[Knister Klassiker] Der Mensch fühlt sich unwohl, wenn es absolut ruhig ist. Wenn die Wände jedes Geräusch absorbieren. Wenn die Innereien eines Komplexes jedes Geräusch verschlucken und man nichts außer seinem Körper wahrnimmt. In dieser Bewegungslosigkeit des Raumes würde man wohl ersticken, wenn nicht Architekten bei zu viel Isolierung kleine Rauschgeräte unter die Decke installieren würden. Jan Jelinek gehört zu diesen Soundarchitekten, die ein ganzes Music-Genre geprägt haben.Text: mo.
Wo es wohlig rauscht, da ist auch Leben. Da orientiert man sich im Raum an kleinen Soundquellen, die von ihrem Eigenleben verkünden. Zum Eigenleben gesellt sich außerdem immer ein wenig Chaos. Jan Jelinek bereichert deshalb seinen Klangkosmos neben Rauschen mit allerlei knisternden und knurspelnden Sounds. Diese hochfrequenzigen Fragmente ordnen sich mal mehr, mal weniger ein in die tiefen pulsierenden Bassryhthmen. Ansatzweise erkennt man in seinen Musikstücken einen spärlichen Houserhythmus oder Downbeat. Unter dieser Decke aus sanftem Rauschen und knisternden Sounds verstecken sich dann kleine Melodien und Klangschleifen, die es zu entdecken gilt. Dieses Musikdestillat stammt von Jazz-Schleifen, so heisst es. Die Herkunft errät man jeder nicht.
Die Klangarchitektur Jelineks fasziniert gestern wie heute, macht neugierig und beruhigt. Sie sollte in Räumen Anklang finden die leblos wirken und wieder atmen sollen. Sehr schön.
Website: www.scape-music.com
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meint: boile am 18.03.07loop finding jazz records, das beste album was jan jelinek bis jetzt gemacht hat. gehört zu meinen all time faves.
meint: Bettina Rhymes am 18.03.07aber bitte nicht den urvater des genres vergessen: pole mit 'pole 1'!
meint: disrupt am 18.03.07Stimmt. Farben - Jelinek's Haupt-Projekt - fand ich auch immer Spitze, aber die Platte ist rückblickend sicher einer der herausragenden Meilensteine auf dem Sektor. Hab die so oft gehört, daß da schon reichlich Kratzer drauf sind. Aber Knacksen tut's ja eh. Und auch kicken, "Tendencies" ist nach wie vor ungeheuer deep. Schön, die mal wieder rauszukramen, Mo.! Besten Dank!
meint: disrupt am 18.03.07DIE Urplatte in dem Feld überhaupt war für mich immer Pole's 12" "Raum Eins / Raum Zwei", kam kurz vor der LP 1. Selbe Farbe, auch auf Kiff FM. Und Wahnsinns Sub-Bass, da schlackern die Klamotten am Leib. In der letzten Kostenlos-Groove ist auch gerade ein schöner Pole-Studio-Bericht drin. Abgefahrenes Equipment.
meint: Bee Rhymes am 18.03.07hey jan, lass dein space echo doch auch mal vom tisch fallen und guck wie's nachher klingt! :D
meint: disrupt am 19.03.07Hehe! Yes! Gute Idee! Das Teil macht aber auch so schon genug Krach, wenn man's nur einschaltet. Au�erdem h�rt man immer die Stelle, wo das Band zusammengeklebt ist - klack, klack - funktioniert ja mit einem Tonband in einer Kassettenbox. In diesem Pole-Studio-Bericht in der Groove steht drin, da� er das toll findet und dann einfach einen Kompressor dahinter h�ngt, damit das Rauschen sch�n pummpt. Den Fehler konsequent zum Konzept erheben und so. Funktionert einwandfrei, genauso bei dieser Jan Jelink-Platte. Vielleicht ist genau das der Trick.
meint: 020200 am 20.03.07Die "loop-finding" ist sicherlich sehr, sehr gut und sehr, sehr wichtig. Aber noch besser finde ich persönlich die "La nouvelle pauvrete" mit Pop und Tiefgang.
meint: stefan am 20.03.07ich schließe mich dem eingangskommentar an: all time fave! wenn es damals schon scrobbling in der heutigen form gegeben hätte, würde sich dies sicher auch in meinen last.fm-charts niederschlagen.
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