Elephants Dream: Computer-animierter Open Source Film

Rubrik » Video Clip Film Kritik

elephants-dream-.jpgLetztes Jahr haben wir von einem Open Source Film berichtet, der eigentlich keiner war. Der hieß "Route 66". Open Source wurde damals mit freiem Download verwechselt. Dahingegen ist "Elephants Dream" durch und durch Open Source. Der animierte 3D-Film wurde mit der Open Source-Software Blender erstellt und liegt nicht nur als freier Download vor, sondern obendrein sämtliche Materialien des Films.

Text: mo.

Der Link zum computer-animierten 3D-Kurzfilm "Elephants Dream" wartet hier schon seit Monaten auf eine kleine Vorstellung. Also bitte nicht steinigen, wenn Ihr den Film bereits gesehen habt. Denn "Elephants Dream" ist wirklich außergewöhnlich und darum darf man über den Film auch gerne heute noch berichten.

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Das einzige, was den ein oder anderen etwas stören könnte, ist die verstörende Story. Die blickt man nicht 100%, wirft Fragen auf und lässt einen ein wenig kopfkratzend zurück. Schiebt man diesen Aspekt einfach mal auf Seite, so ist "Elephants Dream" schon eine Erstaunlichkeit, optisch und vor allem produktionstechnisch.

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Verblüffend liest man auf der Website, dass der Film ausschließlich mit Open Source-Software erstellt wurde. Diese nennt sich Blender und erlaubt großartige Dinge. Interessant für Ray-Tracing-Freaks und 3D-Modelling-Interessierte ist natürlich, dass der Film Zugang zu sämtlichen Daten gibt, ob Figuren, Hintergründe oder Strukturen. Dadurch taucht man wahrscheinlich schneller und einfacher in die 3D-Welt von Blender ab, als wenn man sich das Programm einfach so vorknüpft. Aber was schreib ich...

Schaut Euch den Film an. Den gibt es in zahlreichen Formaten zum Download unter: http://orange.blender.org

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Kommentare

Welche Story? Dass die beiden sich in einer Maschine befinden sollen?
Ich finde es auf jeden Fall sehr schade, dass sich da Menschen so viel Mühe gemacht haben und sehr viel Zeit in eine Sache gesteckt haben die nicht viel mehr als interessant ist. Eine kleine abgeschlossene Geschichte, vielleicht sogar etwas witzig, hätte sicher mehr Begeisterung hervor gerufen.

meint: Nörmi am 04.08.06

wie oben geschrieben. ich geb dir da vollkommen recht. die story ist wirklich schwach und irgendwie recht nerdig. was lustiges und humorvolles wäre da sicherlich besser gewesen. dadurch hätte der kleine film auch ein breiteres publikum erreicht. wahrscheinlich fehlte entweder ein guter autor, oder den jungs war es einfach wichtig, so viel features wie möglich zu zeigen. denn visuell ist das teil schon sehr beeindruckend.

meint: mo. am 04.08.06

Hey, wo ist eure Phantasie geblieben? Die beiden befinden sich nicht einfach nur in irgendeiner Maschine. Emo und Pope befinden sich im Internet. Und das Internet ist schön, aufregend, faszinierend, verwirrend und gefährlich. Ich finde die Story geil. Es ist halt Kunst und Kunst ist nicht immer leicht zu verstehen.

Vielleicht liege ich mit meiner Sichtweise auc hvöllig daneben. Aber spielt das eine Rolle?

meint: Sven.Space am 04.08.06

Ich frage mich ob man in den meisten Fällen von Veröffentlichung nur Kritikern gegenübersteht, die als Manager fungieren. Was bitte bringt das Qualitätsmerkmal: "mehr Publikum" ?

Konstruktivismus? Funktioniert vielleicht dieser Ansatz? Erinnert mich ein wenig an Lynch...

meint: mindcrawl am 05.08.06

Wenn man die icons für den download betätigt zeigt safari eine Fehlermeldung. Keine Verbindung zu bekommen.


MFG

Peter

meint: Pit am 05.08.06

dann nutze doch einen anderen browser, z.b. den schlauen fuchs.

meint: raketentim am 06.08.06

Was bitte bringt das Qualitätsmerkmal: "mehr Publikum"?

--- ich dachte es wäre ganz gut mehr publikum für open source zu erzeugen und das programm, mit dem der film produziert wird. mundpropaganda für einen schönen kurzfilm erreicht mehr leute und dann auch zufällig leute, die selbst solche programme suchen oder noch gar nicht wussten, dass es sie gibt. so meinte ich das. und es ist doch auch schön anspruchsvolle filme, texte oder alben zu erstellen, die viele hören :) aber publikum ist natürlich nicht alles. das stimmt.

meint: mo. am 06.08.06

@Peter: Wie wärs wenn Du diese Informatio nden Macher nder Website zukommenlässt? Die könnten den Bug dann wenigstens beheben. Hier ist dei nPost lediglich verschwendeter Speicherplatz und hat keine Auswirkung ;-)

Also ich habe den Film jetzt schon ca 20 Leuten gezeigt und die waren alle völlig weg davon. Ich versteh nicht was an der Story schlecht sein soll? Seid ihr zu sehr hollywoodverwöhnt? *g*

meint: Sven.Space am 07.08.06

Man muss wirklich sagen das die effekte sehr gut gelungen sind, genau das will man damit zeigen. Man benötigt heutzutage keine teure Software wie 3dmax mehr. Es genügen schon opensource Programme.
Das Hauptaugenmerk ist definitiv die Visualisierung des Films. Wer hier meint meckern zu müssen soll mal zeigen was erso drauf hat.

In diesem Sinne

meint: Mike am 10.08.06

>>Welche Story? Dass die beiden sich in einer Maschine befinden sollen?<<

Hm... wenn man den Audiokommentaren der Macher lauscht, erfährt man recht schnell, dass es um eine surreale Situation geht. Zwei Charaktere, Emo und Proog, stoßen aufeinander. Proog, von Wahnvorstellungen verfolgt, möchte seine Wahrnehmung der Wirklichkeit Emo vermitteln. Dieser aber sieht nicht, er nimmt seine Umgebung anders wahr. Das kann man z.B. in der Sequenz schön beobachten, wo beide über einen Abgrund gehen. Proog "sieht", wie die Maschine ihm und Emo Stützen nach Oben schickt, über die sie auf die andere Seite laufen können - Emo allerdings geht, als würde er einen normalen Spaziergang machen. Er teilt Proog Wahrnehmung der Wirklichkeit nicht. :-) Der Konflikt wird am Ende gelöst - leider gewaltsam. Eigentlich ein etwas melancholisches, offenes Ende.

meint: SB am 11.08.06

Meiner Meinung nach ist das ein echt gelungener Film! Dadurch, dass er keine tausendmal kopierte Handlung wie in den Hollywoodfilmen hat, kann man sich den auch mehrmals anschauen und hat jedesmal das Gefühl, ihn ein bisschen besser zu verstehen; eine spannende Sache finde ich. Außerdem ist es doch gut, wenn man nach dem eigentlichen Anschauen sich mit diesem noch stundenlang beschäftigen kann und das, obwohl der Film nur 10 Minuten dauert (andere teuer produzierten Filme schaffen das nicht).
Von den grafischen Effekten bin ich auch sehr angetan und wenn man dann noch 5.1-Boxen hat, macht es einfach Spaß, wenn z.B. die schnellen Bilder nicht nur vor dem Auge sondern auch die Töne um die Ohren fliegen, dass macht das ganze noch um einiges stimmungsvoller.
Zu der Sache mit dem "mehr Publikum" mag es schon sein, dass andere Filmarten eine größere Breite an Menschen angesprochen hätte, aber ich denke, dass OpenSource schon etwas ganz anderes ist und sowas auch mit einem ganz anderen Film deutlich gemacht werden sollte (ansonsten hätte man den Film ja gleich mit mäßiger Qualität bei YouTube reinstellen können, da kriegt man ja das Publikum, wenns nur witzig ist). Und gerade Elephants Dream hat mich erst so richtig auf den OpenSource-Trip gebracht ;) und mich dazu bewegt mehr über freies Gedankengut und freie Software nachzudenken.
Ich will jetzt niemandem zu nahe treten, aber wer zu faul ist, über einen Film wie Elephants Dream nachzudenken und sich lieber im Kino berieseln lässt (ich will jetzt nicht alle Filme verurteilen, aber eine Menge, die nur zur Geldmacherei da sind ^^) ist ja in unserer Gesellschaft, die sich immer mehr auf Entertainment konzentriert bestens aufgehoben.
Die Sache, das ganze als Internet zu betrachten find ich auch ganz interessant. Ich hatte mir das ganze bisher einfach als eine Maschine eines verrückten Professors vorgestellt, die alles macht, was man sich vorstellt und die Moral davon wäre, dass man mit so einer Macht auch umgehen können muss, da sie sonst einem selbst zum Verhängnis werden kann. Oder wie der Titel schon sagt, könnte der Film auch gar keinen Bezug zu einer wirklichen Welt haben und nur einen Traum darstellen, in dem man ja auch solch eine Macht hat. Die Sprachfetzen wären dann die Erinnerungen dadran, was man die Tage zuvor akkustisch aufgenommen hat und werden in bestimmten Situationen im Film verarbeitet die wie auch sonst im Film oft Ängste (Dunkelheit, das Nichts, Höhenangst, Klaustrophobie, Angst vor Übermächtigem, =Angst vor dem Tod), denen die Naivität Emos gegenüberstehen, darstellen. Emo und Prog wären dann zwei Seiten eines "echten", träumenden Menschen. Der die Welt vielseitig betrachten kann und sich die Realität ja praktisch aus seiner eigenen Wahrnehmung schaft und nicht andersherum.
Na ja, ich glaube, dass der Kurzfilm um einiges mehr hergibt, als einige vielleicht denken. Jeder kann diesen Film ja auch anders interpretieren, je nachdem -wie schon mo. geschrieben hat- die eigene Phantasie die Geschichte weiter dichtet.
Allen in allem ein sehr, sehr gelungener Film, bei dem es schade wäre, wenn er nicht gemacht worden wäre. Es zeigt doch auch sehr schön, dass nicht alles vom Geld abhängen muss, sondern viel eher der eigenen Wille und die eigene Kreativität die Grenzen sind.
MFG Linus

meint: Linus am 06.05.07

was mich verwirrt ist, das Emo im 1. Abschnitt die Maschine wahrnimmt, Angst vor ihr hat. Dann teilt er plötzlich Progs Wahnvorstellungen nichtmehr, er ist drauf und dran, progs Fantasie zu zerstören, als er ihm erklärt, dass es für ihn nicht real ist. Prog will das nicht warhaben, hat er die maschine doch in gewisser weise auch geschaffen, zumindest kontrolliert er sie (prog=programmer?)
Der Zuschauer befindet sich jedoch die ganze Zeit in Progs welt, so dass er selbst am seinem Verstand zweifeln sollte - oder an emos, der nicht sieht, was offensichtlich erscheint? Ich denke, damit soll auch der Konflikt zwischen den Religionen aufgegriffen werden, die Maschine ist ja eine Art Religion für Prog, er ist bereit, sie mit Gewalt zu verteidigen, wenn andere seine einstellung nicht teilen (Daher auch das Höllenszenario, die Fröhliche Musik, zu der Emo nicht durfte (= Versuchung) und die von Emo als lächerlich empfundenen 'Dämonen' im Telefon)
Für prog scheint dies völlig normal, aber der zuschauer kann so den wahnsinn in seinem verhalten erkennen.

meint: tco am 04.08.07

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