London Elektricity - Power Ballads (Hospital Records)

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cover-london-elektricity.jpgDrum'n'Bass live, geht das? Yes, maan, definitely. Ich sag nur London Elektricity, denn die rollen über die Bühne mit frisch fröhlich-grinsenden Songs und Musikern. Unter der Federführung des schwarzrand-bebrillten Tony Colman fangen die Venen frenetisch an zu pumpen und das neue Album "Power Ballads" rockt mit jeder Menge poppigen Tunes.

Text: mo.

Gestern im Kölner Stadtgarten war ich zu anfangs ja noch recht skeptisch. Drum'n'Bass live, geht das? Aber die Umsetzung war überzeugend. Vom Schlagzeuger The Jungle Drummer, der wie ein dumpfer Gorilla auf die Bühne stapfte über den smarten MC Wrec bis hin zur Soul-Röhre Liane Caroll konnten die Musiker um Tony Colman überzeugen. Hey, und sie haben das deutsche Publikum an einem Donnerstag ohne vorhergehende Party richtig schön locker geschunkelt. Live also eine echte Empfehlung. Ein dickes Wow, wie Drum'n'Bass hier mit feisten Rhythmenwechseln, einem superben Live-Feeling nah an die richtigen Tracks des alten und neuen Albums heranreicht. Das war in keinem Moment cheesy, sondern richtig klasse Handwerk. Respekt also an den Bassisten, Schlagzeuger und die Vocalisten. Die können was und hier gab's bis auf ein paar Samples nichts aus der Retorte.

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"Power Ballads" selbst ist ein rundes Album typisch für Hospital. Dunkle Tracks fehlen hier vollkommen. Fanfaren-Sounds und große Gesten herrschen hier vor. Mit jeder Menge Soul scheint die Sonne in Tracks wie "Out Of This World" oder "Remember The Future". Zwar schlittern einige Tracks manchmal ein wenig arg am Rand des Kitsches, aber depressive Herbststunden kuriert das Album mit seiner fast schon Happy-Hardcore-Mentalität. Dabei bedient sich Tony Colman auch ein wenig, wie es mir scheint an hymnischen alten Soundtracks. Nicht, dass er da irgendwelche Ideen rippt, aber "Pussy Galore" erinnert mich dann doch ein wenig an den Soundtrack von "The Munsters". Das stört mich persönlich gar nicht, sondern weht frischen Wind zwischen die Breaks. Hier und da, könnte man also London Elektricity höchstens vorwerfen, dass die Tracks manchmal ein wenig einfach gestrickt sind. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass sie funktionieren und in die Beine zielen. Ein gutes rundes Album. Tam-ta-Taaaaa!

Dates

02. Nov'05: Germany - Aachen - Jakonshof
03. Nov'05: Germany - Koln - stadgarten
04. Nov'05: Germany - Saarbruken - Elektricity Festival
05. Nov'05: Germany - Leipzig -Conne Island
08. Nov'05: Germany - Berlin - Watergate
09. Nov'05: Germany - Bremen - Ting
10. Nov'05: Germany - Dusseldorf - Unique (dj, drummer + mc)
11. Nov'05: Germany - Heidelberg - Enjoy Jazz Festival @ Karlstorbahnhof
12. Nov'05: Germany - Chemnitz - AJZ Talschock
13. Nov'05: Germany - Hamburg - Mandarin Kasino (ex-Mojo)

Links

Label: www.hospitalrecords.com
Release: London Elektricity - Power Ballads (Hospital Records)

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