Johnatan Traffic - Automerch Escape EP (clevermusic)

Rubrik » MP3 Download Musik

cover_clever007.jpgDa wundert sich der Laie und staunt der Fachmann: Wo bekommen die Londoner nur immer diese Veröffentlichungen her? Dieser EP merkt man die Nähe zu Labels wie Musik Krause deutlich an. Reicht das um als erstklassige Netaudio Veröffentlichung zu gelten? Nein, mittlerweile muss es schon eigenständig sein und die Produktion sollte stimmen. Wir nehmen Maß.

Text: Datamat

Wer sich bei den Releases von Pheek und Ali Khan noch verwundert die Ohren gerieben hat, muss nun die Klasse von Clevermusic eingestehen. Egal wie man zu Minimal-Techno mit all seinen Facetten steht. Alle fünf Tracks sind tanzflächenkompatibel, soviel vorne weg. Die Spielereien, die man durch Villalobos schätzen gelernt hat, halten sich vornehm zurück. Denn hier wird nicht der tiefste Hallraum, nicht der ungewöhnlichste Einsatz von Effekten oder ein stark verkopfter Ansatz gewählt. Die Tracks entwickeln sich langsam. Trotz zurückhaltender Bassdrum und plinkernder Percussion kommt der Funk nicht zu kurz.

Im Track "Roasted P.C" höre ich sogar ein Hauch von Soul. Nicht das kühle, maschinelle aus Detroit, die Variante vom Schlage eines Carl Craig. Warme, etwas schmutzig analoge Klänge spielen eine Rolle im Klangbild Johnatans. Mit "Sad Hurry" gelingt ihm dann der eigentliche Ohrwurm der EP. Hinterlistig und mit schleichender Wärme bekommt das Stück die Kurve. Vor allem in der zweiten Hälfte wird daraus eine Steilkurve! Eine, die Matthew Johnson nicht besser hätte basteln können. Ach ja: den Preis für die schrägsten Pressetexte bekommen die Clevermusiker auch noch.

Links

Website: www.clevermusic.net

Release: Johnatan Traffic – Automerch Escape EP

Download: Clevermusic-Release 007

Als Favorit speichern » AddThis Social Bookmark Button

Kommentare

"With 'Soda Sodo' we are confronted with a central issue of the present time: cinematic piano echoing a Descartian obsession with identity. The fractured rhythms suggest narrative forms that elude the listener’s grasp, an evocative mood conjured through powerfully suggestive contemporary reference points distilled through an increasingly polarized cultural hegemony. Very Kandinsky."

Alles klar ... wieso hör ich das nicht? Komisch...

mo: alter stänkerer ;) als journalist und schreiber weiss man doch, dass man die "waschzettel" einfach vergessen kann!

meint: gonzo am 23.06.05

Also ich hätte mir das ansonsten nie angehört, ich
mag eigentlich diese ganze minimalschose nicht.
Doch bin begeistert. Danke für den Tip!!

meint: Christian am 25.06.05

Ich stänkere nicht, ich lasse nur verlautbaren, dass ich diesen selbstreflexiven Hype albern finde. Als "verkaufsfördernde Maßnahme" hätte das Gepose wenigstens unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten Relevanz - aber zu Zwecken der Selbstbeweihräucherung (was sind wir doch alle intellektuell) kommt das doch irgendwie merkwürdig.

Und wenn ich schonmal dabei bin: "nicht (...) ein stark verkopfter Ansatz [wird] gewählt." Also doch nicht kopflastig-konzeptuell? Schön, wenn man die Dinge immer so drehen und wenden kann, wie es einem im Augenblick beliebt.

meint: Stämkerman am 25.06.05

Kommentar schreiben!

Kommentare:

Klick-Konzept - Essentielles Webdesign