ROBÖXOTICA - Festival für Cocktail-Robotik

Rubrik » Interview Portrait

roboexotica.jpgAus Wien hört man in letzter Zeit so allerlei. Technik, Kunst und Kultur finden hier offenbar zu einer einzigartigen Melange. Die Roböxotika ist ein Festival für "Cocktail-Robotik" mit dem ernstzunehmenden Ziel, die Roboter aus dem Schattendasein von Werkshallen zu befreien und kulturell in unsere Mitte zu injizieren. Sympathisch an den Österreichern ist hierbei, dass sie sich auch etwas nerdigeren Technologien nicht verschliessen. Lest das Interview mit Magnus Wurzer - einem der Organisatoren - das wir von Kaiserslautern aus über Video-Livestream geführt haben.

Text und Interview: Martin Wisniowski und Leo Sauermann

videoconf.jpg

Video-Livestreams sind etwas herrliches. Man steht wie angewurzelt, während in Wien ein Einkaufswagen mit Laptop und Webcam durch die Ausstellung gefahren wird. Und zwar ganz exklusiv. "Schieb uns bitte mal an die Bar, wir wollen mit ein paar Besuchern sprechen!" hörte man sehr oft aus Kaiserslautern. Glücklicherweise lief uns auch Magnus Wurzer vor die Linse, sodass gleich ein Interview mitgebloggt wurde.

Magnus gehört der Kunstvereinigung SHIFZ an, die die "Verbundenheit von moderner Wissenschaft und Kunst im Allgemeinen aufzuzeigen und die Auswirkungen bestimmter Technologien auf das künstlerische Schaffen im 21. Jahrhundert zu demonstrieren" versucht. SHIFZ sind mit monochrom zusammen für die Organisation der Roböxotica verantwortlich.

Phlow: Wo kommt die Roböxotica her?

Magnus Wurzer(SHIFZ): Ursprung der Roböxotica war der Drang nach Befreiung der Roboter aus der Monotonie der Fabrikhallen. Wir befreien die Roboter und stellen sie in einen kulturellen Kontext. Somit wird der Roboter auf der Roböxotica Jahr für Jahr ein wenig freier. Es geht uns also um Befreiung.

Phlow: Was war in diesem Jahr der Schwerpunkt?

Magnus: Das Thema dieses Jahr ist "schönes Scheitern". Davon unabhängig ist essentiell, dass die Roböxotica jedes Jahr ein Treffpunkt ist, um sich auf einer gemeinsamen Ebene zu treffen und das Thema Robotik zu diskutieren. Es gibt ein Diskursprogramm und eine sagenhafte Ausstellung. So steht eine mannigfaltige Verknüpfung von Kulturen im Mittelpunkt, denn es gibt einen regen kulturellen Austausch zwischen Menschen und Maschinen.

Phlow: Was gibt es nächstes Jahr?

Magnus: Nächstes Jahr soll es viel mehr Geld geben. Es gibt so viel zu tun, was gemacht werden müsste und könnte. Deswegen muss es mehr Unterstützung geben.

Phlow: Um welche Entwicklungen geht es?

Magnus: Ein Robot aus Linz konnte nicht fertigestellt werden und einer aus Frankreich auch nicht. Es muss also etwas passieren, damit die meist auch spannenden und überraschenden Einreichungen auch umgesetzt werden können!

r-bot.jpg

Phlow: Steht Wien im Zentrum der Cocktail-Robotik?

Magnus: Ja, das ist richtig: es gibt weltweit schon 2 oder 3 Festivals für Robotik und Kunst (in den USA und Russland). Wir stehen in ständigen Diskussionen, wie man diese Festivals noch besser verzahnen kann.

Phlow: Gibt es bei der Roböxotica Awards?

Magnus: Gibt es und wurden dieses Jahr zum 6.Mal Awards vergeben. Dabei gibt es verschiedene Kategorien:
  1. Cocktail servierende Roboter
  2. Cocktailmix-Roboter
  3. Konversationsroboter für Bars
  4. Zigarren / Zigaretten anzündende Roboter
  5. andere Höhepunkte der Cocktailkultur

Phlow: Die meisten Roboter verrichten niedere Tätigkeiten, wie Cocktails zuzubereiten. Gib es da nicht ein ethisches Problem, wo es euch doch um die Befreiung der Roboter geht?

Magnus: Es geht uns nicht darum die Roboter zu einem kulturellen Produkt zu machen, sondern um eine kulturelle Annäherung. Einen Cocktail zuzubereiten ist schon eine relativ hochstehende Tätigkeit im kulturellen Umfeld. Wenn Kunden und Gäste dann auch noch Wünsche äußern, dann muss der Robot darauf reagieren. In einem kulturellen Umfeld gibt es ja auch noch wesentlich mehr als nur die Zubereitung von Cocktails, wie zum Beispiel Bar-Konversation und andere Kategorien. Daher ist die Cocktail Robotik schon ein evolutionärer Schritt unter kulturellen Aspekten.


Das Interview erschien ursprünglich auf der digitalcouch.

Links

Roböxotica
SHIFZ
monochrom

Podcast RSS Icon

Kennste RSS? Nein? Dann informier Dich! Ansonsten abonnier den Phlow RSS-Feed, der mittlerweile von mehr als 7000 Lesern gelesen wird.

Als Favorit speichern » AddThis Social Bookmark Button

Kommentare

einen mojito und einen caipi bitte :)

meint: stefan am 17.12.04

wie lange wohl, bis ich mich bei einem roboter an der bar über meinen harten tag beschweren kann?

meint: mathias am 17.12.04

Kommentar schreiben!

Kommentare:

Klick-Konzept - Essentielles Webdesign
Info