mo.’s kleine Musikschatzkiste (Teebee, Nu Tone, Pheek, Robag Wruhme)

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plattensuche.jpgWas ich am Musikjournalismus nicht leiden kann, ist die Hektik, mit welcher Musik angepriesen wird. Alben und Sounds werden unter Zeitdruck gehört, rezensiert und in der Regel hoch gelobt, und im nächsten Monat rutscht wieder der nächste 100er Pack an - manchmal sogar noch mehr Platten. Ich gehe da lieber andere Wege und biete Euch eine gemischte Wahl diesjähriger Alben an, die rauf und runter gehört wurden. Mit dabei Teebee, Robag Wruhme, Nu Tone und Pheek.

Text: mo.
Titelfoto: Markus Erdmann

Teebee – The Legacy

cover-teebee-legacy.jpgFangen wir sofort mit einem superben Album an. „The Legacy“ von Teebee. Faszinierend an Teebee ist, dass der Skandinavier über die Jahre seinen ganz eigenen Sound gefunden hat und doch nicht langweilig, sondern immer komplexer geworden ist. „The Legacy“ ist ein düsteres Album, dass vom Sounddesign nicht perfekter sein kann. Der Bass gräbt hier auf verschiedenen Ebenen und man versteht nicht, wie Teebee seine Synthies gedreht hat, um so technisch perfekt und gleichzeitig voller Seele zu klingen. Denn das Album wirkt in sich geschlossen, was bei elektronischen Alben selten vorkommt. Kein Track enttäuscht mich da wirklich und so muss ein Album sein. Überzeugend in seiner ganzen Länge. Bewundernswert, wie es der Produzent schafft einerseits ein tiefes, mit gepflegt cineastischen und ethnoangehauchten Momenten angereichertes Album zu kreieren, dass auf der anderen Seite, aber nicht nur den zuhause Hörenden überzeugt. Auch auf der Tanzfläche zündet Teebee ein Feuerwerk. Das Album auf CD kommt obendrein mit einer wunderbaren Mix-CD daher, auf welcher Teebee seine eigenen Favoriten mixt und noch ein paar weitere exzellente Tracks dem Liebehaber zu Ohren kommen lässt. Eine meiner Lieblings-Drum’n’Bass-Alben.

Nu Tone – Nu Brave World

cover-nutone.jpgBleiben wir bei Drum’n’Bass. Nu Tone schlägt im Gegensatz zu Teebee eine housigere und souligere Richtung ein. Die Tracks funktionieren oft auch als Songs, weil die Sängerinnen und MCs ihnen Seele einhauchen. Nu Tone ist poppiger Drum’n’Bass ohne den Druck zu verlieren. Im Gegensatz zum perfektionistischen Ansatz von Teebee, rattern hier die Breakbeat-Loops, versprühen Lebendigkeit und füttern die sonst einfach arrangierten Tracks mit Druck. Einmalig, wie simpel und doch wunderbar warmherzig das klingt. Drum’n’Bass mit Seele, Pop und erquickend groovigen und ein wenig zeitlosen Momenten.

Wighnomy Brothers. Und Robag Wruhme – Remikks Potpourri

robag-remikks-potpourri.jpgLetztes Jahr hat mich Robag Wruhme mit "Wuzzlebud KK" [Musik Krause] gepackt. Nun legt Mute nach und liefert ein wunderbares „Remikks Potpourri“ nach. Das schiebt einem exquisiten Techno unter die Nase, mit dem typischen Robag Wruhme Trademark-Sound. Diesen kann man sich als Bassschiebe-Sound vorstellen, über welchem 8-Bit-kratzige Percussion-Sounds liegen. Das klickt, schiebt und kommt fetzig daher. Denn Robag Wruhme weiss, wie er die Beats zu schaffeln hat. Sehr technoid, kühl und fast schon ein wenig seelenlos, aber nicht ganz. Sounds, Vocals und Beats zieht der Produzent gerne in die Breite und lässt sie damit digital auseinander ziselieren. Dann kommt der Break, kurze Pause und weiter schieben die Bass-lastigen Schiebemonster. Drückt ordentlich in der Disco, hat aber so viel Potential, dass es auch auf den Ohren in der Stadt und sogar zuhause zu Deinem Computerlieblingsspiel der Wahl funktioniert. Auch dieses zusammenkompilierte Album mit Remix-Arbeiten für Trüby Trio, Dominik Eulberg, Pascal F.E.O.S. lässt sich wunderbar in einem Rutsch hören. Wow.

Pheek – Les Autres Promeneurs

cover-pheek-les-autres-prom.jpgGanz so perfekt, wie die drei schon besprochenen Platten ist „Les Autres Promeneurs“ von einem meiner Lieblings-Netaudio-Produzenten zwar nicht, aber was Pheek mit diesem Album schafft, ist ein Konzeptalbum, dass sich wie ein Mix hören lässt. Das besondere an Pheeks Sound ist sein Können, Sounds rhytmisch zu strukturieren und mit Swing zu versehen. Bildlich stelle ich mir da immer so eine Soundmüllhalde vor, die Pheek durchwühlt und aus welcher er sich Teile herauspickt. Diese werden dann arrangiert und anschließend hacht er Ihnen Leben ein. Verrückt und eigenwillig auch, wie Pheek die Basssounds in untypischen Frequenzen herumschiebt. Wer das Release auf Clevermusic kennt, der wird dieses Album mögen. Verrückt, wie es der Kanadier schafft, diesen Sound-Krempel zum schwingen zu bringen und mit Groove und Seele versieht. Gleichzeitig hat das was von Ambient und experimentellem Sound. Schön, dass hier Dub in Form von DubTech nur ab und zu durchblinzelt. Denn sein letztes Album auf Thinner war da für mich eher eine uninspiriert wirkende Enttäuschung. Das Album könnt Ihr via epsilonlab.com beziehen.

Epilog

So, dass sollte erst einmal reichen. Demnächst kommt dann ein weiterer Teil. Ein Tipp: Genießt die Musik und emanzipiert Euch vom Druck immer den neuesten Sound hören zu müssen. Pheeks Album ist zum Beispiel „schon zwei Jahre“ alt. Aber das sollte egal sein. Wichtig ist, dass die Musik bewegt. Die Füße und den Kopf...

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Kommentare

Recht so! Quality is here to stay! Vielleicht als weiterer Tipp: bei mir auf Rotation ist das 1995 Album "94 Diskont" von Oval.

meint: 020200 am 27.09.05

huch - was hat sich denn da eingeschlichen?

ein nicht geöffneter h4-tag :) (h4>)

ansonsten gute musiktipps, werd ich mal reinhören (hörproben suchen), danke :)

meint: Fin am 27.09.05

ihhh! was guckt mich denn da für ein weißes popup-fenster an. benutzername und passwort eingeben? ich wollte doch nur ein dankeschön für die plattentipps hier lassen.

danke für die tollen kritiken ;-}

meint: acorri am 27.09.05

@finn: danke für den hinweis ;) wurde korrigiert.

meint: mo. am 27.09.05

@nappunk: ja, ich hansel hatte ne promo. und die schon etwas länger ;) und die habe ich rechts und links gehört mit meiner freundin und wir waren begeistert.

meint: mo. am 28.09.05

hmm..
alben "hoch und runter" gehört???

dabei ist der remikks potpourri doch erst heute veröffentlicht worden...
bzw laut mute am 23.9....
dh entweder hattest du gerade mal 5 tage zeit dir die geilen remixe anzutun, oder ihr hanseln bekommt promos zugeschickt von denen ich nix weiß ;)

wenn du ne promo hattest dann bin ich aber tierisch neidisch

meint: nappunk am 28.09.05

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