Veer - Where nothing ever happened (thn072)

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thn072.jpgAlso noch nie habe ich mehr das Gefühl gehabt, dass sich ein Musiker so sehr an seinem musikalischen Vorbild abarbeitet. Veet hat sich als Blaupause definitiv Vladislav Delay ausgesucht und produdiziert eine schöne Ep irgendwo zwischen Luomo, Uusitalo und AGF/Delay. Doch Dank den Remixen wird es doch noch eine schöne runde Sache.

Text: Martin Wisniowski

Ja, ich frage mich wirklich, wann denn endlich mal Netzkünstler als Vorbilder dienen! Lustigerweise hat ja Vladislav selbst schonmal auf Thinner veröffentlicht. Und den Angaben auf der Thinner-Website folgend war auch Veer schon Labelkollege von Vladi im Force Inc. Labeluniversum. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist die Musik sehr nah an Vladislav Delay angelehnt, wobei einige Textversatzstücke versuchen, die Tracks etwas aufzulockern.

Meiner Meinung nach gelingt das nicht so gut wie bei Vladi selbst. Zu beachten allerdings der erste Track "Präsenz" mit markigen deutschen Sätzen von Malte Schlorf: "Wollt ihr euch binden an lineare Zeiten, Vergangenheit und Zukunft? Halt nicht dran fest, bleib hier und jetzt."

Gradios sind die vier Remixe auf dieser EP. An den Instrumenten: Lowfour, Geoff White und Jacek Sienkiewicz. Und hier wird an elektronischer Feinkost nicht gespart. Die Lowfour Interpretationen hüpfen und fließen leichtfertig im Frühlingswind und kommen mir vor wie eine Reise durch die Thinner-Soundlandschaft. Geoff White begrüßt Microhouse-shuffelnd den Tag und Jacek Sienkiewicz drückt nochmal so richtig feste auf die trockene Bassdrum ohne jedoch zu offensichtlich zu werden. Schon der Remixe halber lohnt sich der Download!

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Weblabel: Thinnerism
Release: Veer - Where nothing ever happend

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Kommentare

"also noch nie habe ich mehr das gefühl gehabt,..." genau hier liegt das problem... er produziert mit den gleichen sounds, dem gleichen aufbau von vladislav delay... es ist keine kunst jemanden zu kopieren... ich bin sehr darüber enttäuscht, aber auch empört! die schlechteste thinner ever!!!

meint: reisender am 18.05.05

... und die eingebundenen sprachfetzen überzeugen mich auch nicht gerade.

meint: bunti am 18.05.05

wer will schon das rad neu erfinden?
lasst doch die leute releasen, wie sie ollen...man muss ja nicht downloaden, genauso wie man eine platte im laden nicht kaufen muss.
das veer hier vladislav delay nachahmt finde ich nicht, die remixes sind sauber, was will man mehr?

solche semiprofessionellen sprüche wie:
"thinner: specialized in releasing cloned music and the b-side tracks of semi-wellknown artists since 2000"
sind allemal unkonstruktiv und zeigen eine allgemeine abneigung gegen musiker, die ihre werke "verschenken"

meint: m am 19.05.05

motz, motz. macht doch laune das teil :)

meint: stefan am 19.05.05

ich möchte einfach noch mal kurz etwas richtig stellen... vielen dank an alle, die ihre musik uns frei zur verfügung stellen!!! das ist ernst gemeint, jedoch sollte man auch mit kritik leben können, wenn man sich der öffentlichkeit stellt... ich beschäftige mich nun mal gern mit musik und setze mich mit ihr leidenschaftlich gern auseinander... dabei kommt es unteranderem vor, dass solche gedankengänge niemanden erspart bleiben... sollen wir etwa unseren mund halten, so nach dem motto: "einem geschenkten gaul..."... es tut mir leid, dafür bin ich nicht zu haben! mal abgesehen davon, dürfte es doch thinner freuen, dass sie im gespräch sind, zumindest für gesprächstoff gesorgt haben... nochmal, ich möchte nicht die scene durch kritik schlecht machen, ich möchte auch nicht, dass jetzt hier einige auf den zug mit aufspringen und einfach ihren frust von der seele schreiben, aber ich möchte auch nicht dass alle stumm zu sehen, wie einer einen bekannten artist auf unverschämter art und weise nachahmt ohne nur ein quäntchen respekt ihm gegenüber zu haben und dabei noch auf einem großen angesehenem netlabel veröffentlicht... das rad kann man sicherlich nicht neu erfinden, dennoch sollte man den versuch unterlassen sich die maske eines bekanntenen komponisten aufzusetzen...

meint: reisender am 19.05.05

vielleicht freundest du dich einfach mit dem gedanken an, dass keine idee einzigartig ist. und nur weil jemand eine idee musikalisch bereits umgesetzt hat, bedeutet das nicht, dass nicht auch ein zweiter die gleiche idee haben und umsetzen darf.

mich haut veer auch nicht um, aber ihm deshalb plagiatismus zu unterstellen ist eine harte und dumme nummer. das geht ja gar nicht.

meint: ronny am 19.05.05

@stefan... das ist kein rummotzen... ich möchte da nicht falsch verstanden werden... nur sollte man gerade bei dieser netlabelflut releases kritisch betrachten!

meint: reisender am 19.05.05

thinner: specialized in releasing cloned music and the b-side tracks of semi-wellknown artists since 2000

meint: netlabelssinddochlangweilig am 19.05.05

was bist du denn für ne wurst?

meint: ronny am 19.05.05

hehe, naja ich finde eigentlich auch, dass die flut an netaudio ambient/electronic/dub/etc. releases allgemein viel zu groß ist und innovationen in der richtung eher die seltenheit sind....

meint: bunti am 19.05.05

das kocht ja richtig über hier... der vorwurf des plagiatismus ist hier doch einfach als kritik am schaffen des künstlers gemeint und nicht als bloße diffarmierung. finde ich ok.

meint: bunti am 20.05.05

Mir kamen die Tracks von Veer nicht so besonders spontan vor, hingegen die Remixe auf dieser Ep sehr großartig. Daher habe ich das Review geschreiben. An alle: bitte nicht zu persönlich nehmen! So ganz im Nebel lag ich ja scheinbar nicht, wie man in den polarisierenden Kommentaren lesen kann. Jedoch bin ich der Meinung, dass man als Musikjournalist (falls ich mich so nennen darf) seine Beobachtung und Meinung kundtun darf und sollte. Schließlich verfolgt "Kritik" (sei es eine gute oder schlechte) das Ziel der Verbesserung. Es liegt letzendlich an Veer, ob er mit mir und den anderen übereinstimmt und die Kritik annimmt-- oder eben nicht. Ich würde jetzt auch mal behaupten, dass Phlow wirklich nicht an diffamierungen und dreckigen Kampagnen interessiert ist.

meint: 020200 am 20.05.05

netlabels und netlabelmacher mit 'es ist gut genug' einstellung sollten sofort nach hause gehen;)

meint: netlabelssinddochlangweilig am 21.05.05

Wenn man schon bei Thinner vor Ort mit konstruktiver Kritik aus dem Gästebuch zensiert wird ist es wirklich schön, dass man wenigstens hier im allseits geschätzen Phlow-Magazin zu Wort kommen darf. Auch wenn der eine oder andere hier am Ende schon mal als "Wurst" dasteht. Kann passieren: die Netlabelszene versteht keinen Spaß - und irgendwie auch keine Kritik. Sonst könnte man wohl auch einen kritischen Gästebucheintrag verkraften, ohne gleich den Delete-Button zu drücken.

meint: gonzo am 21.05.05

nur das ich es richtig verstehe: die ganze Aufregung ist darauf begründet das "kopierter" Stil auf Thinner erscheint. Das dies aber bei anderen Netlabels Alltag ist und darüber nicht so heftig diskutiert wird ist auch klar? Wollte ich nur mal so anmerken... Also bitte nicht übertreiben Leute!

meint: Dimitrios am 22.05.05

@gonzo: die kritik von dir auf der thinner seite, auf die du anspielst, war nicht konstruktiv, sondern destruktiv und dazu noch sehr persönlich.
ich habe diese unnötig hitzige diskussion mitbekommen und kann dir aus erfahrung sagen:
mit solch einer kritik wird man aus jedem guestbook der welt gelöscht- aufmerksame besucher wissen, das es weder hier bei phlow anders war und ist, noch bei textone oder sonstwo. aufmerksame user wissen auch, was man von deinen guestbookeinträgen zu halten hat, gonzo... nämlich: dass man sie einfach nicht braucht!
zu jedem anderen punkt dieser diskussion möchte ich mich neutral verhalten, weil teilweise durchaus berechtigt...

meint: zorro am 30.05.05

@zorry - "was man von deinen guestbookeinträgen zu halten hat, gonzo... nämlich: dass man sie einfach nicht braucht!" Dazu kein Kommentar.

Die Sache sieht doch, wenn wir ehrlich sind, folgendermaßen aus: der erste Beitrag (eine recht grundsätzliche und auf den ersten Blick böse Kritik, zugegeben, aber meiner Meinung nach durchaus berechtigt und unter der oftmals leeren Phrasendrescherei trivialer Beifallsbekundungen sicher verkraftbar) ist ja im Guestbook geblieben. Das finde ich merkwürdig, denn: eine sich dem anschließende, genauere und grundsätzlichere Auseinandersetzung mit dem Phänomen (wirklich "aufmerksame Besucher", wie Du sagst, wissen das: ich spiele auf den kleinen Beitrag zum Thema "intentional fallacy" an) wurde jedoch umgehend gelöscht. Deine Aussage enzspricht also in keinster Weise den Tatsachen: die von Dir angesprochene, löschenswerte Kritik ist nämlich immer noch vorhanden; die tatsächliche Kritk, der Versuch einer ernsthaften Auseinandersetzung, wurde gelöscht.

Das ist wirklich schade, denn ernsthafte Kritik ist gerade im Bereich der Netlabes Mangelware. Eine ernsthafte Auseinandersetzung zu dem von mir aufgeworfenen Phänomen wird es wohl auch in Zukunft nicht geben. Weil man sie "einfach nicht braucht"? Nein, weil man ein subversives Element im eigenen Sektor auf keinen Fall zu Wort kommen lassen möchte. Da feiert man sich am liebsten solange selber, bis alle in den Refrain miteinsteigen. So funktioniert die sogenannte "Netaudio-Szene" schon seit längerem. Ich erinnere an dieser Stelle unter anderem an den Beitrag zu einem früheren Thinner-Release hier auf phlow, bei dessen Veröffentlichung die empörten Leser Schlange standen, da die etablierte Zusammenarbeit vermeintlich gleichgeschalteter Denkweisen plötzlich nicht mehr gegeben war.

Wenn ihr es unbedingt so haben wollt: Netaudio ist großartig, die Szene genial, die Musik ein Meilenstein. Aber ist das wirklich der Fall? Der größte Teil des Netlabel-Outputs ist schnellebig, unmusikalisch, lieblos produziert (overcompressed und totlimitiert), gleichklingend. Und jetzt läuft sogar noch die Jodelfraktion dem Tech-Dub-Minimal-Younameit-Hype hinterher. Der Hype frisst sich mittlerweile allerdings selbst. Wieviele neue sogenannte "Netlabel" in diesem Bereich entstehen in der Woche? Meiner Meinung nach ist die Form des Netlabels in erster Linie für die Musiksparten eine Zuflucht, die sich als echtes, auf Gewinn abzielendes Label im freien Markt niemals etablieren könnten, weil die Qualität in den meisten Fällen schlicht und einfach fehlt.

Das Problem bei derartiger Kritik ist, dass man sich im Internet automatisch in dem von der sogenannten "Szene" besetzten Bereich bewegt; und wer wird schon gerne auf eigenem Boden kritisiert? Dann schon lieber der Versuch, seine mutmaßlichen Gegner dadurch mundtot zu machen, dass man ihnen Kompetenz und Zurechnungsfähigkeit abspricht. Als anonymer "zorro" fällt das natürlich besonder leicht.

meint: gonzo am 31.05.05

@gonzo
ok, legen wir die guestbookaktionen und das recht der guestbook- und forenbetreiber, die aus ihrer sicht unpassenden oder unbequemen einträge zu löschen, einmal beiseite. in diesem, deinem konkreten fall kann man getrost zweierlei meinung sein- und meine ist hier einfach eine andere als deine. die du als anonymer 'gonzo' ja auch zweifelsfrei vertreten kannst. ;-)
ich war vielleicht etwas zu harsch mit meinen aussagen, ob man deine einträge jetzt braucht oder nicht... entschuldigung!

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aber sei's drum: in dem punkt kritik anzunehmen oder diese in ernstzunehmende verbesserungen zu transformieren (oder einfach mal überhaupt nichts zu sagen), hat jede 'szene' ein problem. meinetwegen hat die netlabel'szene' damit sogar ein grosses problem. man fühlt sich in dieser sehr sehr leicht auf den schlips getreten. warum das so ist? da gibt es sicherlich mehrere ansätze, einer könnte sein:

"wir netlabels, wir sind die guten! wir wollen kein geld von euch für 'veröffentlichte' musik von 'unseren' artists! wir versuchen, neue wege aufzuzeigen für die zukunft. all das machen wir mit unserer freien zeit und muße."
und dafür steckt man sich natürlich nicht gerne kritik ein, zum teil verständlich. es kommt da dann sehr auf die feinfühligkeit der kritisierenden person an, ob der labelbetreiber bereit ist, diese an/ernstzunehmen.

das ganze ist kein neuer hut, sowas gab es schon immer. auch in anderen 'szenen'(groove interview von jay haze). wird es auch weiterhin immer geben.

was mich mittlerweile viel mehr an der ganzen thematik der 'netlabels' interessiert, als schlechte oder unnötige releases: was haben die eigentlich für eine mission, die ganzen netlabels? wo soll es hingehen? warum das ganze? mittlerweile gibt es so viele netlabels (kostet nichts, kann man ja mal machen), dass keiner mehr den überblick hat. kaum ein netlabel bringt dabei wirklich richtig gutes zeugs raus, wenn man ehrlich ist. aber auch das ist letztendlich wiederum eine sache der betrachtung, es gibt tausende, die sich die thinner und textone releases runterladen, auch wenn diese meinen geschmack nicht immer treffen. das ist halt eben geschmackssache...

aber um bei dem gerade angesprochenen thema zu bleiben: in meiner auffassung von entwicklung sind die netlabels eindeutig gescheitert. sie werden auch 4 jahre nach ihrer entstehung immer noch nicht respektiert und ernstgenommen von der musikindustrie und 'non-netlabels', es fliesst immer noch kein geld in irgendeiner form (bis auf die fromme hoffnung, dass jemand irgendwann mal auf den 'donate' button drückt) und man bleibt letztendlich in seiner 'szene' unter sich.
bringen 'echte' labels mal 2 bonustracks zusätzlich als mp3, oder menschen wie die beastie boys veröffentlichen im netz, werden diese gefeiert als helden und visionäre, hunderttausendfach runtergeladen - nur für die netlabels bleibt keinerlei beachtung in einem etwas grösseren rahmen. das kann doch kein spass machen?

irre ich mich? ist das eine tote 'szene', eine szene nur für sich? ist es nicht einfach eine grosse sackgasse? hofft man auf zuspruch von leuten, die das ganze a) nicht verstehen können, oder b) nicht verstehen dürfen? ich habe bislang in noch keiner radio oder tv diskussion menschen etwas über netlabels sagen hören. in keinem grossen magazin darüber gelesen- ist ja auch schwer, darüber zu reden oder zu diskutieren: de fakto kann man mit netlabels kein geld verdienen- es sei denn, man ist so schlau wie mercedes- benz.

also doch alles nur kids, die ein bisschen spielen? offensichtlich, oder? alles, was ich resümieren kann ist, dass man ein netlabel betreibt, weil man davon überzeugt ist, etwas 'anders' zu machen als andere zuvor. aber die masse, die dies verstehen soll versteht es nicht.

meint: zorro am 01.06.05

Hi zorro.

Ich stimme dir in fast allen angesprochenen Punkten zu. Generell ist es natürlich eine Frage der Art und Weise, in der Kritik geäußert wird. Das Medium Internet (speziell Foren, Guestbooks und dergleichen) erlauben jedoch keine allzu differenzierten Auseinandersetzungen; das liest doch kein Mensch. Die Holzhammermethode ist mit Sicherheit nicht erfolgreicher - und auch nicht ehrenhafter, zugegeben - hat jedoch hier zum wiederholten Male zu ausgiebigeren Diskussionen geführt, an der sich die Künstler selber leider viel zu wenig beteiligen. Aber die Netiquette mal außen vor gelassen, ergeben sich mehrere Interessante Diskussionspunkte.

Die Form der kostenlosen Veröffentlichung (abgesehen von den Kosten der Archivierung seitens der Anbieter, der Flatrate oder des Datentransfers des Nutzers der Angebote) ist eine tolle Sache, keine Frage. Allerdings darf man trotz aller idealistischer Betrachtungsweisen zwei Punkte nicht aus den Augen verlieren: erstens wertet es ein Kunstwerk nicht auf, wenn man es verschenkt, d.h. der Idealismus führt nicht zu einer werkimmanenten Qualitätszunahme; daraus ergibt sich zweitens, dass auch kostenlose Musik nicht kritiklos davonkommt, da ihr die besagte Qualität in den meisten Fällen fehlt.

Deine Frage nach der "Mission der Netlabels" steht in engem Zusammenhang mit der Frage, die im Bezug auf die Kritik der Netlabels von hauptsächlichem Interesse ist: wozu eine Kritik der Netlabels? Letztendlich entscheidet doch der Hörer, was wert ist, gehört zu werden. Dennoch bin ich der Meinung, dass sich aus solchen mehr oder weniger hermetisch abgeschlossenen Szene-Projekten keine Kultur der Kritiklosigkeit etablieren sollte; denn die Unfähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung mit den transportierten Inhalten führt wie Du bereits gesagt hast genau dahin: in die Bedeutungslosigkeit außerhalb des eigenen Establishments. Da helfen bisher auch vereinzelte "Netaudio-Events" oder Zeitungsartikel nichts, die eher den Hilferuf nach ein wenig Aufmerksamkeit darstellen, als gelungene Öffentlichkeitsarbeit. Dazu kommt, dass ohne tatsächlichen Inhalt und ohne qualitativ hochwertiges Material die Öffentlichkeit wohl nur wenig Interesse an Projekten aus dem Äther des Netzes haben wird. Ich bin der Meinung, dass es dem Hörer egal ist, woher seine Musik kommt, wenn sie gut ist (gut hier vor allem mit Hinblick auf ihre Funktionalität). "Netaudio" funktioniert nur gut im Netz. Außerhalb behält die altbewährte "Musik" weiterhin die Vorherrschaft, unabhängig davon, was sich irgendwo im Internet abspielt.

Das ist es, woran die Netlabels de facto kranken und noch auf Dauer kranken werden: die Ideologie der eigenen Sache schafft es einfach nicht, den musikalischen Output aufzuwiegen. Zumindest nicht für den Außenstehenden Hörer, der nicht an Open Source oder Creative Commons interessiert ist, sondern an der Musik.

Das Internet ist ein Ort, an dem jeder Künstler sein kann: so ein Ort ist ein Ort der Mittelmäßigkeit. Und es ist die Mittelmäßigkeit, die sich mit Hilfe der Netlabels ihren Weg gebahnt hat. Falls sie nicht in der Mittelmäßigkeit versinken wollen, sollten sich die Netlabels lieber heute als morgen entscheiden (wenn sie sich noch nicht bereits entschieden haben), ob sie entweder in den eigenen Reihen weiterhin ihren Idealismus zelebrieren wollen, der keine qualitativen Unterschiede und keine kritische Auseinandersetzung mehr kennt, oder ob sie dazu bereit sind, einen außerhalb der eigenen Reihen funktionierenden Output zu fördern, ohne den der mehrfach geforderte Schritt in die Öffentlichkeit nicht stattfinden kann.

meint: gonzo am 01.06.05

@gonzo et al.

ja, jetzt antworte ich als "head" eines netlabels. ich bin ja schon der ansicht, dass netzmusik kritik braucht, sonst würde ich ja auch nicht auf phlow schreiben. oft wird ja auch vergessen, dass wir es mit einem relaitiv neuen medium zu tun haben. netzmusik ist in "erwachsener" form vielleicht 3-5 jahre alt. ich hatte auf einer party letztens mal die gelegenheit einen vinly-dj beim scratchen zuzusehen und ja-- vinyl hat eine ganz eigene magie! aber die mk2 + superbass vinlys sind ja auch eine hohe errungenschaft der technik. das hat viele jahre gebracuth bis es sich dorthin entwickelt hat! damals noch, vor 60 Jahren auf schellack passten nur wenige minuten musik und die platten waren sehr zerbrechlich...

netzmusik muss sich weiter entwicklen. ich weiss nicht, ob man dabei auf print oder tv oder ähnliches wirklich angewiesen ist. durch das ebenfalls sehr neue medium podcast, z.B. kommen netlabels in eine neue situation: als betanker von podcasts. es gibt noch immer keine vernünftigen geschaftsmodelle für künstler und netlabelbetreiber. ja, auch kann man die frage stellen ob man sowas braucht. jedefalls gibt es viel spannendere und wichtigere sachen, als sich über ein review zu ärgern.

und dass das netz ein ort der mittelmäßigkeit ist, kann ich auch nicht akzeptieren. eher ein ort der vielfalt. von genial bis scheisse bis schon tausend mal gehört bis sehr skurril gibt es schon sehr viel. es gibt keine geschlossene netaudioscene. anders als bei der demoscene gibt es keine events, an denen man sich regelmäßig trifft. die NLC-(NetLabelConference)-Mailingliste war 2 Monate aktiv, auch dann ist das verebbt. Es wundert mich doch wirklich, warum immer von einer "Szene" die Rede ist. Es handelt sich um eine Form der Musikdistrubution.

meint: 020200 am 01.06.05

und überhaupt... warum ist es keine "öffentlichkeit(sarbeit)" etwas im internet zu veröffentlichen oder dort zu diskutieren???

meint: 020200 am 01.06.05


seid doch mal entspannt. es gibt halt, wie auf vinyl ooder auf cd, besseres und schlechteres. je nach geschmack.

und viele gute leute haben in den ersten paar jahren sich mal an jmd. angelehnt. der weg ist das ziel. so schlecht ist es jetzt schon nicht.

meint: Andreas (D.C.) am 05.06.05

das problem der netlabels (zwar schon angesprochen, aber einfach noch einmal auf den punkt gebracht) ist schlicht und einfach folgendes:
es gibt keine hürden (d.h. fast keine mehr). heute kannst du deine seite kostenlos irgendwo hosten lassen (und wenn nicht: 1 euro pro monat für ne domain hat man auch noch übrig), die audiofiles sowieso, ja selbst die visuelle gestaltung ist mit loudblog in wenigen stunden erledigt (und schaut dabei noch gut aus).
ergo: jeder heinz kann im netz veröffentlichen. und wenn ich mir nicht die mühe machen will, ein eigenes netlabel zu gründen, dann schicke ich meinen semiprofessionellen stuff eben an zig bestehende, irgendwer wird's schonmal nehmen.

würden alle netlabel-betreiber auf vinyl releasen, müssten sie sich sehr viel genauer überlegen, was sie rausbringen und was nicht. nicht unbedingt aufgrund kommerzieller überlegungen, sondern allein schon in sachen qualität.
und bei gründung eines eigenen labels noch viel mehr.

meint: mansfield am 13.06.05

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meint: Fillip am 05.02.08

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