Visions: E-Paper als wirkungsvolle Alternative für ein Printmagazin?

Rubrik » Netzkultur Spielerei

visions-weekly.jpgHänderingend sucht die Zeitschriften- und Zeitungsindustrie nach neuen Möglichkeiten, schwindende Käuferschichten an das eigene Blatt zu binden. Besonders auf dem Musikmarkt ist die Luft dünn. Denn den Musikkonzernen und Vertrieben geht es nicht gut. Das schlägt sich zwangsläufig in geringeren Werbe-Budgets nieder. Ist da eine multimediale E-Paper-Variante wie sie das Musikmagazin Visions herausbringt eine Lösung?

Text: mo.

Das Musikmagazin Visions gehört zu den etablierten Formaten im Musikbereich. Dabei bedient das Magazin Menschen mit Gehör und Freude an Gitarrenmusik und verwandten Sounds. Seit kürzerer Zeit präsentiert Visions auch eigene Inhalte in einem wöchentlichen E-Paper-Format auf Flash-Basis. Clever bindet das E-Paper Sounds, Videoclips und natürlich auch animierte klickbare Werbung in Form von Flash ein.

Sicherlich ist das Visions E-Paper eine Reaktion auf die sich änderenden Bedingungen im Printbereich. Leser mutieren immer mehr zu klickenden Benutzern, die zahlreich ins kostenlose Internet abwandern. Das betrübt nicht nur Redaktionen, sondern auch den "Long Tail" aus für die Magazine arbeitenden (freien) Mitarbeitern vom Layouter bis hin zum freien Journalisten. Doch ist das E-Paper-Format eine sinnvolle Alternative?

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Pro und Contra E-Paper

Auf den ersten Blick wirken E-Paper immer schick und slick. Abspielbare Clips bieten einen erweiterten Nutzwert zum besprochenen Inhalt. Das "Look and Feel" wirkt print-artig und übersichtlich. Nur ist eine solche Magazinvariante wirklich eine sinnvolle Alternative? Insgesamt wirkt so ein Format eher kontraproduktiv und negiert die Idee der Vernetzung für die das Internet steht?

Das fängt bei einer unleserlichen Schrift an, die sich nicht ohne weiteres vergrößern lässt. Das geht weiter über Inhalte, die nicht direkt verlinkt werden können und endet meist in einem nicht kompatiblen Suchmaschinenformat. Vielleicht ist das auch die Sicht eines Techies oder veralteten Benutzers. Doch eine Vernetzung ist oft das Fundament eines funktionierenden Internet-Formats. Und das Videoclips spätestens seit YouTube locker per Copy&Paste zu integrieren sind, schmälert eine solche Variante. Als Pro steht dagegen ein auf allen Plattformen gleich aussehendes Format. Außerdem lassen sich Inhalte schneller konsumieren, wenn einmal die komplette Flash-Datei geladen wurde. Integrierte Features lassen sich obendrein natürlich hervorragend über Flash/Actionscript realisieren. Aber ist eine solche Variante wirklich lesbar? Findet Ihr den Ansatz spannend und lest Ihr gerne PDF- und Flash-Magazine?

Links

VISIONS Weekly E-Paper: www.visions-weekly.de/epaper/ (Service eingestellt)

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Kommentare

Flash? ich bin schon froh, wenn eine Homepage 100% Flashfrei ist. Ich kenne Leute die sich weigern Flash zu installieren.

PDF sind ja ganz nett, aber ich persönlich lese längere Artikel sehr ungerne am Rechner, das sind mir Magazine oder Zeitungen dann doch lieber.

Ich meine mein ADAC Heft könnte ich auch als E-paper haben, aber ich ziehe die klassische, gedruckte Variante vor.

meint: Nörmi am 08.02.07

E-Paper am Bildschirm lesen halte ich nicht für eine Alternative, die großartig Zukunft haben wird. Es ist bleibt die Nachahmung von physische und habtischen Eigenschaften. Das E-Paper als tatsächliches elektronisches Papier, so dünn und biegsam wie Papier mit austauschbaren Inhalten die auch ohne Stromzufuhr angezeigt werden können, halte ich indes für sehr zukunftsträchtig. Vielleicht haben dann auch solche E-Mags eine tatsächliche Chance.

meint: Martin am 08.02.07

Genau das war auch meiner Erwartung an diesen Artikel in den Feeds... Problem wird dann bloß sein das diese ganzen tollen EPaper-Books kein Flash lesen/abspielen können und folglich für eine reihe interessanten EZines uninteressant werden... oder nicht?

Hoffentlich packen sie wenigstens sowas wie pdf? Genaueres über Erscheinungstermine ist ja offenbar noch nicht bekannt oder?

meint: Anselm am 08.02.07

das ist für mich jetzt aber nicht ein artikel pro/contra e-papers (dies ja auch anders umgesetzt gibt) sondern ein pro/contra flash - also ein rein technischer ansatz.

meint: aka am 09.02.07

@aka: hm, ein wenig hast du recht. e-paper bezeichnet man wohl eher zeitunten, zeitschriften und bücher, die man auf ein gerät herunterladen kann, oder?

meint: mo. am 09.02.07

das wohl einzige problem bei flash sachen ist im grunde nur, daß google es bis heute nicht geschaft hat eine einheitliche schnittstelle zwischen flash-content und ihren spider-bots zu schaffen. mit pdf ist das schon längst geschehen, nur mit flash noch nicht. das ist aber kein problem von flash, sondern von googles such/spider algorithmus und den erwartungen die die meisten leute an diesem dienst haben.

daher können sich flashpaper einfach nicht durchsetzen - obwohl technisch jeder anderen lösung um jahre voraus (100% multimediaunterstützung, extrem genaues drucken der inhalte, extrem kompakt (kleiner als pdf), 100% plattform/browser unabhängig, 100% freie darstellung, unbegrenzt interaktiv, optional streambar, eine erwachsene OO sprache im hintergrund, die derzeit mächtigste vektoren-engine, AJAX in besser und noch vieles mehr). einfach zu viele denken "google = internet" - was google nicht findet ist nichts wert...

...ich liebe gut gemachte flash pages, dennoch sehe ich wegen der oben angesprochenen google problematik wenig hoffnung für flash-magazine (ausser sie verwenden fortgeschrittene techniken um google irgendwie zu füttern).

meint: fabien am 09.02.07

@fabien: gut gemachte flashpages mag ich schon auch, aber ich bin mittlerweile absolut allergisch wenn musik oder Sound ungefragt anfängt zu dudeln.

Ich denke um ein ePaper mit integrierten Videos salonfähig zu machen gehört fast schon ein eigenes Format her.
Aber wenn man mal die Idee von iPhone und Co. weiterführt und schließlich beim einer Art PocketPC landet sehe ich schon mehr Potential für ePaper

meint: Nörmi am 10.02.07

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