stern.de-Kolumnist Scheibe ist angeblich "ganz cool": "Er braucht keinen Spyware-Blocker, keine Firewall und keine Verschlüsselungsprogramme. Noch hat ihn die allgemeine Paranoia nicht angesteckt." Eine weitere Polemik von Rene SchmidtText: Rene Schmidt
Was nun folgt, kann man schon fast erahnen: Die übliche "ich-habe-nichts-zu-verbergen"-Argumentation.
"Ich bin hart und deinstalliere die Firewall, den Spyware-Checker und alles andere Sicherheits-Gedöns, bis bloß noch der Virenscanner übrig bleibt."
Da raufen sich Computer-Enthusiasten die Haare! Microsoft hat sich nach fast 25 Jahren Unsicherheits-Produktpolitik endlich aufgerafft und seinem Windows eine einfache Firewall spendiert und was macht Herr Scheibe? Er lebt lieber weiter in der Welt von Windows 95 und schafft die - unter Windows immer noch rudimentäre - Sicherheit wieder ab, weil "mir ist das lästig". Sicherheit und Privatsphäre sind noch nie vom Himmel gefallen, Herr Scheibe. Wer nicht will, dass sein Auto geklaut wird, muss es verriegeln. Wer nicht bei Tempo 180 seine Reifen verlieren will, muss ab und an sein Auto in die Werkstatt geben. Wer ungestört sein will, muss die Tür abschließen. Das kann man auch als "lästig" bezeichnen, ist aber notwendig.
Vielleicht sollten alle auf Sicherheit bedachten Systemadministratoren dieser Welt eine Lehrstunde in Sachen Coolness bei Herrn Scheibe nehmen, denn nun folgt dieses:
"Auf meinem Bürorechner halte ich es ähnlich. Auf meinem Computer gibt es keine geheimen Daten und nix, was das Klauen wert wäre". Diese Worte klingen in meinen Ohren wie berühmte letzte Worte. "In der Folge habe ich keine Angst vor Spionage-Programmen oder Hackern. [...] Meine gesammelten E-Mails - von mir aus kann das ganze Web sie live mitlesen." Muahahaha... OK ich probiere mal Folgendes:
Sehr geehrter Herr Scheibe,
in Ihrer Kolumne auf Stern.de vom 16.09.2005 ("Gegen die Paranoia") schreiben Sie unter anderem "Meine gesammelten E-Mails - von mir aus kann das ganze Web sie live mitlesen". Ich bin neugierig auf diese Mails, zumal ich mich seit langem selbst für Journalismus interessiere. Auch wenn zum Beispiel Ihre Mails der letzten 3-4 Jahre diesbezüglich nicht informativ sein sollten, werde ich sie zu meiner Unterhaltung wahrscheinlich doch sehr zu schätzen wissen.
Senden Sie mir bitte Ihre E-Mails der letzten 3-4 Jahre zu. Falls der Umfang zu groß sein sollte, tun es auch die letzten 2 Jahre. Falls Sie eine Aufwandsentschädigung möchten, teilen Sie mir das bitte im Vorfeld mit, vielen Dank.
Mit freundlichem Gruß -- Rene Schmidt
Mal sehen, welche Antwort ich erhalte.
Seine armen Geschäftspartner. Dass er sich nicht so sehr dafür interessiert, ob deren Mails bei Kriminellen landen könnten, hätte er denen besser gesagt, bevor sie mit ihm Kontakt aufgenommen haben.
"Ich halte mich nicht für so wichtig, dass ich glaube, dass alle Hacker dieser Welt nur darauf warten, in meinen Rechner einzudringen". Diesen Satz -- seine Bescheidenheit ehrt ihn -- sollte sich Herr Scheibe zur Abschreckung am besten auf seinen PC kleben und als Eingangsbildschirm auf seine Website schreiben. Das hält böse Hacker und Cracker ganz bestimmt fern. Gibt ja nix zu sehen bei Herrn Scheibe. Die Computer-Sicherheitsindustrie bebt, Aktienkurse geben nach.
"Nur gegen Viren habe ich etwas. Aber das ist keine aufgeflammte Paranoia, sondern pure Notwendigkeit." Prust... Ich kann einfach nicht mehr...
Link zum Artikel: Scheibes Kolumne - Gegen die Paranoia
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meint: kus am 17.09.05ich weiss nicht recht, ob das in die kategorie unwissen, polarisieren oder kopfschütteln gehört.
meint: Tadeusz Szewczyk am 17.09.05Also nee:
"Carsten Scheibe gehört zu den führenden PC-Fachjournalisten
Deutschlands" TOMORROW 18/19-2001"Wer hat diesen Mann auf die Menschheit losgelassen?
Solche Leute sollten eingesperrt werden.Ich kann nur aus meinem Artikel eins weiter oben zitieren: ... ich liebe auch Magazine. Ich meine natürlich nicht den alltäglich-plumpen Abschaum der meist mit "S" beginnt.
Vielleicht erbarmen sich ein Paar Cracker mit dem "coolen" Wichtigtuer und verleihen ihm die Wichtigkeit seine Mails zu veröffentlichen ;-), vielleicht auch seine Passworte, ein Keylogger würde sicher helfen.
Ich glaube der Mann will einfach nur Wirbel um seine Person herum entstehen lassen um Werbung für seine Textagentur zu machen.
meint: Monotonist am 18.09.05Ziel eines Trojaners ist doch heutzutage nicht mehr der Einzelrechner, der abgeschossen werden soll. Geld wird mit zu Zombies umfunktionierten Rechnern verdient, die sich fernsteuern lassen um sie (u.a.) als Spamrelay zu missbrauchen. Möge der werte Herr selbst darüber entscheiden, ob er seinen Rechner (und seinen rückverfolgbaren Internetzugriff) solchen Leuten zur Verfügung stellen möchte.
meint: Markus am 19.09.05Er kann von mir aus die Firewall deinstallieren, dann muss er aber auch wissen, welche Dienste er abstellen soll und welche Ports er selber schließen muss.
Nur: irgendwie traue ich ihm das nicht zu, nachdem ich seinen Artikel auf stern.de gelesen habe.
Denn zumindest ein Link auf www.dingens.org wäre angebracht, denn dort steht, wie man Windows-Boxen absichern kann.
Außerdem ist Büro ja lächerlich: dort werden sie wohl eine richtige Firewall haben, auf der nur ganz wenige Ports offen sind.
meint: usr am 19.09.051:0 für Monotonist, genau das ist das Problem. Natürlich wird niemand gezielt dem Herrn Scheibe persönlich in dem Rechner steigen um ihm weh zu tun (obwohl: nach dem Artikel vielleicht doch? Mit solchen Provokationen schafft man ja schnell eine Art "sportliche Herausforderung"). Aber Leute denen es egal ist ob ihr Rechner als Spamrelais dient sind schlicht unsoziale Arsc*er.
Ein wenig Recht muss ich ihm allerdings geben, ein einziger seriöser Virenscanner ist allemal besser als tausend dubiose "Anit-Spyware-Tools", zumindest wenn man als Benutzer eine gewisse Grundkompetenz mitbringt. Ich erinnere nur an den erheiternden c't-Artikel vor ein paar Wochen über die üblichen "Windows-Tuning-Tipps", ähnliches kontraproduktives Gezaubere findet auch auf dem Gebiet Sicherheit statt.
Im Zweifelsfall wird ein aufmerksamer Nutzer mit entsprechendem Sachverständnis und einem Mindestmass an Sicherheitsbewusstsein immer sicherer unterwegs sein als ein Ahnungsloser der sich dank zahlreicher Mittelchen und Zaubermittelchen in Sicherheit wiegt. Dass ein Ahnungsloser ohne die entsprechenden "Mittelchen" noch unsicherer dasteht möchte ich natürlich nicht in Frage stellen. Allerdings lässt sich gesunder Menschenverstand zB beim Umgang mit eMail durch kein Werkzeug ersetzen, erst recht nicht wenn man auf gut Glück alle google-Ergebnisse von "free spyware removal" installiert.
meint: /re am 24.09.05so, jetzt klinge auch ich unter dieser leserschaft wie ein absoluter dau, aber ich hab seit meinem ersten pc 1999 auch nix derartiges außer der xp-firewall inzwischen, und hatte seitdem noch keinen einzigen virus. könnte glück sein, aber eigentlich bin ich davon überzeugt, dass man mit gesundem menschenverstand zumindest spyware-bots perfekt aus dem weg kommt - feindlich gesinnten hackern natürlich nicht, da lehnt sich carsten scheibe etwas weit aus dem fenster, zumal draußen nachwievor der straßenkampf tobt.
dennoch ist die grundhaltung imo richtig, die paranoid-schockierte attitüde des artikels hier gibt dem ganzen gleich weitere nahrung.
meint: Lablues am 26.09.05Virenscanner gut, Firewall auch gut, weil, da erfährt man dann, daß Real Player & Co. gern mal "Nutzungsstatistiken" ins Netz schieben, oder auch, welche dubiose EXE auf einmal ins Internet will, was sich, in meinem Fall, manchmal tatsächlich als Virus/Trojaner etc. herausgestellt hat, trotz aktuellstem Antivirus.
Also /re, nur weil die Dinger Dir nicht aufgefallen sind, heisst das nicht, daß sie NOCH NIE da waren.
meint: martin b aus b am 29.09.05HAAAALLLLOOOO! bin ich im wald hier? der artikel erscheint in der rubrik "kolumne" und ist fuer die, die es nicht raffen, als "glosse" gekennzeichnet ("ein kurzer, scharf pointierender Meinungsbeitrag in Zeitungen und Zeitschriften", wissen.de).
um euch nerds das mal zu übersetzen. alles was der herr scheibe sagen will, ist, dass die industrie die unwissenheit der user (nicht der nerds) gerne ausnutzt, um alle mögliche software zu verkaufen, die gar nicht nötig ist. die firewall ist natürlich sehr ratsam (siehe 'scharf' pointiert...) und trotzdem reicht tatsächlich ein programm aus, z.b. norton antivir - ganz simpel: aktualisiert sich selbst, hat ne firewall eingebaut. nur wissen normale anwender nicht so genau bescheid und tun lieber zu viel als zu wenig.
schade eigentlich für herrn scheibe, denn diese glosse ist natürlich hauptsächlich interessant für nerds, da die einschätzen können, worum es geht. aber die wissen es ja immer lieber besser. ;-)
mir gings auf jeden fall schon oft so ähnlich wie herrn scheibe und aus diesem grund musste ich beim lesen schon schmunzeln. und das ist alles, wofür der mann bezahlt wird! wenn ich auch nie auf die idee kommen würde, den stern zu lesen...
so long,
meint: Hannibal am 22.02.06So what, Mr. Schmidt?
Aufhänger für so einen Artikel war sicher der beschreiben Schwiegervater mit seinem Laptop. Ich probiere auch gerne rum und oft genug geht NIX MEHR.
Dann wird wieder deinstalliert, bis die Kiste läuft.
Normal!
Und? Virenscanner hab ich. Firewall hat der Router und hoffentlich funktioniert der Scheiß, ich fass ihn nämlich nicht an. Ansonsten: ActiveX im Brauser abschalten und los gehts. Und mir ist seit ich mit Computern zu tun habe - und das ist fast so lange wie du überhaupt auf der Welt bist - noch nix ernteres passiert als ein Virus Ende der 80er.
Ist aber toll, dass Du und Deine Fans so toll aufpassen und und vor Augen führen, um wieviel cleverer ihr alle seid als wir. :-)
Danke Rene!
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