Aufzeichnung der Musik-Panels rund um die WOS4

Rubrik » Video Clip Film Kritik

netlabel-panel-wos4-3.jpgDas Besondere der Wizard of OS 2006 ist, dass alle verpassten Panels und Diskussionen jetzt über das Web nachträglich anzuschauen sind. Aber auch die Jungs von Netzpolitik.org veröffentlichten die Diskussion der Böll-Stiftung rund um DRM und die Zukunft der Musik über Ihre Website als Audio-File. Ein Videomitschnitt soll noch folgen.

Text: mo.
Fotos: Simon (12rec.de) (mehr Bilder auf Flickr)

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Auf der Wizards of OS wurde zum zweiten Mal auch das Thema Netlabel groß geschrieben. Unter der Leitung von Janko Röttgers diskutierten John Buckman (Magnatune), Olivier Schulbaum (Burnstation), Sebastian Redenz (Thinner) und Moritz "mo." Sauer (Phlow). Die Diskussion gestaltete sich ausführlich mit einer Menge neuer Fakten. Zum Beispiel startet Thinner in ein paar Monaten mit einem neuen Konzept, um rentabel zu werden. Auf der anderen Seite stellte John Buckman sein eigenwilliges Netlabel Magnatune vor und erklärte wie Magnatune rentabel und wirtschaftlich arbeitet und Geld verdient. Stichworte dazu war vor allem die Möglichkeit der Lizensierung.

Video-Mitschnitt: Netlabels: Niche, Long Tail, Blueprint? MP4 | OGG

Die Zukunft der Musikindustrie liegt nicht bei DRM

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Aber auch in der von der Böll-Stiftung veranstalteten Diskussionsrunde mit Johnny Haeusler (Spreeblick.com), Peter Zombik (IFPI, Verband der deutschen Phonoindustrie), Stephan Benn (VUT, Verband unabhängiger Tonträgerhersteller) und mo. gestaltete sich virulent. Dank dem Publikum diskutierten wir mehr als 2 Stunden. Leider zeigte sich Peter Zombik als leicht verkrustet. Irgendwie wehrt sich die Musikindustrie immer noch vehement und glaubt daran, sie könne wirkungsvolle Techniken entwickeln, um Musik via DRM zu kontrollieren. Fast alle anwesenden waren der Meinung: Ditte funktioniert sooo gaa nüscht.

Links

Artikel: Audiomitschnitt *iPod:youTube* - Das Internet und die Zukunft der Musik

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Kommentare

das ist doch ein service, ein hoch auf mo! mal reinhören / sehen

meint: datamat am 23.09.06

also das geschäftsmodell von magnatunes als zukunftsweisend? lizenzhandel = dont be evil? selbst die amerikanische eloquenz des herrn überzeugt mich nicht. was meint ihr dazu?

meint: datamat am 23.09.06

zur zweiten diskussion:

"Irgendwie wehrt sich die Musikindustrie immer noch vehement und glaubt daran, sie könne wirkungsvolle Techniken entwickeln, um Musik via DRM zu kontrollieren"

also das klingt mir zu sehr nach welteroberung, so war das ja gar nicht gemeint. es geht doch darum, dem URHEBER mittel in die hand zu geben, sein werk so zu verwenden, wie er es will. es geht bei DRM nicht um irgend eine "musikindustrie", sondern nur um den schutz der urheber. das ist ein punkt, den viele anscheinend nicht begreifen wollen. das problem ist: viele kernideen von web2.0 funktionieren eben nur, wenn man auf seine urheberschaft verzichtet bzw diese kräftig aufweicht - ein punkt der noch kaum angesprochen wurde, aber für alle angeblich so "modernen geister" offensichtlich ein reines tabu thema ist.

ich muss ehrlich sagen, ich fand einige redner nahezu peinlich, da wird die gema mit urheberrecht zusammengebracht, naiv undurchsichtige konsumenten-freundliche (und äußerst uhrheber-feindliche) fragen in den raum gestellt, hippie argumente verwendet, statistische fakten einfach ausgeblendet ect. während vor allem peter zombik fein säuberlich und nachvollziehbar beschreiben kann wie die lage ist, und konnte im vergleich zu allen anderen rednern ein vernünftiges theoretisches ziel setzen: "der urheber bestimmt was mit seinem werk passiert". nicht mehr und nicht weniger. er konnte auch deutlich beschreiben wieso eine verwertungsgesellschaft mit den heutigen technischen möglichkeiten noch keine "absolut freie wahlmöglichkeit" des lizenztyps anbieten kann: die kontrolle wäre schlicht zu teuer.

diskussionen auf diesem niveau kann man sich sparen, ich konnte zombik's kopfschütteln nahezu hören. was wollte die andere "partei" eigentlich sagen?! keine ahnung, keine ideen aber irgendwie kritisieren, ich finde das lächerlich. alles was ich erkennen konnte war eine art urheberrechts-naivität und hippie träumerei. entsetzlich bis abscheulich fand ich die nachrangigkeit des urhebers bei einigen rednern.

ich kanns nur wiederholen: wir haben (wie bei einigen rednern der jüngeren generation beobachtet) in deutschland ein kräftiges problem mit unserer urheberrechtsmentalität (sonst wären die meisten web2.0 gedanken scharf abgelehnt worden). und das ist auch der grund warum musik hier (denn es ist vor allem ein deutsches problem) kaum noch rentabel sein kann. vor allem weil irgendwelche idioten meinen sich könnten sich als "konsument" über den willen des urhebers hinwegsetzen. das ist schlicht diebstahl und wird es immer bleiben.

so, das wars erstmal, die erste diskussion muss ich mir noch anhören.

meint: fabien am 25.09.06

noch mehr wasser auf die mühlen bietet der fundierte und ausführliche artikel in der FAZ mit dem namen "Sie sind Helden" - http://tinyurl.com/ed2bf

meint: mo. am 25.09.06

fabien,

ich geb dir recht, was das niveau der diskussion anbelangt und zombik ist nunmal ein profi.

aber auch das urheberrecht hat seine schranken, auch heute schon und beschrankt, meiner meinung nach völlig zurecht, die völlige verfügung der urheber über ihr werk. Wenn man musik veröffentlicht, hat man sich eben einiges gefallen zu lassen. auch verschiedene Möglichkeiten der legalen! kostenlosen Vervielfältigung. und das soll auch in Zukunft so bleiben. UrhG $$44aff

Versteh mich bitte nicht falsch, ich bin kein Anhänger der free for all mentalität, und fordere das auch nicht. im gegenteil. eine wichtige frage ist aber dennoch: ist das noch ein musikstück was man da kauft, das unter Copycontrol steht oder mit elektronischen Nutzungsregeln ausgestattet ist. Die Entscheidung muss man selbst treffen, da der Gesetzgeber wegen Abwesenheit einer Gegenlobby, hier nichts tun wird. Wer kauft schon ein Auto das nur 100 km weit fährt? keiner! und wenn alle nur noch autos verkaufen, die nur 100km weit fahren? würde sagen das ist ein fall für regulierungsbehörden... aber auf globalen Märkten... außerdem ist musik nicht so ein "grundebdürfniss" wie ein auto.

und jetzt bitte kein neues fass aufmachen, von wegen autos sind scheisse. danke. ist nunmal für viele ein grundbedüfniss.

meint: datamat am 25.09.06

ach, was allerdings noch anzumerken ist. drm bzw. der teil von drm der immer mit drm gleich gesetzt wird, nämlich copycontrol, ist in erster Linie nicht in sinne des Urhebers, sondern im Sinne des Vervielfältigungsrechteinhabers (=Label). Hier hat der Urheber leider auch nicht wirklich eine Wahl...

meint: datamat am 25.09.06

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