Teil 2: Wie Social Shopping funktioniert

Rubrik » Netzkultur Spielerei

lektuere-nichtleser.jpgEinkaufen im Internet - Teil 2 | Das Prinzip des Social Shopping lädt zum Kommunizieren ein. Kunden, aber auch Händler können ihre Meinung kundtun, indem sie Produkte kommentieren und Top-Listen anlegen – wie man es von konventionellen Einkaufsmöglichkeiten im Netz kennt. Beim Social Shopping zählt der direkte Kontakt: Garagenwerkstattinhaber, Basteltanten und Kunstfreaks beschreiben hier nicht nur ihre Produkte – sie erzählen auch etwas über sich.

Text: Petra Engelke

Social Shopping Serie - Teile 1 bis 3

Dein Freund, der Produzent

Michael Bukowski beispielsweise verkauft Lektüre für Nichtleser voller kurzer Szenen, weil er selten Zeit hat, Romane zu schreiben. Und Jeannine Jonneg hat das Material für ihre Ohrringe kürzlich auf einem Pariser Antiquitätenmarkt gefunden, erfährt man im Profil von SidheFilz. Die Hersteller werden so beinahe zu Bekannten – und man kann ihnen immer neue Fragen stellen. Denn alle Mitglieder dieser Portale sind direkt per Mailfunktion erreichbar, viele fordern sogar dazu auf, sie mit individuellen Wünschen zu behelligen – kein Wunder, dass Maßgefertigtes zu den am meisten nachgefragten Produkten gehört.

nadja-girod.jpgWährend ein Freund des Unikats eine schnelle Strickliesel beauftragt, schrille Weihnachtssocken nach seinen Farbwünschen zu liefern, nutzt ein Maler die unkomplizierte Kontaktaufnahme beim Social Shopping, um sich für ein größeres Projekt mit Künstlern anderer Sparten zusammenzutun. Oder er schaut sich einfach nur um, wie es auch die wachsende Kundschaft tut: „Es ist toll, zu sehen, was andere Designer oder Künstler sich ausgedacht haben!“, so Nadja Girod. Einen Nachteil beobachtet sie dabei allerdings auch.

Manche User nutzen die Portale, um abzukupfern. Girod ist froh, dass sie davon bisher noch nicht betroffen war. Selbst den Großkonzernen der Markenwelt machen Plagiate schwerwiegende Probleme; bei den kleinen Werkstattdesigner liegt zusätzlich eine emotionale Komponente in der Waagschale: Ihre Produkte leben von Originalität, der Unikats-Charakter macht den Charme des Ganzen aus – wenn da jemand etwas nachmacht und dann auch noch verkauft, ist die Enttäuschung groß.

Hier greift die soziale Kontrolle. Wie bei Amazon oder Ebay werden alle Verkäufer von ihren Kunden bewertet, wodurch es schnell auffällt, wenn jemand Schindluder treibt – und der „Veranstalter“ dieses ganz besonderen Flohmarkts ist jederzeit präsent.
Wer hingegen bei Ebay nach Unikaten sucht, hat es nicht leicht.

Weiter zum dritten Teil: Social Shopping - Teil 3: Wo man nach Handgemachtem sucht

Social Shopping Serie - Teile 1 bis 3

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