Text Tracks: Mobile Worte

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texte-mixtape.jpgNach der erfolgreichen Mixedtape-Serie, die seit urigen Zeiten längst auch auf CDs verschickt wird, konzentriert sich der Wolgaautomobilkonzern Lada nun auch auf exquisite Texte beziehungsweise Hörspiele. Die "Text Tracks" werden nicht nur von Profis eingesprochen, sondern sind natürlich wieder frei erhältlich.

Text: Diana T.

Neben den Text Tracks bietet der Konzern unlängst nun auch unter der Leitung von Wiktor Nikolajewitsch Poljakow einen Podcast an, der das Entertainment-Paket gleich auf die Festplatte beamt. Am Direktempfang für die Limousine wird derzeit getüfftelt.

Wiktor Nikolajewitsch Poljakow hat es faustdick hinter den Ohren. Gemeinsam mit seinem Konstruktionsbüro Renommee, die für das Entertainment der B-Klasse zuständig sind, werden nun endlich Hörspiele kostenlos auf der firmeneigenen Website angeboten. Unserem Chefredakteur wurde das schon im vergangenen Jahr bei einem heimlichen Treffen in der Frankfurter Innenstadt mitgeteilt, dummerweise liess er sich jedoch mündlich knebeln. Und versprochen ist versprochen.

Dafür rüstet Lada aber jetzt auf und bietet nicht nur den Kunden des sensiblen Offroad-Klassikers, sondern auch Euch den kostenlosen Zugang. Damit setzt Lada mal wieder Maßstäbe, die bereits das Mixed Tape bei seinem Start versprach. Kein Wunder also, dass die Allrad-Legende unlängst zum beliebten Familienfahrzeug mutiert. Nichts ist eben so robust und unverwüstlich wie LADA NIVA. Denn der fährt weiter seinen Weg.

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Kommentare

@zorro: hm... ich habe so viele argumente, ich weiß gar nicht wo ich anfange. also erst einmal ist der artikel eine information, dass der autokonzern etwas neues aus der taufe hebt. ich denke, von den "text tracks" wussten noch einige nichts. außerdem hat das mit netaudio nichts zu tun, weil hier in englisch texte vorgelesen werden.

zweitens ist der artikel eine kleine provokation, die schon wieder jemanden in die luft hat gehen lassen. er wurde humorvoll geschrieben und hat keinerlei werbung für die eigentliche sache außer dem link. weiterhin wurde er so auf suchmaschinenen optimiert, damit er hoffentlich genau zu den begriffen "text tracks frei hörspiele" in google auftacht - OHNE werbung für den eigentlichen lieferanten zu machen.

drittens ist es auch "journalistische" arbeit auf themen hinzuweisen, die vielleicht nicht ganz so munden.

viertens verweist phlow für die leser auf interessanten content. der stammt zwar von einem konzern, ist aber trotzdem gut. das ist so in etwa wie bei einem guten hollywoodfilm bei welchem man den regisseur nicht mag. der film, die inhalte, sind trotzdem gut. sollen wir darum interessant inhalte aussparen? wenn demnächst apple tolle film-downloads für umsonst anbieten, darf ich dann nicht darauf hinweisen? apple ist nämlich auch kein sauberer konzern und produziert wie die meisten global-players in sweatshops... und darf man eigentlich das internet benutzen? dass wird doch auch von majors wie der telekom in den händen gehalten... ich will hier niemanden veräppeln, mir ist dieses ganze dilemma bewusst, aber wo die grenze ziehen?

fünftens setze ich mich jetzt in mein compressor cabrio...ähm...allradklassiker, denn den habe ich für die "schleichwerbung" bekommen.

meint: mo. am 07.12.05

hi mo,
ein letztes zu dem thema:
zu 1. gut. sehe ich ebenso.
zu 2. auch gut. nur dann verstehe ich euren 'humor' einfach nicht.
zu 3. wie wäre es mit der umkehrung? warum setzen jetzt konzerne auf diese art ihre werbung ein? wer ist dabei die neue zielgruppe? subtile, skeptische, von mir aus auch investigativere berichterstattung. wäre dies nicht eine anspruchsvollere, überzeugendere 'journalistische' leistung?
zu 4. mo, alles richtig - aber: muss man über alles berichten, was kostenlos ist? gibt es eventuell einen unterschied zwischen 'kostenlos' und 'kostenlos'? (siehe punkt 3...) die grenze kannst nur du ziehen. oder du lässt sie für dich ziehen.
zu 5. auch nicht schlecht.
generell: die fragestellung bleibt für mich bestehen: wer zieht den grössten nutzen aus diesem artikel? was ist der artikel? ist es 'moralisch richtig', in dieser form auf das produkt hinzuweisen? wenn ja, dann ist ja gut! ich habe mir diese frage jedenfalls heute morgen ganz automatisch egestellt.
da werde ich von dir offensichtlich auch wieder falsch verstanden: ich streite nicht ab, das das produkt 'trotzdem gut' ist. und der regisseur (den man nicht mag) des 'trotzdem' guten filmes, hat möglicherweise seine crew auch nicht anständig bezahlt. oder eben doppelt so gut wie sonst. wer weiss? mich interessiert auch das alles (auch mit apple oder microsoft oder konkurrenzprodukte von anderen automobilherstellern oder wasauchimmer...) in diesem zusammenhang nicht, denn um die gehts hier gerade nicht. es geht um die auseinandersetzung mit diesen produkten.
und du scheinst auch nicht zu bemerken, was da offensichtlich passiert ist...
nun denn, es hat mich jedenfalls offensichtlich nicht nur erfreut...
in diesem sinne

meint: zorro am 07.12.05

hi zorro, nur eine kleinigkeit:

"und der netaudiomusiker ist ja auch nicht wirklich an geldeinnahmen interessiert, sondern es ist ihm daran gelegen, dass er (umsonst) möglichst viele leute erreicht. sonst würde er ja nicht im netz auf netlabels veröffentlichen, sondern dort, wo er eine angemessene bezahlung erhält."

wie kommst du darauf, wo will man denn heutzutage ne angemessene bezahlung bekommen? viele leute zu erreichen ist immer gut, aber das netaudiomusiker auch gern von ihrer arbeit leben würden ist doch glasklar. momentan sind (die meisten) netaudio musiker sozusagen gezwungene idealisten. sie können ja gar nicht anders, da es zu zeit eh nichts zu verdienen gibt. aber wenn irgendwie geld am start wäre, dann wären einige leute sicher nicht mehr wieder zu erkennen. netaudiokünstler sind sicher keine heiligen.


und für mo: "außerdem hat das mit netaudio nichts zu tun, weil hier in englisch texte vorgelesen werden."

was meinst du damit? ich habs einfach mal überlesen und schnell vergessen... ;)

meint: fabien am 07.12.05

Am lustigsten finde ich die google-ads für lada ;)

meint: 020200 am 07.12.05

@alle: erst einmal vielen lieben dank für die kultivierte diskussion. bin immer wieder - das geht an alle - erfreut, dass hier konstruktiv disktutiert wird.

@zorro: "subtile, skeptische, von mir aus auch investigativere berichterstattung. wäre dies nicht eine anspruchsvollere, überzeugendere 'journalistische' leistung?"

da hast du eigentlich recht, dass man investigativer berichten könnte. über die mixed-tape geschichte wurde bereits viel diskutiert. vor allem auch jenseits des netzes. auch hier auf phlow gabs ja auch schon eine heisse diskussion http://phlow.net/arc/001197.php.

natürlich berichten wir nicht über alles, was kostenlos ist. seit der ersten mixtape-geschichte wurde keine weitere compilation besprochen bzw. erwähnt und es gibt sie schon mehr als ein jahr und es gibt mehrere compilation (irgendwo bei nr.9 oder so)... auch weiß ich, dass die musik vielen menschen gefällt, weil ich es immer wieder in zahlreichen blogs gelesen habe. über die text-tracks haben wir berichtet, weil es neu ist und ich finde es immerhin interessant, dass ein automobilkonzern eine art neues entertainment-programm aufbaut.

außerdem: wissen wir nicht, ob die künstler GAR NICHTS verdienen. das ist eine mutmaßung. natürlich bedient sich der konzern an kulturellen inhalten für lau. dafür bietet er aber etwas, was in der heutigen zeit unglaublich wichtig ist: EXPOSURE. ich habe hier gerade die compilation-cd vor mir liegen. ich habe es jetzt nicht recherchiert, aber da sind meines erachtens KEINE NETAUDIO KÜNSTLER dabei. bei den meisten steht im untertitle recordings oder records, was auf eine (kleine/s) plattenfirma/label hindeutet.

auch war auf einer der compilations auch schon einmal ein fourmusic-act. das heißt: die mitmachenden versprechen sich eine werbeleistung durch das dabeisein und lassen sich NICHT ausnutzen, sondern willigen ein. das ist deren entscheidung.

und ich glaube schon, dass ich weiß was da passiert, weil ich mich mehrmals mit renommee unterhalten habe.

nichtsdestotrotz finde ich es mutig, wenn künstler die möglichkeit auf solchen compilations zu erscheinen ausschlagen und ihren eigenen weg gehen. und dann erfolg haben. vor solchen künstlern ohne werbe-logos, ohne werbe-etat und sponsoren habe ich großen respekt. davon gibt es aber nur wenige. ich denke, man sollte auch einfach mal die künstler attackieren und sie fragen warum sie dass machen?

warum tragen hiphopper logos von adidas, puma und so weiter?

warum lässt sich robbie williams von t-online sponsorn?

warum muss ein kurzfilm-festival wie short cut cologne von jameson und weiteren sponsoren unterstützt werden?

unsere "kultur" ist vollkommen unterwandert von werbung und sponsoren. hier in köln ist das ludwigs museum nur darum da, weil der ludwig aus seinen millionen die kunst unterstützt hat und immer wieder gestiftet hat.

gefährlich wird es immer dann, wenn kommerz/sponsoring in die inhalte reinfunkt. da müssen sich die künstler dann fragen.

um es kurz zu machen: es ist einfach eine schwierige gradwanderung und es muss jeder selbst entscheiden, ob und wie er sich benutzen lässt, oder ob er als künstler dieses oder jenes vehikel für sich nutzt. was zu beobachten ist, ist die traurige tatsache, dass diejenigen der großen künstler, die es geschafft haben, selten denen von unten die hand reichen.

meint: mo. am 07.12.05

ja, nur hätten wir hier in deutschland keine museen, keine kulturveranstaltungen, auch weniger klassische konzerte. warum? kultur trägt sich finanziell in der regel nicht. ohne sponsoring (und ich meine sponsoring) würde kultur in unserer zeit, doch noch wesentlich schlechter dastehen...

geld ist nun mal wichtig, ob man es akzeptiert oder nicht. und ohne sponsoren geht bei kulturellen angelegenheiten halt nicht viel.

meint: fabien am 07.12.05

und das sublabel heisßt dann wohl polski fiat?
Und was ist eigentlich mit Ursus und Zetor?

meint: Mosquitch am 07.12.05

toller artikel! der regt auf! der regt so sehr auf!
stellt euch mal folgende frage: für wen schreibt ihr solche artikel? für die konzerne? für eure leser, die noch an eine philosophie der freien inhalte glauben? für euch selbst?
wenn dies hier werbung sein soll - und das ist es ohne frage - dann bitte tarnt es doch nicht als recherchierten artikel eines 'freien journalisten', sondern steckt euch die kohle dafür ein und ab damit eure rechte seitenspalte - als werbung! und ihr werdet dafür geld gesehen haben, wenn nämlich nicht, muß man euer komplettes 'magazin' in frage stellen.
ja, wie ihr seht, polarisiert dieses thema - konzerne, ihre marketingstrategien und deren durchführung - immer noch und wird es auch noch eine weile tun; vor allem, wenn es so dermaßen plump in szene gesetzt wird wie mit diesem werbe-artikel.
stellt euch mal vor, dieser artikel stünde so in einer tageszeitung. das würde schon fragen aufwerfen. aber ihr seid ja keine tageszeitung, ihr seid ein spezialisiertes mag und geht doch sicher auch davon aus, das es von leuten mit einer gewissen grundkenntnis der materie von 'freien inhalten' gelesen wird. ich halte mich jedenfalls für einen solchen. und für mich ist dieser artikel ein schlag ins gesicht.
tut mir leid, setzen, sechs!

meint: zorro am 07.12.05

lieber zorro was liest du überhaupt noch? was ist wirklich frei? wieso liest du bücher? die sind doch von bösen verlagen gedruckt, die in ihren büchern wahrscheinlich auch noch eigenwerbung machen!

erstens verdient die redaktion sicher keinen pfennig damit, zweitens ist dieses angebot vor allem für netaudiomusiker interessant, den hier gibts etwas geld zu verdienen. natürlich könnte man das als werbung vertehen. aber nenn mir nur einen text, der nicht für irgendetwas wirbt. das ist normal. wieso soll das gedankengut einer person freier sein als das einer firma? was sind freie inhalte, wenn der nazi von nebenan seine ideologien in seine werke packt?

mhhhh zorro, ich kann mich deiner meinung wirklich nicht anschliessen. das ist die typische realitätsferne 'hippie' mentalität. wie verdienst du dein geld? auf moralische art und weise? haha

meint: fabien am 07.12.05

Wo kann man die erwähnten CDs denn anfordern von MixedTape? Ich such mich dumm und dusselig...

meint: HansHansen am 07.12.05

hallo fabien,
du hast mich wohl falsch verstanden, denke ich... ich prangere hier nicht die aktion des marketing der konzerne an sich an, sondern die art und weise derselben. und in diesem speziellen fall auch die art und weise, wie das hier kommuniziert wurde. ganz im gegenteil zu deiner annahmne, man könnte ein problem damit haben, das die redaktion an solcher werbung geld verdient, würde ich es richtig finden, daß sie es tut. aber dann auch richtig. eben mit geld. und dann als werbung deklarieren. denn das ist es. so wie es sich jetzt darstellt, ist es kompromisslose mehr oder weniger kostenlose promo (wie bei den artists auch)für ein automobilkonzern (und was hat die hier zu suchen?)
der springende punkt, der faktor, den ich wirklich bemängele, ist: der artist, der (z.b. in diesem falle nicht in der gema sein darf, oder es unter cc veröffentlichen kann...) bekommt zwar etwas für sein werk, aber immer noch viel zu wenig - dafür, daß er sich hier z.b. bedingungslos auf die seite eines konzerns stellt. für solcherlei marketing wird seitens der konzerne ungeheuer viel geld bereitgestellt, von dem der artist im endeffekt nicht wirklich annähernd soviel sieht, wie er sollte. der grossteil des geldes bleibt in kanälen, die z.b. mit der musik / inhalten und den interessen des artists nichts mehr zu tun haben. agenturen, die ihre mieten bezahlen müssen etc... das ungleichgewicht ist es, was mich entzürnt. dieses angebot sollte für netaudiomusiker überhaupt nicht interessant sein, denn hier gehts - jedenfalls ist dies meine meinung - generell um abzocke.
und der netaudiomusiker ist ja auch nicht wirklich an geldeinnahmen interessiert, sondern es ist ihm daran gelegen, dass er (umsonst) möglichst viele leute erreicht. sonst würde er ja nicht im netz auf netlabels veröffentlichen, sondern dort, wo er eine angemessene bezahlung erhält.
2. es gibt genug texte, die zb. für das gemeinwohl werben. oder tatsächlich mal für gar nichts. so etwas nennt man unter anderem kunst. hier geht es nicht darum, was jetzt 'freies gedankengut' etwa von konzernen oder künstlern ist. es geht mir generell darum, wie mit diesem gedankengut verfahren wird. gedankengut, welches frei veröffentlicht wird ist erstmal immer frei. auch das vom nazi nebenan. ist nun mal so. ob man dieses gedankengut jetzt falsch oder richtig findet, macht man mit im besten fall mit sich selbst aus. im zweifelsfall lässt man sich von den medien berauschen und zu einer meinung lenken.
4. ich verdiene mein geld soweit es geht auf moralische art und weise, ist dies verwerflich? dafür arbeite ich lang und auch hart. unter anderem mit werbung, aber auch mit freien inhalten. wo ist der widerspruch?

meint: zorro am 07.12.05

"nein! wer sponsort, will und bekommt auch immer etwas dafür! das ist keine kultur."

@zorro: sicherlich ist kultur ohne sponsoring ehrlicher. ich würde deinen satz aber so umformulieren: "wer sponsort wählt künstler/kunstartikel/musik aus, die ihm gefallen. menschen die sponsoring betreiben, machen etwas wett, nämlich spielen zu dürfen."

kunst ist ja spielen. spielen mit gedanken/musik/texten... gesponsorte kultur ist kultur. da lässt sich nichts rütteln. nur du kannst dieser kultur nicht abgewinnen, weil du misstrauisch bist. van gogh wurde von seinem bruder gesponsort und unterstützt. heute gehört er zu einem der genialen maler der vergangenheit.

zu dem thema war auch ein sehr interessantes portrait in der zeitschrift qvest. dort wurde so ein sponsor vorgestellt, dem die opernhäuser den arsch geküsst haben, weil er geld mitbrachte, um projekte zu realisieren. er wollte dafür dann goldene schildchen mit seinem namen sehen...

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"statt kultur herrscht momentan eher lethargie. weiterhin ist es falsch (eigentlich unmöglich), sich durch den staat (sponsoren) kultur vorschreiben zu lassen. kultur entwickelt sich."

hui! das finde ich schlimm, die aussage. es findet zur zeit unfassbar viel kultur statt ohne sponsoring. menschen schreiben für wikipedia. demokratische kultur. menschen betreiben mit weblogs netzkultur und soziale vernetzung. musiker veröffentlichen immer noch musik. es gibt mehr musiker, grafiker, designer und texter denn je. lethargie gibt es gar nicht. geh mal nach berlin ;)

meint: mo. am 08.12.05

mo,
schätze, mit der lethargie aussage liege ich schon falsch, hast recht...
nehme ich mal so zurück...
den rest des satzes kann man dann aber stehen lassen.
denke ich...

meint: zorro am 08.12.05

mal nebenbei,
ich muss an dieser stelle mal lob für die phlow- redaktion & leser. ich bin wirklich erstaunt, wie niveauvoll und sachlich hier diskutiert wird. slebst wenns mal 'heiss' wird bleibt alles in einem angenehmen rahmen. so etwas gibt es im netz wirklich selten zu sehen. also an alle: weiter so!!!!!

meint: fabien am 08.12.05

aber im ernst. wieso beschwert sich den keiner beim wort "podcast"? da war ganz klar apple im spiel, die das wort "pod" ja für ihre zwecke nutzen. ist doch auch alles werbung. aber wenns dann um daimler oder microsoft geht, dann ist angeblich immer der teufel im spiel... ...doppelmoral?

es kann auch moralisch vertretbares sponsoring geben. daher heisst es auch sponsoring und nicht werbung. sponsoring kann auch mit liebhaberei zu tun haben. und sogar der big-boss eines unternehmens darf auch seinen interessen nachgehen und verein XY (gerade regionale sportvereine sind das beste beispiel) unterstützen. nicht immer ist direktes marketing im spiel...

meint: fabien am 08.12.05

fabien,
nein! wer sponort, will und bekommt auch immer etwas dafür! das ist keine kultur.
kultur hat sich immer - und wird sich immer durch die auseinandersetzung mit der welt entwickeln und nicht durch die auseinandersetzung mit geld.
wovon du hier sprichst ist die 'offizielle' oder 'offiziöse' kultur, und die war nie ein spiegelbild ihrer zeit. dies alles ist schon lange bekannt, doch das - meiner meinung nach - unheilvolle (natürlich unheilvoll, da stellt sich doch gar keine frage... geschichtsunterricht??? ) bündnis von industrie, staat, macht und kultur ist nun mal keine 'kultur'.
der förderer von kultur ist 'offiziell' immer ehrenwert, auch wenn er kriegsverbrecher, menschenverachter, unsozial oder ungerecht ist. das geht nicht. ich kann nicht nachvollziehen, warum das scheinbar keinen mehr tangiert. statt kultur herrscht momentan eher lethargie. weiterhin ist es falsch (eigentlich unmöglich), sich durch den staat (sponsoren) kultur vorschreiben zu lassen. kultur entwickelt sich.
das zusammenspiel / der missbrauch von kultur und macht ist so alt, ich denke, da muss ich jetzt keine vergleiche mehr anführen.
und im ganz kleinen, versteckten passiert das jeden tag. rund um die uhr. manchmal auch ganz gross, dann ist es gleich in den medien und wird 1 woche in jeder talkshow durchgekaut - und dann ebenso schnell wieder vergessen.
ob das jetzt im falle der marke mit dem stern auch so ist - kann und will ich gar nicht sagen. ebenso, ob und wieviel geld die artists bekommen haben. das interessiert mich zwar auch irgendwo, eben weil ich mich für einen sozialen menschen halte - doch reicht es schon, finde ich - es einmal für sich selbst in einem anderen licht zu betrachten. sich denkanstöße zu geben.
nicht sagen: das ist so.
sondern: das ist zwar so, aber finde ich das gut? muss ich das unterstützen? will und kann ich das unterstützen? da darf man dann auch schon mal nein sagen. das wäre dann ein anflug von 'kultur'.

meint: zorro am 08.12.05

Also mir wäre lieber wenn Phlow sich nicht positiv auf einen Landminen-Hersteller wie den DaimlerChrysler-Konzern bezieht.

Siehe SWR: http://www.swr.de/report/archiv/sendungen/050418/01/frames.html

meint: Tadeusz Szewczyk am 08.12.05

natürlich ist es klassisch werbung, auch und in erster linie für nen automobil-konzern, dieser artikel hier. dazu muss man sich ja nur mal die letzten zwei sätze durchlesen ;)

und hörspiele oder mp3 "endlich" auch auf seiten von automobil-konzernen anzubieten ist nichts anderes als leute auf die marke aufmerksam zu machen, ihr ein pseudocooles image zu geben und auf mehr verkäufe zu hoffen, wer das nich schnallt ist meines erachtens sehr naiv, das nur mal kurz so allgemein.

von phlow wünschte ich mir oft auch mehr objektivität und hintergründige kritik, aber es ist eben ein SUBJEKTIVES mag, weswegen der content auch immer das wiederspiegelt, was eben die leute hinter phlow mögen bzw. es gerne hier posten, aus welchen motiven auch immer. das ist ja durchaus normalität sowas.

mcdonalds baut in ihre filialen spielplätze und kinderecken ein, damit kinder sich von klein auf dort wohl fühlen und auch später dort weiterhin essen gehen, tabakkonzerne versuchen, ihre zigaretten über pseudo-coole action-adventure zu verkaufen, mercedez benz & co. versuchen halt so ihre kunden positiv auf ihre marke aufmerksam zu machen, was soll´s. ob man´s checkt und sich letztlich wie davon beeinflussen lässt, bleibt letztlich jedem selbst überlassen, allerdings finde ich es auch schade, das hier solches im grunde schamloses treiben (und wer renomee kennt, weiss das die musiker da kein geld für ihre arbeiten bekommen, im gegensatz zu renomee und letztendlich den dahinter liegenden firmen) so naiv unterstützt wird mit texten wie "Damit setzt Lada mal wieder Maßstäbe..." und "Kein Wunder also, dass die Allrad-Legende unlängst zum beliebten Familienfahrzeug mutiert. Nichts ist eben so robust und unverwüstlich wie LADA NIVA. Denn der fährt weiter seinen Weg" etc.

da wäre etwas mehr objektivität mal wieder angebracht, aber wer weiss was bei dem heimlichen treffen in der frankfurter innenstadt so alles noch geheim bleiben soll ;)

naja, diana trundelberg ist ja hier die praktikantin und hat evtl. noch zu lernen, was guten journalismus angeht, es sei ihr verziehen.

also, wenn ihr schon auf solche sachen wie kostenloses was-auch-immer bei konzern xy aufmerksam macht, dann wünschte ich mir, ihr würdet auch aufklärerisch ein bisschen mehr in die tiefe gehen und hinterleuchten, warum die das wohl machen und was wirklich dahinter steckt als werbetexte des konzerns abzutippen, hätte meiner meinung nach mehr format - aber das ist nur meine meinung.

grüsse, Jörg

meint: Monsieur J. am 09.12.05

liebe leser...

es gibt etwas, dass nennt sich ironie.

dieser artikel sollte provozieren, hat null inhalt. schüttelt mal ein wenig die sätze, da gibt es neben der tatsache "text tracks" und dem link nur blödsinn. und auch wenn ich praktikantin bin, habe ich mir alles selbst ausgedacht.

warum mo. jetzt einen compressor cabrio vor der türe stehen hat verstehe ich nicht, dafür fährt er mich jetzt abends nach hause.

es grüsst euch aus dem offenen cabrio mit warmer sitzheizung eure diana!


ps: und ja, ihr habt recht, die jungs von renommee sind ganz böse! konzerne regieren die welt. *plonk*

meint: daina t. am 09.12.05

Hallo Diana.

Steht im Journalistenhandbuch nicht geschrieben, dass man Texte nicht irnoisch schreiben soll aufgrund des Risikos, es würde nicht als Ironie sondern als ernst aufgefasst werden? Ein Text kommuniziert halt eindimensional und ist kein Mensch aus Fleich und Blut. Und keine Prosa.

meint: 020200 am 09.12.05

lustig ist auch, das ich direkt über die google-anzeige über dem artikel nen link zu nem lada-händler bekomme, bei dem ich mir auch sofort einen lada online bestellen kann ;)

meint: Monsieur J. am 10.12.05

mal so ein paar Gedanken die mir gekommen sind beim lesen des Artikels und der Kommentare.

Wo seht den eigentlich, dass PHLOW ein Magazin exklusiv für freie Inhalte ist? ziemlich oben auf der Seite steht "Magazin für Musik und Netzkultur". Wer von den Schreibern ist den eigentlich wirklich Journalist. Mo natürlich, ich bin keiner, von den anderen kenn' ich leider keinen persönlich.

Sicher haben die Künstler die sich an Text Tracks beteiligt haben keine S-Klasse als Bezahlung bekommen. Aber andererseits werden jetzt wegen der paar neuen MP3 Dateien nicht tausende weitere Autos verkauft. Mit Musik macht doch eh' keiner wirklich Geld. Außer den Heavy Hitters wie Eminem und Konsorten natürlich. Ich glaube das der positive Effekt der wahrscheinlich enormen Bekanntheitssteigerung auf seiten der Künstler viel größer ist. Als Mercedes die erste MP3 Sammlung engen Strom, wurde darüber auch in der netlabel (oder netaudio) Mailingliste diskutiert. Einer der teilnehmenden Künstler schrieb, dass er auf Grund der Mercedes Tracks für einen Gig gebucht gebucht wurde. Finde ich super. Leider kann ich nicht mehr nachprüfen wer das war, hab leider die Emails nicht mehr, über die entsprechende YAHOO Seite hab' ich leider auch nichts gefunden (vielleicht in der falschen Gruppe gesucht).

Natürlich kann ich verstehen, dass man moralische Bedenken hat. Aber in der modernen Welt macht man eigentlich immer etwas falsch. Autos sind eigentliches alle Umweltverschmutzer, aber wer will schon auf sein eigenes verzichten. Für Nahrung und Klamotten sterben Tiere, ohne die Fleischfresserei wäre sicherlich der Treibhauseffekt geringer (weniger Kühe -> weniger Methan, weniger Kühe -> mehr Ur-Wald, bin übrigens kein Vegetarier), Markenklamotten werden von kleinen Kindern hergestellt, das Internet mit seinen tausenden von Servern benötigt Strom und jeder der Handys benutzt ist mitverantwortlich für den Tod der Gorillas (http://tinyurl.com/awfaa).

Wer sein Geld moralisch verdient, gibt es doch hoffentlich auch moralisch aus. Ihr kauft doch hoffentlich nur Milch aus der Region? Alles andere wäre wieder Energieverschwendung, da die Milch auch nicht von alleine in den Supermarkt kommt. And dann aber nicht bei Aldi/Lidl kaufen. Die beuten nämlich ihre Mitarbeiter aus (http://tinyurl.com/87vt2 und http://www.verdi-blog.de/lidl), Spielzeug für die Kleinen nicht im ToysRUs kaufen, sind auch nicht besser (wer daraus ne Story machen will, ich kann evtl. vermitteln). Bei McDonalds wird ja selbstverständlich nicht gegessen, wer glaubt BurgerKing/Kentucky/PizzaHut sei besser, dem sei gesagt er unterstützt die Sklaverei in den USA ( http://tinyurl.com/9qvxb). Die Walldorf-Supermärkte sind meiner Meinung nach auch nicht besser, zumindest die bei uns in Manheim schalten nachts eine Beleuchtung an, die würde für jedes Fussballstadion reichen.

Kultur kostet Geld, dummerweise lässt sich mit Kultur kaum Geld verdienen. Schaut euch die Einstürzenden Neubauten an, die bringen CDs raus, die nur von den Fans durch Spenden finanziert werden. Toll !!! Allerdings haben die schon einen Namen, trotzdem reichte die Kohle nicht aus um auf Tour zu gehen, so dass die auch noch CDs bei größeren Plattenfirmen veröffentlichen.

meint: Swen am 10.12.05

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