Blogger-Kodex: Eine Frage der Ehre?!?

Rubrik » Netzkultur Spielerei

bloggercodex.jpgWie ein hässliches Branding brennen digitale Verleumdungen, Schmährufe, Morddrohungen und Online-Stalking auf der eigenen Persönlichkeit, wenn man unversehens Opfer eines Bloggers oder eines gesamten Blogmobs wird. Ob ein Bloggerkodex virtuellen Penetrationen vorbeugt, ist fraglich. Trotzdem gibt es Abhilfe mit ein wenig Web-Kungfu.

Man muss sich immer wieder in Gedanken daran erinnern: das Netz ist noch jung. Und die Umwälzungen, die eine globale und lokale Vernetzung anschieben, rollen immer noch über die Gesellschaft – manchmal wie ein Tsunami. Eine der traurigen „Begleitungerscheinungen“ sind Pöbeleien, Lügen und im schlimmsten Fall sogar Morddrohungen in Beiträgen und Kommentaren. Der Ton, die Schreibe und die Penetranz herumtrollender Provokateure nervt nicht nur, sondern ufert schon einmal aus – manchmal sogar täglich. Im schlimmsten Fall zerfleischt gleich ein rufschädigender Meuchelmob sein Opfer.

Was einige im angesicht der Blogosphäre als „Weisheit der Masse“ heraufbeschwören, schlägt bei einer gemeinsamen digitalen Lynchjustiz ins krasse Gegenteil. Getroffen werden in solchen Fällen in der Regel Einzelpersonen. Große Unternehmen oder Medienkonzerne verfügen im Streitfall über eine schlagkräftige Rechtsanwaltstruppe. Die prügelt dann „unrechte“ Berichte oder Kommentare schnell aus den Blogs und mahnt ihre Betreiber ab. Seit im März der Bundesgerichtshof in einem Urteil entschieden hat, dass Betreiber von Internet-Foren für die Beleidungen durch Dritte haften, sind zahlreiche Blogger deswegen noch vorsichtiger geworden (BGH Urteilsbegründung in Sachen Forenhaftung). Schließlich müssen strafbare Äußerungen gelöscht werden, sobald man von den Einträgen Kenntnis erhält.

Stigma: Das Google-Tatoo

Eine der wichtigsten Regeln – insbesondere in Zeiten des Web 2.0 – lautet: Das Netz vergisst nie. Im Web veröffentlichte Bilder, Texte, Videos und Sounddateien finden sich auch noch Jahre später. Dieser Methusalem-Effekt des Internets brennt vor allem dann auf Menschen wie ein hässliches Stigma, wenn es sich um Schmähungen, Drohungen und Verleumdungen handelt. Letztens Endes poppen die digitalen Tätowierungen spätestens bei der nächsten Suchmaschinenanfrage in Kombination mit dem eigenen Namen auf. Je nach dem wer gerade nach einem im Netz forscht, führt das schnell zum Exitus der Bewerbung, eines Angestelltenverhältnisses, oder, oder, oder...

Professionalisierung + Selbstregulierung = Erfolg?!?

Aufgrund dieser Tatsachen forderten bereits einige – auch prominente Web-Persönlichkeiten wie Tim O'reilly – einen Verhaltenskodex für Blogger. Aber ob so eine Selbstregulierung greift? Ich bleib da äußerst skeptisch. Wer andere Menschen verleumdet, penetrant beschimpft oder angreift, der lässt sich auch von einem Bloggerkodex nicht im Zaum halten. Gesetze verhindern Verbrechen schließlich auch nicht. Und braucht man so einen Kodex? Nein.

Wer nach kategorischem Imperativ handelt, hält sich aus eigenem Antrieb an einen gepflegten Ton und recherchiert nach. Wer unsicher ist, wie er sich zu verhalten hat, dem empfehle ich ein Update beim Presserat. Für einwandfreies Benehmen und wie journalistische Sorgfalt aussieht, liest man einfach im Pressekodex nach. Verinnerlicht man den Kodex, ist ein journalistisches Handeln garantiert.

Web-Kungfu: The 36 chambers of Shaolin

Aber wie reagiert man, wenn man sich selbst urplötzlich in der Rolle eines Opfers widerfindet? Als allererstes empfiehlt es sich, wie in sämtlichen anderen anstrengenden Lebensphasen auch: Ruhe bewahren. Im Internetjargon bedeutet das schlicht: Don't feed the trolls! Die direkte Reaktion auf eine Attacke, entwickelt sich schnell zu einem Desaster, ähnlich einem unachtsamen Tritt auf eine Banane. Der Aufprall endet meist schmerzlich. Denn hämische und verleumderische Einträge verbreiten sich im Netz oft und gerne in windeseile. Gerät ein solcher Schneeball ins rollen, wächst er unweigerlich zur Lawine an. Wie eine Epedemie verbreiten sich solche Informationen und stecken andere Blogs mit dem Virus an. Also nochmal: Ruhe bewahren!

Auch wenn die Pest Internet-Stalking kontinuierlich zunimmt, so bieten sich den jeweilgen Betroffenen glücklicherweise zahlreiche Möglichkeiten angemessen zu reagieren. Das Einschalten von Freunden und Bekannten, die Dokumentation und das kürzlich eingeführte Anti-Stalking-Gesetz verbessern die Möglichkeiten sich gegen virtuelle Belästigungen zur Wehr zu setzen. Während Freunde und Bekannte die Vorfälle als Augenzeugen mitverfolgen und eventuell sogar mäßigend wirken können, so hilft die Dokumentation für mögliche rechtliche Schritte. Außerdem verschafft einem die Dokumentation ein wenig Abstand zum Geschehen und bewirkt ein ruhigeres und konzentriertes Handeln.

Ein weiterer Schritt zu mehr Informationen bietet das Netz natürlich selbst. So tauscht man sich auf Foren und Websites wie www.stalkingforum.de, www.stalking-info.net, www.internetvictims.de, www.stalkingforschung.de oder www.no-stalking.de aus und bildet sich weiter für den Kampf um die eigenen Persönlichkeitsrechte.

Hilft das alles nichts oder beauftragt man lieber direkt die Profis, so greifen einem Unternehmen wie www.reputationdefender.com gerne unter die Arme. Solche Agenturen ziehen bösartigen Ekelbloggern und Online-Stalkern je nachdem sanft oder brutal den Zahn. Ganz nach dem Motto: Search & Destroy.

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Kommentare

vielleicht sollten Sie sich mal etwas ausführlicher mit dem Forum www.internetvictims.de und deren Betreiber Thomas Volkmer und Udo Prummer auseinander setzen. Vielleicht stoßen Sie ja bei Ihren Recherchen auf den international tätigen Adressbuchschwindel und den sogenannten "weissen Ritter". In dem Forum was auf ihrer Seite mit beworben wir, wird gegen Menschen gehetzt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Tätigkeiten dieser "Mafia" anzuprangern.

Ja, manche behaupten sogar das das Forum mit diesen Leuten zusammenarbeitet. Ja und die beiden Betreiber waren früher für diese Leute beschäftigt.

Damit Sie nicht so lange suchen müssen, hier ein paar erklärende Links:

http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1630

http://www.gegenjustizunrecht.ru/6-Online/6f-News/mehr-zu-news/news-diverse/woodell-05-07.html

http://www.beschwerdezentrum.de/_aktuell/internetvictims.htm

http://www.mein-parteibuch.com/blog/2007/12/16/kriminelle-bedrohen-beschwerdezentrum/

und dann noch ein wenig bei www.google.de nach dem Wort "Internetvictims" suchen.

meint: Nordlicht am 25.03.08

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