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Arbeitsmittel Stuhl

Foto: www.flickr.com/photos/vshioshvili/ Gedanken zur Gesundheit | Im Rückblick mag ich es kaum glauben. Seit 8 Jahren arbeite ich jetzt schon als Telearbeiter und seit acht Jahren sitze ich auf schlechten Stühlen. Klar, der Desktop samt Computer ist wohl sortiert und…

Foto: www.flickr.com/photos/vshioshvili/

Gedanken zur Gesundheit | Im Rückblick mag ich es kaum glauben. Seit 8 Jahren arbeite ich jetzt schon als Telearbeiter und seit acht Jahren sitze ich auf schlechten Stühlen. Klar, der Desktop samt Computer ist wohl sortiert und auf dem neuesten Stand. Mehrere Festplatten für lebenswichtige Backups liegen auf dem Tisch und sämtliche Peripherie wie Kamera, Soundkarte, Drucker und so ist vom Feinsten. Schließlich arbeitet man professionell, right?

Schaut man sich dann mal Fotos von Telearbeitern an oder sieht man Bloggern auf Konferenzen beim Arbeiten zu oder besucht man mal wieder einen Kollegen, um sich ein wenig zu re-sozialisieren...

...dann hocken diese im Hinterzimmer oder in ihrer Küche gebeugt wie der Glöckner von Notre Dame vor ihrem Monitor. Und während sich so die Wirbelsäule über die Jahre abplagt, hütet und pflegt man seine Hardware und vergisst oft das wichtigste und naheliegenste Arbeitsmittel: den Stuhl. Da fragt man sich irgendwann zu Recht, ob man noch alle Steine auf der Schleuder hat.

Weniger Sensationen in den Armen

Foto: www.flickr.com/photos/moriza/

Vielleicht kennt der ein oder andere von Euch dieses Phänomen, dass die Nerven in den Armen verrückt spielen. Gerne bezeichnet man das auch als Ameisenlaufen. Eine fiese, unangenehme Angelegenheit, die daher rührt, dass die Muskeln sich verkrampfen und anschließend auf die Nerven drücken. Diese wiederum geben das mit verwirrten Informationen und Beschwerden an den Körper weiter.

So richtig heimgesucht hat mich dieses Phänomen das erste Mal 2006. Während ich in Berlin in einer WG meines Kumpels an meinem zweiten Buch ackerte, saß ich wochenlang auf einem - Achtung! - Gartenstuhl. Irgendwann ächzte der Körper dermaßen, dass ein paar Schritte notwendig waren: Zuerst zum Arzt, dann zur Praxis im Hof.

Dank diesen Leuten verbesserte sich meine Gesundheit und der Erleuchtete in mir, wechselte den Stuhl. Aber Erleuchtungen blitzen bei mir eher auf, als dass sie mir kontinuierlich den Weg leuchten. Wenigsten blenden sich mich nicht. Doch zurück in der heimligen Domstadt, ging es wieder zurück auf die alten Stühle. Tja, ri-hischtisch!, die waren nur ein klitzekleines bißchen besser als Gartenstühle. Es waren alte Stühle von Rudi, meinem Großvater. Wenigstens waren sie gepolstert.

Bleib gesund und gönn Dir was!

Foto: www.flickr.com/photos/timparkinson/

Tja, und bis gestern saß ich auf einem dieser krummgebogenen Dinger und habe gewartet: auf meinen neuen Stuhl. Denn nachdem mir nach weiteren Jahren wieder mal ein paar Rückenprobleme samt Sensationen ins Haus standen, bin ich endlich geläutert worden und habe mich auf die Suche gemacht. Gefunden habe ich dann einen Bürostuhl von HÅG. Genauer gesagt den HÅG H05, designt von Peter Opsvik. Das Prinzip hinter dem Stuhl lautet: "Ziel ist Bewegung!".

Meinen HÅG H05 kann ich verstellen in Höhe, Tiefe, Weichheit, kann mich wie im Karusell drehen und was ganz besonders ist, er regt an. Bewege ich mich nach vorne, kippt der Stuhl nach vorne und das Becken bewegt sich mit. Lehne ich mich nach hinten, kippt der Stuhl sanft in eine Guck-in-die-Luft-Stellung. "SwingBack" nennt sich das.

Denn so lautet es auf der Webseite von HÅG:

"Ein ergonomischer Stuhl ist ein Stuhl der dem Körper natürlich folgt, wenn man seine Sitzposition ändert. Er muß den kleinen und großen Bewegungen des Körpers gehorchen und muß ruhen, wenn der Körper sich still verhält. Wenn der Stuhl dem Körper folgt heißt das, dass ich mich voll und ganz auf meine Arbeit konzentrieren kann. Und trotzdem habe ich dann das Gefühl mir gleichzeitig etwas gutes zu tun."

Einziger wunder Punkt ist der Preis. Der liegt bei 700€. Da ächzt dann mal ausnahmsweise nicht der Rücken, sondern das Konto. Aber, es lohnt sich. Schließlich bekommt man auf den Stuhl - wenn ich mich recht entsinnne - 10 Jahre Garantie, es wird immer Ersatzteile geben und etwas für die eigene Gesundheit zu tun, zahlt sich aus. Und welcher Laptop oder welches elektronische Gerät hält schon eine Ewigkeit? Also gönnt Euch was, es ist Weihnachtszeit und Euer Körper freut sich :)

PS: Im nächsten Jahr kaufe ich mir dann einen Tisch, den ich in der Höhe verstellen kann. So im stehen Surfen ist doch ganz schön sexy, oder?!?

Über den Autor

Phlow-Autor mo. Dieser Artikel wurde am 11.Dezember 2008 von mo.. mo. ist Journalist, Buchautor und Webdesigner. Neben dem deutschen Phlow-Magazin betreut er auch die englische Edition unter Phlow-Magazine.com. Der Musikliebhaber lebt und liebt (in) Köln. Weitere Artikel von .

3 Kommentare zu »Arbeitsmittel Stuhl«

  1. klassischer stuhlgang ;)

    moksha schreibt am

  2. Yup, das ist kein Spass. Ich hatte die Tage erst einen Hexenschuss, im öffentlichen Bus. Sendepause. Vielleicht sollte man ja mehr im liegen arbeiten...

    disrupt schreibt am

  3. Ich bin seit vielen Jahren stolzer Besitzer eines HÅG H04 und kann ihn uneingeschränkt weiterempfehlen! Spart lieber nicht am Stuhl und euer Rücken wird es euch danken!

    Stefan schreibt am