Test: Numark CDX DJ CD-Player

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numark_cdx.jpgEin CD-Player im Gehäuse eines Plattenspielers inklusive Plattenteller und Vinylscheibe sieht nach Vinylfeeling pur aus. Doch kann das Gerät halten, was das Äußere verspricht? Wir hatten den Numark CDX DJ CD-Player unter unseren Fingern. Ein ausgiebiger Testbericht.

Text: Nikolai Kaeßmann

Als der Numark CDX vor einigen Monaten das Licht der Welt erblickte, hatte ich bereits Gelegenheit, mir das Gerät in einem frühen Stadium anzusehen. Nun ist er fertig und ich endlich können wir den Test machen, auf den ich seit der damaligen Begegnung mit der Alpha-Version sehnlichst gewartet habe.

Äußerlichkeiten


Wie bereits erwähnt findet der CDX im Gehäuse eines Plattenspielers Platz und zwar in dem des Numark TTX. Die beiden Start/Stopp-Knöpfe und die Räder zum Einstellen der Plattentellerbeschleunigung- und bremse befinden sich an gewohnter Position. Die Tonarm-Seite dagegen wurde völlig neu designt, denn einen Tonarm braucht der CDX selbstverständlich nicht.

Hier sind alle weitergehenden Funktionen und das Display angebracht. Neben dem Reverse-Switch und der Beat-Anzeige des Beatcounters befindet sich das große Rad zur Bedienung der Effekte, die mit einem der Knöpfe darüber ausgewählt werden. In der Mitte liegen die Loop-Funktionen und daneben das Display, in dem ihr neben Track-Länge und Zeit auch alle Systeminfos angezeigt bekommt.
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Der angenehm schwergängige Pitch-Fader rundet das ganze Bild ab. Auf der Rückseite befinden sich neben analogen und digitalen Audio-Ausgängen auch Anschlüsse für Faderstart und Strom. Über die MIDI-Buchsen könnt ihr den Player auch mit einem Sequencer verbinden und dann Start/Stopp und MIDI-Clock übertragen. So lässt sich ein Live-Setup prima um einen "Plattenspieler" erweitern. Das Kabel für das integrierte Netzteil ist wie alle anderen Verbindungen abnehmbar.

Effekte & Loop


Insgesamt acht verschiedene Effekte beherbergt der CDX: Sonar, Slide, Echo, A.D., Filter, Kill, Chop und Pan. Sonar erzeugt einen hohen, metallischen Toneffekt, Slide "verbiegt" den Sound, Echo fügt ein synchrones Echo hinzu, das auf verschiedene Beat-Werte eingestellt werden kann und sogar schon vor dem eigentlichen Track erklingen kann, wenn der Speicher voll genug ist. A.D. bedeutet "Auto Dezimierung" und verringert die Bitrate, was sofort zu schönen Verzerrungen führt.

Beim Filter handelt es sich um ein Bandpassfilter, während Kill genau das gegenteilige Filter ist und einen wählbaren Frequenzbereich auslöscht. Chop sorgt für kurze Aussetzer im Signal und Pan lässt das Signal von links nach rechts und zurück wandern. Echo, Chop und Pan können dabei Beat-abhängig durch den integrierten Beatcounter gesteuert werden. Dieser hilft auch beim "Smart Loop", bei dem ein gesetzter Loop halbiert oder verdoppelt werden kann.

Vinylfeeling


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Die Monster-Kratzer CD
Der Tonträger CD wurde 1982 in Deutschland eingeführt. Diese Test-CD stammt aus dem Jahr 1983 und war bis Ende 2002 im regelmäßigen Einsatz. Zuerst in einer Tanzschule, später dann auf regelmäßigen Wochenend-Partys und zum Schluss in einem Club in Köln.

Der DJ, hatte sie in all den Jahren meist ohne Hülle in seinem Koffer, bis ich sie ihm nach fast 20 Jahren wegnahm. Da ich einige DJs kenne, die so mit ihren CDs umgehen, ist diese CD der perfekte und ultimative Härtetest für jedes Laufwerk. Von Silberling kann man hier schon längst nicht mehr sprechen. Es handelt sich eher um das verkleinerte Abbild einer Eisfläche nach einem NHL-Eishockey-Spiel. Du fragst, was auf der CD zu hören ist? Die "14 Greatest Hits" der "Commodores", aber halt nicht mehr mit jedem CD-Player ;)
Dank der echten 12 Zoll großen Schallplatte, die auf dem Teller liegt und selbstverständlich auch ausgewechselt werden kann und dem starken Motor kommt sofort richtiges Vinylfeeling auf. Platte anschubsen ist genauso einfach, wie Plattenteller abbremsen. Sogar am Pin in der Mitte kann man zum Beschleunigen drehen.

Der CDX verhält sich genauso, wie ein klassischer Vinylplayer. Egal, ob mit 33 1/3 oder 45 RPM, ob mit Pitch, der mit +/- 6, 12, 25 oder 100% und auf Wunsch auch Mastertempo (= Beibehalten der Tonhöhe bei veränderter Geschwindigkeit) arbeitet, man vergisst schnell, dass man ja "nur" eine CD abspielt, die man vorne in das Laufwerk gesteckt hat.

Doch der CDX kann Vinyl nicht nur simulieren, er kann dank verschiedener Scratch-Modi das Ganze auch noch erweitern. So ist es möglich, die Rückwärtsbewegungen der Platte nicht abspielen zu lassen, so dass man auch ohne Crossfader scratchen kann. Oder man lässt den Track beim Anfassen des Plattentellers jedes mal zum Cue-Punkt springen, so dass man immer Loop-Punkte genau findet. Das ist schon ziemlich gelungen.

Qualitätskontrolle


Bei einem CD-Player für DJs achte ich immer auf zwei Faktoren: Zum einen muss das Gehäuse robust und sauber verarbeitet sein und die Bedienelemente müssen sinnvoll angeordnet sein, zum anderen muss das Laufwerk die verschiedensten CDs ohne Murren abspielen und das nach möglichst kurzer Einlesezeit.

Das Gehäuse des CDX hat schon beinahe Vorbildcharakter. Alles ist sauber verarbeitet, das Gerät macht einen sehr stabilen Eindruck und die Bedienung ist recht einfach. Der Power-Knopf befindet sich auf der Rückseite und kann so nicht im hektischen Club-Betrieb versehentlich gedrückt werden. Hier kann Numark halt die Erfahrung ausspielen, die sie mit dem Plattenspieler-Gegenstück TTX haben.

Das Laufwerk dagegen spielt zwar in der Oberklasse, aber kommt nicht an die Spitzenmodelle von Pioneer oder Denon heran. Denn obwohl das Slot In-Laufwerk eine CD recht schnell einliest und auch mit verschiedensten Test-CDs von Gebrannten bis zu kopiergeschützten Kauf-CDs keinerlei Probleme hat, versagt es doch bei der ultimativen Herausforderung, der Monster-Kratzer-CD. Diese CD (siehe dazu auch den Extra-Kasten) wird leider gar nicht erkannt. Die Spitzenmodelle von Pioneer und Denon dagegen spielen die CD ab.

Fazit


Der Numark CDX ist für mich der insgesamt überzeugendste Single CD-Player für DJs. Zwar kann sein Laufwerk in Sachen Fehlerkorrektur nicht mit Spitzenmodellen von Pioneer oder Denon mithalten, aber beim Handling gibt es meiner Meinung nach nichts besseres. Der Numark CDX kosten laut Liste € 1099,– , ist aber im Laden auch schon für € 949,– gesehen worden. Das ist zwar keine Kleinigkeit, aber auf Grund des Funktionsumfangs und des Vinyl-Feelings absolut gerechtfertigt.

Next Show coming up! Ausblick...


Demnächst folgt dann unser ausgiebiger Testbericht des großen Konkurrenten von Technics und des ersten scratchbaren DVD-Players von Pioneer. Stay tuned!

Website: www.numark.com

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Kommentare

Abgefahrenes Gerät!! Auch der Artikel ist sehr interessant geschrieben, speziell die Idee mit der Monster-Kratzer CD find ich witzig.
Mehr davon!

meint: Elliptic am 16.10.04

klasse test. demnächst wünsche ich mir nur noch eine abschließende plus/ minus box, wo noch einmal zusammenfassend die guten und schlechten merkmale aufgelistet werden. ansonsten freue ich mich schon auf die angekündigten tests. macht ihr das demnächst jetzt öfters?

meint: pete am 16.10.04

Gab's letztens 'n Testbericht in der Keyboards )oder Keys, oder irgendeins dieser Magazine) drüber, klingt prima - aber ich bleib bei Traktor mit Final Scratch... ;)

Langfristig wird sich sicher auch bei DJ's Ableton Live durchsetzen, es wird ja immer öfter DJing mit Liveperformance gemixt - entsprechende Grooveboxen wie die genialen Korg Electribes (mit Röhre!) sind ja schon recht bezahlbar. Würde gerne mehr DJs sehen, die sowas machen - aber es gibt ja immer noch genug, die nicht mal mit Vinyl nen Übergang hinkriegen...

meint: FeldFunker am 17.10.04

Hallo,
ich besitze 2 NUMARK CDX.
Leute macht ja keinen fehler und kauft diesen Player nicht!
Handling ist dieser Player zwar mega gut. Aber der versagt immer beim abspielen.
Laesst sich immer haengen beim abspielen von cds.
so ein scheiss player.
ich wollte bevor ich diesen player gekauft habe einen pioneer player.
ich könnt mich nicht glauben, wie sehr ich es jetzt bereue.

NUMARK IST BILLIG
SO IST ES!

PS. BEIDE GERAETE WURDEN 2X MAL ZURÜCKGESCHICHT ZUR REPERATUR VON LAUFWERKEN. WEIL DIE IMMER BEIM AUFLEGEN VERSAGT HABEN. (WIE PEINLICH DAS IMMER WAR...) JETZT SIND DIE PLAYER WIEDER DEFEKT (DIE LAUFWERKE)

ALSO JETZT KÖNNT IHR EUCH ES ENTSCHEIDEN...

GRÜßE AUS STUTTGART
D.J. SOUNDMASTER

meint: D.J. SoundMasteR Stuttgart am 05.11.06

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