Diverse - Sweepglade (laridae020)

Rubrik » Compilation

laridae-compilation.jpgLaridae ist ja auch so ein liebenswürdiges Netlabel, das mit viel Elan und Liebe betrieben wird. Vor allem das Webdesign ist klasse und hebt sich angenehm aus den Design-Unfällen zahlreicher Netlabels heraus. Insgesamt sind mir bis jetzt die Releases oft zu verschroben, zu zerfrickelt und zu technik-plugin-mässig gewesen. Sweepglade spannt da genau den richtigen Bogen aus Verspieltheit und Groove.

Text: mo.

Mit der zwanzigsten Veröffentlichung steht nun eine Compilation mit zehn teilweise recht düsteren Tracks an, um das Jubiläum zu feiern. Fast durchgängig ist es den Labelheads gelungen einen roten Faden zu spinnen.

Besonders düster, aber knarzig, kratzig und mit eigenem Vibe tackert da "Rough Trade" von orjo. Das hält locker mit der Stimmung der frühen Goldfrapp mit auch wenn es noch an produktionstechnischer Tiefe und Vocals fehlt. Die kommen aber dann im nächsten Schritt mit Der Reisende. Der alte Melancholiker ergötzt sich in Schwermut und schwebt ruhig über Piano-Akkorden. Für den ein oder anderen wohl ein wenig zu kitschig. Aber hymnisch auf jeden Fall.

Zerfräste Beats gibt es natürlich auch. Photophob erdet das Ganze aber mit einer wirklich schönen Atmosphäre und gelungenen Melodienbögen. Schön wie die Sounds da im Stereofeld hin und herhüpfen. Eine spielerische Compilation mit einigen eigenwilligen Momenten. Klar merkt man Laridae an, dass es sich bei den meisten Produzenten, um Liebhaber von Electronica handelt.

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Website: www.laridae.net

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Kommentare

Toll auch das Artwork von Mikrotonner. Ich bin wohl nicht der einzige der "raw-wände" fotogarfiert. ;)

meint: 020200 am 09.02.06

also irgendwie... gibt mir diese compilation gar nix. oder sagen wir's so: fast nichts. photophop ist noch ganz nett. aber ansonsten sind da andere electronicaer viel weiter (standard klik music, phonocake, sula auf archipel)...

meint: hartmuth wellersdorf-krumbholz am 10.02.06

herzliches dankeschön an mo! im namen der ganzen laridae crew. sowas gibt motivation, und die kann man immer brauchen.

@ hartmuth wellersdorf-krumbholz

könnte uu daran liegen, dass wir eben nur zum teil electronica machen.

meint: photophob am 10.02.06

dann lass ich mich von meinem thron des "nie-auf-postings-antworten" heruntern und schreib doch mal was.

ich finde es jämmerlich wenn bei einem musiclabel nicht von der grafik gesprochen wird. besonders bei einem netlabel dass sich nur durch die definiert und presentiert finde ich es wichtig dass stimmung und style eines labels auf den ersten klick herüberkommen. erst dann finde ich sieht man auch ob die leute hinter dem label stehen oder nicht. oder würde thinner so einen erfolg haben wenn die site komplett in times new roman, ohne css und in schwarz rot türkis lila wäre? -n ohne ihre flash dinger? stadtgrün ohne ihr geiles logo? gerade bei netlabels die keine plattencovers haben sollte mehr wert auf grafik, typo und den ganzen designkram gelegt werden.

und ich sehe netlabels als eine chance dass design portale wie designiskinky.com, lounge72 usw endlich zusammenwachsen und an einem strang ziehen. die jungs veranstalten doch andauernd irgendwo einen grafikwettbewerb für irgendwas und genau da können so einige netlabels sich einklinken und gemeinsame sache machen mit anderen netgrafikern. weil es ist halt nicht immer damit getan dass man ein bild in den pshop klatscht und schnell die arial in großßbuchstaben für den titel drüber legt. -n hat da von mir aus gesehen die beste lösung von allen netlabels gebracht. ok thinner mit flashani is auch fettest. weil man muss auch bedenken dass die design avantar bedeutend länger schon im netz sind als jetzt so manches netlabel.

ok. stimmt. die grafik lässt sich in das mp3 nicht so gut integrieren wie man es wohl gerne möchte. itunes bietet zwar den service (danke felix) aber mit einem kleinen thumb ist natürlich nicht viel erreicht. die gallery idee von one oder sutemos finde ich da ein einfache aber doch gelungene lösung mehr ambiente in einen release zu bringen. oder spezifische track covers mit einem grafikschema für einen release.

zu dem hype in der netaudio szene. tja ... hat ja so kommen müssen und wird bestimmt noch viel krasser werden. warum der "alles ist frei" hype nicht ganz so gut funktioniert wie bei den lustigen bilder von flickr o.ä. liegt für mich irgendwie auf der hand. weil übers wetter kann ich immer reden aber über so manchen musikgeschmack kann man sich halt schwieriger einigen. ich denke das is genau so einfach.

mangelnde hingabe und ernsthaftigkeit. find ich ok. das is der filter. labels die sich keine mühe geben, gehen unter. und die labels die ihre "rote linie" behalten haben dann auch bestimmt ihre "blindvertrauen-stammdownloader". eben wie du sagst, fabien, echte labels funktionieren auch nicht anders. nur mit dem unterschied dass ich das vinyl danach nicht gleich wieder löschen kann. was halt der unterschied ist.

bei quality control geb ich dir recht.
bei 90% der netlabels sind nur foren geb ich dir nicht recht. 60% der netlabels schon eher. das sind halt die 60% die von mp3.de oder myownmusic oder ich weiß schon gar nimma was da alles war, übrig geblieben ist. mülleimer benutzen ja, aber das sollen die artists schon selber machen, weil denen vertrau ich ja, sonst hätt ich sie ja net gesignt.

ok. das wort zum montag ...

meint: firnwald am 13.02.06

ich sagte ja, war ein schlechter tag...

klar, design ist für netlabels verdammt wichtig, es gibt ja i.d.r. keine hardware, also muß das design wirklich gut sein damit es sich einprägt. es fällt mir nur schon lange auf, daß im verhältnis zu "echten" labels (naja ich mag diesen begriff auch nicht) , die rezensionen leider viel zu oft von grafik-design und anderen nebensachen handeln. das macht den ahnungslosen halt noch ahnungsloser, ein musikliebhaber wird damit nicht wirklich zufrieden sein. wie ich schon sagte, etwas mehr aufmerksamkeit für den hörer würde die netlabelszene endlich mal etwas mehr öffnen.

mit 60% bin ich auch zufrieden, kein problem ;)

meint: fabien am 13.02.06

(vorsicht! hatte nen schlechten tag ;)

ja, tolle grafik, tolle aufmachung. wie immer...
...und wie immer ist die musik weder innovativ noch irgendwie besonders aufregend. in 3h hab ich das release wieder vergessen.

liebe laridae künstler, was folgt ist nicht ausschließlich an euch gerichtet, nehmt es mir bitte nicht übel. aber dieser gefühlsausbruch muss einfach mal raus...

ich finde es etwas jämmerlich, wenn bei einem MUSIC-label von der grafik gesprochen wird. die grafischen qualitäten von musikern ist für mich (und milliarden anderen leuten) völlig egal.

endlich ein ausweichpfad für die netlabel-szene, man braucht nicht mehr so oft über ihre musik sprechen. zum glück gibts ja noch grafik, usability und suchmaschinenoptimierung. alles sachen, die VIEL wichtiger sind...

versteht mich nicht falsch, aber mir kommt es so vor, wie wenn "NETAUDIO" zu 95% "NET" ist, und nur etwa 5% "AUDIO". kann mir jemand erklären, wieso open source und andere freie software, freie bildbänke, überhaupt alles was frei angeboten wird wahnsinnig gehyped wird, nur bei netlabels scheints nicht richtig zu funktionieren. wieso?

ich denke, es ist schlicht die mangelnde hingabe und ernsthaftigkeit der meisten im netz veröffentlichenden künstler. natürlich ist es für die meisten aktivisten ein feierabend-hobby. schön. dem ahnungslosen netzmusik-suchenden hilft das herzlich wenig, er will gute musik, und labels auf die er sich verlassen kann (sonst ist das label ja sowieso überflüssig, dann lieber gleich bei soundclicks.com suchen). "echte" labels funktionieren heute auch nicht anders als netlabels, sie sind i.d.r. auch erst nach feierabend geführt und haben genau dieselben probleme (meistens sogar noch mehr).

inzwischen liebe ich die krise in der plattenindustrie, sie garantiert eine einwandfreie qualität des auf klassischem wege von "echten" labels veröffentlichten materials, da wegen des hohen finanziellen risikos das quality control allerorts kräftig nach oben geschoben wurde. leider sind netlabels nicht davon betroffen.

"quality control ist ja künstlerisch-moralisch nicht zu vertreten" höre ich dann aus allen ecken. natürlich ist es schwierig dem besten kumpel sagen zu müssen, daß sein letzter track nicht gut ist und demnach auch nicht veröffentlicht wird. aber es muss nun mal sein (und zwar in viel stärkerem maße wie bisher), denn sonst wird diese freiheit auf dem rücken der (nicht gerade erfreuten) hörer ausgetragen. ein label ist auch ein kunstwerk, und zu bunte kunstwerke werden einfach übersehen, sie gehen im umgebenden chaos einfach unter.

ohne jetzt zu tief abzutauchen: für mich sind 90% der netlabels einfach nur foren für musiker und produzenten, die sich gegenseitig loben. sowas kann man dann auch "forum" nennen und nicht fälschlicherweise "netlabel". der focus sollte endlich auf den hörer gerichtet werden. alles andere wird selbst aufgeschlossene musiksuchende nach kürzester zeit deprimieren und letztendlich den ruf der netlabelszene schädigen. netlabels: verwendet eure mülleimer, müllt die leute nicht mit tausenden belanglosen tracks zu.

lieber ein super release im jahr als irgendwas halblebiges alle 2 wochen. wer sonst leidet ist der hörer, und genau diese spezies gilt es doch zu erhalten. würde mich nicht wundern, wenn es mehr net-releases als netlabel-hörer gibt.

meint: fabien am 13.02.06

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