MICA - mo.'s Workshops auf der DMET Konferenz

Rubrik » Kolumne Veranstaltung Hinweis

dmet.jpg Kostenlose Workshops für Musiker | Morgen und übermorgen findet in Wien die im Rahmen des EU-geförderten Projekts DMET initiierte Konferenz mit dem Titel „The fan, the music, and the net: Economic aspects of a passionate relationship in a digital world“ statt. Die Teilnahme an den Workshops - eigentlich "Pilotworkshops" - sind kostenlos. mo. ist mit an Bord und erläutert digitale Guerilla-Taktiken für Musiker im Web 2.0-Zeitalter.

Mittlerweile sitze ich bereits in Wien. Morgen berichte ich auf der DMET-Konferenz über Netlabels und deren Vor- und Nachteile. Die Konferenz läuft unter dem Titel "The fan, the music, and the net".

Workshops und mo.'s Materialien

Richtig konkret wird es dann in meinem Workshop am Dienstag. Das Thema lautet "Selbstvermarktung und digitale Promotion im Web". Dort hagelt es dann hilfreiche Tipps und Anleitungen. Wie heisst es so schön? Skills to pay the bills!

Mein Workshop behandelt dabei Themen von RSS, Suchmaschinen-Marketing, Widgets für Musiker bis hin zur hilfreichen Nutzung eines Weblogs für Musiker. Sämtliche Vorlagen bzw. Folien meines Workshop findet ihr jetzt schon online auf Phlow Wissen unter "Virales Musik Marketing im Internet". Vielleicht folgt sogar eine aufgenommene Ton- oder Videa-Aufnahme zum Download.

Alle weiteren Workshops der DMET plus deren Beschreibung findet Ihr auf der Seite von MICA. Wer ihn Wien wohnt, musiziert und generell an einem Austausch über die ökonomischen Aspekte von Musik interessiert ist, sollte definitiv vorbei schauen. Die Workshops sind kostenlos.

Wo und wann???

Die DMET-Konferenz findet am 12. und 13. November statt. Die Adresse lautet:

mica
Stiftgasse 29
1070 Wien

Als Favorit speichern » AddThis Social Bookmark Button

Kommentare

mo., wie läuft's in wien? hast du jemanden aus dem mödling-umfeld getroffen? nächste woche bin ich in graz bei der NCC07. austria is ours. leiwand.

meint: Sven Swift am 13.11.07

hello mo: dein vortrag gestern war ziemlich interessant. was ich noch fragen wollte: es hörte sich so an als würden die meisten netlabels als hobby betrieben werden, meinst du, dass sich daraus auch ein geschäftsmodell entwickeln könnte?

wie wärs, wenn man das mit einem digitalen vertrieb oder sich als aggregator verknüpfen würde? wie wichtig wäre es für ein netlabel auch in der realen welt präsent zu sein > veranstaltungen machen, klassische werbung, etc.

... die nächste frage stellt sich mir: wozu braucht man ein netlabel eigentlich? was macht das netlabel, was der artist nicht auch selbst tun sollte? haben die meisten doch ein größeres publikum als es ein einzelner artist erreichen kann? das klingt in meinen ohren eher unwahrscheinlich.

ciao4now
anna

meint: anna am 13.11.07

ich bin zwar nicht der mo., erlaube mir allerdings dennoch mal meinen senf zu den oben genannten fragen abzugeben... ;)


"es hörte sich so an als würden die meisten netlabels als hobby betrieben werden, meinst du, dass sich daraus auch ein geschäftsmodell entwickeln könnte?"

natürlich können sich aus den aus dem netlabel betrieb gemachte erfahrungen geschäftsmodelle entwickeln. daß das modell "netlabel" - so wie es zur zeit verstanden wird - sich selbst jemals selbst tragen, geschweige denn gewinn abwerfen könnte ist meiner meinung nach nicht möglich.

netlabels, entstanden als gegenpol zur "großen bösen musikindustrie" müssten letztlich genau dieselbe infrastruktur (vertrieb, promo, vorschüsse, ect.) aufbauen wie die "großen bösen" um damit einigermaßen über die runden zu kommen.

man kann das sehr gut an bezahl-downloads beobachten: auf einer kleinen, der großen masse unbekannten webseite gibt niemand gerne geld aus, das misstrauen ist schlicht zu groß. man braucht schon etwas in der größe von itunes, ebay oder amazon um das nötige vertauen aufzubauen und möglichst viele potentielle käufer zu erreichen. und da wären wir wieder bei einer noch schlimmeren und vor allem wesentlich undurchsichtigeren "industrie" als es EMI, BMG und Sony jemals zusammen waren. das internet hat die regeln des kapitalismus nicht durcheinandergebracht, es hat sie verfestigt.

mit der promotion und auszahlung vor vorschüssen an künstlern (denn nur so kann man davon leben) verhält es sich ebenso. man braucht schleimige werbe-profis, schleimige BWLer die mit den investoren reden, ect. zu viel schleim für die ideale eines netlabels.


"wie wichtig wäre es für ein netlabel auch in der realen welt präsent zu sein > veranstaltungen machen, klassische werbung, etc."

super wichtig, denn nur um die "reale" welt geht's letztendlich. gerade air-play, regelmäßige live-auftritte, DJ bemusterung und klassische werbung in musikzeitschriften werden von vielen netlabels gewalltig unterschätzt. die wirkung von internet-werbung in zeiten von völliger promo-überfrachtung (siehe myspace) geht quasi gegen null. ein release muss schon besonders gut sein um bei mehr als einem duzend blogs die runde zu machen.


"die nächste frage stellt sich mir: wozu braucht man ein netlabel eigentlich? was macht das netlabel, was der artist nicht auch selbst tun sollte? haben die meisten doch ein größeres publikum als es ein einzelner artist erreichen kann? das klingt in meinen ohren eher unwahrscheinlich."

und damit hast du völlig recht. netlabels sind seit myspace, last.fm, youtube, ect quasi nutzlos geworden. im gegenteil, sie machen das system nur komplizierter, da sie in der regel promo- und gig-mäßig überhaupt nichts beitragen und das finden von musik für den hörer meist erschweren (genau darin sehe ich auch den hauptgrund für den mangelnden erfolg dieser idee).

ein musiklabel ist erst nützlich wenn es:

a) finanziell gut ausgerüstet ist und somit vorschüsse auszahlen kann.
b) intensive und effektive promo für seine künstler machen kann. und natürlich auch sich selbst bereits als marke fest etabliert hat.
c) auf eine optimale vertriebs- und inkassostruktur aufgebaut ist.

ansonsten kann ein künstler gut auf ein label verzichten, alleine mithilfe großer web 2.0 kann er auch so tausende zuhörer und kunden erreichen.

das ironische dabei ist ja gerade, daß man durchaus zu dem schluss kommen kann, daß das "böse" an der musikindustrie ja gerade das modell "label" an sich ist. das social-web und die finanzielle krise der musikbranche macht diese instanz immer mehr zum fremdkörper, der ausser mehr bürokratie, weniger ertrag für den künstler und einen erheblich verlangsamten produktionprozess relativ wenig beitragen kann.

...und dann werden ausgerechnet labels gegen die musikindustrie geschaffen (netlabels)...

meint: fabien am 14.11.07

"und damit hast du völlig recht. netlabels sind seit myspace, last.fm, youtube, ect quasi nutzlos geworden. im gegenteil, sie machen das system nur komplizierter, da sie in der regel promo- und gig-mäßig überhaupt nichts beitragen und das finden von musik für den hörer meist erschweren (genau darin sehe ich auch den hauptgrund für den mangelnden erfolg dieser idee)."

@ Fabien: veröffentlicht TokyoDawn deshalb nichts mehr bzw. hat sich aufgelöst?

meint: Wolle am 15.11.07

hallo anna!

danke erst einmal für das kompliment. ich stimme mit fabien in einigen punkten überein, aber nicht in allen. vielleicht zur sondierung, erst einmal fakten:

- tonträger verkaufen sich immer schwieriger und mp3s (virtuelle tonträger) können die verluste nicht kompensieren
- dadurch wird musik auf datenträgern zunehmen ein promotion-tool, um fans auf konzerte zu locken und merchandise zu verkaufen

ein netlabel funktioniert in meinen augen genau dann, wenn es...

- promotion on- und offline für seine künstler bertreibt
- seine künstler managed => konzerttermine, merchandise, presse
- ein mischmodell für tonträger betreibt => ein netlabel kann musik verkaufen, indem es anerkannte shop-systeme nutzt, um mp3s zu verkaufen => es gibt von shop-systemen bereits widgets (kleine programme) die man einfach in der website integrieren kann => weiterhin nutzt ein netlabel mp3s für die online werbung die frei zum download zur verfügung stehen
- in der realen welt angesiedelt ist und eine lokale community aufbaut und pflegt

netlabels, so wie fabien sie versteht, basieren häufig aber nur auf virtuellen plattformen. theoretisch wird es in meinen augen in den nächsten jahren zunehmend mehr professionelle netlabel geben, die aus alten labels entstehen

diese netlabels werden versuchen ihre musik über plattformen wie itunes, finetunes, beatport und so weiter verkaufen.

ein gutes beispiel, dass ein netlabel FUNKTIONIERT ist magnatune. magnatune VERDIENT FÜR SICH UND SEINE KÜNSTLER geld. eigentlich ist magnatune ein vorzeige netlabel

---

vorfinanzierung bestreitet so gut wie kein label mehr - vorfinanzierung sollte man sich als künstler abschminken - die majors haben ein neues modell 360-deals => in den kommenden tagen dazu mehr auf phlow

meint: mo. am 15.11.07

@Wolle: haha! gute frage!

grundsätzlich hat sich tokyodawn nicht "aufgelöst", wir sind alle weiterhin in engem kontakt und helfen uns gegenseitig.

der hauptgrund war vor allem ein akuter zeitmangel. dazu kamen eben die ersten großen social web sachen auf, die uns an den bis dahin gefahrenen ansatz zweifeln ließen. blogs, myspace, youtube und andere raubten uns dann die letzte illusion, daß ein netlabel in zukunft dem künstler mehr beitragen könnte als es der künstler selbst mit zentralisierten plattformen hinbekommen würde.

ein label ist was feines, versteh mich nicht falsch. dennoch, in der heutigen habe ich schwierigkeiten den nutzen von netlabels für die künstler zu erkennen. klar, unerfahrenen künstlern ist eine kleine, eingeschworene gemeinschaft eine riesen hilfe (nebenbei, wieviele netlabels arbeiten wirklich so?). dennoch, all das kann man sich auch recht einfach über myspace einrichten. das konstrukt "label" bringt nun mal viel reibungsverluste mit sich, und wenn diese nicht wirklich durch promo oder sonstiges ausgeglichen werden, ist es für einen künstler nicht unbedingt produktiv.

zitat mo: "theoretisch wird es in meinen augen in den nächsten jahren zunehmend mehr professionelle netlabel geben, die aus alten labels entstehen"

ja, damit hast du denke ich auch absolut recht. die "großen" werden diese idee übernehmen, und ganz sicher als ihre eigene verkaufen. :)

dazu werden sie sicher zunächst einmal eine gema-flatrate (jedoch für alle medien) für jeden internet-nutzer verpflichtend machen, um das geld dann wieder durch genauestes tracking an die urheber der konsumierten werke zu verteilen (die infrastruktur dafür ist von den providern bereits gegeben, siehe vorratsdatenspeicherung ;) ). das wäre aus meiner sicht für künstler optimale fairness und vor allem durchaus umsetzbar.

so könnten sogar bloger absahnen. :)

meint: fabien am 15.11.07

Kommentar schreiben!

Kommentare:

Klick-Konzept - Essentielles Webdesign