend leute die dann tatsächlich bestellen.

    vinyl hin oder her, die wenigsten sind bereit für ein medium geld auszugeben, welches sie gar nicht abspielen können.

    einfach mp3's verkaufen und fertig. ist einfach, kostet nicht viel, man hat die volle kontrolle über verkäufe und es gibt kein risiko.

    meint fabien am 23. Sep 2008 um 19:44 | Commentlink #7

  • @mo:
    Gerade heute gesehen: "Third" von Portishead als limitierte Sammlerbox mit 4x12" und einem USB-Stick mit MP3s (Amazon)

    Klingt erstmal bescheuert, aber ganz wie du sagst: Man hat einen Tonträger, der Wertigkeit ausstrahlt und gleichzeitig die Musik in ihrem mobilsten Format. Was ich mich schon regelmäßig gefragt habe: Hat man das Recht, Musik runterzuladen, die man schon (auf Vinyl) besitzt? Das ist doch im Prinzip eine umständliche Privatkopie, oder nicht? ;-)

    meint partikelfernsteuerung am 23. Sep 2008 um 22:33 | Commentlink #8

  • @partikelfernsteuerung: "Hat man das Recht, Musik runterzuladen, die man schon (auf Vinyl) besitzt?"

    --- aus dem bauch heraus würde ich auf nein tippen, weil es technisch keine privatkopie ist. "wo ist das knistern des originals in ihren mp3s? und der warme sound?" fragt die dann der staatsanwalt.

    meint mo. am 24. Sep 2008 um 09:15 | Commentlink #9

  • als langjähriger vinyl-sammler muss ich mo's statement "das vinyl ist nach wie vor das solideste speichermedium" entschieden entgegentreten.
    mitnichten!
    kannst ja mal einen vinyl-dj fragen, wie lange dessen platten so mitmachen...

    ich frag mich immer noch wie die musikindustrie so dämlich sein konnte, ein medium [vinyl] zum abschuß frei zu geben, dass für die belange der musikindustrie optimal war:
    - vinyl kann von natur aus nicht privat 1:1 kopiert werden [wer hat schon ein presswerk im hobbykeller?]
    - vinyl zerstört sich mit zunehmender benutzung [physischer abrieb] selbst, d.h. das knacken und kratzen nimmt mit dauerhafter nutzung [zb. hitsingle] automatisch zu - auch bei allerbester behandlung
    - der kunde kommt sich nicht verjuxt [was kostet ein CD-rohling und was kostet eine Original-Audio-CD?] vor, weil er für sein geld [schon rein haptisch] fürstlich entlohnt wird

    meint martin am 24. Sep 2008 um 16:05 | Commentlink #10

  • ach ja, ich habe es mir zur angewohnheit gemacht, neue schallplatten gleich beim allerersten hören zu digitalisieren [per audacity in einzelne stücke zerlegt, dauert ca. 10 minuten insgesamt zusätzlich zum ersten hören] und mir auf CD zu brennen.
    da konserviert man diesen moment der "entjungferung" und kann den beliebig reproduzieren: CD rein, platte läuft los...

    das lohnt aber nur, wenn man einen halbwegs ordentlichen D/A-wandler hat, mit einer onBoard-soundkarte würde ich sowas nicht empfehlen...

    meint martin am 24. Sep 2008 um 16:12 | Commentlink #11

  • @mo:

    “wo ist das knistern des originals in ihren mp3s? und der warme sound?” fragte der staatsanwalt

    ...klingt wie der Anfang einer großartigen Kurzgeschichte.

    P.S. Check mal bitte das Stylesheet. Mein orangener Link auf orangenem Grund oben - naja.

    meint partikelfernsteuerung am 24. Sep 2008 um 16:25 | Commentlink #12

  • @pfs: Nein, das ist keine Privatkopie. Nicht aus dem Bauch, sondern mit juristischer Vorbildung.
    Erlaubt ist eine Privatkopie nur "soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird."

    siehe hier:
    http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__53.html

    meint bhl am 24. Sep 2008 um 17:13 | Commentlink #13

  • Swen Swift sagte: "erinnert sich noch jemand an alben auf minidisc?? just another joke..."

    Jup, aber wenn da experimetiert wird, ist das schon fast wieder okay. Gescom z.B. haben mal auf Minidisc ein Album veröffentlicht. Das waren ich glaube 99 Tracks, jedes 2-16 Loops lang in gleicher Geschwindigkeit. Da die MiniDisc-Player (auch ich hatte mal einen) in "Random-Modus" keine Pausen zwischen den Tracks erzeugen, konnte man das Album immer wieder neu generieren. Auch Glitches kommte man mit "Microtracks" und Random schön erzeugen. Habe vergeblich versucht, an das Gescom-Album dranzukommen...

    Aber bei MicroSD-Karten sehe ich wenig Experimentierpotenzial.. Es ist doch im Prinzip das gleiche wie Festplatte und Internet. Was soll da möglich sein, was auf den "alten" Medien nicht geht..?

    meint 020200 am 24. Sep 2008 um 20:38 | Commentlink #14

  • "Check mal bitte das Stylesheet. Mein orangener Link auf orangenem Grund oben - naja."

    --- danke für den hinweis, ist erledigt.

    meint mo. am 24. Sep 2008 um 21:14 | Commentlink #15

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