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Magazin für MP3-Musik & Netzkultur

Kostenlos: Einmal Mexiko und zurück!

Ein 72-minütiger Netlabelausflug rund um die Welt | Langsam begreifen es alle: Kostenlos bedeutet nicht Qualitätsverlust. Nein "kostenlos" ist eine stabile Strategie, um auf sich aufmerksam zu machen, sich anzupreisen, um im zweiten Schritt Geld zu verdienen. Dafür bricht jetzt…

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Ein 72-minütiger Netlabelausflug rund um die Welt | Langsam begreifen es alle: Kostenlos bedeutet nicht Qualitätsverlust. Nein "kostenlos" ist eine stabile Strategie, um auf sich aufmerksam zu machen, sich anzupreisen, um im zweiten Schritt Geld zu verdienen. Dafür bricht jetzt auch Chris Anderson eine Lanze, der mit seiner Theorie des Longtail schon vor einiger Zeit eine 1a-Analyse vorlegte. Mit seinem neuen Buch namens "Free!" thematisiert er das Thema "Kostenlos" als Geschäftsmodell. Und einen Beweis lege ich Euch jetzt mal vor: Fünf Netlabels mit freier Musik aus aller Welt.


Im dritten Internet Spezial der Zeit bringt es Chris Anderson, Chefredakteur von Wired, auf den Punkt: "Natürlich haben Bands, die bekannt sind, einen Vorteil. Aber wer Musik verschenkt, bekommt ein größeres Publikum, das gilt für alle Bands. Und das ist die Realität von MySpace." Weiter antwortet er: "Es konnten schon immer nur wenige Bands von ihrer Musik leben. Manche machen es einfach nur aus Spaß. Prince hat letzten Sommer seine CD mit der britischen Mail Sunday verschenkt. Und gehofft, dass die Leute daraufhin seine Konzerttickets kaufen. Und es hat funktioniert."

Die Kraft des Beweises

Lest, ladet frei herunter und hört selbst. Ohne die freien Downloads von Konfort, Serein, Kirstens Postcard, Budabeats und Moment Sound hätte ich von deren Künstlern nie im Leben etwas gehört und hätte sie somit auch nicht für mich entdeckt. Unsere heutige Tour de Force führt uns von England über Chicago nach Mexiko über Italien und Ungarn zurück in den heimischen Sessel. "Fasten your Seatbelt!", raunt die schwedische Stewardess uns noch kurz zu und einen Klick später stapfen wir...

Experimentelles England

England, darüber sind sich alle Liebhaber elektronischer Klänge einig, ist das Mekka aus dem immer wieder neue Trends das Licht der Welt erblicken. Verwunderlich ist es darum nicht, dass es hier auch Netlabels gibt. Ein besonders fein-granuliertes Exemplar ist Serein. Liebhaber experimenteller und klassischer Ambient-Klänge lauschen gerne den vielschichtigen Predigten der Serein-Künstler. Die dichtesten und berauschendsten Visionen zauberte im letzten Jahr Nest mit dem gleichnamigen Album auf unsere Netzhaut. Wahrlich ein Traum!

Zwischenstation in Chicago

Mit Lokua und seinen feinen Beats des Albums "Trails" spazieren wir durch die lärmenden Straßen von Chicago. Moment Sound nennt sich das aus dem Herzen Amerikas und versorgt uns mit feinstem Instrumental HipHop, der uns einen wunderbar cineastischen Ausflug beschert.

Viva Mexiko!

Wärmer und weniger düster präsentiert sich das Misch-Label Konfort aus Mexiko. Dort schützt uns der Sombrero vor der heißen Mittagshitze während die lässigen Downbeats der Künstler The Incognito Traveller und Cri-Kong gemütlich aus dem Lautsprecher tönen. Während Cri-Kong uns ein wenig Haschöl reicht, hängen wir mit The Incognito Traveller gemütlich in der Hängematte. Ein wenig ruhen wir uns hier aus, bis wir uns zurück nach Europa machen.

Budabeats ahoi!

Neben Russland entdecken auch die ehemaligen Ostblockstaaten zunehmend das Netz als Promotion-Plattform für sich. Und die feine Musik aus Ungarn auf Budabeats versorgt uns mit ordentlich Soul. Besonders Crookram hat es mir angetan. Hier treffen englische Raps auf schmoove Beats und beschwingende Streicher. Aber auch die beiden anderen Veröffentlichungen des noch jungen Netlabels überzeugen mit angejazzten Sounds und einer Liebe für Details.

Eine letzte Postkarte aus Bella Italia

Bevor wir zuhause wieder aufschlagen, schnappen wir uns schnell noch eine von Kirstens Postcards. Das italienische Netlabel versorgt uns nicht mit verkitscht-schmusiger Machomusik und auch nicht mit rauchigen Rockklängen, sondern kommt ganz Indie wie es ist mit ordentlichen Melodien und lebhaftem Wumms um die Ecke. Typisch für Italien, ist natürlich die Organisation der Website gelungen. Da müsste mal ein Deutscher ran. Schließlich findet man die Musik von My Awesome Mixtape nicht gleich, weil sich das ganze ein wenig versteckt - ZIP-Datei des Albums. Sehr schön rotzig, kommt die EP "Songs of Sadness, Songs of Happiness" daher. Klasse! Jetzt kann's nach Hause gehen!

Über den Autor

Phlow-Autor mo. Dieser Artikel wurde am 28.Mai 2008 von mo.. mo. ist Journalist, Buchautor und Webdesigner. Neben dem deutschen Phlow-Magazin betreut er auch die englische Edition unter Phlow-Magazine.com. Der Musikliebhaber lebt und liebt (in) Köln. Weitere Artikel von .

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