Adrian Wellmann: Astrologie zwischen Rhythmenlehre und Jetzt-Zeit

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adrian-wellmann-2-klein.jpg[Update | Teil 1 und 2] Im Phlow-Podcast widmen wir uns Menschen, die uns neugierig machen. Leuten, die uns spannende Dinge erzählen oder auf einem interessanten Fachgebiet Spezialist sind. Diesmal bewegen wir uns absichtlich fern digitaler Wege und machen uns auf eine Sinnsuche der besonderen Art, die täglich um uns herum diskutiert wird: die Astrologie. Dazu haben wir den sympathischen Kölner Astrologen Adrian Wellmann zuhause besucht. In seiner Praxis mussten wir jedoch feststellen: Auch die Astrologie arbeitet heute mit Computern - bevorzugt bei der Berechnung von Sternenbildern und nicht für eine automatisierte telemediale Beratung. Vorhang auf für Teil 1 und 2.

Text und Interview: mo.

Phlow-Podcast: Astrologie

  Podcast Download Teil 1

Adrian Wellmann lebt in Köln und berät Menschen als Astrologe. Der gelassene Familienvater verzichtet hierbei auf sämtlichen Hokus Pokus und lediglich ein einzelner Steinhaufen in der Mitte seines Seminarraums wirkt ein wenig esoterisch. Ansonsten wirkt das Einfamilienhaus im grünsten Teil von Köln-Klettenberg äußerst bürgerlich und bodenständig. Hier lebt der sympathische Astrologe mit seinen drei Kindern und seiner Frau und gibt obendrein Seminare zum Thema Astrologie. Im kritischen Podcast befragen wir den Astrologie-Experten was Astrologie ist, wie sie zu verstehen ist und wozu wir heutzutage Tierkreiszeichen, Mondstellungen und Medium Köli nutzen können.

Astrologie-Interview Teil 1

Teil 1 unseres Interview-Podcasts ist ca. 20 Minuten lang. Und kann separat heruntergeladen werden: Phlow Podcast: Thema Astrologie (Download) Teil 1.

Astrologie-Interview Teil 2

Teil 2 unseres Interview-Podcasts ist auch ca. 20 Minuten lang. Und kann separat heruntergeladen werden: Phlow Podcast: Thema Astrologie (Download) Teil 2.

Das gesamte Interview mit dem Astrologen Adrian Wellmann

Natürlich lassen sich auch beide Teile in einer MP3-Datei runterladen: Phlow Podcast: Thema Astrologie (Download) Teil 1 und 2.

Links

Website: www.astrologische-praxis.de
Adrian Wellmanns Musikprojekt: www.klangraum-berlin.de

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Kommentare

super, tolles interview,
ich bin begeistert!

hätte nie gedacht das astrologie interessant sein könnte.
bei astrologie dachte ich bisher immer nur an horoskope in magazinen für hausfrauen und an
anderen unseriösen kram.
das hört sich allerdings hier ganz anders an, sehr interessant, danke für den tip!

weiter so, mo.

meint: ronin am 29.12.06

ich bin auch astrologe, ja sogar großmeister astrologe! ich biete genaure und schnellere dienste an. ich hab nicht nur einen schnelleren computer, meine software arbeitet mit 64bit genauigkeit und hat bei der letzen mondfinsternis die beta phase verlassen!

meine leistungen umfassen alle erdenklichen vorhersagen und ratschläge, verpackt in feinster rhetorik. alles natürlich mit wissenschaftlichem anspruch.

hier gleich mal die preise:

- einmalige email beratung: €30.00
- icq 24/7 service: €350.00/Monat
- telefonberatung 30min: €50.00
- persönliche beratung mit fruchtbarkeitsanalyse 1h: €100.00
- neu! webcam service! 30min: €60.00

ich biete selbstverständlich auch schulungen an, nehmen sie einfach mit mir kontakt auf.

alle preise zuzüglich 19% mehrwertsteuer (bzw 16% falls sie sich noch dieses jahr melden). geld ist mir nicht wichtig. überweisen sie den betrag dennoch bitte innerhalb einer woche auf das unten angegebene konto - da 20% des betrages für gute zwecke gespendet wird zählt jede minute.

hier meine AGB (ist nicht so wichtig, muss halt sein):

(zitat von wikipedia)
Das Bestreben der Naturwissenschaften ist es, die Beobachtungen durch Abstraktion auf so wenige Prinzipien wie möglich zurückzuführen (Ockhams Sparsamkeit). Die Kritik an der Astrologie lautet, dass sie die Elemente zunehmend vermehrt. Darüber hinaus existiert bis jetzt keine physikalisch akzeptable Erklärung, wie die oben beschriebenen Komponenten des Horoskops Einfluss auf das irdische Geschehen nehmen könnten. Der gern zitierte Gezeiteneffekt durch die Gravitation ist dafür unzureichend, weit eher hätte es einen gravitativen Einfluss, ob vor dem Geburtshaus ein Baum steht oder nicht, von Bergen ganz zu schweigen. Dieser würde eine viel größere Anziehungskraft auf das neugeborene Kind ausüben, als sämtliche Sterne im Universum es aufgrund ihrer Entfernung können. Unter anderem durch den Mangel an überprüfbaren Erklärungen wird die Astrologie von den Wissenschaften als Pseudowissenschaft abgelehnt. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP, siehe Weblinks) hinterfragt seit vielen Jahren die Astrologie mit wissenschaftlichen Methoden. Sie prüft beispielsweise die Prognosen des Vorjahres derjenigen Astrologen, die davon ausgehen, dass Astrologie Tatsachen beschreibt. Nach Ablauf des Jahres schaut sie nach, wie viele Prognosen tatsächlich eingetreten sind.

In wissenschaftlich korrekt durchgeführten Studien werden die Aussagen und Vorhersagen der Astrologie nicht bestätigt. So wertete ein dänisch-deutsches Forscherteam um Peter Hartmann in einer großangelegten Studie die Daten von insgesamt mehr als 15.000 Personen statistisch aus: ein Zusammenhang zwischen Geburtsdatum – und damit auch dem so genannten "Sternzeichen" (dem Tierkreiszeichen, in dem zum Zeitpunkt der Geburt die Sonne steht) – und individuellen Persönlichkeitsmerkmalen oder gar der Intelligenz konnte in keinem Fall nachgewiesen werden, ein solcher Zusammenhang existiert demnach nicht.[3] Die Studie widerlegt nach Auffassung der Wissenschaftler die weit verbreitete Ansicht, dass jedes Sternzeichen für typische Charakterzüge eines Menschen stehe.

Schon 1979 stellte Kelly[4] in einer kritischen Untersuchung fest, dass (1) die große Mehrheit der empirischen Studien, die zu dem Zweck durchgeführt wurden, die astrologische Lehre zu überprüfen, deren Behauptungen nicht bestätigen konnte und (2) „die wenigen stützenden Studien weiterer Klärung bedürfen“ („the few studies that are positive need additional clarification“).[5]

Darüber hinaus betonen verschiedene Autoren entscheidende methodische Schwächen solcher Untersuchungen wie z. B. selektive Auswahl der Testpersonen, Ungenauigkeiten bei der Geburtszeit oder zu geringe Probandenzahlen. Für die positiven Befunde solcher Studien fanden die Forscher alternative Erklärungen, z. B. tendieren Personen mit astrologischen Kenntnissen dazu, sich gemäß den Vorgaben ihres jeweiligen Sternzeichens zu verhalten.

Wo Prophezeiungen gemacht werden, besteht das Problem der selbsterfüllenden Prophezeiungen. Die Kenntnis und innere Aneignung der beschriebenen Motivationen führt zur tatsächlichen Umsetzung. Dies reicht bis ins Unterbewusstsein und daraus folgender Bevorzugung nach Art eines Temperaments. So lassen sich anschließend Korrelationen zwischen astrologisch vorhergesagten und tatsächlichen beobachteten Verhaltensweisen finden[9]. Aus Sicht der Naturwissenschaften lassen sich solche faktischen Beobachtungen nicht als Begründung für die Stichhaltigkeit der Astrologie heranziehen. Schon durch die Selbsterfüllung kann im psychologischen Sinne die Beschäftigung mit Astrologie ein Mittel zur Selbstinspektion und Selbstreflektion darstellen, ebenso wie andere religiöse beziehungsweise esoterische Glaubensübungen dazu geeignet sind (Tarot).

Neben der Selbstprojektion finden sich in der Psychologie weitere Zumutungen, etwa die Fremdprojektion (ähnlich dem Erlernen der Geschlechterrolle), sowie dem Bejahungsfaktor bei schwammigen Aussagen (sogenannter Barnum-Effekt), die die Selbstbestätigung über das Horoskop in Frage stellen. Für diese Effekte gibt es jeweils fundierte Studien, die deren teils starke Wirkung beschreiben. Ähnlich wie mit der physikalischen Kritik bleibt für den astrologischen Anteil hier nur ein kaum messbarer Hauch eines äußeren Einflusses übrig. Mögliche Beobachtungen sind vielmehr der Ausdruck des Erlernten als direkte Folge der Prägung der Psyche durch das astrologische Modell. In diesem Zusammenhang hat eine Untersuchung, die im Jahr 1978 von den Psychologen Mayo, White und Eysenck [10] durchgeführt wurde, gezeigt, dass abhängig vom jeweiligen Wissen um Gestirnstände Personen, die dieses Gedankengebäude kennen und für sich auch als wichtig betrachten, auch Stellungen der Planeten widerspiegeln. Diese Auffälligkeiten verschwanden jedoch genau dann, wenn Personen getestet wurden, die über keine Kenntnisse astrologischer Behauptungen verfügten.

Astrologie erfüllt bei vielen Menschen ein Bedürfnis nach übernatürlichen, transzendenten oder metaphysischen Erklärungen für ihre aktuelle oder zukünftige Befindlichkeit. Die Erwartung metaphysischer Aussagen lässt per Definition jede naturwissenschaftliche Kritik belanglos sein. Dies trifft übrigens nicht nur für Astrologie, sondern für jedes Wert- oder Anschauungssystem (zum Beispiel Religionen) zu, das jenseits der bekannten physikalischen Welt weitere Determinationen oder Existenzen unterstellt.

;) also, meldet euch! im übrigen kann ich auch kartenlesen, kontakt mit vorfahren aufnehmen, wasser beleben, heilsteine empfehlen, voodoo, u.s.w. alles mit modernsten mitteln und wissentschaftlichen (sie wissen ja eh nicht was das bedeutet) methoden.

meint: fabien am 30.12.06

mal ganz im ernst, ich habs nun zum zweiten mal angehört und kann ausser widersprüchen, endlosen relativierungen und vor allem zirkelbeweisen nichts nachhaltiges entdecken. alles wischi waschi, keine einzige frage wird vollständig beantwortet. wenns konkret werden soll wird wieder relativiert und es werden geschickt zahllose unüberschaubare details hinzugefügt, zyklisch wie die bahnen der planeten. besonders zynisch ist dazu dann der schlusssatz (vor allem wenn es einem kunden gesagt wird).

herr wellman kann wunderbar erklären was er nicht macht und was "seriöse" astrologie nicht ist. andersherum gefragt, wofür zahlt man ihn? das bleibt - wie erwartet - im unklaren. mehr als hausfrauen "mutmacher" psychologie wird es wohl nicht sein. ein "experte", der nicht klar erklären kann was er macht, kann ich einfach nicht ernst nehmen.

wieso sollen konstellationen, die sich wiederholen (und doch nicht?!) zu wiederholenden ereignissen auf der erde führen? gibt es dazu ernsthafte beobachtungen? sicher nicht - das krieg z.b. schon immer eher im sommer geführt wurde hat eher praktische gründe, mit den sternen hat es recht wenig zu tun. auch kalender und wettervorhersagen haben nichts damit zu tun - gibt dem ganzen aber einen (völlig falschen aber wirkungvollen) historisch wissenschaftlichen touch.

jegliche art von esoterik gewöhnt uns an "kranke", unlogische denkstrukturen und naive beweisführung. die struktur der antworten von herr wellman bestätigen das nur.

genausogut könnte ich behaupten, dass die lage der kippenstummeln in meinem aschenbecher (oder karten auf dem tisch, spiegelungen in der kristallkugel, lage der runen, würfelwurf, lage der würste im klo, ect.) eine gleichnis-hafte darstellung der jetzigen "nicht-physikalischen" situation ist (was das auch immer heissen mag, kann mir jemand bitte ein nicht physikalisches erreignis zeigen?!). das erklärt jedoch nicht, WIESO UND OB hier tatsächlich eine ABHÄNGIGKEIT vorherrscht (denn nur darum geht es ja). hier wird - nochmal wie erwartet und in solchen kreisen immer üblich - geschickt herumgeredet. rhetorik ist die einzige wissenschaft die von esoterikern beherrscht wird - und wie (oh! und natürlich auch die BWL).

eine einfache frage: wenn ich den mars in die luft jage, gibt es dann endlich frieden? oder muss es frieden geben damit der mars aus der bahn springt?

...oder ist alles einfach nur schön klingender unsinn?

meint: fabien am 31.12.06

sorry, aber ich muss das noch hinzufügen (aus http://www.astrologiezentrum.de/aktuelles/kontroverse/kontroverse1.html):

Wohl am unverständlichsten ist jedoch die Annahme der Astrologie, daß keine der physikalischen Charakteristika wie Größe, Masse, Spektraltyp, Leuchtkraft, Entfernung eine Rolle spielen, sondern allein der historisch zufällige Name des Planeten bzw. des Tierkreiszeichens. Nicht die dichte Atmosphäre oder die retrograde 243-Tage-Rotation der Venus spielt eine Rolle, sondern jene Qualitäten, die mit der mythisch griechischen Göttin verbunden sind, bewirkt, daß unter ihrem Einfluß freundliche, liebenswürdige, der Liebe aufgeschlossene Menschen entstehen. Nicht die riesige Masse, die kalte Oberfläche, die Dichte des Saturns, sondern jene Eigenschaften, die der alte finstere Erdgott besaß, macht, daß unter seiner Ägide ernste und hinterlistige Menschen geboren werden. Die zwölf Tierkreiszeichen werden von den sieben Planeten (die fünf griechischen Planeten + Sonne + Mond) beherrscht, wobei ein Planet je zwei Tierkreiszeichen dominiert, Sonne und Mond aber jeweils nur eines. Die Zeichen bzw. die Sternbilder des Zodiakus - die aus einem noch zu erwähnenden Grund heute auseinanderfallen - sind ebenfalls ausschließlich über ihre antiken Namen wirksam, d. h. sie wirken, als ob sie die Macht und den Einfluß der entsprechenden irdischen Wesen hätten.

Wollen die Astrologen dem Vorwurf der logisch unverständlichen Namenswirksamkeit begegnen, müssen sie auf alte Erfahrungen von "natursichtigen" Vorfahren rekurrieren, welche dann die Namen der Planeten nach deren Wirksamkeit festgelegt hätten. Jedoch, sind diese Erfahrungen auf gewöhnlichem Wege zustande gekommen, müßten sie auch heute noch nachvollziehbar sein, erfordern sie hingegen eine geheimnisvolle unbekannte Erkenntnisquelle (Scheitelauge), so würde etwas Dunkles mit etwas noch Dunklerem erklärt.

Zudem dürfte dann niemals astrologischer Deutungsgebrauch von einem neu entdeckten Planeten gemacht werden. Der Uranus braucht 84 Jahre, um einmal den Tierkreis zu durchlaufen, Neptun 165 Jahre. Erst wenn die beiden einige Male in jedem Sternbild bzw. Tierkreiszeichen gestanden haben, könnte man eine Ahnung von dem Zusammenwirken bekommen. Dennoch wurde Neptun bedenkenlos mit dem Untergang der "Titanic" in Zusammenhang gebracht, obwohl dieser Planet seit seiner Entdeckung (1846) bis heute den Tierkreis noch nicht ein einziges Mal voll durchlaufen hat.

[...]

Für Menschen, die nicht Erkenntnis, sondern Religionsersatz suchen, sind die kognitiven Einwände natürlich irrelevant. Wenn die Astrologen sich darauf beschränken würden, gute Amateurpsychologen zu sein, die den Menschen aus einer aufgearbeiteten Alltagserfahrung heraus vernünftige Ratschläge geben, wenn die Astrologie eine Art Lebensberatung wäre, die nur nominell und historisch etwas mit Sternen und Planeten zu tun hätte, ja dann könnte sich am Ende sogar eine friedliche Koexistenz von Astrologie und Wissenschaft herausbilden. Allerdings müßten sich dann die Astrologen wirklich auf Common-sense-Probleme beschränken und nicht versuchen, in Konkurrenz zu wissenschaftlichen Unternehmen (Meteorologie, Unternehmensberatung, Medizin, Pädagogik) jene menschlichen Fragen in Angriff zu nehmen, die nur durch fundamentale wissenschaftliche Theorien beantwortbar sind.

so, jetzt ist genug ;)

meint: fabien am 31.12.06

Jetzt lass dem armen Mann doch seine Astrologie-Wissenschaft. Wenn ich mir zum Beispiel anschaue was die theoretische Physik so vom Stapel lässt: laut Stringtheorie besteht die Welt aus einzelnen Fäden, die sich sehr schnell vibrieren und so unsere Welt erzeugen.

meint: 020200 am 02.01.07

Du kannst ihm ja meinetwegen gerne seine Astrologie lassen, aber hör verdammt noch mal auf damit, dafür das Wörtchen "Wissenschaft" zu missbrauchen!

meint: usr am 02.01.07

Das naturwissenschaftliche Weltbild ist auch nur eine Ideologie neben anderen, der durch ihre Spielart der Quantenphysik zusehends der Boden entzogen wird. Der Dualismus von Geist und Materie und die Getrenntheit von Subjekt und Objekt erweisen sich in ihren Untersuchungen als hinfällig und bestenfalls begrenzt gültig. Damit fällt aber die Grundlage, auf der der Absolutheitsanspruch der Wissenschaft beruht. Die Wissenschaften selbst erkennen sich und ihre Aussagen heute als höchst relativ. Eine objektivierte und wiederholbare Untersuchung ist nur möglich, wenn die Welt als eine vom Beobachter unabhängige Außenwelt nach festen physikalischen Gesetzen funktioniert. Jedoch zeigt sich, daß gerade das newton´sche Weltbild physikalischer Kausalität – ein determinierter Kosmos ohne Seele und Geist, einer Maschine gleich - angesichts der Phänomene der Quantenphysik als widerlegt anzusehen ist. (1)
Die Astrologie ist keine Naturwissenschaft! Wer das behauptet, hat ihr Wesen nicht verstanden. Es entspricht der Arroganz sog. aufgeklärten Bewußtseins zu meinen, das naturwissenschaftliche Weltbild sei wahrer und fortentwickelter als die Glaubensvorstellungen früherer oder anderer Kulturen. Wir müssen heute einsehen, daß je nach Grundsatz des Glaubens (Paradigma) dem Bewußtsein eine andere Welt erscheint und so spezifisch auch der Wissenschaft. Die Naturwissenschaft hat das Bestreben die Materie in jeglicher Hinsicht verfügbar zu machen. Um das zu können muß diese als toter Stoff behandelt werden. Und ihr entzieht sich ironischerweise zusehends die Gewissheit darüber, was Materie ist. Das Paradigma der Wissenschaft grenzt die Möglichkeiten rationaler Erfahrungen auf die Phänomene ein, die sie messen und mit ihren Mitteln objektivieren kann. Daher kann bis heute die Wissenschaft keine Auskunft darüber geben, was Leben eigentlich ist. Daß lebendiges Erleben weit mehr ist als das physikalische Funktionieren weiß jeder, der einmal geliebt oder gelitten hat.
Die Astrologie erfaßt dagegen die Ideen und Sinnzusammenhänge in denen Phänomene entstehen – sie fragt nach der Bedeutung dieser Situation! Sie kennt keine Objektivität, sondern nur eine je einmalige Beziehung in einer einmaligen Lage, die sich zusammensetzt aus den wiederkehrenden (kosmologischen) Prinzipien in immer neuer Zusammenstellung. Die Astrologie untersucht die Einmaligkeit einer Qualität und nicht die Wiederholbarkeit von Quantität. Daher ist sie nicht wissenschaftlich erfaßbar und verifizierbar (aber genauso wenig auch falsifizierbar). Für die Wissenschaft, in ihrer Focussierung auf die bloße technische Funktion der Dinge, kann es keine Bedeutung in den Erscheinungen geben. Durch dieses Denken wurde der Mensch entheimatet und seiner Bestimmung beraubt. Ist das Bedeutsame per definitionem ausgeschlossen, bleibt ein sinnloser Materialismus, der nichts Heiliges mehr kennt und dem die menschliche Weisheit verloren geht. Und so greift der wissenschaftsgläubige Mensch in alles ein, was ihm schließlich zu seinem Unheil ausschlagen muß, hat er doch das Heil verleugnet. Unübersehbar ist dies Dilemma mittlerweile – wissenschaftsverursacht! - ein Globales geworden.
Die Astrologie hat ihren Ursprung im Mythos. Dort stand der Mensch in einem sinnvollen Verhältnis zum Ganzen und war auch in diesem Sinne zur Verantwortlichkeit berufen. Dem früheren Menschen war alles Symbol für Geistiges – für göttliche Gegenwart. Daß wir heute über Wertezerfall klagen, liegt unzweifelhaft am Wissenschaftsparadigma, das den innersten Zusammenhang von allem in allem aus göttlichem Ursprung leugnet.
Die Wissenschaft tut ihren Dienst und hat das ihr gemäße Feld. Aber darüber hinaus gibt es Fragen und Wirklichkeiten, die außerhalb ihres Bereichs liegen und mindestens genauso berechtigt sind. Auf die bedeutsamen Fragen des Menschseins – die „ewigen Fragen“ – hat die Wissenschaft keine Antwort gefunden. Aber diese immer neu zu stellen und immer wieder neu zu beantworten liegt in der Würde des Menschen:
Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Warum bin ich hier?

(1) Literatur hierzu empfehle ich: Dr. Bertlmanns Socken. Wie die Quantenphysik unser Weltbild verändert von Shimon Malin. Der Autor ist selbst Quantenphysiker.

meint: Adrian Wellmann am 04.01.07

netter versuch

meint: usr am 10.01.07

GEDULD! die wissenschaft wird schon noch alles beantworten.. ..vielleicht nicht heute, dafür dann morgen. es war doch immer so.

nebenbei: 1/3 der planeten unseres planetensystems haben seit ihrer entdeckung noch nicht einmal (!) ihre komplette umlaufbahn abgefahren. auf welche erfahrungen ("gleichnisse") greift man denn hier zurück?! intuition? phantasie?

es geht auch gar nicht um planeten, sondern um die typischen eigenschaften der gewählten antiken gottheiten nach denen die planeten zufällig (!) benannt wurden.

naja, hat eh keinen sinn...

"Daher ist sie nicht wissenschaftlich erfaßbar und verifizierbar (aber genauso wenig auch falsifizierbar)"

ja, das ist genau das erkennungsmerkmal jeder quacksalberei (religion, dogmen, u.s.w.). genau hier liegt die unseriösität, solche denkstrukturen machen uns dumm und manipulierbar.

meint: fabien am 11.01.07

"ja, das ist genau das erkennungsmerkmal jeder quacksalberei (religion, dogmen, u.s.w.). genau hier liegt die unseriösität, solche denkstrukturen machen uns dumm und manipulierbar."

nachtrag: die wissenschaft verzichtet schlicht auf aussagen die nicht verifizierbar sind. das ist keine schwäche, im gegenteil - das macht sie zuverlässig.

meint: fabien am 11.01.07

Jo, besonders unterhaltsam fand ich ja, wie er die Erkenntnisse der Quantenphysik zur Hilfe nimmt, um das wissenschaftliche Erkenntnisprinzip selbst in Frage zu stellen.

Nun kann sich ein nicht vollkommen debiler Leser natürlich leicht die Frage stellen, nach welchem Erkenntnisprinzip diese Erkenntnisse der Quantenphysik denn nun zu stande gekommen sind, nach dem Naturwissenschaftlichen oder nach dem Astrologischen, aber diese Leser gehören ja nicht zu seiner Zielgruppe.

Man sollte ja nie vergessen: wenn Leute wie dieser Herr Wellmann (Eigendarstellung: "Studium Philosophie und Germanistik (ohne Abschluß)") mit Leuten mit ein wenig naturwissenschaftlicher Allgemeinbildung diskutieren, dann ist es ihnen vollkommen schnuppe, ob sie diese überzeugen oder nicht. Sie wissen ja selber gut genug, dass sie keine Chance haben.

Es geht ihnen wohl vielmehr darum, potentiellen zahlungsfähigen Opfern, die zufällig mithören oder -lesen genug "Fear, Uncertainty, Doubt" aufzutischen, um sie unsicher so unsicher zu machen, dass sie sich der Astrologie zuwenden. Es könnte sich ja vielleicht eine lukrative Geschäftsbeziehung entwickeln.

Typische Merkmale: Viel Text, mit ganz vielen Schrottargumenten. Quantität statt Qualität. Vorzugsweise werden dabei Themen angeschnitten, die der Astrologie zugänglichen Menschen Angst machen. Denn je eingeschüchterter diese sind, desto grösser wird ihr Bedarf nach einem angenehmen Wahrheitssubstitut, wie es Religionen und erst recht Esotherik und Astrologie anbieten.

Der grundsätzliche Unterschied besteht ja gerade darin, dass die Wissenschaft gezielt der Verlockung widersteht, das zu erklären, was sie (noch? eine bewusst offen gelassene Frage!) nicht erklären kann. Die Wahrheitssubstitute hingegen folgen dem Motto "hauptsache eine Erklärung, egal wie schlecht sie ist".

Menschen, die den Unterschied in der Qualität der Erklärungen nicht erkennen, werden sich natürlich der Quantität zuwenden. Vor allem betrifft dies wohl die Menschen, die sich sowieso schon unsicher fühlen. Und genau diese Verunsicherung ist es, die mit all jenen Kampagnen erzielt werden soll, die nach dem Motto "jeder Mensch hat ein Recht auf seine eigene Wahrheit" (siehe auch Antidarwinismus) ablaufen.

meint: usr am 14.01.07

Der Mensch will ja meist vom Verstand her Vereinfachungen und vom Gefühl her Selbstbestätigung (Quelle: Ich). Beides konnte die Naturwissenschaft ihm zu einem bestimmten Zeitpunkt in gewisser Weise geben. Es sah so aus, als würde der Mensch zum Meister der Natur werden, durch die Wissenschaft. Das ist natürlich eine schöne Selbstbestätigung für die Menschheit als Ganzes, andererseits waren die ersten Antworten und Erklärungen ja auch schön einfach und für jeden einzelnen Menschen verständlich.

Es zeigt sich jedoch, dass die Wissenschaft mit jeder Antwort zehn neue Fragen aufwirft und ich meine, die Natur wird niemals erklärt werden können (bin übrigens selber Naturwissenschaftler) - einzelne Phänomene kann sie sicherlich für den Menschen nachvollziehbar BESCHREIBEN, aber eben nie ERKLÄREN. Wie soll auch ein Mensch mit so ein paar Hirnzellen das komplexe Zusammenspiel auch nur der Materie (bzw der schwingenden Energrie-Strings) in DIESEM Universum begreifen können?

Die immer komplexer werdende Naturwissenschaft bietet dem Einzelnen also keine einfachen Erklärungen mehr. Und auch die Selbstbestätigung für die Menschheit geht verloren mit der Erkenntnis, dass es niemals die letzte Erklärung geben wird. Zudem fühlt sich der einzlene ja immer weniger als Bestandteil einer "Menschheit", sondern als Individuum. So hat die Naturwissenschaft als Ersatzreligion sicherlich ausgedient.

Als Individuum braucht der Einzelne nun natürlich auch eine individuelle Religion und genau die kauft man bei Herrn Wellmenn.

Herr Wellmann nutzt es rhetorisch aus, das ein paar Menschen die Naturwissenschaft als Religion heranziehen wollen und dabei scheitern. Sie lassen sich von der pseudo-wisschenschaftlichen Sprache blenden und meinen, nun hier ihre Antworten zu finden. Jemand, der dazu neigt, eine Religion zu suchen und diese bisher in der Naturwissenschft vermutet hat, fällt natürlich auf diese Schiene herein.

Ist ja vielleicht nicht so schlimm, denn man bekommt ja was für sein Geld: Selbstbestätigung. Von einem fremden Menschen hört man hier das ein odere andere Nette über sich selber - kann es etwas besseres Geben? Damit das nicht zu leicht zu durchschauen ist, bekommt das halt alles einen pseudo-wissenschaftlichen Anstrich.

Realisten geben ihr Geld im Restaurant, auf Mallorca, oder im Puff aus und flirten gerne.

meint: Martin am 16.01.07

Das war mal wieder typisch, wie sich diese Diskussion über Astrologie abgespielt hat.
Ein Astrologe, der sich sehr intensive mit der Astrologie beschäftigt hat, trifft auf Leihen, die nur die einseitige Schullehre kennen und anerkennen, ohne auch nur einmal über den Tellerrand geschaut zu haben. Wer keine Ahnung von einem Thema hat, kann sich auch kein Urteil bilden, dass haben sogar Nobelpreisträger eingesehen, die sich geweigert haben, ein Manifest gegen die Astrologie zu unterschreiben, wie sie die Materie nicht kannten.

Ich kann nur allen Unwissenden empfehlen, sich auf der Seite von www.Astro.com mit der eigenen kostenlosen Horoskopdeutung zu beschäftigen, um sein eigenes Wesen zu erkennen und sich von Vorurteilen zu befreien.

meint: Hans am 27.01.07

mhhh... ...ich habe mich sicherlich intensiver damit auseinandergesetzt als jeder typische kunde. aber vielleicht hast du ja recht.. ..kannst du mal bitte etwas mehr ins detail gehen? ausser wirrwarr kann ich hier leider nichts entdecken.

nochmal, erkläre mir bitte das hier: "1/3 der planeten unseres planetensystems haben seit ihrer entdeckung noch nicht einmal (!) ihre komplette umlaufbahn abgefahren. auf welche erfahrungen ("gleichnisse") greift man denn hier zurück?! intuition? phantasie?"

und das hier: "es geht auch gar nicht um planeten, sondern um die typischen eigenschaften der gewählten antiken gottheiten nach denen die planeten zufällig (!) benannt wurden."

ich habe dazu bis jetzt keine antwort bekommen... ...obwohl diese 2 tatsachen direkt am astrologie fundament rütteln und sie als ganzes in frage stellen.

naja, und dann kommst du mit sowas:

"Wer keine Ahnung von einem Thema hat, kann sich auch kein Urteil bilden, dass haben sogar Nobelpreisträger eingesehen, die sich geweigert haben, ein Manifest gegen die Astrologie zu unterschreiben"

..diese herren wollten sich die hände einfach nicht schmutzig machen - sie haben schlicht besseres zu tun als ihre zeit mit quacksalberei zu verbringen. nochmal zu meiner warte: ja, ich habe da vielleicht wenig ahnung. dennoch kann ich quacksalberei durchaus von vernünftigen themen unterscheiden - auch ohne "intuition". das ist das schöne an der wissenschaftlichen methode, sie deckt die meisten scharlatane in kürzester zeit auf.

ps: anstatt sich bei der astro lobby zu informieren solltest du als anfang mal lieber wikipedia einen besuch abstatten. bzw die erdrückende anzahl astrologie-kritischen manifeste, diplomarbeiten, berichte durchlesen.

der herr wellman hat sich in seinem pseudo-akademisch-verpacktes gequacke hundertfach widersprochen und die sache mehr verdunkelt als aufgehellt. DAS IST EINFACH UNSERIÖS, wenn du das nicht erkennst mache ich mir wirklich sorgen um dich.

meint: fabien am 29.01.07

Hallo fabien,

das Thema scheint dich wirklich gepackt zu haben. Wenn du jetzt noch versuchen würdest, die Astrologie zu wiederlegen, könnte aus dir ein guter Vertreter unserer Zunft werden. Das setzt aber ein intensives Studium von mindesten 4 Jahren voraus. Fang erst mal an, dich mit deinem eigenen Horoskop zu beschäftigen, dann wirst du sehr schnell merken, ob die Deutungskunst etwas für dich ist oder nicht. Wie gesagt www.astro.com bietet tolle, kostenlose Onlineangebote. Eigene Erfahrungen bringen immer mehr, als auf das Geschwätz von ideologisch verbrämten Leute oder angeblich objektive Forschungsergebnisse zu hören, die in aller Regel manipuliert sind, weil sie vom Ansatz her schon falsch gestellt wurden.

Deine beiden Fragen sind sehr leicht zu beantworten: Uranus, Neptun und Pluto wurden erst nach der Erfindung des Fernrohrs entdeckt und haben lange Umlaufzyklen, das ist richtig. Die Ephemeridenrechnung für diese Planenten funktioniert aber trotzen für mehrere Jahrtausende in die Vergangenheit und in die Zukunft. Man kann die Bewegung der Planeten und Planetoiden leicht mit Hilfe der numerischen Integration simulieren. Daraus folgt: Unzählige Astrologen haben sich seit der Entdeckung mit der Bedeutung der Planten im Horoskop beschäftigt und haben ihre Erkenntnisse ausgetauscht. Wenn ein Planet wie Pluto über die Horoskopachsen läuft, beschäftigt sich der Klient mit ganz bestimmten Themen, die man leicht in einen Sinnzusammenhang stellen kann. Bei Pluto geht es eigentlich immer um schmerzhafte Transformationsprozesse. Wenn viele Klienten bei signifikanten Planetenpositionen in ähnlicher Weise reagieren, ist klar, wie der Planet zu deuten ist. Das funktioniert auch auf der mundanen Ebene und in der Vergangenheit.

Die Namensgebung der Planeten ist ein Kapitel für sich und wurde hier zu weit führen. So einfach, wie du dir das vorstellst, ist die Sache aber auf keinen Fall. Nicht alle Planeten wurden nach antiken Gottheiten benannt. Pluto wurde beispielsweise nach einer Komikfigur benannt. Du weist schon, der Hund mit den langen Ohren. Im Wesendlichen sind antike Gottheiten Abbilder von psychischen Funktionen, die in jeden Menschen auf der Erde wirken. Wenn du beispielsweise den Kriegsgott Mars nimmst, so verkörpert er das männliche Prinzip der Aggression, körperliche Energie und sexueller Potenz. Astrologen haben über Jahrtausende hinweg beobachtet, wie Mars dieses Prinzip im Horoskop zu Ausdruck bringt.

Das höchste Ziel der Bildung ist die Selbsterkenntnis. Erkenne dich selbst und du hältst den Schlüssel zu deiner persönlichen Freiheit in den Händen. Um das Ziel zu erreichen, kann dir die Astrologie von großem nutzen sein. Für den Anfang wurde ich dir die Bücher von Steven Forrest empfehlen. Du könntest dir seinem Buch „Der innere Himmel“ mal vornehmen. Forrest schreibt sehr unterhaltsam und verständlich. Man kriegt einfach Lust auf mehr.

meint: Hans am 30.01.07

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