In den Fängen der Datenkrake (Teil 1)

Rubrik » Netzkultur Spielerei

google-girl.jpg Unsere Wissensgesellschaft wächst mit Hilfe des Internets in einer Schnelligkeit, der man gar nicht folgen kann. Suchmaschinen und Such-Services bilden oft den ersten Schritt auf der Recherche nach Informationen. Die Suchgiganten legen leider nicht nur Wissen vor, sondern diktieren die Aufmerksamkeitsströme im Internet. Das Suchmaschinen die Suchergebnisse immer häufiger im eigenen Interesse manipulieren zeigt sich deutlich am Beispiel von Google.

Gestern saß ich vor einem jungen unbefleckten Bankangestellten. Seine Frage nach meinen Tätigkeiten führte uns unversehens in einen kleinen Exkurs über Google. Mit roten Ohren fragte mich der junge Mensch: "Man kann die Suchergebnisse von Google beeinflussen?" und erklärte mir kurz darauf: "Ich habe noch nie unten auf die Links zu den weiteren Suchergebnissen geklickt. "Siehst Du, genau darum ist Suchmaschinenoptimierung so wichtig! Jeder will in die Google-Zone". Das alle manipuliert werden, merkt komischerweise niemand.

Es gibt diesen wunderbaren Videoclip über die Google-Zone. Die futuristisch anmutenden Fakten, die Aufmachung, die Aufklärung und eigentliche Warnung, die 2015 zum Wendejahr in der Menschheit anvisiert, scheint bereits heute zu existieren. Eine virtuelle Zone, eher noch eine eigene Welt, die von wenigen kontrolliert wird, allen voran Google.

Ein Gigant verteilt Arschtritte

Wie Google es dorthin geschafft hat, ist der Masse der Surfer oft unbekannt. Das Google mit Werbung Geld verdient auch. Mit einem Werbeetat, der mittlerweile an den eines Fernsehgiganten wie ABC heranreicht, interessiert noch weniger Netzsuchende. Das die Gewinne immer immenser werden und vielleicht irgendwann in naher Zukunft alles bisher erreichte sprengen, darüber debatieren nur Nerds, Geeks und Freaks.

Schon lange ist Google kein Suchgigant mehr, sondern mutiert kontinuierlich zum größten Medienunternehmen der Welt. Die Macht seiner Suchmaschine nutzt das Unternehmen immer häufiger, um sich selbst zu promoten und andere aus dem Markt zu drängen. So drangsalierte und bestrafte Google im Herbst 2007 zahlreiche Firmen, die Links von Webseiten an andere Webseiten verkaufen. Der nächste Schritt galt Firmen, die bezahlte Artikel bei Bloggern ermöglichen. Bestraft wurden die kleinen Blogger und Schreiberlinge, die mit ihrer Website Geld verdienen wollten. Google manipulierte ihre Positionen in den Suchergebnissen und drückte Seiten, die Link-Handel betreiben aus den Top-Rängen.

Google vermarktet zunehmend sich selbst

Aber es geht noch eleganter ohne sich mit anderen anzulegen. Dazu kauft man einfach die größte Videoplattform, YouTube, und verleibt sich zumeist illegal genutzte Inhalte in Form von Videoclips ein. Um Copyright-geschützte Inhalte auf der Video-Plattform zu belassen, versteckt YouTube sich hinter dem amerikanischen Copyright-Millenium-Act.

Der ermöglicht YouTube die Veröffentlichung geschützter Inhalte, solange YouTube keine Werbung schaltet. Genau aus diesem Grund schuf YouTube jüngst einen neuen Kanal. Dort wird demnächst Werbung geschaltet. Und damit das möglich wird, steht das Sub-Unternehmen von Google in Verhandlungen mit anderen Zweigen der Unterhaltungsindustrie.

Aber noch einmal zurück zu den Suchergebnissen. Wie oben geschrieben, promotet sich die Suchmaschine hier selbst. Aufgefallen ist mir das in der jüngsten Vergangenheit besonders bei Filmen. Insbesondere wenn man Trailer aktueller Filme per Google sucht. Dann stubbst Google einen immer häufiger zurück ins eigene Universum. Und, "Huch!", leitet den Suchenden zurück auf YouTube. Und damit das Marketing auch richtig funktioniert, bildet die Suchmaschine zusätzlich noch kleine Bildchen neben den ansonsten rein text-basierten Suchergebnissen ab.

Morgen gibt es dann den zweiten Teil! "Das perfekte Medienunternehmen lässt seine Kunden und Besucher nicht mehr aus den eigenen Fängen. Es negiert die Existenz anderer Medien und versorgt seine Bewohner rundum mit Texten, Video-Inhalten, Musik und Software. Willkommen in der Google-Zone!"
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