Markus Beckedahl: Nach vorne gerichtetes Denken im Internet-Zeitalter

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markus-beckedahl.jpgMarkus Beckedahl ist einer der führenden Köpfe hinter New Thinking einer Agentur, die Firmen über Möglichkeiten von Open Source berät. Darüberhinaus bietet New Thinking in Berlin seine Räumlichkeiten für so verschiedene Veranstaltungen und Projekte wie zum Beispiel den Berliner Webmontag oder den Creative Commons Salon an. Am Bekanntesten dürfte jedoch Markus Beckedahls Weblog Netzpolitik.org sein, für das er kürzlich sogar ein Stipendium von jetzt.de erhielt. Im Podcast interviewen wir den virulenten Netzexperten vor allem zum Thema Copyrights im Internet-Zeitalter.

Interview: mo.
Fotos: Simon (12rec.de)

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Das Interview mit Markus Beckedahl ist ca. 23 Minuten lang und kann natürlich auch heruntergeladen werden: Interview Markus Beckedahl (MP3)

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Website: www.netzpolitik.org

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Kommentare

eine medien-flatrate?! eine bürokratie-bombe, die letzendlich nur den ganz großen zugute kommt. sorry, aber das ist die reinste utopie, die daraus entstehenden probleme werden die jetzigen übersteigen. so ein system kann nur unfair sein. die flatrate haben wir im übrigen schon längst, sie nennt sich GEMA.

bei DRM geht es um eine zielgerichtete vergütung der urheber. nicht mehr und nicht weniger. wo ist das problem?! vielleicht schwierigkeiten bei illegalen handlungen? ...natürlich muss der konsument sich dabei mit einigem stress rumschlagen - ja und?! er trägt ja heutzutage eh nichts mehr bei - weder finanziell, noch kulturell.

wie immer bei diesen "free-whatever" diskussionen werden die "macher" und deren probleme mit eleganz umgangen. das argument zum thema "konsumenten freundliche politik" ist kurzsichtig. wissen und kultur müssen zunächst von spezialisten erstellt werden, es fällt uns nicht in den schoß. diese aufgabe dem "user" zu überlassen und ihm dazu auch noch sogenannte "remix"-möglichkeiten (in meinen augen schlicht verfälschung) anzubieten ist keine besonders schlaue lösung. siehe den kulturellen und wissenschaftlichen output von youtube u.ä.

ganz ehrlich, "user generated culture and wisdom" ist eine traumvorstellung, es kommt dabei nichts nachhaltiges heraus ausser tonnen von stupidem datenmüll und kurzzeitiger unterhaltung. der "macher", der spezialist, der künstler, der wissenschaftler muss klar und deutlich entlohnt werden, von aufmerksamkeit kann man keine miete zahlen.

filesharing als gegebene tatsache anzusehen und darüber hinaus auch noch zu verharmlosen ist verantwortungslos - aber eine gute möglichkeit seine respektlosen illegalen aktivitäten als "völlig üblich" aussehen zu lassen.

wir haben eine "gerüchte-gesellschaft", "meinungs-gesellschaft" oder vielleicht eine "trend-gesellschaft". aber sicher keine "wissensgesellschaft". wer sagt eigentlich, daß wissen und kultur frei sein muss? wieso? nur weil man sie verlustlos kopieren kann?!

tatsache ist, jede idee hat einen urheber. nichts fällt vom himmel herab - immer steckt eine menge arbeit drin... ...diese person kann diese idee sehr wohl für sich behalten bzw es einer klar definierten gruppe von leuten gegen geld zur verfügung stellen. irgendwie kommt es mir so vor, als ob 99% der user gar nicht wissen wieviel arbeit so eine idee benötigt. wie arrogant kann man sein solche ideen als allgemeingut zu fordern (was schlicht bedeutet, dem "macher" jede lebensgrundlage zu nehmen)? klingt irgendwie nach enteignung im sinne des kommunismus... ...die hatten mittelfristig auch probleme überhaupt noch gute ideen zu bekommen...

DRM versucht die existenz-bedrohenden probleme der "macher" zu lösen, während "free-culture" probiert noch mehr bequemlichkeiten für den user zu erkämpfen - eine art gewerkschaft für reine konsumenten. ein schlechter hippie scherz in meinen augen. ich kann diesen "free" trend nicht verstehen. das der konsument das verlangt ist ja klar - geiz ist geil.

fragt mal euren bäcker nach freien brötchen... ...erzählt ihm von "user-generated" brötchen... ...und erzählt ihm, daß sein geheimrezept allgemeingut sein sollte (auch wenn er daran zugrunde geht)...

also, wenn solche diskussionen geführt werden, dann berücksichtigt bitte auch das allerwichtigste in wissen und kultur: die urheber. denn wenn die nicht mehr da sind, steht der user wirklich dumm da und kann seinen 100fach geremixten content genießen. und sicher nicht umgekehrt - der user hat ein bedürfnis zu befriedigen, er wird sich anpassen, er hat keine wahl.

wie soll kultur und wissen in zukunft entstehen? vielleicht nach einem harten tag bei mc donalds?
remix klingt gut (gerade für party-leute und DJs) - das war aber auch schon alles. plagiatismus, verfälschung, versteckte werbung, diebstal, unüberprüfbarkeit, gerüchte und manipulation sind andere wörter dafür.

nur weil verlustloses kopieren möglich ist sollte man das urheberrecht aufweichen?! nur für ein paar user, die plötzlich nicht mehr bereit sind geld für leistungen (kultur, wissen, ideen) auszugeben? ok, dann auf in die user-generated lo-fi kultur & wissenschaft...

meint: fabien am 19.12.06

@fabien: die GEMA ist doch keine Kultur-Flatrate... Je mehr Du konsumierst (=Rohlinge, Drucker, Brenner etc.) desto mehr Gebühren bekommt die GEMA. Das ist irgendwie das Gegenteil einer Flatrate.

Dein Vergleich mit dem Bäcker hinkt auch, sehr gewaltig sogar. Du vergleichst Güter, die prinzipbedingt theoretisch grenzenlos reproduzierbar sind mit einem wirtschaftlich knappen Gut wie Brötchen. Medien mittels DRM künstlich zu verknappen erinnert mich irgendwie immer an die (aufgegebene?) Auffassung der Kirche, die Welt sei eine Scheibe. Tatsachen lassen sich nicht verschweigen.

meint: Rene am 19.12.06

laberrabarber. sagt mal merkt ihr eigentlich nicht, dass die unterschiedlichen positionen nicht miteinander vereinbar sind? viel spass mit der endlosen diskussion.

meint: krusty am 20.12.06

Außerdem ist ja jeder Macher und Spezialist auch gleichzeitig Konsument. Vielleicht ist er nur deswegen zum Spezialisten geworden, weil es ihm vorher möglich war, auch eine Menge an Input zu konsumieren? Und dann daraus eigene, weiterführende Idee zu entwickeln, die auf diesem Vorwissen aufbauen.

Wer z.B. viel Musik hört hat wahrscheinlich auch bessere Chancen selbst ein guter Musiker zu werden, da er sich ja vorher auf diesem Spezialgebiet umfassend "weiterbilden" konnte.

Zum Thema Remix: da gebe ich Fabien teilweise Recht. Andererseits ist aber aus der Möglichkeit, Sachen zu remixen, auch schon oft was völlig neues entstanden. HipHop hätte es ja ohne samplen nie gegeben. Ist - oder vielmehr war - mal eine Remix-Kultur, einen Schritt weiter als das Original.

Man kann eigentlich nur immer wieder jedem bewußt machen, daß er auch seinen Beitrag für die Macher leisten sollte. Freiwillig. Und so auf lange Sicht selbst die Chance hat - oder es anderen zu ermöglichen - selbst zum Macher zu werden. Ein solches System funktioniert nur, wenn jeder seinen dazu Beitrag leistet, es muss sich aus sich selbst heraus generieren. Den ganzen Kulturfluss aber gesetzlich zu reglementieren mit DRM o.ä. würde eine Menge Möglichkeiten und Ideen, die nur durch unsere "Remix-Kultur" entstehen können, komplett verbauen.

meint: disrupt am 20.12.06

Künstliche Verknappung von Gütern gab es ja auch im Kommunismus um so von hinten durch das Knie in's Auge zu schiessen. Ausserdem: warum lässt sich eine Vergütung für Wissen und Ideen und eine freie Kultur nicht vereinabaren? Das funktioniert in der Wissenschaft ja auch.

meint: 020200 am 21.12.06

@Fabien

Ohne Belege zu behaupten die Medienflatrate ist scheisse, ist genau so unnütz wie ohne Belege zu behaupten mit einer Medienflatrate sei jedem geholfen. Immerhin gab es in Frankreich ernsthafte Gedanken, eine solche einzuführen:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/67681

DRM ist meiner Meinung nach so zeitgemäß wie eine Dampflock. Sogar Bill Gates findet DRM scheisse. Oder Peter Jenner. Ebenso wie IFPI und EMI (mehr oder weniger).
http://tinyurl.com/yl7xxr
http://tinyurl.com/yhqcow
http://tinyurl.com/yx2tjh
http://tinyurl.com/y2hmsz

Vielleicht sollle man DRM/Root Kit Spezialist Sony befragen:
http://www.boingboing.net/2006/12/20/sony_settles_rootkit.html

Zudem kann man in genügend MP3 Onlineshops auch DRM freie Musik kaufen:
siehe:
eMusic
bleep.com (= Warp Records)
oder YAHOO http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/5203146.stm

Ach so ja... die Konsumenten konsumiern ja nicht mehr... komisch ist nur, dass das Medienbudget, also die Ausgaben für Bücher, CDs, Leihvideos etc. seit 1995 nie so hoch waren wie im Jahr 2005. OK im Jahr 2001 war es noch einen Tick höher. Allerdings wird tatsächlich weniger Geld für CDs ausgegeben. Die Gewinner sind Leih-DVDs, PC/Consolen-Spiele und "Handy Content". Also nix mit Geiz ist Geil.
http://flickr.com/photos/swen/253155653/in/set-72157594265410883/

User produzieren keine Kultur. Soso... was ist dann mit der Wikipedia? Laut Untersuchungen, hat sie im Schnitt nur einenen Fehler mehr pro Artikel als die Britannica:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/67380

Hast du das aktuelle Cover vom WIRED gesehen? Da is' LonelyGirl15 drauf !!! Oder was ist mit Rocketboom? und meinetwegen auch noch Ehrensenf? Oder ist man nur "Kulturspezialist" wenn man seinen Output verkauft?

Was ist dann mit den ganzen Netaudio Künstlern? Oder Street Art? Kennst du die CD von Johny Cash und Willy Nelson? Da macht Cash Witze, dass seine Songs alle nur geklaut sind. Klar fällt nix vom Himmel (höchstens was vom Baum, wie der Apfel, der Newton angeblich inspiriert hat) aber ein gegenseitiges geben und nehmen gab es schon immer! Was ist mit phlow.net oder netzpolitik.org ? Auch vom User generiert. Oder die neue Beasty Boys DVD? Blogs, Podcast oder Flickr. Alles vom User und das soll keine Kultur sein?

Klar sind 90% von dem Zeug was auf z.B. YouTube gebunkert wird Müll, aber viel besser sieht es in Hollywood oder im Mainstreammusik Bereich auch nicht aus.


Zm Thema Filesharing:
Wie oft muss ich eigentlich noch die Oberholzer und Koleman Untersuchung verlinken:
http://www.hbs.edu/about/news/032904_file_sharing.html

Nach dieser Untersuchung trägt Filesharing ÜBERHAUPT NICHT zu den Umsatzrückgägngen bei den CD Verkäfen bei. Andere Untersuchungen sehen das etwas anders:
http://www.thefactz.org/ideas/archives/53

Die Industrie hat verschlafen, das der User sich Musik in digitaler Form wünscht. Zudem sollen legale Downloads die EInbusen bei CDs in ein paar Jahren ausgleichen:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/5281272.stm
Es sieht auch schon dieses Jahr sehr gut aus:
http://www.bitkom.org/de/presse/30739_43232.aspx

meint: swen am 22.12.06

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