Tim Xavier: 24/7 Techno-Workaholic

Rubrik » Interview Portrait

tim-xavier-titel.jpgTim Xavier's Terminplan ist eine Herausforderung. Denn um die Balance zu halten, jongliert er permanent zwischen Mastering Job und seinem DJ-Schrägstrich-Produzenten-Leben hin und her. Und so ganz nebenbei betreibt Tim auch noch 3 Labels, bereist unsere Weltkugel und plant seinen Umzug nach Deutschland. Aber der Reihe nach...

Text: Tend

Tim Xavier wurde in Portland Oregon geboren, wuchs in Houston Texas auf und begann bereits als High School-Schüler Platten zu kaufen, in Plattenläden zu arbeiten und auf Parties aufzulegen. Klar, war dem Amerikaner, dass er eigene Tracks produzieren und veröffentlichen musste, um als DJ weiterzukommen. 1999 zog er nach Chicago, um anschließend Tag und Nacht im Studio zu arbeiten. Nach ein paar Monaten und viel, viel Kaffee später, wagte er sich mit genug Tunes zurück ans Tageslicht. Angel Alanis schließlich verhalf ihm zu seiner ersten EP auf Contaminated Records.

Labelbetreiber mit Herz und Seele

tim-xavier-1.jpgMittlerweile zeigt sich Tim Xavier für die Labels Clink, Klickhaus und LTD400 verantwortlich. Gerade letzteres überzeugt mit einem besonderen Konzept: „Zuerst wollten wir ein Low Budget Label limitiert auf 400 Copies, Mastering und Cut im Haus produzieren und einem selbst aufgesprühten Gesicht auf jeder einzelnen Platte. Die erste Veröffentlichung „deception de real" war ein Hit bei vielen DJs und Ricardo lizensierte sie für seine Blue&Green Compilation, so dass wir letzten Endes viel mehr als 400 Stück produzierten." Die ersten 400 Stück eines jedes Releases zieren aber auch heute noch mit ein von Hand aufgespraytes Gesicht: „Am Anfang wollten ich ein selbst designtes Logo aufsprühen. Camea schlug vor, eine Schablone aus meinem Pressefoto zu machen. Nach einem Test auf einem willkürlichen Plattencover sahen wir, dass es sehr cool aussah. Und so entschieden wir uns, das Bild zu nutzen." Die Nummer 5 ist gerade fertig geworden und wird Gold auf Schwarz sein.

Auf Clink erscheint demnächst die erste LTD400 in einer Neuauflage - dann allerdings in Form von Remixen interessanter Namen wie Pan-Pot, Tony Rohr, Pär Grindvik, Dave Turov, Insideout & Camea, Ambivalent und Elon. Zudem munkelt man, dass die nächste „We are" von Tim sein wird und ganz aktuell erscheint ein Remix von ihm neben einem von Agaric auf dem Broque-Netlabel mit der Versionsnummer 007 von Stefan Tretau.

Unerschüttlerlicher Workaholic

„Mein Tag startet mit 5 bis 6 Stunden Cutting und Mastering. Dann mache ich vielleicht einen Track, esse etwas und dann auf zur Party!" Und so erzählt er von einem 4h-Set im Berliner „Electric Ballroom", bei dem er so sehr auf Toilette musste und sich nicht traute zu gehen, aus Angst, er würde es nicht mehr rechtzeitig zur nächsten Platte zurückschaffen. Tony Rohr bot ihm an, in einen Mülleimer zu scheissen, wonach er sich aber doch zum Durchhalten entschloss. „Ein anderes Mal kotzte ich auf den Plattenspieler - aber nicht, weil ich betrunken war, sondern krank. Aber die Geschichte möchte ich jetzt nicht vertiefen."

tim-xavier-logo-cover.gifGerade bereitet er seinen Umzug nach Berlin vor: „Ich ziehe dahin, weil Berlin im Moment als Zentrum des Techno-Universums bezeichnet wird. Ich denke, Deutschland ist einer der angenehmsten Plätze, wohin man in Europa hinziehen kann, sowohl für Musik, als auch Mastering." Und so ist er gespannt, auf die Erfahrungen, die er ab Sommer in der deutschen Hauptstadt machen wird. Kulinarisch ist er schon mal sehr offen und trinkt gern Wein, isst am liebsten Fleisch und Käse, ansonsten alles, was nicht gefroren ist. Für den Morgen danach: „Stilles Wasser bitte!" Ansonsten mag er Ping Pong und jegliche Musik, die sexy, dark und punchy ist. „Momentan nenne ich Audions 'I gave you away' meine wichtigste Platte. Ich liebe diese Scheibe, denn sie beschreibt alles, was ich an dieser Musik liebe. Ich kann so viele verschiedene Einflüsse darin hören!"

Beim Thema Musik geht er auf: „Mastering ist nicht einfach das Drücken magischer Knöpfe, die alles schön klingen lassen. In einer Welt, in der digitale Musik auf eine Vinyl Schallplatte gebracht wird, wird deine Platte nur so gut wie deine home productions klingen." Auf die Frage, was er der Musik-interessierten Jugend empfielt, antwortete er schlicht: „Buy my records..."

Website: www.clinkrecordings.com

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