Luomo - The Present Lover

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luomo.gifLange haben wir alle gewartet. Gewartet auf was eigentlich? Auf ein Wunder? Haben wir nicht alle gehofft, dass es Vladislav Delay aka Luomo gelingt sein Erstlingswerk Vocalcity selbst in den Schatten zu stellen? Ich schon. Seine neue Platte "The Present Lover" steht nun am 10. Juni endlich im Plattenladen.

Die äußere Erscheinung des neuen Albums trügt nicht. Man hat ein professionelles Modell für das Cover engagiert. Die Ähnlichkeiten mit den Titelseiten von Hochglanz-Modemagazinen ist einfach nicht zu leugnen. Vielleicht ein gezielter Hinweis darauf, was sich an Luomo seit dem letzten Album verändert hat? Die äußere Erscheinung deutet es an: POP. Der neue Luomo macht Pop-Musik.

Ob ich das nun gut finde oder nicht, dessen bin ich mir selbst nicht sicher. Würde man die neue Platte hören, ohne zu wissen, dass sie von ihm stammt, man würde es nicht erraten. Auch wenn alles mehr als perfekt produziert wurde, schleicht sich durch die Hintertür eine gewisse Einfachheit der Melodien und Strukturen ein. Man vermisst die räumliche Tiefe seines Erstlingswerkes, die Sounds bleiben sehr auf einer Ebene. Ja, man könnte fast von gewollter Radiokompatibilität sprechen. So hat man auch 'Tessio' komplett überarbeitet und als Single veröffentlicht, obwohl der Track schon auf seinem ersten Album zu finden war. Hier gibt es nun 'Tessio' in der Pop-Version irgendwo im Dreieck zwischen Kylie Minogue, Daft Punk und Decomposed Subsonic. Man hätte auch einfach den Namen des Tracks verändern können, wahrscheinlich wäre es nicht aufgefallen.

Die Vocals auf der neuen Platte stammen von Johanna Niemela, Watkinson, Antye Greie-Fuchs (AGF, Laub) und Raz O'Hara.

Der 26jährige Vladislav Delay hat Finnland verlassen, lebt mittlerweile in Berlin und ist bekennender Jazz-Fan. Das hört man diesem Album nicht an, doch wer z. B. seine Live-CD auf Staubgold kennt, wird mir zustimmen, dass er eine der wenigen Personen ist, die viel für die Weiterentwicklung der elektronischen Musik getan haben. Erwartet man von Jazz doch immer das Unerwartete, schafft er es, eine Platte zu machen, die sich an keinerlei Regeln hält. Seine Musik beeindruckt in etwa so, als würde man vor einem Vulkan sitzen, der kurz davor ist, auszubrechen. Gleichwohl mit dem Wissen, dass Lava und Steine durch die Luft fliegen werden, die einen auch treffen können würde man staunend sitzenbleiben.

Luomo gibt uns mit diesem Album nicht unbedingt das, was wir wollen. "I am here to disappoint you" heißt es gleich im zweiten Track - wenn auch in einem anderen Kontext. Enttäuscht bin ich aber nicht. So weiß ich nun, dass er auch mal eben eine Pop-Platte aus dem Ärmel schütteln kann und zudem noch eine sehr tolle. (Marcus Schlüssler)

"The Present Lover" von Luomo erscheint am 10. Juni 2003 bei BMG/Modul.

Ein Interview ist auch online zu finden unter: www.intro.de. Leider ist das Interview ziemlich ich-bezogen vom Autoren geschrieben worden.

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Kommentare

Nun, man sollte im Zusammenhang mit "The Present Lover" unbedingt das Interview mit Luomo in der neuen Ausgabe der De:bug lesen bzw. zitieren.
Da wird einem erklärt warum er das neue Album klar in einen House/Pop Aspekt gestellt hat.

Ich werde trotz der zwiespältigen Kritiken (intro, de:bug, phlow etc.) Probehören :)

meint: JazzTh!ng am 06.06.03

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