Constantine (Keanu Reeves, Rachel Weisz)

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constantine_1.jpgJohn Constantine wurde von Kindesbeinen an mit der Fähigkeit ausgestattet, die Botschafter des Himmels und der Hölle von normalen Menschen unterscheiden zu können. Er kann sehen und erkennen, wie sie auf der Erde ihr Spiel mit den Menschen spielen. Gut gegen Böse, schwarz gegen weiß. Beide Seiten beeinflussen uns wie Marionetten und führen uns in Versuchung.

Text: Lars Sobiraj

Diesem Szenario überdrüssig, nimmt sich Constantine das Leben und wird gekennzeichnet mit dem Kainsmal von der Hölle zurück in's düster wirkende Los Angeles, in die Stadt der Engel geschickt. Keanu Reeves wurde als Dämonenjäger angeheuert. Er versucht sich fortan verzweifelt mit der Jagd auf Höllenboten einen Platz im Himmel zu erarbeiten. Verzweifelt deswegen, weil ihm seine zugeteerten Lungen wegen seines ständigen Zigarettenkonsums nur noch eine kurze Frist gelassen haben.

constantine_3.jpgDie trauernde Polizistin Angela, gespielt von Rachel Weisz, kann und will den von der Mordkomission diagnostizierten Selbstmord ihrer Zwillingsschwester nicht akzeptieren. Für sie steckten hinter dem "Freiflug" ihrer Schwester vom Gebäude der Psychiatrie andere Mächte als ihr eigener Wille. Bei ihrer Suche wendet sie sich als letzten Ausweg an den Geisterjäger Constantine. Gemeinsam erforschen sie in allen Dimensionen die Hintergründe des Krieges zwischen oben und unten und kommen ihrer und der Erlösung der Welt sehr nah.

Die mit vielen okkultistischen Motiven angereicherte Story entstammt der Comicserie "Hellblazer". Aus einer derart biblischen Thematik hätte man spielend einen Film mit viel Tiefgang produzieren können. Fragt sich nur, ob das in dieser Form überhaupt geplant war. Sowohl die düstere Atmosphäre, constantine_4.jpgdie perfekt inszenierten Special Effects als auch Keeves selbst erinnern eher an eine Fortsetzung der Matrix Triologie. Reeves macht seine Sache nicht schlecht. Aber trotzdem stellt man sich häufiger die Frage, ob man ihm diese Rolle wirklich abnehmen kann.

Trotzdem, Langeweile kommt während der Vorführung nicht auf. Auch die verwöhnten Augen der Matrixgemeinde bekommen bei derart vielen optischen Leckerlis viel geboten. Rachel Weisz sprüht förmlich vor Erotik und doch kommen sich die beiden Hauptdarsteller nur sehr zaghaft nahe. Bis auf einen angedeuteten Filmkuss ist alles andere leider der eigenen Phantasie überlassen. Armes, prüdes Amerika.

constantine_2.jpgEiner der Highlights ist eindeutig der Auftritt von Tilda Swinton als Erzengel Gabriel. Auch die Szene in der unser Hauptdarsteller auf dem Weg in den Himmel dem Teufel den Stinkefinger entgegenreckt oder sich ganz am Ende das Anzünden einer Zigarette andeutet, um sich dann zu unser aller Überraschung ein Kaugummi einzuwerfen, weiss zu überzeugen.

An Zutaten ist eigentlich alles da was Regisseur Francis Lawrence für einen filmischen Hammer benötigt hätte. Leider wirkt die Story manchmal einfach zu konfus und actionlastig. Manch Zuschauer wird sich nach 121 Minuten Okkult-Thrillerism gesagt haben:

"Netter Film, schön anzuschauen. Aber an Inhalt und Tiefe hat's trotz aller Bemühungen leider unübersehbar gemangelt!"

Links

Website zum Film: constantinemovie.warnerbros.com/ Trailer: www.apple.com/trailers/wb/constantine/
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Kommentare

"Bis auf einen angedeuteten Filmkuss ist alles andere leider der eigenen Phantasie überlassen. Armes, prüdes Amerika."

Ich weiß ja nicht, wie's hier umgesetzt ist, aber haste mal Lost In Translation gesehn? Deine Beschreibung find ich in dem Punkt wenig nachvollziehbar... als könnte Verbundenheit und Innigkeit nur durch Sexszenen vermittelt werden.

meint: /re am 07.03.05

Natürlich können Verbundenheit und Innigkeit auch durch ganz andere Dinge in einem Film dargestellt werden. Es muss nicht immer nur das eine sein, schon klar und soweit auch völlig okay. Aber zwischen nix und dem anderen Extrem gibt es auch jede Menge Raum dazwischen... ;-)

meint: Lars Sobiraj am 08.03.05

Fand den Fil total klasse obwohl er zeitweise einen hauch von Matrix hatte.Witzig fand ich auch das luzifer in schneeweiß kam.

meint: katja am 07.04.05

eine absolutes muß, nach einem jahr sowas, unglaublich, ich bin eben immer später, besser als gestern und unmöglich ist morgen

meint: ich bins am 07.07.06

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