Erster Podcast-Roman: Herzfassen

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Herzfassen von Tim Cortinovis: Erster Podcast-RomanHerzfassen von Tim Cortinovis ist laut eigener Aussage der erste Podcast-Roman. Wo Netzliteratur Netaudio trifft da darf Phlow natürlich nicht fehlen. "Sommer 1975. Paco López ist Anfang dreißig und lebt zusammen mit Bruder und Mutter im Süden Spaniens. Obwohl Franco schon alt und krank ist, zeigt die Diktatur alle Härte. Im Gegensatz zu seinem politisch aktiven Bruder ist Paco angepasst und ängstlich. Erst als er sich in die Madrider Studentin Luisa verliebt, ändert sich sein Leben radikal." Ein kurzer Blick auf das Novum.

Text: Tadeusz Szewczyk

Herzfassen von Tim Cortinovis besticht erst einmal mit einem schlichten und ausgewogenem Webdesign, schon die halbe Miete um mich als Leser zu gewinnen, oder aber hier eher als Hörer. Der Untertitel sagt es lapidar. Roman Punkt, Podcast Punkt. Gerade heute ist das 18. Kapitel veröffentlicht worden und ich weiss nichts davon? Wieso hat mir kein Mensch davon erzählt? Wo kommen wir denn dahin wenn selbst bekennende Early Adopters wie ich so etwas gar nicht mehr erfahren? Nun, der Sache muss auf den Grund gegangen werden.

Der technisch auf dem Loudblog aus dem Hause Gerrit van Aaken aufbauende Roman beruft sich nicht auf die Tradition der Netzliteratur. Als ich vor ca. 10 Jahren an den Anfängen dieser teilhaben konnte ging es stets darum eine dem Netz eigene Form von Literatur zu finden und online zu stellen.

Herzfassen geht den umgekehrten Weg: Ein modernes Medium wird genutzt um ein konventionelles Format, also den Roman respektive Hörbuch an die Leser zu bringen. Nicht nur nicht verkehrt sondern dem Zeitgeist voraus: Noch immer wehren sich Autoren und Verlage gegen Digitalisierung ihrer Bücher, trotz Lawrence Lessig und Ebooks oder gerade deswegen.

Ich gestehe, ich habe nur kurz reinhören können denn ich wollte es vor dem Schlafen gehen noch der Welt mitteilen. Der Roman hört sich sehr stimmungsvoll an, von einer angenehmen Stimme vorgelesen. Ob das Buch der Podcast gut ist will ich von Euch wissen. Aber ist das nicht ganz egal wenn Creative Commons Content kills Copyright?

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Kommentare

Hab grad mal reingehört, schöne Idee auf jeden Fall. Leider scheinen die ersten 8 Folgen buggy zu sein, klingen sehr verzerrt. Hab grad mal den Autor angemailt, ob er noch funktionierende Versionen hat.

Q-Man

meint: Q-Man am 23.11.06

ob es sich wirklich um den ersten podcast roman handelt ist mehr als fragwürdig.

s. http://www.myspace.com/conquertheworld mit ihrer veröffentlichung aus dem jahr 2005(?) "earthcore".

ich zitiere: "Earthcore is now the world's first-ever podcast, of any kind, available as a paid download." das ganze projekt war in den usa übrigens sehr erfolgreich ...

so ist das mit den innovationen ;-)

meint: guttertec am 26.11.06

Hi Guttertec,
nein, natürlich nicht der erste Podcast Roman - deshalb sage ich ja auch, der erste deutschsprachige Roman komplett als Podcast.

meint: Tim Cortinovis am 27.11.06

Man muß ja auch nicht immer Haare spalten. Für mich war klar, dass es sich auf den deutschsprachigen Raum bezieht. Wenn das andere Podcast kostenpflichtig war, war es zudem kein richtiger Podcast.

Ein Blog der nur gegen Gebühr zu lesen wäre würde auch die Definition vom Blog sprengen.

meint: Tadeusz Szewczyk am 27.11.06

Najaa ... Innovation schön und gut, aber die Qualität des Textes und auch das Vorlesen könnte schon hochwertiger sein, es nimmt einen nicht so mit, wovon da erzählt wird, eher kommt alles leicht behauptet und wie durch einen Schleier daher: vielleicht schreibt Tim Cortinovis besser über Dinge, die er wirklich kennt und spürt. Die Kombi machts! Nichts für ungut, Gruß Ben

meint: Ben Krause am 10.12.06

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