Die vernetzte virtuelle Vitrine!

Rubrik » Netzkultur Spielerei

virtuelle-vitrine.jpgDas Internet ist die größte globale Auslage! Um neue Angebote, Produkte und Ideen in die Vitrine zu legen, reichen oft ein paar Klicks. Kosten spielen in der Regel keine Rolle, weil die Vervielfältigung digitaler Güter schlicht nichts kostet. Zahlreiche Musiker nutzen die virtuelle Vitrine darum für sich, bauen Netzwerke und vermarkten sich clever und leiten Benutzerströme.

Text: Moritz »mo.« Sauer

Die Möglichkeiten und Services für Musiker im Netz gestalten sich immer unübersichtlicher. Kein Wunder, jeder will etwas vom Kuchen, jeder scheint eine gute Idee zu haben und schließlich warten da eine Menge Musiker und Künstler auf ihre Chance. Groß im Trend sind dabei natürlich nach wie vor Musik-Communities wie Virb.com, Last.fm oder MySpace.

Dabei zeichnet sich jedoch langsam ein Trend ab. Während MySpace der hässliche Discounter unter den Communities ist, wandern die so genannten „early adopters“ in besser designte und mit einem adequateren Funktionsumfang ausgestattete Communities wie zum Beispiel Virb. Kontinuierlich findet dadurch eine Differenzierung der Communities statt.

Zwar nutzen diese Musik-Portale den Künstlern beim Aufbau von (globalen) Freundes- und Partnernetzwerken, die Vermarktung und einen gezielten Gewinn werfen die Communities derzeit jedoch noch nicht ab. Interessant gestaltet sich die Vernetzung in solchen Gemeinschaften erst dann, wenn Online-Shop-Systeme mit Communities verknüpft werden. Wenn also das gesunde Fan-Netzwerk für den Absatz von MP3s und Merchandise in die eigenen Stores geleitet wird.

Der Koopa-Coup

Besonders interessant gestaltet sich hierbei die Community Last.fm. Kürzlich an den US-Medienriesen CBS verkauft, bietet Last.fm Musikern ein hilfreiches Werkzeug bei der Vermarktung. Musiker, die bei Last.fm ihr Tunes hochladen, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Musikliebhaber die Musik der Künstler über das Personal-Radio-Portal bei einem Anbieter wie Amazon kaufen. Schließlich verlinkt Last.fm abgespielte Musik mit passenden Produkten, um sich selbst zu finanzieren. Sollte demnächst dann noch eine dicke Kooperation mit dem Download-Shop-Sytem 7digital.com entstehen, so können auch Musiker ohne Label ihre EPs, Songs und Alben in Eigenregie verkaufen.

So stürmte zum Beispiel die Punk-Pop-Band Koopa bereits vor einiger Zeit in einer Do-It-Yourself-Aktion die UK Charts erfolgreich. Nicht auf herkömmlichem Wege per CD- oder Vinyl-Tonträger-Verkauf, sondern ausschließlich über die Anzahl der verkauften Downloads aus ihrem MP3-Shops katapultierten sich Koopa in die Charts.

Da in England Musik-Charts nicht nur aus dem CD- und Vinyl-Verkauf berechnet werden, sondern auch Musik-Downloads in die Statistik einfließen, gelang Koopa der Coup. Gezahlt hat die Band dafür gar nichts – nur Zeit investiert. Zeit für den Aufbau einer soliden Fan-Base, die über MySpace & Co. einfach in den kostenlosen Download-Shop von 7digital unter www.indiestore.com/koopa/ geleitet wurde.

Und selbst den mussten die drei Bandmitglieder nicht bezahlen. Denn eine kostenpflichtige Registrierung fordert Indiestore.com erst ab dem fünften angebotenen MP3-Download. Und mehr als 4 MP3s standen bei Koopa nicht in der virtuellen Vitrine.

Kleine Presseschau:

Info: mo.s Web 2.0-Kolumnen erscheinen jeden Samstag exklusiv auf intro.de, dem Portal für Popkultur und so und können dort eine Woche im voraus gelesen werden.

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