Geld verdienen mit Musik

Rubrik » Musik Marketing Promotion

money.jpgFragen zum Musik-Marketing | Wie verdiene ich als Band Geld? Wie unterstütze ich Musiker, die auf meinem Netlabel Sounds veröffentlichen? Welche Möglichkeiten gibt es für Musiker im Internet Geld zu machen? Diese Fragen beschäftigen mich derzeit zunehmend. Auftakt zu einer neuen Serie.

Text: Moritz »mo.« Sauer
Foto: Klaus

Wenn es um Arbeit geht, dann halte ich es wie die meisten Künstler und Netlabels: Ich schreibe lieber intensiv Texte als das ich mich um die Vermarktung meiner Produkte kümmere. Kunst ist mir einfach lieber als Marketing. Sie liegt mir näher und ich kann Anbiederung und Sich-Selbst-Verkaufen nicht leiden. Da schwingt immer unterschwellig etwas von Prostitution und schnödem Mammon mit. Ich wünsche mir lieber, wie der Prinz auf der Erbse entdeckt und belohnt zu werden.

Ich höre jetzt einige lachen und ich verstehe Euch voll. Und genau das ist der Knackpunkt. Wer weiterhin seine Kunst betreiben möchte, der muss das Umfeld, das Fundament und den Boden beackern, damit seine Kunst weiterwächst. Vereinfacht gesagt: Wer morgen noch musizieren möchte, sollte sich heute um die Vermarktung kümmern. Wer nach seinem Studentendasein weiterhin Zeit für sein Netlabel haben möchte, der muss versuchen Geld für Betrieb, Künstler und Ausbau verdienen.

Das mo. und das Marketing

Darum hege ich gegenüber Marketing-Menschen und Promo-Hasen in der Regel eine leichte Abneigung. Das hat auch definitiv mit Neid zu tun. Letzten Endes bewundere ich einige Marketing-Fuzzis für ihr Talent. Baff vor Staunen muss ich dann manchmal eingestehen, dass es manche echt drauf haben, Scheisse als Gold zu verkaufen. Es gibt nur wenige Vermarkter, die ich schätze und bei denen ich neben dem Geldverdienen auch einen Spirit für die Kunst, Musik und Literatur spüre, die sie vermarkten. Dazu gehören alte Freunde wie Christoph Bornefeld und Markus Erdmann oder Menschen wie Sascha Lobo. Die versuchen Marketing nicht als Ausverkauf zu betrachten, sondern arbeiten für die Kunst. Nur eben auf ihre Weise und mit ihren Talenten.

Startrampe Marketing

Wie im Anreisser beschrieben, beschäftigen mich derzeit zahlreiche Fragen zum Thema Marketing. Genauso wie Chris, fuchst es mich, dass Netlabels noch kein eigenes Verwertungsmodell gefunden haben. Letzten Endes waren es in den vergangenen Jahren immer die Netaudio-Künstler und Netlabels, die Trends gesetzt haben und das Netz fruchtbar genutzt haben.

Ich weiss heute recht genau, wie man im Internet Aufmerksamkeit erzeugt, wie man sich eine gute Präsenz aufbaut. Das zeigen meine beiden Bücher. Die Antwort, wie man die eigene Website und die eigenen Inhalte zum Lebenserhalt ausbaut, steht dagegen jedoch noch offen im Raum. Darum möchte ich mich in den kommenden Monaten mit Euch näher einer Antwort auf die Frage und (neuen) Möglichkeiten der Vermarkung nähern. Ich bin selbst gespannt, wohin uns das führen wird. Demnächst gibt es auf Phlow darum zahlreiche Tipps, Möglichkeiten und Interviews. Wer jetzt schon hilfreiche Websites kennt, der kann sie gerne in die Kommentare posten. Wenn spannende Links dabei sind, werde ich sie in den kommenden Wochen vorstellen.

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Kommentare

hallo mo,

erklär mir doch mal bitte welcher trend von Netlabels* ausging. Abgesehen von Musik umsonst im Netz anzubieten.

Es gibt sicherlich einige Trends, die von Netlabels adaptiert wurden, aber etwas originär neuen kann und konnte ich nie erkennen.


*im Sinne von Phlow

meint: datamat am 08.09.07

1. netlabels waren die ersten die musik über das internet angeboten haben und eigene websites/plattformen dazu aufgebaut haben.

2. podcast-abos für musik habe ich als erstes bei netlabels zb. subsource entdeckt.

3. flash-cover für musik-veröffentlichungen habe ich als erstes bei netlabels entdeckt - sehr schön minus n

4. wenige musiknetzwerke haben so plattform-übergreifend für die produktion agiert wie netlabels. ich kenne mehr netlabels, die global kontakte für mastering und produktion geknüpft haben als herkömmliche netlabels => kommunikation per email, mastering per netz, artwork per digitalkommunikation

5. netlabeles waren wohl auch die ersten die voll digital mit mp3s bemustert wurden - ein netlabel lud dazu natürlich auch ein.

6. netlabels haben auch trends in der dezentralen arbeitsweise gesetzt => ob das produktiv ist oder nicht, soll jetzt mal nicht diskutiert werden

7. netlabels waren die ersten labels, die versucht haben über donations/spenden zu existieren => hat leider nicht funktioniert, könnte aber noch, wenn sich das bewusstsein ändert.

8. netlabels haben als erste die qualität freier mp3s konsequent auf 192kbps und damit fast-cd-qualität hochgeschraubt

9. labels wie broque zeigen, dass man sehr gut als zwitter mit zwei dicken leitungen leben kann. über die einen ballert man black beauties (vinyl) raus und über den anderen kanal versorgt man die djs...

10. und zum schluss fällt mir noch ein, dass thinner das erste netlabel war, dass konsequent digital-djs mit traktor-dateien für loop-punkte unterstützt hat...

*hehehe* vielleicht gäbe es noch ein paar andere dinge, die mir jetzt nicht einfallen. ich finde, du siehst das alles zu negativ, herr datamat. netlabels waren mit ihrer idee weit voraus und du wirst sehen, das verschenken von musik wird in zukunft zunehmen.

meint: mo. am 08.09.07

zu 1. hatte ich ja gesagt.
zu 2. siehe 1. podcasts hat ja kein netlabel erfunden, oder
zu 3. Wie viele "Labels" soll ich aufzählen, die vor den netlabels digitale Extras im Netz angeboten haben. nur weil ich das jetzt Cover nenne ist das noch nichts neues.
zu 4. schon mal was von der achse detroit-berlin gelesen. das war sogar noch (fast) von dem www, zumindest vor der flächendeckenden Verbreitung des selben.
zu 5. sorry Mo da waren wohl einige Majors schneller.
zu 6. also blake baxter hat '91 in berlin mit westbumms und jahnkuhn produziert. 93/94 gabs harddiskrecording im größeren umfang und midifiles haben sich um die welt verbreitet. so whats new?
zu 7. schon mal was von den einstürzenden neubauten gehört. einfach mal googeln.
zu 8. ok, und?
zu 9. siehe 1.
zu 10. ok gewonnen mo. das ist wirklich eine ganz tolle sache von thinner. mir fehlte aber zu den vorgeschriebenen Q-Punkten noch die Vorschrift, mit welchen Tracks ich welchen Track mischen darf ;) ich setz meine Punkte lieber selbst. aber das ist nur eine persönliche Meinung. trotzdem war das "gewonnen mo" erst gemeint. da muss ich dir rechtgeben.

ich bin nicht negativ mo, ich finde nur die netlabel-mythenbildung etwas übertrieben.

Cheerio.
d

meint: datamat am 08.09.07

zu 2. => ich habe nie behauptet, das netlabels podcasting erfunden haben. netlabels haben auch nicht das internet erfunden. netlabels waren aber die ersten, die idee podcasts für ein musik-abo anstelle eines radio-beitrag-download eingesetzt haben.

zu 3. => auch hier. es ging um trends und nicht darum, wer als erstes ein verfahren oder eine idee genutzt und hervorgebracht hat. ich bin mir schon sicher, dass netlabel-künstler besonders gerne global produziert haben. ich kenne auch ein paar musiker, zum beispiel comfort fit, blaktronics oder auch thinner (besonders beim mastering)

zu 4. => ich kenne keinen major oder niemanden von einem major, der davon berichtet hat. kann natürlich gut sein. bei netlabels, war das definitiv der fall.

zu 7. => klar, etwas ähnliches hat auch steven king probiert und ist damit gescheitert. aber wir haben von labels gesprochen und ich habe das in relation zu anderen labels gesehen.

mir geht es hier auch nicht so 100% um legendenbildung, nach dem motto wer war zuerst da. die tatsache aber ist doch, das netlabels mehr als jedes andere label versucht hat, zahlreiche dinge über das netz anzuschieben. viele von diesen ideen werden jetzt von den großen adaptiert. und insgesamt gibt es meiner meinung nach schon trends.

ich sehe netlabels nach wie vor skeptisch als vertriebskanal und jubel hier nicht alles hoch. nichtsdestotrotz sind zahlreiche netlabels auf der technischen höhe.

meint: mo. am 10.09.07

Was issn das jetzt hier? Ne Eigenvermarktung deiner Bücher? Ich dachte du erklärst den interessierten Lesern, wie Musikmarketing funktioniert!?

Stattdessen verweist du auf die von dir geschriebenen Bücher?

Schwach!

Chris Source

meint: Chris Source am 13.09.07

@chris: mach dich doch mal locker. ich werde hier nichts in einer hauruck-aktion starten. wie ich oben geschrieben habe, beschäftige ich mich derzeit mit einigen ideen. habe auch firmen an der hand die mp3s verkaufen und mit denen möchte ich ein interview machen.

wenn du es nicht abwarten kannst, dann lies dir doch einmal ein paar blogs zum thema geld verdienen im internet durch. hier ein start:

http://www.johnchow.com
http://www.shoemoney.com
http://www.problogger.net
http://www.doshdosh.com

wenn du selbst ein paar gute blogs kennst, kannst du sie ja gerne mit uns teilen :)

meint: mo. am 14.09.07

sowas wie ein manueller trackback:
http://simsullen.wordpress.com/2007/09/12/bundnis-fur-brotlose-kunst/
irgendwer muss ja meckern ;)

meint: SimSullen am 14.09.07

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