I, Robot (Alex Proyas, Will Smith)

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robot_1.jpgEines vorweg: Der neue Film "I, Robot" (Regie: Alex Proyas) ist nur lose an die Kurzgeschichten des Buches "Ich, der Roboter" von Isaac Asimov angelehnt. Das ist aber keineswegs ein Nachteil. Viele Elemente des Buches sind neu zusammengesetzt Teil des Films geworden.

Text: Rene Schmidt

Die philosophische Essenz, nämlich dass die drei Robotergesetze zum Schutz der Menschen in der Praxis durchaus streng befolgt werden, aber dennoch unvorhergesehene und ungewollte Konsequenzen nach sich ziehen können, nimmt der Zuschauer als Erkenntnis mit nach Hause.

Der Plot


Im Jahr 2035 erobert die Menschheit den Weltraum, Roboter dienen treu ergeben ihren Herren in allen Lebenslagen. In dieser Welt lebt Spooner, ein Cop, der Robotern kritisch gegenübersteht und den Pragmatismus seiner Mitmenschen gegenüber Robotern nicht teilt.

robot_2.jpgDie Untersuchungen zum Tod eines Wissenschaftlers des größten Roboter-Herstellers der Welt führen ihn zum Roboter "Sonny", der sich seltsam verhält - offenbar befolgt er die drei Roboter-Gesetze nicht. War es - so wie es aussieht - Selbstmord, oder ein Mord? Und hat ihn der Roboter begangen? Wenn ja, wie konnte er gegen die Robotergesetze verstoßen - gerade sie sollten das unmöglich machen. Die actionreiche Suche nach Antworten zusammen mit der Roboter-Psychologin Dr. Calvin führt ihn zu unerwarteten Erkenntnissen.

Die außerordentliche "Menschlichkeit" der Roboter in der Welt von John Spooner ist ein wesentlicher Aspekt Asimovs Kurzgeschichten in "Ich, der Roboter". Sie verhalten sich bisweilen menschlicher als Menschen. Bei "I, Robot" trifft das aber nur auf den Roboter-Protagonisten Sonny zu, andere Roboter werden kaum näher betrachtet und entfalten auch keine menschlichen Züge, sondern bleiben auf dem "Dosenöffner"-Niveau.

Charaktere


Heimlicher Held des Films ist Sonny, der träumt, sich selbst entdeckt und Zweifel an dem hat, was er tut. Gerade er ist es, der im Film die größte Wandlung in der Wahrnehmung der Zuschauer vollbringt, während Detective Spooner (Will Smith) und Dr. Calvin (Bridget Moynahan) als Charaktere im Film nur soweit entwickelt werden, wie es für die Geschichte notwendig ist.

robot_3.jpgAußer einem Händedruck zwischen Spoon und Sonny am Ende des Films scheint sich bei Spoon nicht viel zu regen. Jenseits von Spoons Roboter-Antipathie und Calvins Glauben an die Roboter bleiben die beiden menschlichen Hauptdarsteller sehr eindimensional, geradezu Stereotyp. Eine Romanze zwischen den beiden entwickelt sich entgegen meiner Befürchtung nicht.

Roboter


Die im Film computergenerierterten Roboter wirken sehr echt und authentisch. Offenbar wurden aktuelle und wissenschaftlich fundierte Erkentnisse der Robotertechnik gedanklich weiterentwickelt und gekonnt auf die Leinwand gebannt. Tricktechnisch gehört der Film durchaus zu den besseren Filmen, auch wenn er sich in diesem Aspekt deutlich bei anderen Blockbustern wie Spiderman und Matrix bedient.

Viel Action


Der gesamte Film wird von technisch gut gemachter Action dominiert - die im Buch aus den späten 1940ern natürlich so nicht vorkommt. Die philosophischen Aspekte der Robotergesetze und deren Konsequenzen für die Menschheit in der Zukunft treten in den Hintergrund, aber etwas anderes hat hoffentlich niemand ernsthaft von einer Hollywood-Produktion erwartet. Im Gegenteil muß der Kinogänger froh sein, dass nicht noch mehr der pathologischen Oberflächlichkeit Hollywoods zum Opfer gefallen ist.

Produkt-Placement


robot_4.jpgWas auch dem unkritischsten Zuschauer im Film auffällt ist die penetrante Schleichwerbung - zu neudeutsch: Product-Placement. Neben Audi-Autos sieht man Cylinda-Kannen, Converse-Schuhe und JVC-Stereoanlagen, die teilweise sogar in Dialogen erwähnt und deren Schriftzüge und Logos freimütig in die Kamera gehalten werden. Wahrscheinlich ist mir das eine oder andere weitere Produkt noch entgangen. Ein unwürdiges Schauspiel. Ob "Sonny" nun eine Anspielung auf den Elektronik-Konzern Sony ist sei dahingestellt. Im Buch jedenfalls wurden die Roboter in Anlehnung an ihre Modellbezeichnungen benannt. NS-5 wäre ein "Nestor", ein QT-10 wäre zu "Cutie" geworden.

Sci-Fi-Action-Film ohne Tiefgang


Im Film Bladerunner wird ebenfalls über die Evolution bei künstlichen Menschen und Intelligenzen philosophiert. Allerdings ist Bladerunner sehr viel tiefgründiger, sogar fast poetisch. Action spielt nicht so sehr eine Rolle. Bei "I, Robot" ist es genau umgekehrt. Das ist wohl auch der Grund, warum Bladerunner im Kino floppte und erst später ein Meilenstein der Film- und Science-Fiction-Geschichte wurde. Auch das könnte sich bei "I, Robot" als genau umgekehrt herausstellen.

robot_5.jpgNichtsdestotrotz hat der Drehbuchautor gut daran getan, das Buch sprachlich und technisch an die Science-Fiction der Gegenwart anzupassen. Asimov gibt in seinem Buch doch mittlerweile arg angestaubte und überholte Ansichten zu Elektronik, Informatik und Robotik zum Besten. Das kann man ihm aber auch kaum vorwerfen, vor 60 Jahren befand sich die Informatik noch in der Steinzeit und Roboter existierten nur in der Phantasie von Science-Fiction-Autoren.

Während ich von den Computeranimationen begeistert war habe ich vom Film als Ganzes eine geteilte Meinung.Schauspielerisch war die Leistung OK, die Geschichte zwar spannend, das Ende dagegen nicht so sehr. Diese Schwäche(n) sollten aber niemand vom Gang ins Kino abhalten: gute Popcorn-Unterhaltung ist der Film auf jeden Fall.

Links


Website: www.irobotmovie.com
Trailer: www.apple.com/trailers/fox/i_robot/
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Kommentare

der Kommentar trifft's eigentlich ganz gut - nur den Besuch im Kino kann ich nicht empfehlen...

meint: chriz am 07.08.04

o u are ugly

meint: kkkkkkkkk am 08.03.06

ich finde der film ist sehr langweilig er könnte besser sein können,aber Will Smith hat seine Rolle gut gespielt!

meint: uuuu am 29.05.06

Fand den Film völlig ok. Das Geld war es Wert, aber drauf gewartet hab ich nicht^^

meint: Blogger am 26.01.07

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