Schreiben im Passiv erhöht die Klickzahlen

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Aufmerksamkeit erzielen durch korrektes Texten | Blogger, Journalisten und Webseitenbetreiber die an einem ROI (Return of Investment) interessiert sind, tuen gut daran Jakob Nielsens Artikel zur Verwendung des Passivs zu lesen. Seine Untersuchungen über die Wahrnehmung von Titeln und Anreissern stellen herkömmliche journalistische Regeln ein wenig auf den Kopf.

Als guter Journalist vermeidet man wenn immer es geht das Passiv. Starke Verben pumpen Sätze voll Vitamine und wirken attraktiv. Passivität in Form von Verben wie "lassen", "können", "sein", "haben" vermeidet man darum, um attraktive schlanke und fitte Sätze zu konstruieren. Jakob Nielsen empfiehlt jedoch hier und da auch den Passiv bei Anreissern und Titeln - nicht jedoch für den eigentlichen Haupttext.

Simple sentence structure, active voice, and positive statements have been key Web-writing guidelines for more than a decade. I don't want you to abandon these good ideas. They do improve content usability in most cases, particularly for body text.
However, recent findings from our eyetracking research emphasized the overwhelming importance of getting the first 2 words right, since that's often all users see when they scan Web pages.

Zwar richtet sich Jakob Nielsens Artikel in erster Linie auf den englischsprachigen Raum, nichtsdestotrotz ergeben seine Untersuchungen auch für die deutschsprachigen Websites Sinn. Darum empfehle ich den Schreibern und SEO-Interessierten unter Euch, sich mal mit seinem Artikel "Passive Voice Is Redeemed For Web Headings" auseinanderzusetzen.

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Kommentare

Google-optimiertes schreiben ist bäh, auch wenn es sich nicht immer vermeiden lässt.

meint: 020200 am 23.10.07

Es geht nicht um gutes Schreiben oder guten Journalismus sondern um SEO-Optimization. Wenn du etwas über gutes Schreiben wissen möchtest, was nicht hinter conversion-rates hinterherjagt, lies Wolf Schneider.

meint: Weltenweiser am 23.10.07

3 mal am tag nach mekka beten soll auch click-rates erheblich verbessern habe ich gehört. gott klickt alles!

ich vertehe nicht wieso sich das gesammte internet google anpassen soll. die verdienen letztendlich ihr geld mit der qualität ihrer suche. SEO ist dabei nichts anderes als google diese arbeit unentgeldlich abzunehmen.

aus meiner sicht nicht sonderlich produktiv, weder für google (die letzendlich kaum anreiz finden ihren algorithmus zu verbessern) noch für den end-user der sich an redundante strukturen, seltsam hole texte und vor allem an überproportional vorhandenen keywords/tags/links gewöhnen muss.

ich frage mich, wer hat letztendlich wirklich etwas davon?

der webseiten-besitzer steckt viel SEO arbeit in seine seite, obwohl er diese stunden locker nutzen könnte um neuen, für menschen nützlichen content zu erzeugen. dann hätte auch der end-user etwas davon und das internet wäre schon um eine information reicher.

guter, und vor allem neuer bzw einzigartiger content ist die einzige echte SEO. alles andere ist meiner meinung nach schlicht verlogen und grenzt an betrug, dazu kommt das die langfristigen folgen von SEO für das internet alles andere als positiv sind. es wird dann eben wie in der echten welt: wer am lautesten schreit wird gehört.

also, verschwendet eure zeit nicht mit SEO sondern verfasst/erstellt dafür lieber guten content. SEO istim grunde nichts anderes als google in den arsch zu kriechen - web-schleimer eben.

meint: fabien am 23.10.07

ihr solltet wirklich mal den artikel lesen. jakob nielsen ruft ja nicht zum seo-schreiben auf. seineergebnisse zeigen nur, dass menschen beim scannen von nachrichten oft nur die ersten drei wörter wahrnehmen. wenn man im wust der informationen gelesen werden möchte, dann muss man halt das kleine zeitfenster nutzen, in welchem man die aufmerksamkeit von anderen erhält, um mit seinen inhalten zu überzeugen.

in erster linie geht es hier um den anreisser und den titel. nicht um den eigentlichen text. im netz muss man halt die balance halten.

meint: mo. am 23.10.07

@fabien:
Ich bin da herzlichst deiner Meinung. Und wenn ich Google richtig einschätze, dann versuchen die auch immer die beste Qualität im Web hoch zu ranken. SEO-optimiertes Schreiben ist da vielleicht ein neuer Stil, eine schreiberische Subkultur die mehr oder weniger durch Algorithmen ausgelöst wurde. Vermutlich würde Google das SEO-Schreiben am liebsten unterbinden und wahrscheinlich arbeiten die längst an Verfahren, SEO-geschriebene Seiten wieder von der ersten Google-Treffer Seite nach hinten zu schieben.

Die Katze beisst sich in den Schwanz.

meint: 020200 am 23.10.07

nur zwei Gedanken, die mir jetzt so kommen:

- wieso soll ich als unbezahlter Blogger mein Blog so anpassen, dass ein kommerzielles Unternehmen mit seinen Suchergebnissen und meinem Content damit Geld verdient? DIE sollen sich gefälligst bemühen für ihr Geld auch meinen Content zu finden!

- Wer interessanten Content hat, wird auch gefunden und gelesen. Man sollte besser nicht den Fehler machen und vor lauter Optimierung den Inhalt vergessen. Mein Opa war auch kaum zu verstehen und sah schlecht aus, er hatte aber was zu sagen und darum hörten wir zu.

meint: SugarRay am 24.10.07

Hehehe, über das Beispiel mit deinem Opa habe ich fünf Minuten lang gelacht! Find ich super!

meint: Peter am 24.10.07

zitat mo:
"wenn man im wust der informationen gelesen werden möchte, dann muss man halt das kleine zeitfenster nutzen, in welchem man die aufmerksamkeit von anderen erhält, um mit seinen inhalten zu überzeugen."

genau daran zweifle ich.

google z.b. galt als es auftauchte durchaus als hässlich, wirkte zusammengebastelt und "kalt". die schlimmste typo aller zeiten - und dennoch die wohl "meistgelesene" page auf dem planeten.

ähnlich ist es mit myspace. es ist unergonomisch, völlig unübersichtlich, unintuitiv, hässlich wie die nacht und dennoch höchst beliebt.

last.fm steckt voller irrwitziger bugs, ist recht kompliziert (installieren der spyware, navigation auf der page, ect) und ist beliebt.

um vielfaches wichtiger ist die mund zu mund propaganda. und die bekommt man nur wenn man wirklich etwas bietet.

meint: fabien am 24.10.07

mit dem netzt ist wie in allen anderen bereichen der popkultur: vorhersagen sind nur sehr begrenzt möglich. daher ist mir als labelbetreiber und, äh, blogger der oppurtunistische mittelweg der liebste: inhalt vor form- aber trotzdem an gugel denken. jpg-textblöcke und flashseiten macht ja auch (fast) keiner mehr.
@fabien- myspace ist ein gutes beispiel... gibt es hässlichere oder schlechter programmierte seiten mit einem vergelichbaren pagerank?

meint: sven swift am 25.10.07

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