Chaos Communication Congress 2005 - Private Investigations

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22c3.png2005 verabschiedet sich von uns mit einem erstklassigen Mindfuck: dem Chaos Communication Congress. Der findet wie gehabt vom 27. bis 30. Dezember in Berlin statt. Dabei bietet der Kongress ein krasses Programm mit ca. 150 Vorträgen an vier Tagen. Mit dabei wohl mehr als 2.500 computerbegeisterte Menschen, Roboter und Computer. Der elektronische und wissenüberhäufende Gau startet dabei durch mit dem Motto "Private Investigations". Der Fokus checkt und deckt diesmal vornehmlich das Thema der Datenerfassung ab.

Text: mo.

Die Kölner Dependance des CCC hat es sich im industriellen Teil Köln-Ehrenfelds in einem weiträumigen verschachtelten Keller gemütlich gemacht. Der Club zählt 40 aktive Mitglieder - wovon 8 Frauen sind - und wird im Winter von Computern und Heizrohren gewärmt. Gemütlich zurückgelehnt wie ein sanfter Buddha spendiert mir Lars Weiler, der seit 96 dabei ist, einen Matetee und plaudert über den Club und das anstehende Ereignis am Ende diesen Jahres. Als ehemaliger Pressesprecher rollt er gekonnt, freundlich und mit Übersicht den Fahrplan aus, gibt Tipps und scheint sich zu freuen, dass er nicht einen der RTL-Infotainment-Journalisten vor sich sitzen hat.

Der CCC, so erzählt er, nimmt sich jedes Jahr ein Hauptthema vor, dass angesichts einer fast schon monströsen Anzahl an Vorträgen als äußere Klammer ganz gut kommt. Auch wenn der Chaos Computer Club hauptsächlich aus totalen Freaks, Hackern und Nerds besteht, so sieht sich der Club aber jedoch als soziales Werkzeug der Gerechtigkeit. Wo der normale Bürger nicht die Zeit und das Wissen hat, um hinter die Fassade der Technologien zu schauen, zum Beispiel des kommenden Gesundheitchips, da machen sich die Könner des CCC Gedanken und nehmen sich der Themen an. Dieses Jahr schwebt über allem der Schrecken der Datenerfassung von Pässen über Provider bis hin zu den sich ausufernden und -wirkenden Gesetzen der EU. Wir Journalisten sollen die Informationen dann "runterbrechen" und verständlich machen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Erfolge und hochwertige Namen hat der Club jedes Jahr zu bieten. Angesichts der sich unfassbar schnell entwickelnden Technologie, fragt man sich oft, was man ohne eine Fraktion aus Hackern und Geeks anstellen würde. Wäre da nicht der Wille des Verstehens, das Revers-Engineering und das Hacken, könnten Regierungen, Industrie und andere technologisch-orientierten Unternehmen sicherlich viel mehr unter der Hand anstellen. Gut, wenn da jemand nachschaut.

Kein Wunder also, dass Lars Weiler, der neben seinen Aktivitäten Mechatronik studiert, stolz auf den "immer professioneller" werdenden Kongress ist. Und ein hoch muss man auch auf die Lektoren und Panel-Teilnehmer anstimmen, die allesamt ohne Honorar und mit Begeisterung den Kongress mit Wissen füllen.

Also, wer Lust auf einen viertägigen Mindfuck hat, sollte nach Weihnachten nach Berlin ins Berliner Congress Center am Alexanderplatzes kommen. mo. wird da sein.

Fortsetzung folgt...

Links

Website: http://events.ccc.de/congress/2005/
Kongress-Fahrplan: http://events.ccc.de/congress/2005/fahrplan/
Eintrittspreise: http://events.ccc.de/congress/2005/

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Kommentare

ich freue mich jetzt schon auf die berichterstattung :-)

meint: stefan am 20.12.05

Da ist eine Verschwörung im Gange! Ausgerechnet wenn ich einmal im Jahr aus Berlin weg bin gibt's den Kongress. Am 23. hätte ich noch gekonnt, aber das!

Dabei hätte ich gerne Bericht erstattet über das gottlose Treiben.

Ich bin dafür, dass Ihr die anfallenden Daten vor Ort sammelt und auf Vorrat speichert. Ich werde mich nachträglich darum kümmern:
http://www.enjoy-surveillance.org

meint: Tadeusz Szewczyk am 20.12.05

@sum1: so weit mich Lars Weiler informiert hat, werden die Beiträge gesammelt und gespeichert. Vielleicht sogar auf Video ;) Dann hat jeder was zu wühlen ;)

meint: daina t. am 20.12.05

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