Untersuchung | Die Creative Commons Foundation veröffentlichte vorgestern eine Untersuchung zum Thema der nicht-kommerziellen CC-Lizenzen. Die Frage war: "Wie verstehen Kreative und Benutzer die nicht-kommerzielle Lizenz?". Das spannende Ergebnis ist ein 255-Seiten umfassendes PDF, das Aufschluss über die Untersuchung gibt. Und hier die Kurzfassung, was die Untersuchung vorhatte:
In 2008-09, Creative Commons commissioned a study from a professional market research firm to explore understandings of the terms “commercial use” and “noncommercial use” among Internet users when used in the context of content found online.
Ein Ergebnis lautet:
Both creators and users generally consider uses that earn users money or involve online advertising to be commercial, while uses by organizations, by individuals, or for charitable purposes are less commercial but not decidedly noncommercial.
[...]
The most notable differences among subgroups within each sample of creators and users are between creators who make money from their works, and those who do not, and between users who make money from their uses of others’works, and those who do not. In both cases, those who make money generally rate the uses studied less commercial than those who do not make money. The one exception is, again, with respect to personal or private uses by individuals: users who make money consider these uses more commercial than those who do not make money.
PDF-Download: Defining Noncommercial full report and all appendices (18 MB)
PS: Danke an Marco für den Lesetipp.
Pingback: Creative Commons defines “noncommercial” | ZacZone
Ah, also einfach fuzzy Logik. Gerade beim wichtigsten Punkt versagt das angeblich so einfache CC und verliert sich in einem 255 Seiten (!) langen Philosophischen Diskurs.
War doch auch klar oder? Bin gespannt wieviel Seiten zu den folgenden Themen dann noch zusammenkommen:
- Nutzungseinschränkung (wie sehr schön von Marc Wallowy auf der Cologne Commons erläutert wurde: Kein CC artist kann etwas dagegen unternehmen, wenn der iranische Präsident sein Wahlkampf unter CC laufen läßt und eben die Stücke des Artists für diese Zwecke verwendet - ist ja eine nicht kommerzielle Nutzung).
- Revidierbarkeit (CC läßt sich nicht revidieren. Niemals. Sogar wenn es selbst nicht erteilt wurde, siehe unten).
- Und der aus der Nicht-Revidierbarkeit entstehende Missbrauchspotential: Was passiert faktisch wenn irgendjemand unerlaubt (oder unwissend) ein Werk als CC auszeichnet und weiterverbreitet? Es entspricht einer kollektiven Enteignung, was dem Urheber praktisch unmöglich macht irgendjemanden Rechtlich zu greifen (jeder kann ja sagen er hätte die Musik neben einem CC Logo aufgefunden).
- Keine Instanz auf der Welt kann die Gültigkeit einer CC Lizenz bestätigen. Es geht nur wenn man direkt beim Urheber nachfragt und sich am besten schriftlich geben läßt, dass seine Musik wirklich unter CC zur Verfügung steht (viel mehr muss man ohne CC auch nicht machen, was CC wiederum mehr als obsolet macht).
Nunja, die meisten kenne wohl bereits meine Ansichten zu dem Thema ;)
Pingback: links for 2009-09-16 : Bibliothekarisch.de
"non-commercial" ist in der tat sehr problematisch...
dass CC-DJs mit NC-lizensierter musik kein geld/sachleistungen/etc. für ihr set nehmen dürfen und in clubs keine CC-NC-musik gespielt werden darf [man siehe auch die problematik von breipott.cc], ist ja klar und eindeutig - wenn auch ärgerlich. :(
wonach ich aber schon länger suche und bisher keine rechtsverbindliche information bekommen habe, ist ob öffentlich-rechtlicher rundfunk im sinne von creative commons "non-commercial" ist?
reicht es wenn, wie beim dradio, keine explizite werbung läuft?
oder ist nicht die finanzierung durch GEZ-gebühren eigentlich schon "commercial"?
auch die musikredakteure im öffentlich-rechtlichen radio arbeiten meist (noch) nicht ehrenamtlich, d.h. werden für ihre arbeit regulär bezahlt.
weiß da irgendwer was?
@fabien
das argument mit dem iranischen präsidenten-wahlkampf würde man doch mit NC-lizensierung umgehen [und die meiste CC-musik ist NC], weil der herr keinen wirtschaftlichen vorteil oder vergleichbare vorteile aus der verwendung des originals ziehen dürfte.
außerdem würde mich die rechtsauslegung interessieren, wie man überhaupt einen wahlkampf unter urheberrechtsschutz stellen können soll...
CC läßt durchaus revidieren, nämlich immer durch eine noch freiere lizenz, letztendlich zb. mindestens "public domain"
für den "mißbrauchsfall", der auf mich erstmal arg konstruiert wirkt, würde mich wirklich ein konkretes fallbeispiel interessieren.
oder könntest du ggf. das angedeutete ["wenn irgendjemand unerlaubt (oder unwissend)"] noch etwas anschaulicher erklären?
und wenn ich die volltexte der gängigen CC-lizenzen richtig verstehe, bestätigen die lizenzen ihre gültigkeit selbst, oder nicht?
meinst du eine art weltlicher instanz [gerichte/parlamente/etc.], die CC anerkenn müßte, damit die lizenzen gültigkeit erlangen?
wenn zb. eine CC-lizenz die unkommerzielle weitergabe eines musikstücks ausdrücklich erlaubt [zb. über metadaten im id3tag - zu überprüfen beispielsweise durch cc-lookup], müßte ich deiner meinung nach beim urheber nachfragen, um sicher zu gehen dass das stimmt?
"müßte ich deiner meinung nach beim urheber nachfragen, um sicher zu gehen dass das stimmt?"
Ja genau. Sagen wir mal du möchtest die Musik rechtssicher für dein Kreatives Projekt verwerten können. CC verspricht hier einen schneller weg: ein link, ein logo, ein mp3 tag.
Bist du damit jedoch wirklich sicher, dass alle samples legal sind, sowie Lyrics und Komposition? Nein, du hast nur flüchtige Links, sowie äußerst leicht - auch versehentlich - manipulierbare Tags. Also musst du doch den guten alten Weg gehen, und dir die Lizenz am besten schriftlich geben lassen. Das macht CC dann völlig unnötig (da jegliche kreative Weiterbearbeitung und Verbreitung bei unklaren Lizenzverhältnissen eben sehr teuer werden kann - wenn z.b. ein 16 jähriger netaudio Enthusiast 4 Takte aus der letzten Sven Väth Platte sampelt und das Stück ahnungslos als CC im Netz verbreitet).
Stell dir vor du verbreitest ein falsches CC Stück, die Forderungen des eigentlichen Urhebers werden sicher sehr hoch ausfallen, da du ja sogar all seine Rechte aktiv weiterverschenkst!
Martin, das du bei deinem eigenen Satz..
"wenn ich die volltexte der gängigen CC-lizenzen richtig verstehe, bestätigen die lizenzen ihre gültigkeit selbst, oder nicht"
..nicht stutzig wirst überrascht mich. Solche kreisförmigen Gültigkeitserklärungen und "Beweise" werden sonst nur bei Betrug und Esoterik eingesetzt.
Man bräuchte eine Instanz, die überhaupt eine Genehmigung für die CC Veröffentlichung (nach eingehender Überprüfung der Autorenschaft) erteilt, archiviert und einen unique identifier vergibt. wäre fast ein Geschäftsmodell, so eine Art "Certified CC", non-Profit, aber mit einer Gebühr von einem $ pro Zertifikat (o.ä.).
Wie wär's?
ob die sampels legal sind, ist doch zunächst erstmal nur das problem des "ahnungslosen 16jährigen" urhebers, oder?
d.h. der "ahnungslose" urheber macht sich ggf. strafbar / verklagbar, wenn er urheberrechtlich geschütze sampels verwendet und das stück dann unter CC veröffentlicht.
wenn ich jetzt vom CC-normalfall ausgehe, dass die musik in irgendeinem blog verlinkt wird, meinst du der urheber der unrechtmäßig verwendeten sampels könnte dieses blog zb. auf schadenersatz wg. weiterverbreitung verklagen?
auf unterlassung vielleicht, aber so richtig mit abmahnung, geldbuße, GEMA-bescheid und allem pipapo?
das ist unrealistisch.
der "ahnungslose 16jährige" urheber ließe sich von den tatsächlichen rechteinhabern dagen schon ordentlich forderungs-mäßig "abmelken"...
ich weiß nicht, dass ist mir trotzdem immer noch alles zu konstruiert, "falsche CC-stücke" und so... das geht an der tatsächlichen praxis von CC zu weit vorbei, finde ich.
auch das normale urheberrecht mit verwertungsgesellschaften und musikverlagen kennt mitunter äußerst kniffelige spezialfälle um die sich versierte anwälte kümmern müßen.
für mich taugt dieses beispiel nicht als fundamental-kritik an creative commons.
ach ja, der tautologisch anmutende satz über ihre eigene gültigkeit bestätigende CC-lizenzen war bewußt so formuliert und ich finde, man sollte einfach öfter mal die volltexte der CC-lizenzen im original lesen, weil die überzeugend und schön formuliert sind.
vor der zu schaffenden "Instanz" die dann "unique identifier" vergibt, hätte ich angst. nicht wegen der rechtssicherheit, sondern wegen dem "Genehmigungsverfahren"...
kontrolle ist gut, vertrauen ist besser.
Eigentlich schon, aber es ist auch Dein Problem. Ein Beispiel: Du findest einen CC-Song geil, benutzt ihn in Deinem Podcast, weil der Musiker die Nutzung erlaubt. Plötzlich hört Edge von U2 seinen eigenen Basslauf in der Musik. Er findet den Song auf Deiner Website, von Dir gehostet. Das heisst, Du hast seine Musik angeboten. Jetzt verklagt er Dich, Du willst den jungen Musiker anschließend auf Schadensersatz verklagen... Nur doof, der hat seinen MySpace-Account gelöscht oder wohnt in Molwanien.
Ach noch eins: Letztens bin ich über ein Drum'n'Bass-DJ-Set auf Archive.org gestolpert, das nicht aus CC-Musik bestand, sondern aus alten Helden die in einer Verwertungsgesellschaft sind. Zu Unrecht ist der Mix als CC markiert. Was eine Frechheit ist und natürlich vollkommen falsch.
Siehe: http://www.archive.org/details/Neurov-2008-octTurnUpmix
Und sicherlich findest Du hier auch noch so einiges: http://bit.ly/Dz43b was nicht unter cc sein dürfte.
die wenigsten podcaster hosten die mp3 auf ihrer eigenen seite, zumeist sind es podcasting-anbieter [bspw. podhost o.ä.] - die dann die post von "the edge" bekommen...
btw. spielt der auch bass?
auf mehr als unterlassung wird es auch nicht herauslaufen, wobei ich das jetzt nicht verharmlosen will.
es bleibt im vergleich zur tagtäglichen cc-praxis [siehe http://phlow-magazine.com/ ein extrembeispiel, welches nicht als fundamentalkritik an cc-lizenzen taugt.
das problem von unrechtmäßig bei archive.org hochgeladener musik kann ich von der dimension her nicht abschätzen, denke aber auch dass das zunächst das problem von archive.org ist, oder?
gut, aber ich muss schon sagen, dass ich wirklich versuche rauszuhören, ob in den musikstücken, die wir besprechen offensichtlich samples drinstecken. viele "konsumenten" und besucher von phlow raffen oft nicht, dass wir gar nicht die musik anbieten, sondern nur besprechen. ich habe schon einige anfragen erhalten, wo leute fragen, ob sie das benutzen können. als ob wir eine agentur wären.
du sag mal, ist der von dir verlinkte d'n'b-mix wirklich als CC markiert?
ich sehe da irgendwie gar keine copyright-markierung...
und dass bei den ganzen d'n'b-mixen auch nur irgendwas copyright geschützes tatsächlich versehentlich als CC hochgeladen wurde, glaube ich kaum - so ein gebaren sagt imho mehr über die leute aus, die solche musik hören...
ich frage mich auch, was jemanden dem klar ist dass er nicht die urheberrechte an der musik hat, dazu bringen sollte mdie musik unter CC zu veröffentlichen?!?
auch kann die lizenz nichts dafür, wenn sie mißachtet wird.
und ich bezweifle eben einfach, dass die cc-lizenzen zu copyright-verletzungen einladen, wie es in deinen und fabien's commentaren suggeriert wird.
das wirkt bei euch beiden so, als könnte jemand hingehen, madonnas neues album als BY-NC-SA bei archive.org hochladen und madonna wär dann voll im arsch, weil sie nix dagegen machen kann...
pfff.
irgendwie geht mir keines der hier genannten argumente gegen cc-nc-lizenzen auf - das ist doch alles an den haaren herbeigezogen, mehr nicht.
das ziemlich extreme argument mit dem iranischen präsidenten finde ich bei längerem drüber nachdenken sogar ausgesprochen schäbig - das geht so in die richtung: "wenn dann nämlich die kinderpornos mit cc-musik unterlegt werden, kann der musiker auch nix mehr dagegen tun..." usw.
appropos urheberrechtlich-problematische sampels und phlow:
http://bit.ly/18VHql
:)
@martin: Natürlich handelt es sich um Extrembeispiele. Aber sie machen eben Lücken deutlich.
Es ist absolut nicht abwegig, dass eben z.B. Nazis, Pornoproduzenten oder anderer schlechte Umgang (siehe auch wahlspots) bewusst auf CC zurückgreifen, weil keine Agentur sie beliefern will. Fakt ist, der betroffene Artist kann und darf sich dann nicht beschweren, er hat ja ausdrücklich um die Nennung seines Namens gebeten. ;)
Auch dein Madonna Beispiel ist absolut realistisch. Es geht hier nicht um denjenigen der es hochlädt und falsch "beschriftet", sondern vor allem um den Konsumenten bzw Kreativen, der sich doch auf die CC Auszeichung verlassen muss. Siehe das Thema mixes, sehr sehr viele davon sind als CC ausgezeichnet, obwohl sie in der Regel CC Werke enthalten. Es Verhält sich dann wie Falschgeld, jeder ist dann mitschuldig, obwohl jeder auch Betrugsopfer ist.
Im Ernst, wenn ein Lizenzmodell als Retter der Kreativität und Künstlerischen Freiheit angepriesen wird, sollte es auch solide sein. Das ist CC offenbar nicht.
Jetzt sagst du der "Fall" sei noch nicht eingetreten. Und ich kann dir auch sagen warum davon nichts zu hören ist:
Weil CC rechtlich höchstens belächelt wird - es hat keinerlei Gewicht. Wie du es andeutest, würde kein klar denkender Mensch auf die Idee kommen, sein CC Anspruch gerichtlich durchzusetzen (egal ob es nun offenbar falsch ausgezeichnet wurde oder nicht).
Kein Richter würde ein Link bzw. Logo auf irgendeiner Webseite als Nutzungsberechtigung akzeptieren. Das ist auch der Grund weshalb CC aus meiner Sicht bis heute nur für PR, Experimente und vor allem nicht verwertbares taugt und aufgrund seiner Nicht-Überprüfbarkeit mehr täuscht als das es hilft.
CC ist eben eine Fast-Food Lizenz mit Symbolcharachter, für den reinen Konsumenten nicht mehr als einer von vielen Bio-Siegeln.
Ich will CC nicht verdammen, aber CC ist definitiv nicht die Rettung der Welt, es sind auch andere Modelle denkbar. Für mich ist CC schlicht eine Religion, mit allem was dazugehört.
so weit ich bisher sachen auf archive.org hochgeladen habe, musste das immer als cc markiert werden, welche lizenz auch immer. ach, man muss die leute nicht gleich aburteilen. die meisten interessieren dinge wie copyrights überhaupt nicht. die freuen sich über feinen webspace, haben eine andere meinung wie man mit geistigem eigentum umgehen sollte...
ich glaube auch nicht, dass die cc-lizenzen zum missbrauch einladen. fabien ist da manchmal ein wenig pessimistisch.
@fabien:
das was du hier betreibst, ist eine durchsichtige rufmordkampagne gegen creative commons lizenzen, wobei mir der sinn der verunglimpfung nicht wirklich aufgeht.
es gibt wohl kaum etwas perfideres, als mit gruselgeschichten stimmung zu machen - und nichts anderes ist die vermengung von furchteinflößenden iranischen präsidenten (bzw. kipo) mit creative commons lizenzen.
das ist nazi-niveau, propaganda in ihrer abartigsten form (zb. zu behaupten, dass "nazis und pornoproduzenten bewußt auf CC zurückgreifen" ist einfach bodenlos)
hör bitte auf, derart geschmacklos und manipulativ zu argumentieren, ok?
deine gesamte (inhaltliche) kritik an cc-lizenzen geht übrigens grundsätzlich fehl in der annahme, irgendjemand würde die bestehende form der cc-lizensierung(-smöglichkeiten) als "Retter(in) der Kreativität und künstlerischen Freiheit" betrachten, als einzig denkbare universallösung für alle urheberrechts-problemfälle.
weit gefehlt! mitnichten! keineswegs!
der punkt ist doch einfach der, dass cc-lizenzen dem urheber und dem nutzer möglichkeiten bieten, die das konventionelle geflecht von urheberrecht / gema / gvl usw. eben gerade NICHT vorsieht.
da geht nämlich nur entweder, oder.
entweder volles programm, dh. kommerziell incl. "all rights reversed" & gängelung/kriminalisierung der nutzer usw.
oder komplett rechtefrei, dh. public domain.
cc-lizenzen sind imho anzusehen als eine erweiterung der bisherigen möglichkeiten, musik zu verbreiten.
und dafür funktionieren sie verdammt gut.
viele bemerkenswerte künstler veröffentlichen unter creative commons, sonst gäbe es so etwas wie das phlow-magazine.com gar nicht.
zb. die netaudio-berlin wären ohne creative commons unsinn.
CC ist also äußerst solide.
punkt.
das cc vor allem für "PR, Experimente und vor allem nicht verwertbares taugt", spricht meiner ansicht nach gerade für cc.
wenn du verwertbares vermarkten möchtest, brauchst du ja kein creative commons, da kannst du doch ruhig zur gema gehen...
die zukünftige entwicklung von creative commons-lizenzen sehe ich daher auch in einer weiteren differenzierung.
momentan kann man zwischen 2 oder 3 varianten von cc-lizenzen auswählen [NC / ND / SA], denkbar sind aber etliche mehr, je nach wünschen der urheber (& nutzer) und umso genauer weiß der nutzer, was er darf und was nicht.
zb. wäre es möglich noch NP hinzu zu fügen, als "non-political", d.h. das werk darf nicht in politischen zusammenhängen verwendet werden.
oder (um noch mal mein oben erwähntes problem aufzugreifen) NC + PB = "public broadcasting", dh. das werk darf in allen formen öffentlichen radios /streamings aufgeführt werden, solange das programm nicht durch werbung unterbrochen bzw. (mit-)finanziert wird.
weitere nutzungseinschränkungen bzw. -erweiterungen kannst du dir ja auch selber noch ausdenken und abwägen inwiefern das althergebrachte urheberrechtssystem dem einfacher abhilfe geschaffen hätte...
dein argument nicht-persistenter urls, "flüchtige links" usw., lasse ich dir auch nicht durchgehen, das ist käse.
klick bitte mal auf eine der gängigen cc-lizenzen (die ja bei jedweder weiterverbreitung mit verlinkt sein müßen) und sag mir, was daran so flüchtig sein soll.
und das fehlen von präzedenzfällen in bezug auf cc-lizenzen würde ich eher als indiz für ihr funktionieren, bzw. ihre akzeptanz interpretieren.
dein "falschgeld"-argument finde ich übrigens ziemlich gut, das trifft den kern des problems von urheberrechtsverletzungen im internet: natürlich ist, wer falschgeld angedreht bekommt, der ge-arschte - pech gehabt, sozusagen.
wer urheberrechtlich bedenkliche musik bewußt verlinkt ist natürlich im arsch, warum auch nicht?
nur kann man dafür eben gerade NICHT das echte geld (= rechtmäßige cc-lizenzen) verantwortlich machen, sondern nur die die bewußt falschgeld in umlauf bringen.
und wer unwissentlich falschgeld angedreht bekommt, wird dafür keinesfalls bestraft.
ich vermute jetzt auch mal einfach, dass das verhältnis von echtem geld zu falschgeld in etwa dem von rechtmäßigen cc-lizenzen und fälschlich/"versehentlich" vergebenen cc-lizenzen entspricht.
und ich hatte noch nie "echtes" falschgeld in der hand...
und als "religion" würde ich CC keineswegs betrachten, als ideologie unter umständen schon. aber nur unter der einschränkung NC "non-commercial" (um die es hier in dem beitrag von mo. ja auch eigentlich geht), weil das tatsächlich eine soziokulturelle und wirtschaftsethische utopie propagiert:
"du kanst mit diesem kunstwerk hier alles machen was du willst, solange es nichts mit geld zu tun hat"
Hier ein Beispiel:
http://morethanastance.com/blog/freedownloads/2009/08/free-b-boy-mixtape-alphatrions-hip-hop-mix/
oder hier:
http://subnav.com/2008/04/16/march-2008-hip-hop-mix-by-dj-cable/
oder noch klarer hier:
http://sneakmove.com/2008/02/rubs-10-part-90s-hip-hop-mix.html
Sind die Mixes nun CC oder nicht? siehe jeweils den text footer der artikels (oder der page? so klar ist das nicht).
Gut 50% der Blogs haben inzwischen eine pauschale Zeile die nicht mehr sagt als: "this work in released und a CC licence"
Hallo?!
Die Sache ist mehr als verwirrend. Die drei links oben sind nur simple Beispiele, die Betreiber (vor allem der letzte) wissen nicht was sie das riskieren - und eben auch all ihren Besuchern - wenigstens theoretisch antun.
Die CC Klauseln waren schon immer auch potentiell Teilmenge aller "klassischen" Möglichkeiten. CC ist keineswegs neu, das neue ist die dramatische, z.T. naive vereinfachung bisheriger regelungen (siehe die 200 Seiten zum thema kommerzielle nutzung) und dessen massive "vermarktung" im netz.
Das problem ist, jetzt wirft jeder mit durchaus strengen klauseln um sich, ohne diese auch nur im ansatz zu vertstehen und "lizensiert" alles was einem unter die Finger kommt. man geht mit fastfood mentalität an ein thema ran, woran sich selbst gestandene geschäftleute ohne anwalt nicht ran trauen.
panikmache? wenn hier was falsch läuft ist es keine kleinigkeit mehr, sondern klarer lizenzbruch und betrug - wir reden hier nicht von ordnungswidrigkeiten sondern von gittern vor dem fenster.
Aber ich werde mich nicht wiederholen, ich habe auch mehr als genug dazu gesagt.
sorry, aber: reden wir aneinander vorbei oder reden wir aneinander vorbei?
and now check this, my man:
bei deinem ersten mix [more than a stance] steht offensichtlich die webseite unter creative commons lizenz, nicht der mix... selbst da wird nicht DIREKT verlinkt sondern nur indirekt > was nicht illegal ist, geschweige denn zu problem führt...
beim zweiten mix weiß ich nicht, was das überhaupt mit cc zu tun haben soll, oder vielleicht bin ich da auch blind auf dem auge...? soll ich das mal runterladen? ach ne, lieber nicht.
beim 3. [auch hier nur verlinkung über 3 ecken] scheint mir jemand den volltext von der gewählten cc-lizenz nicht gelesen zu haben und das symbol einfach mal mit auf die seite mit draufgeklebt, nur weils cool aussieht...
also alles seiten, die ich nicht als vertrauenserweckend einstufen würde. wem das egal ist: frohes downloaden!
wer auch nur einen davon für einen cc-mix hält, muss ziemlich naiv sein.
trotzdem macht sich keiner der besucher/downloader strafbar, darum ist das auch keine zumutung.
hallo, rechtslage!
fabien, deine haltung mißfällt mir irgendwie.
ja, panikmache!
und zwar auf kosten von creative commons.
natürlich findet auf den von dir verlinkten seiten klarer rechtsbruch statt - aber eben schon OHNE angebliche cc-lizenz.
die cc-lizenzen werden dort offensichtlich mißbräuchlich verwendet und machen die mixe dort nicht legal. wenn das die seitenbetreiber wirklich glauben sind sie unglaublich dumm.
wer auf einer dieser seiten den mix runterlädt, ein lied supergeil findet, dieses in seinen eigenen cc-mix einbaut, damit hochgeht [klage, kadi, geldbuße etc.], dann glaubt creative commons wäre teufelszeug und dabei nicht peilt, dass ihn die betreiber der more_than_a_stance-seite verarscht haben... tja, dem ist halt nicht zu helfen.
wie ich auch schon gesagt habe: lieber öfter mal die lieblings-CC-lizenz im volltext lesen - das schadet nie und macht sogar freude.
Fabien: "Ah, also einfach fuzzy Logik. Gerade beim wichtigsten Punkt versagt das angeblich so einfache CC und verliert sich in einem 255 Seiten (!) langen Philosophischen Diskurs."
Uhm.. Also was denn sonst, außer einem philosophischem Diskurs? Mit dem Seziermesser wird man das Problem kaum lösen können.
Ah. Zu dem anderen Thema des "Samplingmissbrauchs", was ja durchaus problematisch ist / sein kann bei der Nutzung von CC.
Ich denke, wir brauchen soetwas wie eine "Fair Use"-Klausel, die es zum Beispiel auch in den USA gibt, damit eben nicht sowas passiert. Es darf nicht sein, dass zum Beispiel ein U2-Bassist Raubbau im Web betreibt, nur weil ihm da einmal diese Basslinie einfiel. Ich denke es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen, "mal ahnungslos als 16-Jähriger nen Sample-Schnippel genommen" (oder gar ein Radioset auf der eigenen Webseite als CC-eingestellt = Fair Use) und nem total offensichtlichen Rip-Off von einem Künstlergut, welches vorsätzlich falsch unter eine CC gestellt wird.
Also a) Fair Use des Urheberrechts bitte für CC-Lizenzen!
b) Was Fair Use ist und was nicht, hätten dann Gerichte zu entscheiden.
Macht das Sinn?
Zwei Beispiele möchte ich noch kommentieren:
Madonna als CC-Relabeln: Es ist doch offensichtlich, das in diesem Falle, die Auszeichungs als CC-Release (mit der dauerhaften Gültigkeit dieser Lizenz) im nachhinein rückwirkend als Ungültig erkärt werden würde.
Beispiel Nazi- und Porno-Filme mit eigener Musik: In diesem Falls kann man IMMER seine Persönlichkeitsreche geltend machen, und die Nutzung der Werke - CC hin oder her - untersagen.
So Probleme gelößt. Nach weitere Probleme Fabien? ;)
@020200:
Zum Madonna Beispiel: Nein, du würdest mit sicherheit zur zahlung einer strafe herangezogen. du wärst dann vorbestraft. ganz zu schweigen von abmahn-anwälten, die sich davor bereits melden. (siehe: http://blog.rebellen.info/2009/09/24/sony-mahnt-ab-wegen-link-zu-splash-mixtape/).
Zum Nazi Beispiel: Nein, genau das geht nicht. Genau diese Rechte gibst du doch mit CC zuverlässig ab! (sonst wären doch Remixes und Mashups unmöglich).
Mache ich etwa rosa Seifenblase kaputt?! CC ist nun mal problematisch. Es versagt nun mal *komplett* beim thema "wie bekomme ich von meiner Arbeit auch etwas zu Essen" und bringt eine Fast-Food/Pauschal Mentalität in einem rechtlich sehr empfindlichen und komplexen Bereich.
Was passiert wohl wenn Abmahnanwälte auf das Thema CC aufmerksam werden? ein falsch ausgezeichnettes CC Werk ist nun mal ein klarer Betrugsfall. - hier sogar theoretisch auch die staatsanwaltschaft aktiv.
Es ist naiv bis gefährlich diese Rechtlichen tatsachen totzuschweigen, gerade in CC Kreisen.
Ganz ehrlich, ich finde es wirklich unangenehm hier als Meuchelmörder und hinterlistiger CC Basher hingestellt zu werden. Meine Argumente sind sachlich und nachvollziehbar, leider wissen die Kritiker nicht mehr als "blasphemie!" zu rufen. Ich gebe auf.
Ich sehe einige Dinge auch relativ problematisch.
Zu dem Madonna-Beispiel: Natürlich würde da abgemaht werden, und in diesem Falle wohl auch zu recht. Ob das tatsächlich strafrechtlich relevant wäre, müsste man erst mal sehen.
Zu dem Nazi-Beispiel: Seit wann kann man Persönlichkeitsrechte aufgeben?
Davon abgesehen kann man mit der CC-Plus Lizenz auch einzelne Nutzungen ausschließen. Ist mir dazu noch eingefallen.
@ fabien: mach jetzt bitte nicht den märtyrer, ok?
ich finde etliche, um nicht zu sagen alle deine argumente fadenscheinig und an den haaren herbei gezogen - die meisten haben im kern nicht mal was mit cc zu tun.
deine scheinbare kritik an cc-lizenzen funktioniert vor allem deshalb nicht, weil du creative commons (noch) nicht verstanden hast.
- thema "abmahnanwälte" usw. > wenn du das neue/alte madonna-album hochlädst machst du dich strafbar, egal ob du "CC" daneben schreibst, oder nicht, egal ob du es bei archive.org hochlädst oder sonstwo - das hat nichts mit creative commons oder "non-commercial" zu tun, jeglicher zusammenhang hier ist von dir konstruiert. warum nur?
- thema porno/nazis > welche rechte du bei einer cc-lizenz abgibst, und welche nicht liest du am besten gleich mal nach:
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/legalcode
und dann diskutieren wir weiter, ok?
- dein thema "wie bekomme ich von meiner Arbeit auch etwas zu Essen" geht am verständnis der markierung "NC" / "non-commercial" meilenweit vorbei > warum denkst du, gibt es diese klausel? verstehst du die idee dahinter überhaubt?
@ fabien:
"... a lot of the enemies we used to have misunderstood our mission"
http://bit.ly/1jJ36t
**** martin schrieb: ****
- thema "abmahnanwälte" usw. > wenn du das neue/alte madonna-album hochlädst machst du dich strafbar, egal ob du "CC" daneben schreibst, oder nicht, egal ob du es bei archive.org hochlädst oder sonstwo - das hat nichts mit creative commons oder "non-commercial" zu tun, jeglicher zusammenhang hier ist von dir konstruiert. warum nur?
*************************
Du hattest nach einem Beispiel für einen Missbrauchsfall gefragt, und das war eben ein beispiel. natürlich ist simples hochladen illegal, aber das weiss auch der user. wenn aber CC daneben steht, muss er es glauben - denn überprüfen kann er die gültigkeit dieser lizenz nicht. Wenn nun ein ganzer wasserfall von remixen und mashups daraus entsteht, bis der urheber sich meldet, wer kommt dann dafür auf? (siehe mein falschgeld vergleich)
**** martin schrieb: ****
- thema porno/nazis > welche rechte du bei einer cc-lizenz abgibst, und welche nicht liest du am besten gleich mal nach:
http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/legalcode
und dann diskutieren wir weiter, ok?
*************************
ok, also ganz konkret:
§4 a und b: der porno-film muss zwingend unter CC laufen.
$4 c: der urheber muss explizit benannt werden.
§7 a und b: dem porno-film produzent (lizenznehmer) wird die unbegrenzte nutzung garantiert. der lizenzgeber darf zwar selbst die weitergabe seines werk ändern, aber nicht bereits erteilte lizenzen. ganz konkret wird dem porno produzent für die gültigkeitsdauer deiner urheberschaft die nutzung garantiert.
Mit Persönlichkeitsrechte hat das nichts zu tun. Das braucht auch niemand, solange die nutzungrechte auf breitest möglicher basis und unbegrenzter dauer erlaubt wird. sobald dies erteilt wurde (und zwar mit einem link!), läßt es sich einfach nicht mehr zurücknehmen. da kannst du den filmproduzent von deinen persönlichkeitsrechten zulabern wie du willst, er hat ja noch den screenshot von damals.
**** martin schrieb: ****
- dein thema "wie bekomme ich von meiner Arbeit auch etwas zu Essen" geht am verständnis der markierung "NC" / "non-commercial" meilenweit vorbei > warum denkst du, gibt es diese klausel? verstehst du die idee dahinter überhaubt?
*************************
ein künstler wird in aller regel diese klausel wählen, um sich eine potentiell ertragreiche kommerzielle nutzung offen zu halten.
(bitte erkläre mir welche idee ich nicht verstehe)
und solange CC dafür kein klares modell bietet, wird das ganze geld eben bei google, last.fm und co gemacht - wohlgemerkt durch die arbeit der cc künstler.
Im ernst, lieber keine lizenz erteilen, als eine die man nicht versteht. ich möchte doch nicht gegen CC hetzen, aber es gibt sehr viele probleme und vor allem "tabu-zonen".
der vertrag, den ein künstler beim posten eines CC links neben seinem werk mit der welt schließt ist schärfer als alles was jemals über einen major tisch gegangen wäre. jeder anwalt wird es euch bestätigen.
Und um zu zeigen, dass der missbrauchsfall nicht nur hypothetisch ist, bitte schaut dir fall III hier mal an:
http://retosphere.de/php/download.php?fileId=19
das zeigt das verwirrungspotential sehr deutlich. ganz nebenbei ist CC auf bildern mit personendarstellungen grundsätzlich rechtswidrig - da bei weiterverwendung jede beteiligte person explizit um erlaubnis gebeten werden muss... ...nun schaut mal bei flickr vorbei! wie gesagt, fast-food.
@ fabien: mal ganz ehrlich, trollst du?
falls ja, geht der punkt hiermit an dich, da bin ich dir wohl auf den
leim gegangen... :)
falls nicht, kann ich dir nur dringend raten, creative commons erster zu
nehmen als bisher, die lizenztexte genauer zu lesen und in foren wie
diesem nicht über sachen zu diskutieren, die du nicht verstanden hast
und nur oberflächlich kennst, ok?
macht nix, kann jedem mal passieren.
wie dem auch sei, hier schritt für schritt zu deiner argumentation:
- ich hatte dich nicht gebeten, dir ein möglichst extremes und
unrealistisches beispiel auszudenken, um daran vergeblich zu zeigen,
dass creative commons lizenzen dazu einladen das urheberrecht zu brechen
und die urheber dann angeblich nichts dagegen tun können.
ich wollte lediglich, dass du die vagen andeutungen ("mißbrauchsfälle")
etwas konkreter machst und habe dir gezeigt, dass selber schuld ist wer
auf so offensichtlich gefakte pseudo-CC-mixe hereinfällt - UND dass das
kein problem der cc-lizensierung ist [ergo: kein argument gegen CC].
wer sich nicht über die urheberrechtliche lage der musik die er
(re-)mixt gründlich informiert, ist selber schuld.
wer auf die von dir vorgezeigten seiten hereinfällt ist naiv und hat
pech > schuld daran ist aber NICHT creative commons, sondern die
seitenbetreiber
- http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/legalcode
lies bitte den lizenz-text nochmal satz für satz durch, ok?
da findest du unter anderem unter 1. Definitionen den punkt 1.a.
Abwandlungen und da steht doch tatsächlich:
"Das kann insbesondere eine Bearbeitung, Umgestaltung, Änderung,
Anpassung, Übersetzung oder Heranziehung des Schutzgegenstandes zur
Vertonung von Laufbildern sein."
da es sich hierbei um die lizenz ND = no derivates = KEINE ABWANDLUNGEN
handelt, darf mit der musik kein film vertont werden.
praktisch heißt das: kein pornofilm mit dieser musik.
unabhängig davon: welcher pornoproduzent produziert schon "non-commercial"?
- deine aussage "ein künstler wird in aller regel diese klausel wählen,
um sich eine potentiell ertragreiche kommerzielle nutzung offen zu
halten." steht irgendwie in krassem widerspruch zu der behauptung "CC
ist nun mal problematisch. Es versagt nun mal *komplett* beim thema "wie
bekomme ich von meiner Arbeit auch etwas zu Essen" und bringt eine
Fast-Food/Pauschal Mentalität in einem rechtlich sehr empfindlichen und
komplexen Bereich."
merkst du das?
und wenn du schreibst "Im ernst, lieber keine lizenz erteilen, als eine
die man nicht versteht." möchte ich dir dringend raten, nichts unter CC
zu veröffentlichen, weil du es offensichtlich nicht verstanden hast.
natürlich würde es mehr sinn machen, die cc-lizenzen erster zu nehmen,
die volltexte ausführlich und gründlich zu lesen und sich dann zu
überlegen, in welchem fall das für einen selbst sinnvoll sein könnte...
und wie die massenhafte cc-musik zeigt, halten das viele musiker oft für
besser, als eine GEMA-anmeldung...
- bitte erklär mir jetzt noch diesen satz "der vertrag, den ein künstler
beim posten eines CC links neben seinem werk mit der welt schließt ist
schärfer als alles was jemals über einen major tisch gegangen wäre."
???
was willst du deiner mitwelt damit sagen?
ist das die "z.T. naive vereinfachung bisheriger regelungen" die du
weiter oben meinst?
ist CC jetzt "solide" oder nicht?
- danke auch für den schönen text von reto mantz, der ganz nebenbei
deine phrasendrescherei als panikmache bloßstellt.
hast du auch den vorletzten satz gelesen?
vermutlich nicht.
hier nochmal zur nachlese:
"Rechtsinhaber können dementsprechend guten Gewissens Creative
Commons-Lizenzen einsetzen."
du verbreitest hier den lieben langen tag so sachen wie "Weil CC
rechtlich höchstens belächelt wird - es hat keinerlei Gewicht." und
"Kein Richter würde ein Link bzw. Logo auf irgendeiner Webseite als
Nutzungsberechtigung akzeptieren." und verlinkst dann zu dem artikel von
reto mantz in dem das genaue gegenteil steht...
fabien, deine sichtweise auf cc-lizenzen ist "fast food"!
p.s.: dein hinweis auf die rechtliche problematik bei flickr zeigt, dass
du entweder den ganzen themenkomplex nicht durchblickst, oder hier
bewußt nebelkerzen zündest...
> nur zur erklärung: das recht am eigenen bild, mit welchem bei flickr
zt. fragwürdig umgegangen wird, ist teil der persönlichkeitsrechte zu
denen AUCH das urheberrecht gehört [darum sind beide hierzulande auch
unveräußerlich] - aber haben abgesehen davon nichts miteinander gemein.
es gibt also keinen zusammenhang zwischen urheber - und recht am eigenen
bild
nachtrag
fabien schrieb:
"ganz nebenbei ist CC auf bildern mit personendarstellungen grundsätzlich rechtswidrig - da bei weiterverwendung jede beteiligte person explizit um erlaubnis gebeten werden muss..."
falscher geht's eigentlich gar nicht.
grundsätzlich ist es überhaupt nicht verboten CC auf bildern mit personendarstellungen anzuwenden!
es ist grundsätzlich verboten, bilder mit personendarstellungen zu veröffentlichen ohne die einwilligung der abgebildeten person (= recht am eigenen bild) - EGAL (!!!) ob unter CC oder irgendeiner anderen lizensierung, also zb. "all rights reversed"
also egal was neben dem flickr-bild steht, solange die abgebildete person der veröffentlichung nicht zugestimmt hat, ist's illegal.
wenn sie zugestimmt hat, kann das bild auch unter cc veröffentlicht und ggf. weiterverbreitet werden, je nach gewählter cc-version...
Ich sehe schon, hier herrscht noch einiges Diskussionspotential. Und für die nächste Cologne Commons würde ich mir auch das Thema Bild/Foto wünschen. An dieser Stelle bedanke ich mich schon einmal für Eure angeregte Diskussion.
Ich hoffe, Ihr kommt dann auch beide, weil ich glaube, dass ihr gerne streitet, Euch aber in der reellen Welt sicherlich mögen würdet. Also, bitte weiterhin konstruktiv.
Außerdem denke ich, dass es noch wirklich ein paar Artikel und verbindliche Rechtsstreite her müssten, um solche Dinge richtig zu klären.
An einigen Stellen bin ich bei Fabien, bei anderen bei martin. Und da ich Fabien kenne, weiss ich, dass er hier keine Nebelkerzen zünden will. Er ist nur ein vorsichtiger und sehr pragmatischer Denker.
Die Diskussion geht weiter. Auf Gulli. Ich hab gestern einen etwas ausführlichen Bericht und einige Überlegungen dazu geschrieben:
http://www.gulli.com/news/creative-commons-studie-was-2009-10-03/
Diskussionen vernetzt man im Internet mit Trackback. Martin, setz doch bitte demnächst einen Trackback anstelle so offensiv Werbung zu machen. Und auch hier, geht die Diskussion weiter, nicht nur auf Gulli.
@ mo: ich weiß gar nicht, ob das thema "bild/foto" einzeln soviel hergibt für eine cologne commons. reduziert man die rechtliche fragen auf creative commons lizenzen [und blendet zb. das "recht am eigenen bild" aus, weil das formal nichts mit dem urheberrecht zu tun hat], ergeben sich kaum abweichungen zur näherliegenden musik.
meinetwegen ist die [weiter-]verwendung von bild und musik im netz unterschiedlich stark ausgeprägt, die rechtlichen fragen bleiben aber eigentlich die gleichen...
das thema NC / "non-commercial" jedoch ist und bleibt das spannendste und komplizierteste [siehe auch meinen ersten einwand ganz oben] in bezug auf creative commons - da wird noch viel zu diskutieren sein, glaube ich.
und evtl. gibt es da irgendwann auch mal differenziertere [!] lösungen als die bisher angebotene.
diskussionen auf "anfängerniveau" wie diese hier sind jedoch nicht besonders ergiebig, weil ein gewisses grundverständnis von creative commons lizenztexten und der funktionsweise von urheberechten nötig ist, um überhaupt auf die wirklichen kernprobleme zu kommen.
solange es nur um hilfestellung beim grundsätzlichen text- und rechtsverständnis geht, ist ein workshop das bessere medium im vergleich zu einer diskussion.
@ fabien: sorry, wenn ich hier meine kommentare an deiner "kritik" etwas drastisch formuliert habe - ich wollte nicht persönlich werden. wenn du dir "auf den schlips getreten" fühlst, entschuldige bitte.
deine beispiele [iranischer wahlkampf etc.] fand ich originell, auch wenn sie thema eigentlich nicht gerecht werden.
Zum Thema Wahlkampf von mir noch folgende Überlegungen:
Obwohl ein Wahlkampf "per se" nicht-kommerziell ist, würde ich dennoch das Gefühl haben, würde eine Partei in "großem Stil" ein Musikwerk von mir nutzen, dass es sich um eine "kommerzielle Nutzung" handelt. Wie seht ihr das? Zumindest ein Einverständnis des Urhebers sollte da gelten.
@ wahlkampf:
"der wahlkampf des iranischen präsidenten" selbst könnte gar nicht unter creative commons lizenz gestellt werden [um dadurch selbst wiederum zu einem schutzgegenstand werden], weil ein wahlkampf weder literarischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen inhalt haben kann. sollte ein wahlkampf literarischen, künstlerischen oder wissenschaftlichen inhalt haben [und dadurch cc-schutzwürdig sein], wäre er unter politischer perspektive nicht ernst zu nehmen.
ein gutes beispiel für so einen fall hierzulande gab jüngst "die partei" von martin sonneborn...
der iranische präsident fällt offenbar nicht in diese kategorie, deswegen ist er ja auch gewählt worden [offiziell zumindest].
> eine verwendung in einem wahlkampfspot scheidet bei ND-lizenz auch aus, wie weiter oben schon erklärt
es wird in der creative commons lizenz lediglich das "öffentliche zeigen" gestattet - denkbar wäre also, einen öffentlichen wahlkampfauftritt mit der musik zu beschallen.
wem diese gefahr tatsächlich realistisch erscheint und unwohlsein bereitet, der sollte sich ernsthaft fragen, ob er sein werk nicht lieber unter "all rights reversed" veröffentlicht.
[wenn ich mir jedoch "typische" cc-musik anhöre, scheint es mir undenkbar, dass solche zum image des iranischen präsidenten passen könnte]
aber selbst im falle der creative commons lizenz dürfte der herr präsident nicht
"ohne eine vorherige, separat und schriftlich vorliegende Zustimmung des Lizenzgebers und / oder des Zuschreibungsempfängers weder explizit noch implizit irgendeine Verbindung zum Lizenzgeber oder Zuschreibungsempfänger und ebenso wenig eine Unterstützung oder Billigung durch ihn [den Lizenzgeber, Anm. Martin] andeuten"
d.h. die gefahr, plötzlich unwillentlich-unwissentlich als special-supporter des iranischen präsidenten dazustehen, ist nicht gegeben.
nachtrag [schönes & ergiebiges thema, dieses "non-commercial"-attribut]:
ich finde trotzdem, eine solche scheinbare gefahr ["Kein CC artist kann etwas dagegen unternehmen, wenn der iranische Präsident... usw."] überhaupt als ernstgemeintes argument gegen cc-lizenzen anzuführen, ist ausgesprochen demagogisch und perfide.
die absicht dahinter ist propaganda, bzw. betriebsblinde panikmache.
traurig, wenn lediglich aus ignoranz [oder unkenntnis, fabien?] gegenüber cc-lizenzen solche geschütze aufgefahren werden.
wie ich schon sagte, als nächstes kommt dann das kinderporno-argument...