Vinyl versus CD versus Virtuelle Tonträger

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vinyl-versus-cd-versus-virt.gifGestern stand ich mal wieder im Kompaktplattenladen. Und ein weiteres Mal hat mich die Tatsache genervt, dass es immer noch nicht den perfekten Tonträger gibt. Der perfekte Tonträger sähe wie folgt aus: Einerseits würde der Tonträger mit einem wunderbaren und großformatigen Cover glänzen. Und zweitens würde die Musik exzellent und genauso klingen, wie sie der Musiker, Produzent oder Künstler produziert und gewollt hat.

Text: mo.

Es ist jedes Mal das Gleiche. Als Musikliebhaber gehöre ich zu denjenigen, die Vinyl-Käufer für die wunderschönen Cover beneiden. Außerdem belohnt das Label und der Künstler den Käufer mit einwandfreier Habtik und man hat das Gefühl: Wow, da habe ich mir etwas gekauft! Im Gegensatz zu digital-virtuellen Tonträgern bekommt man hier noch etwas für sein Geld. Und schöne Cover stelle ich mir gerne in die Küche, in mein Regal und erfreue mich an den Grafiken, visuellen Ideen, Formen und Farben.

Dahingegen nervt mich das Hantieren mit Vinyl-Schallplatten. Angefangen mit einem unnötigen Verlassen meines Arbeitsplatzes, um die Nadel neu aufzusetzen sowie den Tonträger zu drehen bis hin zur Tatsache, dass Vinyl einfach Platz wegnimmt und einen guten Schallplattenspieler benötigt: OK, ein Standard-Technics steht hier, aber trotzdem teuer. Außerdem stelle ich mir gerne auch Playlists zusammen. Bei Vinyl brauche ich dazu einen Praktikanten, der die Platten nacheinander abspielt - ein DJ wäre auch nicht schlecht. Weiterhin höre ich Musik unterwegs meist sogar noch lieber. Da setze ich dann meinen MP3-Player ein, auf dem ich behände auf ein ganzes Archiv aus verschiedenen Alben und Musik-Genres zugreifen kann.

Mögliche Glückseligkeit?!?

Das beste Format für Musik stelle ich mir so vor, dass ich das unkomprimierte Musikfile, zum Beispiel als FLAC-Datei plus das Vinyl geliefert bekomme. Dann könnte ich die Sounds auf Rechner und MP3-Player schieben und besäße auch noch ein unkaputtbares Medium. Denn Vinyl ist immer noch die beste Art Musik für die Ewigkeit zu archivieren.

Elender Sieger: CD

CDs kommen mittlerweile eigentlich auch nicht mehr in Frage. Nur hier ist der Sound am fettesten, und verfügt über das breiteste Soundspektrum. Und wer jetzt wieder mit der Diskussion anfangen will, dass Vinyl am besten klingt, der liest sich einfach unser Interview und unseren Bericht "Im Plattenpresswerk mit Earregular" genau durch. Vinyl hat einen eingeschränkteren Sound, der subjektiv weicher und smoother klingt. Naja, egal,...

Und weil ich in erster Linie Musik kaufe, wanderten am Ende doch zwei CDs in meinen Rucksack. Das waren "Chromophobia" von Gui Boratto (Kompakt) und "Step" von Jeff Samuel (Trapez). Wunderbar grooviger Techno bzw. House bzw. TechHouse. Mit poppigen Melodien und manchmal so etwas glückseligem flächigen Trance-Gefühl. Eine Empfehlung. Ach so, die Kovertierung für Rechner und MP3-Player musste ich dann heute morgen noch erledigen...

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Kommentare

... und wo bleiben die guten alten mixtapes? kassette läuft bei gutem tapedeck durch (wechslet auch die seiten), man muss also nicht ständig aufstehen, und im walkman kann man sie auch perfekt überall hin mitnehmen. quali ist dann ähnlich bis besser wie bei einem mumpfigen 128khz-mp3, also immer noch ok ... und ein schickes centerfold-cover gibts auch immer dazu. ob das ein zukunftstrend werden könnte? ;)

meint: Kurt am 21.03.07

ich bin dann eher für CDs im vinyl-cover.

aus ner CD kann ja jeder seine mp3s, oggs bzw flacs oder wavs erstellen. und der schöne druck ist auch dabei...

meint: fabien am 21.03.07

wer dieser tage ein aktuelles 'sub pop'-vinyl kauft (fallbeispiel 'the shins'), bekommt einen code mitgeliefert, den er auf der website gegen einen mp3-download (192kbit) eintauschen kann. kostenlos und ohne registrierungs-quatsch. warum flac? die mp3-dateien braucht man doch eh nur für unterwegs. wer vinyl kauft aber nur mp3-datein hört hat das schwarze gold nicht verdient!
ps: warum verlinkst du die artists den zu amazon?

meint: les swift am 21.03.07

ey swift, jetzt gönn´ dem mo. doch mal den ein oder anderen affiliate euro ;)

meint: les sim am 21.03.07

Wow Mo.! Abgefahrenes Cover oben! Sowas brauch ich mal als Bettwäsche.

Yes, die gute alte Kassette nicht vergessen! Hat immer eine schön roughe Tape-Kompression, einzigartig. Ich haue oft beim Musikmachen extra noch ein Tapedeck-Plugin auf den Master. Schalter auf "CrO2" und Noise-Reduction off. Auf jeden Fall immer Bleistift einstecken zur Behebung von Bandsalat.

meint: disrupt am 21.03.07

Hey disrupt,

welches tape compression plugin meinst due denn? Würde mich auch interessieren.

@ all: Also ich bin immer noch mit der CD als Medium ziemlich zufrieden, und noch mehr, wenn's eine im Digi-pack ist. Diese nutzen oft die verfügsame Fläche für schöne (abgefahrene) Cover. Kann quasi auch ein schönes Möbelstück sein. ;-)

meint: Rondomat am 22.03.07

@swift: "warum flac?" - weil ich auf meinem computer über meine guten boxen musik höre ;) da kommen keine mp3s zum einsatz.

"ps: warum verlinkst du die artists den zu amazon?"

ich wollte einfach mal testen, was passiert, wenn ich die beiden platten verlinke. phlow ist ja auch immer wieder ein feines spielzeug, um benutzer zu testen, um funktionsweisen für web und so auszuprobieren.

dazu werde ich aber vielleicht auch demnächst mal einen artikel veröffentlichen. stichwort: aufmerksamkeitsströme.

meint: mo. am 22.03.07

och mo...

das gui boratto album is doch so prolliger mist

aber naja..warst ja auch bei kompakt *augenroll*

:P

meint: nappunk am 22.03.07

BTW: Haptik mit p :)
SCNR

meint: karl am 23.03.07

Ich habe angefangen einen Kommentar zu schreiben, dann ist es aber doch ein Posting in meinem Weblog geworden.

meint: Stefan am 24.03.07

Der perfekte tonträger ist schon längst da^^. SD-Karten und Interne speicherchips im MP3-Player. Und die Festplatte im Computer. Hoch lebe musicload.de :-) ! CDs sind out... autoradios mit usb buchse und kleine MP3-Player sind in!
Nen Cover kann auch digital mitgeliefert werden.

gruß, BBCode Smiley

meint: BBCode Smiley am 24.03.07

@fabien: Wusste gar nicht das es CDs im Vinyl-Cover gibt, haste da mal nen Link für mich ???

@BBCode Smiley: Wer auf DRM-verkrüppelte Musik steht kauft halt bei Musicload ...

meint: mr_spuck am 26.03.07

@mr_spuck: oh! das war nur so ne idee! was hindert uns eigentlich daran?!

meint: fabien am 26.03.07

uns hindert wohl gar nichts daran, aber ohne die Konzerne die die CDs herausbringen wird das wohl nichts werden und dass die Grossen Vier so eine Idee aufgreifen ist meines Erachtens eher unwahrscheinlich. Am Ehesten werden es die Indies sein die solche eine Idee adaptieren, wenn überhaupt denn die Produktionskosten werden sicherlich nicht geringer wenn man CDs in Cover vom Formate einer Vinyl-Scheibe packt ...

meint: mr_spuck am 26.03.07

mp3s sind parktischer, wer brauch noch große runde scheiben die zerkratzen ^^

meint: ut 99 am 26.03.07

MP3s taugen aber nicht für den Wunsch etwas in der Hand haben zu wollen. Auch das Problem mit dem Zerkratzen kann ich so nicht bestätigen, man muss die kleinen runden Silberscheiben nur pfleglich behandeln ...

meint: mr_spuck am 27.03.07

Och mo. du bist ne blöde Kuh ;-) Immer diese Diskussion - Natürlich ist Vinyl der beste
Tonträger - sind doch CD´s nur Datenträger >:q

Im Ernst - müßig, müßig ist das alles, Recht hast du...und auch wieder nicht. Du tust ja fast so, als würde man bei Umschalten von CD auf die Schallplatte ins rauschende, kratzende und stumpfe Schellack-Zeitalter zurückfallen. Ich konnte mit Vinyl im Club noch jedem CDJ das Wasser reichen.

Soundspektrum ist nicht alles; im übrigen sind die heutigen CD ebenfalls reduziert, die Philips-Urmutter aus den 70er hat es auch nur bis 1984 geschafft, danach hieß es für die Industrie kostensparend kompremieren. Und das smooftere Soundprofil der Vinyl ist nicht zu unterschätzen, von der Performance mal ganz abgesehen - der Blick des Publikums ist immer irgendwie erwartungsfroh, wenn ich die Plattencases durch den Club wuchte und dann die Plattenspieler öffne und der CD-Kollege seinen letzten virtuellen Mix beendet. Ein Blick, irgendwie so "ah jetzt geht die Party richtig los, da kommt der `richtig´ DJ..." :-)

Vinyl lebt!

meint: Alexander von Humboldt am 29.03.07

"im übrigen sind die heutigen CD ebenfalls reduziert, die Philips-Urmutter aus den 70er hat es auch nur bis 1984 geschafft, danach hieß es für die Industrie kostensparend kompremieren."

wie kommst du auf so einen schwachsinn? auf einer audio CD ist nix komprimiert. im gegenteil, es ist sogar großzügig redudant aufgebaut (mehrfach) um lesefehler in die belanglosigkeit zu schieben.


"Ich konnte mit Vinyl im Club noch jedem CDJ das Wasser reichen."

du schreibst in der vergangenheitsform, wie meinst du das jetzt? ;)

meint: fabien am 29.03.07

Mmh, vielleicht war kompremiert in der Tat der falsche Ausdruck. Ich laß letzten sommer in einem Spiegel-onlinebericht über die Probleme im Absatz der CD (Zangenangriff von Mp3 und Vinyl), das die CD seit 1984 nicht das Optimum der Ursprungsmöglichkeiten im Frequenzbereich (also, was technisch geht) nutzen, sondern damals entschieden wurde, als die CD massentauglich wurde, einen kleineren definierten Frequenzbereich zu wählen. Ich wollte damit nicht sagen, das dies im Umfang vergleichbar einer mp3 ist.

Keine Vergangenheit - pure Gegenwart :-) das Wörtchen "bisher" fehlte bloß, und ich bin zuversichtlich, das Vinyl auch noch in 5 Jahren im Club funzt :) ...im übrigen spiele ich unreleaste Sachen vom Label auch von CD ein, bin da kein Dogmatiker....aber auflegen mit vinyl ist einfach die geilere Performance...und das mit dem Clubvolk ist wirklich so :-)

meint: Alexander von Humboldt am 29.03.07

Der Autor spircht mir aus der Seele. Die ideale Kombination wäre Cover einer LP, Sound einer CD und ewige Haltbarkeit. Ganz einfach von beidem das Beste.

meint: van Essenberg am 18.10.07

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