
Lebendige Nischen | Das Internet wächst und mit ihm die Nischenkultur. Jeder baut sich sein eigenes Nest, so wie zum Beispiel der Österreicher Georg Fuchs. In seinem kleinen Nest lebt er gemeinsam mit Mitstreitern seine Nostalgie für die alte Brotkiste C64 aus. Sein PDF-Retromagazin veröffentlichte diesen Sommer bereits die 30. Ausgabe...
Eine der besten Eigenschaften des Internets ist die Tatsache, dass das Internet ein wunderbarer Ort für Nischen ist. Zunehmend steigen wir überall dank Mobiltelefonen mit Browser ins Web ein und jeder darf Ideen, Kunst und Texte veröffentlichen. Mit den richtigen Werkzeugen wie Blogs plus kostenlosem Webspace zum Upload von Dateien erreicht man umsonst die ganze Welt. Die einzige Investition ist Zeit. Ach und installieren muss man auch nichts...
Ein typisches Beispiel für diese Nischenkultur zeigt sich in den zahlreichen Projekten rund um den Commodore 64. Ein "Volkscomputer", der nicht mehr hergestellt wird, dessen Technik vollkommen überholt ist und dem trotzdem Tausende - und mehr - auf unserem Globus ihre Freizeit huldigen.

Einer der dazugehört und dieser Nischenkultur eine Stimme gibt, ist der Österreicher Georg Fuchs. Auch wenn sein Retro-Magazin verwandte Heimcomputer und ältere Spielekonsole beäugt und featured, so liegt der Schwerpunkt des Magazins schlicht und einfach auf der alten Brotkiste C64 legt. Fern von aktuellen Web 2.0-Hypes veröffentlicht Fuchs quartalsweise mit Gleichgesinnten das kostenlose PDF-Magazin Lotek64. Und - Gratulation! - diesen Sommer erschien bereits die 30. Ausgabe.
Generell bin ich kein Fan von PDF-Magazinen, weil ich das Medium nicht besonders intuitiv, schnell und sinnvoll finde. Im Falle Lotek64 macht die Publikationsform jedoch Sinn. Denn das Magazin der Commodore-Freaks schwelgt neben der Nostalgie für die 8-Bit-Computer auch in den Erinnerungen an eine Zeit, als es noch diese wunderbar verkorksten und schrägen ersten Computermagazine namens ASM 64er oder Power Play. In den 80er Jahren bestachen Computermagazine nicht durch ihr in herausragendes Layout, sondern durch ihre liebevoll zusammengestellten Inhalte. Gefühlt gab es damals eine höhere emotionale Bindung zu diesen Magazinen als heute. Schmachtet man heute noch der nächsten Computermagazin-Ausgabe entgegen?!?
Und diese Ruhe erlebt man dann doch besser per PDF, weil man wieder von Seite zu Seite blättert. Nur dass dieses Mal das (Lotek64-)Archiv digital ist und man jede Ausgabe zu jeder Zeit von jedem Ort aus herausnehmen kann.
Website: www.lotek64.com