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Magazin für MP3-Musik & Netzkultur

Tokyo Dawn: Back from the Dead!

Widerauferstehung eines Netlabels | Fabien Schivre kündigte mir in zahlreichen Gesprächen im letzten Jahr an, dass ihr Netlabel Tokyo Dawn von Marc "Prymer" Wallowy und ihm gerade reanimiert würde. Stolz meinte er auch, dass sie auf Creative Commons verzichten würden…

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tokyodawn-logoWiderauferstehung eines Netlabels | Fabien Schivre kündigte mir in zahlreichen Gesprächen im letzten Jahr an, dass ihr Netlabel Tokyo Dawn von Marc "Prymer" Wallowy und ihm gerade reanimiert würde. Stolz meinte er auch, dass sie auf Creative Commons verzichten würden und ein vollkommen neuartiges Konzept eines Netlabels fahren würden. Ein paar Gedanken dazu...

Überall, nur nicht zuhause!

Vor Jahren als Tokyo Dawn in einen tiefen Schlaf fiel, habe ich Marc Wallowy angeboten ihm die Label-Adresse abzukaufen. Damals wollte ich das digitale Kunstwerk für die Ewigkeit aufbewahren, so wie es Dirk Murschall mit Subsource.de macht. Leider hat meine Anfrage damals nicht gefruchtet und die alten Domains fielen dann irgendwann traurigerweise in die Hände von Domain-Grabbern. Die Backlinks und die Reputation war erst einmal futsch.

Aber die Jungs sind nicht traurig geblieben und haben einfach ein neues Zuhause aufgemacht und das lautet www.tokyodawn.net.

Aber anstelle eine richtige Website aufzubauen, findet man Tokyo Dawn überall im Web, nur nicht so wirklich auf der eigenen Website. Die ist nämlich eine Art Hub für die Social Communities und Services, die Tokyo Dawn nutzt, um die eigene Musik unter das Volk zu bringen und die eigenen Musiker zu promoten.

Wie aus einer -Website eine Zombi-Website wurde...

Alle wichtigen Informationen verteilt das Label auf die verschiedenen angesagten Plattformen. Bilder der Künstler und (altes) Coverartwork findet man auf Flickr. Video, wo wohl?, richtig auf YouTube. Ach und die Startseite ist ein Stream-of-Conscioussness, besser bekannt als -Gezwitscher. Ein interessanter Ansatz, der in dieser Konsequenz noch von keinem Netlabel so auf den Punkt gebracht wurde. Trotzdem finde ich diese Art der Kommunikation hässlich und irgendwie unförmig. Auf jeden Fall aber zeitgemäß. Irgendwie ein bisschen wie ein Untoter, oder?!?

Nachdem analoge Datenträger langsam verschwinden und Musik sich zunehmend virtualisiert, verflüchtigt sich die Präsenz eines Labels wohl auch immer mehr. Das "handgemachte", der innere Zusammenhang fehlt mir einfach. Ich finde schöne Websites immer noch eine passende Alternative für das verlorengegangene Cover-Design.

...aber da bin ich wohl genauso Nostalgiker, wie die Leute die leicht entsetzt immer vor mir stehen und beschwören, dass man ein Musikalbum auch in den Händen halten muss... War das mal?

PS: Die Musik ist definitiv immer noch groß und das ist es am Ende worauf es ankommt. Schade nur, dass ich es von Soundcloud nicht auf meinen -Player ziehen kann...

Über den Autor

Phlow-Autor mo. Dieser Artikel wurde am 19.Februar 2009 von mo.. mo. ist Journalist, Buchautor und Webdesigner. Neben dem deutschen Phlow-Magazin betreut er auch die englische Edition unter Phlow-Magazine.com. Der Musikliebhaber lebt und liebt (in) Köln. Weitere Artikel von .

8 Kommentare zu »Tokyo Dawn: Back from the Dead!«

  1. ... und andere Netlabel haben ihre Domain auch aufgegeben. Epsilonlab z.B. und das tolle Kyoto Digital auch. Warum?

    Was ist mit den ganzen Generationen nach uns? Schnell-lebiges Netz heist doch nicht, dass auch alles schnell wieder verschwinden muss.

    Dirk schreibt am

  2. sehe ich genauso dirk. ich finde das wirklich schade. textone futsch, epsilonlab futsch... du und die jungs von 1bit-wonder haben es richtig gemacht. und der besuch eurer seiten zeigt sicherlich immer noch, dass die kunst auch heute noch gerne goutiert wird.

    mo. schreibt am

  3. Lustig ist auch was nach dem Ende von Subsource im Sommer 2006 noch so passiert ist.
    Es kamen sogar noch Demos auf CD, nicht nur die üblichen Links (keine Ahnung wo die Adresse herbekommen wurde, auf der Seite selbst stand ja nichts mehr) und selbst heute kommen immer wieder die "please listen to my music" mails. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Dann gabs Anfragen für eine Musikmesse hier in Süddeutschland und ein Interview für Radio Fritz. Dazu wurde Musik des Labels für Kurzfilme verwendet. Erstaunlich aus was für Ecken immer wieder was auftaucht.

    Soll kurzum heissen: es wäre verdammt schade wenn solch eine Seite einfach so verschwindet. Sie ist nicht nutzlos geworden, nur weil sie nicht mehr aktualisiert wird. Man löscht doch nicht sieben Jahre Arbeit bzw. die Investition von reichlich Zeit einfach so. Und da Aufmerksamkeit ja eh die einzig wahre Währung im Internet ist, so sind die immer wieder aufpoppenden Anfragen eine schöne Auszahlung.

    Dirk schreibt am

  4. kann ich so vollkommen unterschreiben. ich habe da ähnlich erfahrungen mit anderen projekten. es ist erstaunlich, wie langsam sich manch gute dinge durchsetzen. und immer wieder kommt etwas zurück. zum glück gibt es die creative commons und das archive.org => da sind dann doch noch für insider die netlabels zu entdecken. vielleicht sollte man mal so ein paar schreine/altäre bauen. die musik ist ja noch da ;)

    mo. schreibt am

  5. Jop finde ich auch schade,
    muss auch zugeben, dass es mich bei epsilonlab sehr verwundert hat.
    Ein Problem ist oft auch, dass durch das Verschwinden von Websites der "Nachweis" fehlt, dass ein Stück unter der Creative Commons veröffentlicht wurde.

    Danoerm schreibt am

  6. na gut, wenn das material im archive.org lagert und liegt, dann ist das ja ganz offensichtlich "cc". viel schlimmer aber ist die tatsache, dass das eigentlich schaufenster fehlt. http://www.archive.org/detail/netlabels ist einfach schon ein "totes" ding. es wird als hosting plattform für die musik genutzt, aber weiterführende informationen fehlen oft. wirklich surfbar ist das ganze nicht.

    mo. schreibt am

  7. ihr seid schon putzig, einst angetreten die Speerspitze der Technologie zu sein und jetzt wenn man es konsequent weiterverfolgt? Melancholisch werden... die guten alten Homepages... das war noch was zum anfassen, einfach toll... ihr seid echt putzig, jungs

    Datamat schreibt am

  8. *hehehe* Hey Herr Datama, schön sie mal wieder zu sprechen :) Tja, alles hat so sein für und wider. Jaja, die guten alten Homepages, ach wat die damals jeblinkt han, dat war schon was. Natürlich ist es konsequent, wie das hier betrieben haben. Eigentlich ist das die vollkommene Entkörperlichung des Musikbizniz. Überall und nirgend richtig. Nach der Auflösung von Hardware-Musikdatenträgern, verschwindet man global im Datenstrom. Alles ist Licht, Ton und Fühlen ;) Das ist manchmal schwierig zu "greifen".

    mo. schreibt am