Twitter Sinn und Unsinn | In der letzten Twitter-Diskussion hier auf Phlow spaltet sich mal wieder das Lager. Die einen findens hipp und topp, die anderen meinen, es wäre ein Hype-Flop. Schnell rotzen die Kritiker dann unreflektiert-dämliche Sprüche raus, wie die Glosse in der Zeit, die behauptet: "In Wirklichkeit ist sie aber nichts anderes als die Klowand des Internets." Und weil Gegenargumente einfach besser sind, hier unsere Lieblings-Twitterer...
Natürlich ist vieles, was Benutzer per Twitter veröffentlichen belanglos für Fremde, aber wir reden hier vom öffentlichen Raum. Und mich interessieren auch nicht alle Gespräche im Café. So wenig mich das 140-Zeichen-Gebrabbel von Ashton Kutcher aka aplusk interessiert.
Spannend dagegen finde ich die Leseempfehlungen von Leander Wattig per Twitter rund um das Thema Online-Journalismus. Großartig. Unglaublich gute Inhalte zum Thema Musik entdecke ich auch immer wieder über Marc Wallowy von Renommee. Delikater Informationsstrom, der natürlich hier und da mit Eigenwerbung gespickt ist, aber das ist ok.
Spannende Daten von Umfragen und so - in Auszügen - erhaltet Ihr von Nielsen Wire, die einige Ergebnisse auch als PDFs gratis veröffentlichen. Spannendes Material finde ich als Creative Commons-Interessierter dann noch Creative Commons-Twitter.
Zum Schluss schmuggel ich einen eigenen kleinen Twitter zum Thema Online-Journalismus unter die fünf. Über www.twitter.com/suche_recherche veröffentliche ich Links, Lesetipps und wissenswertes zu den Themen (Online-)Journalismus, Suchmaschinen, Ebooks und die Zukunft des Wortes :)
Könnt Ihr sonst exzellente Twitter-Schreiber empfehlen, die hervorragende Informationen veröffentlichen ohne viel Geschnatter drumrum?
> Schnell rotzen die Kritiker dann unreflektiert-dämliche Sprüche raus
Moritz, im Ernst ich finde du machst es Dir hier etwas zu leicht als Phlow-Betreiber die Kritiker in einem neuen Posting zu diskreditieren. Wenn schon Diskussionen, dann bitte auf Augenhöhe.
> Könnt Ihr sonst exzellente Twitter-Schreiber empfehlen, die hervorragende Informationen veröffentlichen ohne viel Geschnatter drumrum?
Nein, leider habe ich bisher nur unerträgliches Gelaber auf Twitter gelesen.
> Und mich interessieren auch nicht alle Gespräche im Café.
Das Problem sind nicht die Gespräche im Twitter-Café sondern die ständige Berichterstattung ÜBER das Twitter-Café. Das NERVT!
Danke für das prima Feedback! :)
Moritz, Dein Verhalten ist in etwa so fair, als hätten wir eine gemütliche Diskussionsrunde an einem Cafétisch gehabt und als Du gemerkt hast, dass Du mit Deiner Position isoliert bist packst Du plötzlich ein Megafon aus und versuchst mit Deinen Parolen das ganze Café gegen Deine Diskussionsgegner aufzubringen. Pfui. Schäm Dich.
ich meine übrigens nicht, dass twitter ein "hype-flop" ist, sondern stimme stefan dahingehend zu, dass twitter z.Zt. auf eine unglaublich anstrengende weise gehypt wird.
anders ausgedrückt: ich freue mich auf den zeitpunkt, an dem twitter etwas stinknormales ist, was manche halt nutzen und andere nicht und diese ganze hysterie [auch dein beitrag hier, mo., ist teil dieser echt anstrengenden hysterie] durch ist.
ich möchte twitter ignorieren dürfen, ohne dafür als "un-hipp" oder "neue-medien-verweigerer" hingestellt zu werden.
entspannt ausgedrückt: twitter brauche ich nicht.
@martin - richtig. Nicht jeder braucht Twitter.
Aber dadurch, dass viele jetzt Twitter verwenden, steht weniger Gelaber in Blogs, nicht? Sieh's einfach so. Dein RSS-Reader hat nun (wahrscheinlich) ein besseres Konzentrat an nützlichen Artikeln. Und sonst: einfach weghören wenn's nervt. Entspannen, relax. So einfach.
(Und je schneller die volle Sättigung erreicht wird - was durch Berichterstattung in den Medien gefördert wird - desto eher werden Artikel über Twitter abnehmen. Über E-Mail redet man heute ja auch kaum mehr - obwohl über diesen Kanal definitiv viel mehr Nonsense verbreitet wird.)
und wenn ich jetzt noch verrate, dass ich auch kein rss-reader benutze, kein facebook-profil [geschweige denn myspace/studi/whatsoever] habe, musik lieber von einer vinyl-schallplatte höre als auf dem mp3player, echte bücher schicken pdfs vorziehe usw., bin ich bei euch unten durch, ne?
:)
Hoffnungsloser Weltverbesserer!
@stefan: huch! das war doch gar nicht gegen dich oder die anderen. ich wollte euch auch nicht plattmachen. ich wollte die diskussion nur noch einmal hervorheben. ich glaube, wir haben aneinander vorbeigeredet. ich dachte du würdest twitter und seine nutzer kritisieren. den hype finde ich in vielerlei hinsicht genauso dämlich, wie Du :)
@martin: deine haltung finde ich löblich. einfach ignorieren. eine wichtige eigenschaft. trotzdem hypest du mit *ätsch*, weil du auf eine gewisse weise mitmischst.
bin ich bei euch unten durch, ne?
seit laaaaangem bist du unten durch *harhahrhar*
spaß beiseite. ich genieße es andere positionen zu lesen, finde es gut, dass du das netz anders nutzt. es soll spaß machen. und das macht es dir anscheinend, sonst würdest du auch nicht mitdiskutieren. ich finde das super so. jedem das seine.
@martin: Du postest ja im Sekundentakt! Solltest definitiv mal Twitter abchecken.. ;)
@ fabien: das problem sind die 140 zeichen, da ich mich nicht kurz fassen kann - ich kenne das problem von sms und finde es total anstrengend, nur noch in abkrzngn zu kommunizieren.
lieber mal einen geraden satz formulieren, als verkürzte gedanken apokryphisch einzudampfen.
den hinweis mit dem tempo [sekundentakt] verstehe ich nicht so ganz, bzw. könnte das auch [m]eine hauptkritik an twitter sein [inhaltlich]: die [selbst-]erzwungene aktualität >>> wer nicht in echtzeit twittert, bzw. wenigstens in überschaubaren abständen ist 'ne lahme nudel - und um auch ja immer was zu texten, textet man eben auch mal etwas müll... interessiert ja eh keinen... :)
martin: ich kann deine punkte absolut nachvollziehen. allerdings habe ich den verdacht, dass du die reichweite und flexibilität von twitter unterschätzt. ;)
twitter ist zunächst einmal ein kommunikationskanal und provider. gratis obendrein.
beim nutzen dieser möglichkeiten ergibt allerdings sich eine bisher ungekannte flexibilität. twitter als echtzeit tagebuch zu nutzen (oder solchen mist den ganzen tag zu lesen) ist dabei nur die offensichtlichste art und weise.
wer twitter wie myspace einsetzt um freunde zu sammeln wird in der tat sehr schnell die schnauze voll haben. aber lass mich doch mal einige wirklich nette nutzungsmöglichkeiten aufzählen:
- Radios die ihre playlist in echtzeit per twitter übertragen. Das ist supernützlich für hörer, aber auch für jeden technisch afinen der diese daten in einer applikation neu aufbereiten möchte.
- Sende deinen GPS Daten zu twitter (geht ja auch privat) und lasse dies später von einem online tool auswerten um deine tägliche laufstrecke zu errechnen, ect. hier gibt es tausende möglichkeiten.
- user generated verkehrsnachrichten.
- linktausch (als alternative zu klassischen bookmarkdiensten)
- errorlog für alle möglichen technische systeme
- und eben auch allerlei newsticker
- live-chat
ich denke du siehst was ich meine. twitter muss man eher als kanal und provider sehen, dann ergeben sich endlose möglichkeiten. niemand hindert dich daran 30 profile zu erstellen und alle für unterschiedliche zwecke zu nutzen.
es ist eben diese flexibilität, die die einen begeistert und die anderen abschreckt.
die einschränkung hinsichtlich der 140 zeichen hat ganz praktische gründe:
1. muss dieser mist irgendwo gespeichert werden, je weniger desto billiger.
2. wird bei twitter die plattformunabhängigkeit über alles gestellt. wer seine twits per SMS bekommen oder versenden möchte kann es ohne einschränkungen tun.
lustigerweise macht gerade diese einschränkung die hohe flexibilität von twitter aus. diese simple einschränkung ermöglicht es auf einen schlag 500 millionen mehr geräte zu erreichen (handys). ist doch nicht schlecht oder?
cooler kommentar fabien. danke!
@ fabien: siehste.
und damit meine ich zunächst einmal, dass du recht hast.
kreative zweckentfremdung ist die sinnvollste verwendungsmöglichkeit für myspace/last.fm/facebook & co., bzw. macht das gesamte web 2.0 [he, cooles "unwort"] erst wirklich spannend.
"siehste" heißt hier aber auch: das hypen der aktuellsten massenbewegung im netz verstellt mir leider auch den blick auf die tatsächlichen entfremdungsmöglichkeiten.
weil ich partout nicht auf jedes neue schwein springen möchte, dass gerade durchs digitale dorf getrieben wird, nur weil "man das gerade macht".
aber: ich empfinde mich selbst als "late adopter" [im gegensatz zum "early adopter"] und nutze die technischen möglichkeiten erst, wenn sie sich langfristig etablieren und für mich selbst auch als nützlich herausstellen.
vielleicht gucke ich mir also in 2 oder 3 jahren [oder erst in 5, wer weiß?] twitter mal genauer an und stelle dann fest, das ich damit etwas ganz bestimmtes ziemlich gut erledigen kann.
bis dahin allerdings werde ich es einfach ganz entspannt ignorieren.
wenn dann noch der medienhype darüber vorbei ist und man nicht an jeder strassenecke über twitter vollgequatscht wird, geht's mir noch besser.
meine 2 ct: für mich ist Twitter nichts anderes als RSS für IT-Noobs. Ich meine, solche Limitierungen wie max. Zeichenanzahl und die Ausfallzeiten der Server hat man bei einem eigenen Weblog mit RSS-Feed nicht in dem Maße.
Und über Trackbackfunktionen, Blogroll etc. kann man sich auch eine Art Netzwerk/Verlinkungen mit Gleichgesinnten aufbauen.
cheers
Ist doch keine Frage der persönlichen Präferenzen... ein so effektives Durchlauferhitzer-Tools gab's noch nie. Thx für den Beitrag, hab suche_recherche gerade gefollowed und empfohlen (@datadirt
danke ritchie!
Ich habe dieses Wochenende eine erste sinnvolle Anwendung für Twitter entdeckt. Wenn man neugierig ist und nicht abwarten kann, bis die Wahlergebnisse verkündet werden, kann man dort bequem die Ergebnisse seiner Partei in den verschiedenenn Städten verfolgen. Ist zwar komplett sinnfrei, aber macht Spaß. Nach dem ganzen Informationsstress brauchte ich dann erstmal einen Beruhigungstee, aber das wars mir wert. Seitdem bin ich etwas milder gegenüber Twitter gestimmt.
hier noch ein wenig hahaha:
http://slate.com/id/2219995/
das twitter-problem der traditionellen musikkritik:
http://blip.tv/file/2250992/
Das Video ist super, danke!