Alien – Viechzeug with Attitude

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alien.jpgNach dem Directors Cut des ersten Alien-Films erscheint nun Mitte Dezember die Quadrology-DVD-Box mit allen vier Sequels plus Extra-Material. Leider liegt uns die DVD-Box noch nicht vor, trotzdem haben wir uns noch einmal an eine Serie der erstaunlichsten und besten Sci-Fi-Filme erinnert. Vorhang auf!

Das außerirdische Wesen der Alien-Filme gehört wohl zu einem der ungewöhnlichsten und überzeugendsten geistigen Entwürfe einer Kreatur, die jenseits unser Galaxie entstanden ist. Zwar basieren die Eigenschaften und Verhaltensweisen auf Lebewesen, die es auch auf unserer Erde gibt, entwickeln aber in ihrer Kombination eine äußerst ungewöhnliche Mischung aus Ekel und Faszination. Daher gründet sich der Filmplot des Klassikers von Ridley Scott auch hauptsächlich auf der Auseinandersetzung und Begegnung mit dem insektenförmigen Monster.

alien3.jpgBlackbox Unterbewußtsein

Wie das Sein des Außerirdischen an dem Unterbewusstsein des Zuschauers rührt, so entwickelt sich auch die Begegnung und lässt viel Raum für Spekulationen. Denn der Thriller entpuppt sich als cleveres Machwerk, dass in seiner Grundform, abgesehen von den hervorragenden Kulissen, kaum auf Spezial-Effekte setzt. Denn das Alien ist kaum zu sehen, verschwindet meist blitzartig und flösst trotzdem, nicht nur der Besatzung des Container-Raumschiffs, Angst ein. Die dichte Atmosphäre und immerwährende Frage, womit haben wir es hier eigentlich zu tun, ist auf der Jagd auf das Monster immer präsent.

Entsprungen ist dieses Wesen dem großartigen Fantasten und Künstler H.R.Giger, der sich schon 1979 mit der Geburt von Alien sein Denkmal setzte. Wer sich mit dem Können, den visualisierten Horror-Szenarien und Kunstwerken des Schweizers schon einmal auseinandergesetzt hat, weiß, dass das fiese Geschöpf nur eine von vielen grausamen, sexuellen und düsteren Träumen Gigers ist. Zwar konnte der vielgelobte Eigenbrötler später mit Entwürfen für weitere Außerirdische wie "Species" sein Werk nicht noch einmal toppen, doch sein Einfühlungsvermögen an menschlichen Alpträumen zu rühren, hat er sich stets bewahrt.

Vor allem kann man den Einfluss eines Künstlers auch immer an der Hand seiner Nachahmer messen. Die Anzahl der Kopien und Mutationen findet man immer wieder. Angefangen bei C64er-Spielen wie "Projekt Firestart" oder damaligen Amiga-Jump'n'Run-Actionspielen wie "Turrican" bis hin zu B-Movie-Filmplagiaten, immer wieder tauchen Variationen des Monsters und seiner Umgebung auf.

alien2.jpgSir Ridley Scott

"I always work like lightning. I'm two-take Charlie."

Neben H.R. Giger ist natürlich auch der Ausnahme-Regisseur Ridley Scott für den unglaublichen Erfolg maßgeblich verantwortlich. Außerdem drehte er 1982, mit der großartigen Unterstützung des Visualisten Syd Mead, der übrigens auch bei Alien mithalf, den Sci-Fi-Kult-Klassiker schlechthin: "Blade Runner". Kürzlich erst von Queen Mum zum Ritter geschlagen, hat der Produzent und Regisseur uns bis heute immer wieder mit großartigem Popcorn-Kino versorgt. Ob nun "Thelma & Louise", "Gladiator" oder auch "Hannibal", der Brite kann stolz auf außergewöhnliche und spektakuläre Filme zurückblicken. Doch neben den Großleinwand-Epen mag es der Regisseur auch mal mit kleinerem Budget wie zuletzt gemeinsam mit Nicolas Cage, Sam Rockwell und Alison Lohmann in der Betrüger-Komödie "Matchstick Men".

Sequels

Mittlerweile denkt Sigourney Weaver schon über einen möglichen fünften Teil von Alien nach. Denn neben einer hervorragenden Story, verstörenden Bildern, war es vor allem auch die Idee eine Frau als ultimative Heldin aus dem nicht enden wollenden Kampf mit der außerirdischen Spezies hervorgehen zu lassen. Selten hat man eine Schauspielerin gesehen, die so gelassen, verletzlich und doch hart wie ein Diamant jeden Mann wie eine Mimose hat dastehen lassen. Nicht zuletzt das Action-Spektakel "Aliens", also Teil 2, verfilmt von James alien1.jpgCameron, hob noch einmal hervor, dass selbst die härtesten Neo-Marines mit dem Überlebenswillen und der Leidensfähigkeit der Protagonistin Ripley nicht mithalten konnten.

Während bei den Sequels die Regisseure wie Klorollen gewechselt wurden, war Sigourney Weaver stets die einzige Konstante, die selbst weicheren Teilen, wie "Alien 3" noch den gewissen Thrill gab. Betrachtet man die Alien-Filme unter cineastischen Aspekten, so kann man an ihnen auch die Zeichen der Zeit ablesen. Vor allem entstand in den 80er Jahren das Action-Kino, wie wir es heute gewohnt sind. "Aliens" war da ein erster Auftakt in einer bis heute nicht enden wollenden Serie action-lastiger häufig auch hirnloser Filme. Vor allem aber der vierte und glücklicherweise qualitativ wieder hochwertige Teil "Alien: Resurrection" unter der Regie von Jean-Pierre Jeunet versöhnte nicht nur die Fan-Gemeinde. Sondern zeigt interessante Parallelen auf, wie sich Drehbuchautoren auch gerne von der reellen Wissenschaft beeinflussen und inspirieren lassen. Deswegen spielte der vierte Teil nach dem vorzeitigen Tod von Ripley in "Alien 3" mit der Idee des Cloning. Mal schaun, ob es eine weitere Folge gibt und wie diese dann ausschaut.

Links:

Alle Alien-Filme

H.R. Giger

Ridley Scott Filmography

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Kommentare

naja, der dritte teil war mit dem ersten der beste. der zweite teil ist halb sf-spektakel halb kriegsfilm, der 4. ein aufgewärmtes sequel um mehr geld einzusacken bei dem der schmachtenden fangemeinde mit winona rider das richtige fressen vorgeworfen wird um dieses ziel zu erreichen. alien 3 ist dagegen ein minimalistisches meisterwerk, eine allegorie auf die kirche, die vergewaltigung, den widerstand ohne waffengewalt. kommerziell kein erfolg weil eben nicht herumgeballert wird und keine sexy frauen a la lora croft männliche fantasien befriedigen. nein, ohne haare ist weaver eine mischung aus zen-nonne und "kampflesbe", zuviel für den gemeinen hollywood-zuschauer.

meint: sum1 am 12.12.03

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