Shelter EP - Zufluchtsort Musik (Miasmah)

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cover_iapga.jpg"Die Shelter EP dreht sich um die Suche nach Sicherheit und einen Ort der Zuflucht, aber auch darum, wie es sich anfühlt, in der Lage zu sein sich um jemand anderen zu kümmern." (Inge Jørgensen)

Mal unter uns: Nachdem mich der letzte Miasmah-Release beinahe zu Tode gelangweilt hat (krill.minima - Radiodub EP), erschien jetzt der lang ersehnte Lichtstreif am Horizont. Unter dem Namen "iapga" streicheln die beiden Norweger Inge Jørgensen (Mitbetreiber des Labels "Microhertz") und Kjell Håkon Norås mit ihrer "Shelter EP" dem Hörer den Staub von den Trommelfellen.

In den fünf Stücken treffen verträumte Harmonien und melancholisch-meditative Melodien auf rhythmische Fundamente, deren Wurzeln in Break- und Downbeat verankert sind. Shelter zehrt vor allem von einem unbeschwerten, jugendlichen Charme. Auf breit angelegtes Songwriting und ausgeklügelte Experimente wurde verzichtet, liebenswürdige Verspieltheit ist hier Programm. Leicht und unaufdringlich findet sich auf der EP sowohl abstrakte Kost ("Serena"), als auch für die Tanzfläche geeignetes Material ("Going Places").

Für Inge war die EP eine willkommene Möglichkeit, alte Produktionstechniken wieder aufleben zu lassen: Die einzelnen Fragmente, kurze Loops und Melodien, sind zu großen Teilen im Impulse Tracker entstanden, um dann in Logic zu komplexeren Formen zusammengefügt zu werden. Und - wer hätte das gedacht - das Stück "The Butterfly Effect" basiert auf einem unfertigen Tracker-Modul aus dem Jahre 2001. Drei Jahre später stehen die beiden Norweger kurz davor, eben diesen Track auf 12'' zu veröffentlichen.

Die Kürze der Stücke verleiht ihnen einen zum Teil skizzenhaften Charakter. Das ist einerseits sehr erfrischend, vor allem mit Blick auf die Schwemme endloser Copypaste-Musik aus dem technoiden Netlabelsektor. Andererseits bleibt stellenweise das Gefühl, es wäre nicht alles gesagt worden, was im Rahmen der Stücke hätte gesagt werden können. Zumindest die atmosphärisch dichten Stücke "Klonka" und "Serena" lassen den Wunsch nach Mehr aufkommen, sobald sie ihr frühzeitiges Ende erreichen. Für einen echten Floorfiller ist wohl auch "Going Places" zu kurz geraten.

Dennoch ist die EP ein überzeugender Netlabel-Release, der sich durch guten Geschmack und leichte Verdaulichkeit auszeichnet. Und außerdem: wer sich an seinen letzten Besuch im 5-Sterne-Restaurant erinnert, der weiß, dass sich auch dort die einzelnen Gänge in den seltensten Fällen durch ihren Umfang auszeichnen, sondern vielmehr durch ihren bestechenden (Nach)geschmack - und natürlich durch die Lust auf Mehr. (gonzo)

Labelsite: www.miasmah.com
Künstlersite: www.iapga.com
Künstlersite: www.elektronaut.no/microhertz/

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Kommentare

ich fand die krill.minima release ueberhaupt nicht langweilig... :)

gruesse,
(: andreas

meint: andreas am 05.05.04

habe mir gerade dann auch mal die krill.minima ep gezogen und muss da wohl ebenfalls veto einlegen.
vor allem wenn man es richtig laut hört hat das ganze extreme tiefe. besonders schön ist auch das sich diese noisigen dubräume auftuen ohne das versucht wird das ganze mit dem üblichen 4/4 techno auf den dancefloor treiben zu wollen.
die downbeat und idm releases auf miasma finde ich dagegen eher langweilig.
trotzdem danke für den tipp, sonst währe diese tolle ep wohl an mir vorbeigegangen.

meint: holger am 05.05.04

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