Strictly Rhythm: Mark Finkelstein wiederbelebt die House-Legende

Rubrik » Interview Portrait

Interessantes Zitat zum Music-Bizniz | Das Label Strictly Rhythm gehört zu den Meilensteinen in der Geschichte von House. Nachdem das Label nach hunderten von Releases im Major-Sumpf verschwand, wendeten sich alle ab. Jetzt ist Strictly Rhythm unter der Leitung des ehemaligen Managers Mark Finkelstein wieder da. Im Interview der aktuellen De-Bug 114 kommt er auf einen interessanten Schluss zum Thema Kopieren und digitaler Vertrieb.

Es sei Euch empfohlen, das derzeitige Interview mit Mark Finkelstein in der De-Bug. Witzige, geschäftliche und analytische Kommentare eines Label-Manager. Das reanimierte Label findet Ihr im Web unter www.strictly.com und ein englisches Interview auf About.com: Mark Finkelstein Interview

Und hier das interessante Zitat:

Vielleicht verliere ich die Hälfte meiner Verkäufe, weil die Leute sich die Stücke kopieren. Aber, ganz ehrlich, das stört mich nicht. In der Zeit, als ich 5-10.000 Platten pro Tag verkauft habe, musste ich die ja auch verschiffen und an etwa 500 Läden liefern. Damit bin ich in 100 Städten. Als die verkauft waren, wurden sie nicht nachbestellt, weil schon die nächste Veröffentlichung kam. So konnte ich die Platten schlecht vertreiben. Und sie waren nicht so leicht zu bekommen. 100.00 Platten würde ich nie verschiffen, weil ich nicht das Risiko eingehen kann, 80.000 wieder zurückholen zu müssen. Das wäre eine Katastrophe.

Man muss immer vorsichtig sein und einschätzen, wie viel man verkauft und ein ein kleines bisschen mehr verschicken. Heute dank dem Internet ist das ganz anders. Ich habe ein unendliches Lager und weltweite Zugänglichkeit. Und es kostet fast nichts. Ich kann es für immer und für jeden verkaufen. Das macht es doch locker wett, dass ich Geld verliere, weil ein paar Leute die Musik kopieren.
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Kommentare

Der Mann sieht die Situation mit offenen Augen. Aber sowas öffentlich zu sagen ist natürlich schon mutig, denn das Unrechtsbewusstsein beim Kopieren von Inhalten ist im Durchschnitt sehr, sehr niedrig. Mit seiner Aussage wird es jedenfalls nicht höher :)

meint: Rene Schmidt am 27.06.07

Ergänzung: ... beim *unerlaubten* Kopieren ...

meint: Rene Schmidt am 27.06.07

na wunderbar! dann kann ich ja auch ein label namens "strictly rythm" aufmachen, großartig!

das echte revival findet dann bei mir statt.

meint: fabien am 27.06.07

ergänzung: ist ja nur geistiges eigentum!

meint: fabien am 27.06.07

für mich ist dieser mann eine der bedauernswertesten figuren in unseren bereichen überhaupt. mag sein, dass er einst ein tolles label betrieben hat. aber der mensch hat null ahnung, null verbindung mit der musik, mit der er sein geld verdient. das merkt hört man auch aus obigem zitat heraus. ihm geht es um das abscheffeln der kohle, um die reaktivierung einer einstigen lizenz zum gelddrucken.

aus einer derartigen herangehensweise entwickelt sich garantiert kein revival.

meint: Benne am 29.06.07

@bene: daraus, dass der herr finkelstein keinen bezug zur housemusik hat und diese privat auch nicht hört, macht er ja auch keine geheimnis. die eigentliche labelarbeit hat damals seine assistentin und a&r managerin gladys gemacht. sie hat die künstler bzw. die damals neuen sounds entdeckt und sich um die künstler gekümmert. herr finkelstein hat das strategische geschäft abgewickelt. er ist eben geschäftsmann und wenn er es nicht machen würde, dann wäre es jemand anders. tatsache ist, dass er damals mit strictly rythm eines der innovativsten und prägendsten labels überhaupt am markt hatte und auch die damalige labelphilosophie bzw. die art und weise wie mit den künstlern umgegangen wurde war damals einzigartig. auch wenn er keinen direkten bezug zur housemusik hat/ hatte, so hat er (und seine assistentin) einiges für die musikwelt getan und das sollte gewürdigt werden. zu emphelen übrigens auch das interview in der aktuellen gallore. der mann hat echt einiges erlebt.

meint: sascha am 17.07.07

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