PDF: Das Netlabel als alternativer Ansatz der Musikdistribution

Rubrik » Netzkultur Spielerei

cover-open-source-jahrbuch.gifZufällig drüber gestolpert. Von Sebastian Redenz gibt es im Open Source Jahrbuch 2005 ein 13-seitiges Essay zum Thema "Das Netlabel als alternativer Ansatz der Musikdistribution". Der Thinner-Labelhead geht dabei nicht nur auf die Netlabel-Geschichte ein, sondern setzt sich in Unterkapiteln auch mit "Distribution und Radius" sowie "Micropayment, Merchandise und Konzerte als Einnahmequellen" auseinander. Das ganze gibt es als freies PDF zum Download.

Text: mo.

In seinem Essay bezieht Sebastian Redenz sich natürlich hauptsächlich auf die Erfahrungen, die er mit Thinner gemacht hat. Zwar habe ich das gesamte Essay nicht gelesen und bin direkt zum Schluss gesprungen, trotzdem ist das Dokument sicherlich einen Blick wert. Das folgende Zitat hat ja auch schon ein wenig Aussagekraft:

Jedes Netlabel könnte mehr individuelle Aufmerksamkeit mit einfachen und traditionellen Mitteln erreichen. Leider wagen es bisher nur wenige Netlabels, Printmedien und Radiostationen regelmäÿig zu bemustern. Einerseits ist dies verständlich, da die Musik der Netlabels virtuell angeboten und somit nicht auf einem Tonträger veröffentlicht wird, andererseits nimmt die Mehrheit der musikinteressierten Menschen Musik auÿerhalb des Internets wahr, indem sie Radio hören und Magazine lesen. Die Erfahrungen mit Thinner zeigen, dass durch eine regelmäÿige Bemusterung die Besucherzahlen innerhalb weniger Monate verdoppelt werden können.

PDF-Download: Das Netlabel als alternativer Ansatz der Musikdistribution

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Kommentare

"Mit dem Wechsel des Formats änderte sich auch die Bezeichnung der Organisationen - aus Module Groups wurden Netlabels."

Stimmt ja in nur den allerwenigsten Fällen. Netlabels sind doch zum größten Teil originär entstanden.

meint: 020200 am 12.04.06

beim kapitel "creative commons vs. gema" irrt sich kollege redenz.

da steckt der fehlerteufel drin. bei gema und suisa können z.b. die online verwertungsrechte von den ansonsten exklusiven verträgen befreit werden.

dies bedeutet aber nicht, dass man dank dieser online befreiung seine werke unter creative commons lizenzieren kann. creative commons lizenzen haben ihre gültigkeit nicht nur im internet, sie gelten auch in der realen welt.

nur ein kompletter verzicht auf gema, suisa verträge ermöglicht im europäischen raum eine lizenzierung unter creative commons.

meint: kus am 13.04.06

ja, auch allgemein verstehen die meisten leute gar nicht erst was die GEMA ist. mit copyright hat das beispielsweise nicht im geringsten zu tun, mit ner gemaanmeldung lässt sich bei einem rechtsstreit nicht einmal beweisen, daß man tatsächlich urheber eines bestimmten werkes ist. die GEMA ist in wirklichkeit eine riesige klassik- und kirchenmusik-subventionsmaschine...

aber auch auf seite der creative-commons-lizenz gibt es keine echte praxiserfahrung und die lizenzen sind in deutschland nichtig, sie haben vor gericht keinerlei wert. den effektiven nutzen dieser lizenz suche ich selbst noch... creative-commons ist eher so ne art gartenzaun, kann gut aussehen, gibt aber keinerlei sicherheit.

auch die regelung "frei nutzbar bis auf kommerzielle zwecke" ist in der praxis mehr als nur schwammig, was bedeutet das in der praxis? kein TV play kein Radioplay und theoretisch auch keine aufführung in clubs bzw öffentliche parties? bitte unbedingt sorgfältig darüber nachdenken! creative-commons ist ne mode, ein zugehörigkeitssymbol. leider nicht viel mehr...

meint: fabien am 13.04.06

steht doch im text (eine schoene
bestandsaufnahme uebrigens):
naemlich dass man noch daran arbeitet eine
gema-kompatible cc lizenz zu basteln.
den erfolg dieses vorhabens schaetze
ich allerdings auch eher pessimistisch ein,
bzw. ich bin mir sicher dass das nix wird.

man sollte sich als 'netaudio-kuenstler' dagegen
lieber sehr genau fragen was einem die
mitgliedschaft in einem solchen verein
bringen soll.

imho nichts, ausser nachteilen.

warum cc in d 'nichtig' sein soll wuesste
ich allerdings auch gerne. aktenzeichen?

davon abgesehen waere eine moeglichkeit der
feineren abstufung der 'kommerziellen nutzung',
bzw. eine genauere definition davon schon
wuenschenswert. man kann natuerlich ganz
formlos dazu schreiben "es gilt cc, im radio
(club, bar,...) dudeln ist aber zusaetzlich
ausdruecklich erlaubt". ist nur irgendwie
unelegant.

meint: martin brinkmann am 14.04.06

interessanterweise herrscht auch bei den bürokraten der GEMA algemeines unwissen bzgl online-verwertungsrechten und ähnlichem.
ihr kennt sicher dieser szene aus dem ersten asterix & obelix-film in dem die beiden nahezu daran scheitern, ein bestimmtes formular ausgefüllt zu bekommen- so füllten wir uns nach langen telefonaten wegen eines cc-releases GEMA-geschützter künstler. aus der veröffentlichung wurde dann nix.
deprimierend & ärgerlich!

meint: Sven Swift am 14.04.06

Das Problem ist und bleibt IMHO, dass die GEMA und ähnliche Vereine quasi-Monopolstellung in den meisten Ländern haben. Es gibt auch andere Musikverwertungsgesellschaften, in Deutschland zum Beispiel Freibank. Was einfach fehlt, ist eine Muskverwertungsgesellschaft speziell für Creative Commons. Die dann eben auch die Traktorplaylists aus dem Club zugemailt bekommt und entsprechend die Mittel an Label und Künstler verteilt. Ist da nicht etwas europäisches auf dem Weg?

meint: 020200 am 14.04.06

ich hab irgendwo im hinterkopf, dass in östereich eine cc verwertungsgesellschaft angedacht wird. wenn ich bloss noch wüsste wo....

cc in deutschland nichtig? wo gibts dazu einen gerichtsentscheid? etwas cc praxis: in holland gibts einen gerichtsentscheid der cc bestätigt und in spanien auch.

um fabien nochmals zu untermauern: die gema, suisa schützt nicht.

meint: kus am 16.04.06

die CC-Fälle in NL und Spanien hatten meines Wissens Erfolg, weil sie mit dem "klassischen" Urheberrecht abgedeckt waren. CC kann schließlich nicht unabhängig von bereits vorhandenen Gesetzen gelten.

Durch eine "GEMA-Vermutung", wie sie in D vor Gericht angenommen wird, ist CC erstmal in der Beweißlast und das kostet eben Anwaltsgebühren etc. Falls die Anwälte Gema mal "Lust" auf die Netlabelszene bekommen kann das auch schnell bitter werden...


meint: datamat am 19.04.06

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