Die Director DVD-Serie

Rubrik » Video Clip Film Kritik

cunningahm_jones.jpgMichel Gondry, Spike Jonze und Chris Cunningham verbindet nicht nur das Wort Musikvideo, sondern auch der glückliche Umstand, dass all ihre Musikvideos vom langweiligen musikindustriellen Einheitsbrei abweichen. Ihre Werke haben nun den Weg auf DVD gefunden, die sich in ihrer Aufmachung jedoch deutlich voneinander unterscheiden.

director_jonze.jpgSpike Jonze

Spike Jonze hat neben den zahllosen Musikvideos auch schon die beiden Hollywoodfilme "Adaptation" und "Being John Malkovich" produziert. Die von ihm vorliegende DVD ist zweiseitig und bietet auf der A-Seite sowohl Musikvideos von den Beastie Boys ("Sabotage", "Sure Shot"), Daft Punk ("Da Funk"), The Pharacyde, The Breeders, Fatlip, Weezer, Fatboy Slim, Dinosaur Jr., MC 900 ft. Jesus, The Notorious B.I.G., den Chemical Brothers und Björk, als auch Interviews, Audio Kommentare der Künstler und ein Making-of des "Drop"-Videos von The Pharacyde.

Die B-Seite enthält Kurzfilme mit Mark Gonzales, "The Oasis Video That Never Happened" und noch einige Dokumentationen. Trotz der Materialfülle hat man sich mit der Gestaltung der DVD wenig Mühe gegeben. Alle Filme werden über ein simples, ziemlich langweilig-funktionales Menü selektiert. Die große Überraschung bleibt leider aus. Zusätzlich liegt der DVD ein 52-seitiges Minibuch mit Fotografien, Zeichnungen und Interviews bei.

director_gondry.jpgMichel Gondry

Michel Gondry begrüßt einen persönlich zu seiner DVD und setzt sich im animierten Menu sogar selbst ans Schlagzeug. Die Aufteilung der DVD ist ein wenig anders. Sowohl A- als auch B-Seite der DVD enthalten Videos von The White Stripes, Kylie Minogue, das geniale Video "Star Guitar" von den Chemical Brothers, alle Videos für Björk, Foo Fighters, Daft Punk, Cibo Matto, Massive Attack ("Protection"), The Rolling Stones, I Am, Jean Francois Coen, Oui Oui usw.

Insgesamt findet man dort 27 Musikvideos, die alle irgendwie toll und voller Ideen sind. Die Menüs bestehen zum Teil aus nebeneinander gelegten Stiften bei der Videoclip-Auswahl und Farbkästen in den Bonusmaterial-Menüs. Das Zusatzmaterial bietet einen 75-Minuten-Film mit Interviews, Werbefilme für Levi's, Smirnoff und Polaroid, Kurzfilme u. a. mit Jim Carey, der angeblich auch in seinem zweiten Film nach "Human Nature" mitspielen wird. Auch dieser DVD liegt ein Buch bei.

director_cunn.jpgChris Cunningham

Neben 8 Musikvideos für Autechre, Aphex Twin, Portishead, Madonna, Leftfield, Squarepusher und Björk findet man das Making-of des "All Is Full Of Love"-Roboterclips für Björk. Das Menü ist verglichen mit den beiden anderen DVDs sehr reduziert-funktional, das wars dann aber auch schon.

Im Hauptmenü nimmt ein sehr schnell zusammengeschnittener Film aus allen Musikvideos 90% der Bildschirmfläche ein. Die Auswahl befindet sich in einer einzigen Zeile. Das Bonusmaterial enthält eine Videoinstallation mit Musik von Aphex Twin, einen Auszug aus einer weiteren Videoinstallation, drei Werbefilme für die Sony Playstation, Levi's und Nissan und noch eine andere Version des Aphex Twin-"Windowlicker"-Videos. Auch diese DVD kommt mit Buch daher. Auf eine B-Seite hat man mangels Material einfach verzichtet.

Zusammenfassend kann man sagen, dass sowohl die Spike Jonze-DVD, als auch jene von Chris Cunningham wenig Neues bieten. Die Spike Jonze-DVD erweckt den Eindruck, als hätte sie einfach eine Person für ihn erstellt ohne, dass es ihn in irgendeiner Weise interessiert hat, ob das nun erscheint oder nicht. Mit seinen Musikvideos konnte ich mit Ausnahme von "It's oh so quiet" (Björk) und "Sabotage" (Beastie Boys) noch nie viel anfangen. Seine Videos sind mir einfach zu amerikanisch.

Einen ähnlichen Eindruck erweckt die DVD von Chris Cunningham, der sich aber zusammen mit Alex Rutherford selbst um Menü und Sound gekümmert hat. Angesichts der Preise für diese DVDs finde ich aber, dass selbst dort "Weniger ist mehr" zu sagen nicht angebracht ist. Die DVD wirkt kalt und steril, eben wie die meisten seiner Videos und glänzt durch die Abwesenheit von interessantem Zusatzmaterial.

Gewinner auf ganzer Linie ist Michel Gondry. Nicht nur wegen der Fülle an Material, sondern auch durch den sichtbaren persönlichen Einsatz für seine DVD.

Mehr: www.directorslabel.com

Alle drei DVDs erscheinen bei Labels/EMI.

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Kommentare

hi

meint: m am 19.09.06

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