Netlabelmania 2.0 - Quantität erstickt Qualität

Rubrik » Interview Portrait

satelit.jpgBeäugt man die Entwicklungen der Netlabels einmal kritisch, stehen einem die Haare zu Berge. Was für viele Fans und Unterstützer als Revolution des Musikvertriebes galt, hat sich bis heute noch nicht bewahrheitet. Es ist Zeit für Eigenkritik jenseits gefühlsduseliger Lobhudelei, um den Blick für die Zukunft zu schärfen.

Text: mo.

Das Netlabel-Phänomen ähnelt den Entwicklungen der so genannten Blogosphäre und könnte fast unter dem Punkt Personal Publishing abgehandelt werden. Denn jeder kann ein Netlabel aufziehen, Musik online stellen und das ohne relevante Kosten - spätestens seitdem es archive.org gibt. Dabei entstehen wie bei Weblogs jede Menge vernachlässigte Netlabel-Leichen, Veröffentlichungen, die so spannend sind wie Marlas persönliche Meine-Katze-Und-Ich-Einträge sowie eine wenig kritische extrovertierte Nabelschau. So wächst das Rauschen im Netz und für qualitative Sounds gräbt man wie nichts mal eben 5 Gigabytes an MP3s durch. Spam-Filter sind angesagt.

Netlabels im Rückspiegel

Netlabels selbst gibt es grob geschätzt seit 10 Jahren. Zu den beiden ältesten gehören Monotonik und Tokyo Dawn, letzteres seit 1997. Dabei entstanden die Netlabels aus der Demos-Szene - einer Community aus Programmierern. Ähnlich wie im HipHop trafen die Computer-Nerds auf Conventions aufeinander und zeigten ihr Können in Form von programmierten Echtzeit-Videoclips. Für die richtige Untermalung der virtuellen Welten sorgte in Tracker-Programmen komponierte Musik, die später von vielen leidenschaftlich gesammelt wurde. Der Schritt die Werke auf einer Website zu versammeln und ihnen ein Logo zu geben, war der konsequente nächste Schritt. Heute haben sich die meisten Netlabels von diesen Wurzeln gelöst oder nie besessen. Gemeinsam ist dahingegen fast allen Netlabels die Form des freien Vertriebs sowie der Wunsch die eigene Musik publik zu machen. Die digitalen Plattformen bieten einerseits Musikern aus den hintersten Winkeln der Welt ihre Musik weltweit zu promoten und andererseits zuhause im stillen Kämmerlein vor sich hinwerkeln ohne je einen Fuß auf eine Bühne oder in einen Club setzen zu müssen.

Online Vertrieb: Archive.org versus Scene.org

Ohne die beiden Datengiganten und Music-For-Free-Exporteure Archive.org und Scene.org wäre heute eine Netlabel-Szene unmöglich - jedenfalls eine so riesige. Denn beide Plattformen übernehmen und organisieren den Datenverkehr, der mittlerweile Terrabyte-Status erreicht hat. Rechnet man zum Beispiel die ausgelieferte Datenmenge nur eines Releases des DubTechno-Netlabels Thinner hoch, so kommt man auf krasse Zahlen. So produzierte bis dato alleine der Track "Azkoyen" des letzten Digitalis-Release (thn079) mit ca. 6000 Downloads ungefähr 44 Gigabyte an Traffic. Rechnet man dazu noch, dass das Release 10 Tracks beinhaltet, kommen wir auf 440 Gig. Wooyay! Und das bei nur einem Release. Dabei haben wir noch nicht einmal die weiteren Downloads berechnet, die auf der anderen Seite archive.org ausgeliefert hat. Kein Wunder also, das scene.org erst einmal die Pforten für neue Netlabels dicht gemacht hat.

Die kostenlosen FTP-Parkplätze sind aber auf eine gewisse Weise auch für den immensen Musikschrott der Netlabel-Szene schuld, sofern man überhaupt von einer zusammengehörigen Szene sprechen kann. Hier handeln viele Möchtegernmusiker und -Labels nach dem Grundsatz "Man kann's ja mal hochladen- kostet ja nix!".

Der Tod zweier Genres

Inspiziert man Netlabels genauer, so fallen einem vor allem zwei Genres auf: "DubTechno" und "Experimental". In einem Gespräch mit dem schweizer Ur-Podcaster und Unterstützer der Netlabel-Szene Markus "Kus" Koller von starfrosch.ch gibt es mittlerweile kaum sinnentleertere Begriffe. Nach Kus liegt es vor allem an der einfachen und schnellen Produktionsweise von DubHouseTechno, dass der Sound dermaßen auf Netlabels überhand genommen hat. "Man könnte es auch ‚'Simple Tech' nennen." witzelt er. Richtig aufgegeben hat er dabei den experimentellen Sektor der elektronischen Musik, weil hier die Frage besteht "Was ist gut und was ist schlecht?!?". Wann lohnt es sich, sich mit einer schwierigen experimentellen Veröffentlichung auseinanderzusetzen, wenn man nicht weiß, ob es sich einfach nur um sinnlos-fabriziertes Knistern handelt.

Als Hörer sucht man bei vielen Netlabel-Veröffentlichungen nach dem musikalischen Geschick, nach sound-technischen Innovationen plus Kompositionskunst. Mit ein wenig Abstand betrachtet, stürzen darüber hinaus die meisten Releases auch in den Produktionsstandards massiv ab und halten lange nicht mit "kommerziellen" Veröffentlichungen auf Vinyl und CD mit. Ein Grund ist hierbei oft der gänzliche Verzicht auf ein (abgewogenes) Mastering.

MP3-Blogs und Netaudio-DJs: Die A&R-Filter der "Szene"

Netaudio-DJs und MP3-Blogs sind die wahren Helden der Szene. Sie lassen den Begriff des "Music-Diggings" wieder aufleben. Mit Leidenschaft wird gesaugt, abgehört und abgeschöpft, was hörenswert ist und der Aufmerksamkeit bedarf. Angeschoben vom ersten ernstgemeinten Netaudio-DJ Dirk "[in]anace" Murschall entstehen immer mehr Netaudio-Mixe. Im Mash-Up-Bizniz ermöglichen gerade die CC-lizensierten Musikstücke eine Weiterverwendung und -entwicklung. Immer beliebter werden hierbei auch Netlabels, die ausschließlich DJ-Sets veröffentlichen. Allen voran subsource und zerinnerung.

Zum zweiten Arm des Filterns gehören MP3-Blogs. Einen RSS-Feed oder einen Podcast des jeweiligen Blogs könnte man sozusagen als Netaudio-Spamfilter betrachten. Ein Abo genügt, und der Sound kommt frei Haus - gefiltert versteht sich ;)

Vielleicht werden im Endeffekt die Blogs das Phänomen "Netlabel" bekannt machen. Neulinge verlieren all zu schnell die Lust im Wust der Veröffentlichungen. Der hier bereits oft zitierte Musikschrott macht nicht gerade Laune und hinterlässt beim Begriff Netlabel einen schalen Geschmack. Da lässt man sich doch lieber beliefern. Und spätestens dann wird es für Netlabels schwierig, wenn nämlich nur noch die MP3s per Podcast gezogen werden. Ein wenig Zuversicht und Sonne!

Trotz vieler Schattenseiten werden Netlabels ein großes Thema bleiben. Schließlich ist es eine große Chance für jeden Personal-Music-Publishing zu betreiben. Obendrein wird es ein weiteres enormes Wachstum geben, und das bietet vor allem ernstgemeinten Netlabels eine gewaltige Chance sich aus der Masse der unterirdischen Mäßigkeit hervorzuheben. Das wichtigste Mittel ist hierbei die Eigenkritik und die Fähigkeit nicht alles zu releasen, was brav auf der heimischen Festplatte liegen bleiben sollte. Pi mal Daumen, behaupten Labelheads wie Prymer von Tokyo Dawn, sollte man von 10 Tracks eigentlich nur einen veröffentlichen.

Deswegen sollte Qualität und ein gewieftes Promoten und Netzwerken mit den Netaudio-DJs und MP3-Blogs jedes ernstgemeinte Label nach vorne bringen. Und spätestens dann spitzen auch wir die Ohren und freuen uns über eine gelungene Musikveröffentlichung, die nicht nach kurzem Hören wieder im digitalen Nirvana unseres Papierkorbs verschwindet.

Artikel bereits erschienen in De:Bug 100 (Februar/März 2006, Seite 57)

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Kommentare

naja unter druck arbeitet man doch am besten, und das fehlt den netlabels definitiv. eigentlich sollte man scene.org und archive.org verbieten. wenn netlabels ihren traffic selber zahlen müssten, würde die qualität mit abstand besser aussehen.

ich verfolge die entwicklung der szene bereits eine weile, ich hab sicher an die 1000 netaudiotunes angehört. hängengeblieben sind allerdings nur eine handvoll artists, deren releases ich regelmäßig höre. im grunde nur cuebism, opolopo, saine und comfort fit. das sind auch fast die einzigen, die auch ausserhalb des internets einen namen haben.

und wenn mal (echte ;) künstler bzw labels bzw agenturen irgendwo auftauchen und mit der qualität ihrer produkte einfach alles andere im netz wegpusten, dann werden sie von der szene abgelehnt. siehe panzer-compilation.

ich sage, die szene ist im grunde extrem übersichtlich... ...wenn man die blogger, nießnutzer und wirlobenunsgegenseitig-konstrukte übersieht...


meint: fabien am 08.03.06

guter und ehrlicher artikel, schön dass er auch hier erscheint.

meint: Rupert. am 08.03.06

mein erster besuch bei container records in hamburg. ich, keine ahnung was nun hip ist und was nicht, gegen tausendeschallplatten. wo anfangen, ich suche zaghaft, ziehe vorsichtig mit zittrigen fingern eine schallplatte aus einem fach. mehr, mehr, mehr! nach einer guten stunde ist der stapel aus platten von künstlern die ich namentlich noch nie gehört habe auf gut 40 platten angeschwollen. vorhören. aussortieren. einige stücke kenne ich, andere sind müll. ich beginne mir die namen der labels einzuprägen, die mir gefallen. es sind 5 platten übrig geblieben. eine neue runde durch den laden. mehr namen, mehr labels. wieder 40 platten. vorhören, aussortieren, bezahlen. ich schwitze. zu wenig geld. was kaufen? ich raffe alles zusammen, was meine geldbörse eines 15 jährigen hergibt und gehe mit joey beltram's 'energy flash' und kenny larkins 'colonize' nach hause. nach ca 3 stunden ist mein erster besuch im dem laden, in dem ich später fast täglich für mehrere stunden verschwinde, vorbei.

es gab seit meines ersten besuchs bei CR im jahre '92 immer wieder zeiten, in denen dermassen viele neue vö's in den regalen standen, dass man die menge unmöglich hätte anhören können. ich habe oft hunderte gecheckt und keine gekauft.

container gibt's nicht mehr und ich besuche i.d.r. decks.de um meine vinylsucht zu befriedigen. auch dort gibt's muell, mal mehr, mal weniger.

warum sollte es der netaudioszene nur einen deut besser gehen?

meint: ronny am 08.03.06

ronny ich kann dir so mitfühlen ... ich bin früher immer in den optimal gegangen ... bin machnmal nur deswegen nach müchen gefahren ... und mir gings genauso wie dir ... und heute kauf ich gar keine platten mehr ...

meint: firnwald am 08.03.06

ach jungens,
da wären wir dann wieder bei der qualitätsdebatte... one more time. hey, natürlich ist eigenkritik wichtig, keine frage. aber mir ist nicht ganz klar was es bringen soll, wenn alle paar monate auf´s neue festgestellt wird, daß netlabelveröffentlichungen zu einem eklatant hohen anteil scheiße sind. das hat wohl mittlerweile jeder mitbekommen der sich nur ansatzweise mit der materie beschäftigt hat. die unfähigkeit der eigenen "szene" festzustellen bringt uns dabei aber keinen milimeter weiter.
Der vergleich mit blogs (podcasts wären dabei vieleicht ein noch treffenderer vergleich) ist schon sehr sinnvoll und lässt gute vergleiche in der vorgehensweise zu. dort ist der schrott-anteil wahrscheinlich noch beträchtlich größer und trotzdem meckert keiner mehr, daß er sich ständig "ich und meine katze" blogs ansehen oder "ich und meine krankenakte" podcasts anhören muss... man MACHT es einfach erst garnicht... im schlimmsten fall vielleicht einmal. die guten (die sich eh sehr zügig rumsprechen) kommen in den rss-reader die schlechten werden kurzerhand ignoriert, zack, fertig! das lässt sich doch eins zu eins auf netlabels übertragen, vielleicht mit etwas mehr zeit-/ bandbreiten- aufwand aber das liegt halt im medium begründet. (vielleicht ist der große unterschied, daß blogs ob ihrer größeren außenwirkung, ausreichend von externen medien niedergemacht werden wohingegen wir unsere "klowand-debatten" wohl noch intern führen müssen.)
überhaupt, bandbreite... das argument ist mir auch nicht ganz klar. hier werden eben (komprimierte) audioformate vertrieben und die sind nunmal keine html files und per definition relativ groß. was genau willst du da bemängeln? das bspw. thinner erfolgreich arbeitet und ihre releases wie bekloppt geladen werden? ist das nicht eher ein grund zur freude? wir warten doch schon so lange auf ein großes publikum ;)
und archive.org / scene.org sind "schuld" an der miesen qualität mancher releaes?? also bitte! ein medium bzw. seine infrastruktur dafür verantwortlich zu machen was menschen mit ihm/ ihr anstellen ist ja wohl genauso alt wie unsinnig... (file under: mp3 hat die musikindustie vernichtet; gutenberg ist schuld an allen schundromanen dieser welt.) und lieber fabien: archive.org verbieten... riesen idee! netzzensur hurra... und bahn frei für industrieunterwanderte wischi waschi loungecompilations mit profi mastereing! mal im ernst, unter diesen umständen scheiß ich auf kopfhörertauglichkeit... dann lieber ´ne 4spur schlafzimmer-produktion mit eiern!
man sollte archive.org und co schon den status und die relevanz die sie nunmal haben zuerkennen und das entsprechend würdigen. oder fordert hier einer die wikipedia "zu verbieten" weil einen der artikel über kirgisien gerade so überhaupt nicht interessiert?
wie mo. eingangs selbst feststellt: ohne die erwähnten angebote würde es unsere bunte kleine netlabelwelt nicht geben! ...oder sie würde von verwöhnten mittelklasse kids betrieben, die ihre r&b-cybertrance produktionen auf papa´s firmenserver hosten... na dann gute nacht free culture!

meint: SimSullen am 08.03.06

glaube nicht, dass das mit dem "verbot" wörtlich gemeint war - fabien meinte wohl eher, dass archive.org es einfach _zu_ leicht macht, beliebige audio-files online zu stellen, die dann alle unter dem label "netaudio" laufen.
und zum teil ist es ja auch erschreckend, wie wenig mühe sich die leute geben: oft keine tags, dateinamen von "track1" bis "track10", keine begleittexte usw.
aber ob man schon auf dieser infrastruktur-ebene einen filterschritt einbauen soll, ist wohl eher eine ideologische frage. scene.org machts, archive afaik nicht, die entscheidung bleibt jedenfalls den jeweiligen betreibern überlassen. seiten wie phlow oder die diversen netaudio-blogs werden so oder so immer wichtiger werden.
achja, die plattenladen-erfahrungen decken sich ziemlich genau mit meinen... in diesem zusammenhang denke ich auch, dass das hier diskutierte problem nicht wirklich ein grundlegend neues ist.

meint: markus am 08.03.06

*zustimm*
und:
eigentlich ist alles tatsächlich recht übersichtlich. es gibt ein paar netlabels die veröffentlichen konstant in guter qualität, und da lade ich mir die neuen releases. alles andere lass ich links liegen, ausser mir fällt durch zufall noch eins auf wo mir die seite, die cover, die musik gefällt. ist das alles nicht der fall schau ichs mirs erst garnicht weiter an.
bei den labels die mir gefallen werd ich selten enttäuscht. (autoplate und test tube hauptsächlich, stadtgruen, serein und andere zusätzlich..:-)

meint: ronin am 08.03.06

ja netlabels sollten sich deutlicher von angeboten wie soundclicks.com o.ä. schärfer distanzieren. um die hörer geht es doch, und denen wird es extrem schwer gemacht ihre ursprügliche motivation netaudio-musik lange zu halten. diese absolute produktions-freiheit (oder faulheit?) muss leider der hörer ertragen. ein netlabel ist halt mehr als nur ein logo und 2-3 home-pc-feierabend-produzenten (ich möchte hier niemanden kränken), dann lieber bei soundclicks anmelden.

das problem ist doch, daß der hörer sich auf das label verlassen möchte. denn dazu ist es ja da. im internet sind die hörer aber halt anonyme gestalten, von denen man nie weiss, ob es sie wirklich gibt. naja, dann neigen viele netlabler leider zu leicht dazu diese spezies einfach zu vergessen. ein label ist in erster linie für hörer da, und nicht für die künstler. im internet ist das allerdings nur selten der fall. 90% sind nutzlose egoplatformen bzw produzenten-foren.

probleme muss man an der quelle anpacken, weitere such-/katalogisierungs- oder sortierungsdienste sind keine lösung des problems, sie lassen es nur anschwellen. netlabels sollten den fokus endlich auf hörer setzen. die wenigsten musikliebhaber sind gewiefte internet nutzer. das schlimme dabei: ihre ablehnung von netaudio erfolg im stillen, sie werden ihren ärger sicher nicht in foren bzw blogs kundtun, sie kommen einfach nicht wieder und vergessen diese netaudio sache.

der vergleich zum plattenladen passt scheinbar, allerdings darf man nicht vergessen, dass die verwirrung im netz ja wesentlich schlimmer ist. außerdem ist die inhaltliche qualität der klassischen musikindustrie (und damit meine ich nicht nur die majors) noch mit großen abstand dem netaudio überlegen. es gibt immer noch keinen netaudio pink-floyd, prince, was auch immer. oder ist musikalisches talent seit dem internet einfach verloren gegangen? nein, nur die üblichen filter sind halt weggefallen... ...und der user muss nun selbst viel mehr filtern, wenn er überhaupt lust dazu hat...

meint: fabien am 08.03.06

vielleicht fühlt sich ja jemand aus dem herr der phlow-autoren berufen, mal eine übersicht über die relevantesten und interessantesten netaudio-blogs zu verfassen... eine idee nicht nur in eigenem interesse ;)

meint: bettina rhymes am 08.03.06

klar war das nicht wörtlich gemeint, aber wenn fabien da bewußt polarisiert, steig ich natürlich gerne drauf ein ;).
natürlich wäre es auch schön, wenn sich uploader bei archive.org an gewisse formale konventionen aus technischer sicht halten würden, mir gehts durchaus auch auf die nerven, wenn ich die tracks sobald sie auf meinem rechner sind nicht mehr zuordnen kann.
(wobei diese anonymisierung bzw die fehlenden informationen selbst auch nichts neues sind, die white-labels z.b. im drum ´n bass spielten ja auch damit wobei es die leute dort um einiges cooler fanden)
die frage ist nur wann und wo man anfängt zu filtern und vor allem WER das machen soll.
ich für meinen teil hätte es nicht so gerne wenn es dort leute (oder bots) gäbe die bestimmen was ich zu hören bekomme und was nicht... dafür gibts ja radio und "musik" tv!
ronin trifft den nagel da auf den kopf, wenn mir bei einem label/ release schon die formalen sachen nicht zusagen lass ich es halt links liegen und klick weiter zum nächsten. und da ist die "plattenladen-parabel" durchaus angebracht... oder noch näher dran: ich geh´ ja auch nicht zum i-tunes musicstore und klick blind ALLES an. im besten fall kann ein (net-)label mein vertrauen gewinnen; insofern, daß ich weiss: vielleicht treffen die releases nicht immer 100% meinen geschmack aber ich kann mir sicher sein, daß sie keinen scheiß releasen und sich ihre veröffentlichungen genau überlegen.
vielleicht braucht es noch einfach ein bischen zeit, bis sich diese vertrauensstrukturen fester etablieren.

meint: SimSullen am 08.03.06

na na, ganz so übel ist es doch jetzt auch nicht. was mir eher auf die eier geht ist das ständige gedisse von dubtechnohouse, manche leute mögens halt. ich zb....seid doch froh das ihr die wahl habt und nichtmal dafuer zahlen müsst. irgendeine art von arbeit muss man ja verrichten um die perlen zu finden und sei es nur die, tonnenweise schrott auszusortieren.

meint: kazooo am 08.03.06

@ kazooo: das ist also der preis den man zahlt...

gefällt mir!

meint: fabien am 08.03.06

ohne fleiß kein preis... word up! ;)

(so weiß man die guten sachen dann wenigstens wirklich zu schätzen!)

meint: SimSullen am 09.03.06

mir ist bei der Google Group oder in verschiedenen Foren aufgefallen, dass es Leute gibt, die ein Netlabel gründen wollen und Künstler suchen. Ja schön, aber mal ehrlich, ich glaube kaum, dass sich so viele Künstler melden um eine qualitative Auswahl zu machen. Was folgt ist mal wieder ein Label mehr dass nach 2 Releases in den weiten des Netzes sein unnötiges Dasein fristet.

Jeder der viel Netaudio hört hat seine Lieblingslabel, bei denen er jedes neue Release erst einmal blind saugt. Aber jemand der neu in der Scene ist hat die nicht. Das Angebot Sachen zufinden ist groß, Netaudio-charts, Dj Mixe, blogs ... . Ich denke es ist wichtig den "Neulingen" bzw Suchenden diese Möglichkeiten, eigene Lieblingslabel zu entdecken nahe zu bringen. Und da schließe ich mich bettina rhymes an, Ein Artikel über Netaudio Blogs wäre sicher interessant. Doch damit wieder zur Kehrseite, wird der Artikel hier veröffentlicht lesen ihn fast eh wieder nur Menschen, die sich da bereits einigermaßen auskennen.

meint: Nörmi am 09.03.06

@simsullen, ja so ein artikel wäre informativ..., vielleicht hat moritz ja drangedacht die url von phlow in seinem neuen buch zu posten, damit mehr leute die artikel hier lesen;)

meint: kazooo am 09.03.06

das reply war natürlich an nörmi...

meint: kazooo am 09.03.06

es ist unumgänglich: jeder der eine für sich neue szene betritt muss sich erstmal umsehen und darin zurechtfinden. die einschlägigen seiten / blogs sind bekannt (google ist unser aller freund) und die infrastrukturen intakt.

was fehlt ist der kritische umgang mit inhalten, eine "objektive" annäherung an den spiegel der szene. natürlich ist das anmassend aber absolut notwendig. in einer szene, in der alles grundsätzlich nur dann betrachtet wird, wenn es als toll empfunden wird, kann man sich nicht orientieren. vor allem nicht als einsteiger.

meint: ronny am 09.03.06

lustig. es gibt bereits einen solchen artikel zum thema musik-blogs auf phlow.net. den findet ihr unter:

http://phlow.net/mag/link/000675.php

der hat den titel "Music-Weblogs für Netaudio- und Netlabel-Releases" :) die liste ist natürlich nicht vollständig. aber schon einmal ein anfang.

meint: mo. am 09.03.06

hallo zusammen,
klar gibt es dieses überangebot an netlabel.. und das ist auch gut so... es ist halt wie im richtigen leben... man muss sich die mühe machen die spreu vom weizen zu trennen.. die perlen rauspicken, als tipp an freunde und bekannte weitergeben.. so war es mit vinyl schon.. mit cd's.. und jetzt halt im web.
das was ich als qualität bezeichne... habe andere nicht auch so zu sehen. schaut euch z.b. die deutschen charts an... da verkaufen sich sachen die würde nicht mal meinem ärgsten feind schenken.
mit wachsender bandbreite werden auch die möglichkeiten wachsen... netaudio und blogs waren doch erst der anfang. vlogs werden mehr kommen... und noch mehr information overload.
von einer netaudio szene spreche ich schon lange nicht mehr... netaudio ist doch schon längst salonfähig...

meint: henri.petterson am 09.03.06

eben, diese diskussion kennen wir schon. ich blogge im schnitt einen release pro woche auf starfrosch. dabei fällt auf, dass man zu gewissen genres teraweise discountware kriegt und zu anderen kaum was. ich kann wählen: will ich in 5 minuten ansprechenden IDM oder nach 2 stunden einen einigermassen hörenbaren jazz-track bloggen können?
ich hoffe bloss, dass man nicht von typischen netlabelsound zu sprechen beginnt und dass die musikpalette breit bleibt. da ich nie ein typischer plattenladenschnüffler war, der sich schnell einmal an 'qualitätlabels' orientierte, sondern mir viel zeit liess, unbekannte, schlecht promotete/organisierte bands und dj's zu durchstöbern, stiess ich dadurch auf echte perlen, die ich nicht wochen später an jeder fete hören musste.
an dieser stelle noch ein wunsch an alle 1000e ableton-anfänger: stellt doch bitte eure tracks erst so nach 1-2 jahren gemastered ins netz, so spare ich deutlich zeit beim herausfiltern. cheerio!

meint: ozzy am 09.03.06

jaja die qualitätsdebatte, ich finde ihr erwartet von den Netlabels einfach zuviel. Was möchte ein Netlabel in erster Linie erreichen? Musik zugänglich machen. In zweiter Linie will man die Musik auch noch promoten und evtl. den Weg zu einem kommerziellen Label ebnen. Die erste Hürde nehmen alle und die zweite ist meist mit Qualität und Ideologie (nein! nicht Ideology;-) verbunden. Deswegen habe ich noch lange keinen Qualitätsanspruch an Netlabels. Wer hat überhaupt über die Qualität zu richten? Eine gute Frage und "objektive" Kriterien wie Mastering oder Produktion sind selbst in der kommerziellen Welt kein Garant für Qualität.

Ich finde man sollte den Netlabels ihre Sonderstellung zugestehen und sie nicht immer mit kommerziellen Produkten vergleichen. Einen Vergleich, den sie nur ganz selten gewinnen können. Selbst die "guten" VOEs auf Thinner, Textone oder Ideology machen gegen Traum, Minus oder Cocoon einfach keinen Stich. ABER: Das ist meine eigene persönliche Meinung! Zum Glück gibt es Art 5 GG ;-)

Archive.org ist auch nur in Verruf gekommen, weil die Geschwindigkeit seit ein paar Monaten sehr zu wünschen übrig lässt. Was aber zum grossen Teil an den Tonnen von Videos, die jetzt auf die ipods gezogen werden liegt.

und suchen muss man schon selbst, wie ua. bereits der musikverrückte ronny lebensnah geschildert hat

meint: dati am 09.03.06

den kommentar mit "scene.org/archive.org verbieten" ist das mit abstand dämlichste was ich seit langem gehört habe ... als nächstes bitte die forderung dass die netlabels einen fürs hören bezahlen sollen.

meint: sebastian am 10.03.06

Welcome back, Ewige-Wiederkehr-des-Immergleichen!

Qualitätsdiskussionen über Medieninhalte zeigen immer wieder eines: Der Nutzer nimmt sich wichtig:
"Es ist eine Unverschämtheit, was uns die Fernsehmacher/Netlabelmacher/Zeitungsverlage/Fast-Food-Ketten immer wieder vorsetzen!"

1. Hat man als Mediennutzer das Recht oder die Pflicht, sich an Inhalten zu beteiligen? Ist die Nutzung von TV-Nachmittagsprogrammen, Netlabel-Releases o.ä. eine ähnliche unbeliebte Notwendigkeit wie das Ausfüllen der Formulare f.d. Einkommenssteuer-Erklärung? Müssen wir mit Sanktionen rechnen, wenn wir nicht jeden Monat mindestens 5 TByte an neuen Releases saugen? Wird jeder Musikinteressierte gar mit vorgehaltener Waffe zum Download und Konsum der Musik genötigt?

Nein! Alles ist auf Nutzerseite freiwillig. Also: S.f.w.?

2. Denkt ein Netlabelbetreiber, der die Artists seines Vertrauens online feilbietet: "Mein Gott, mit was für einer Scheiße packe ich mir den Server voll?"

Nein! (Hoffe ich zumindest.) Er steht zu dem, was er veröffentlicht, weil die Musik wohl irgendwie seinem Geschmack entspricht oder in seinen Ohren interessant klingt. Aus diesem Grund schützt uns auf dieser Erdscheibe auch (fast) nichts vor Ralph Siegel, Dieter Bohlen, viele TByte von miesem und ideenlos produziertem Laptop-Gewurschtel.

Nutzlose Medieninhalte gibt es, seit dem es Medien gibt, und das ist schon verdammt lange her. Mediennutzer regeln durch Zu- bzw. Absage ihren Erfolg. Und populäre Medien(-inhalte) erfahren i.d.R. zu Beginn immer eine schwer kontrollierbare Wucherung, bevor sich das Angebot reguliert. Bleiben wir also entspannt, und schauen zu, wie der Schaum der Netlabel-Releases sich in den nächsten Jahren entwickelt.

Wer also nichts neues sucht, bleibt am besten bei seinen Favs bzw. Bookmarks. Wer neugierig (auch im eigentlichen Sinn des Wortes) ist, hat die Arschkarte der Wahlmöglichkeit. Der Wahlzwang bleibt uns aber glücklicherweise erspart. Oder man entschließt sich gar zur Nichtnutzung/Verweigerung.

Filter? Welche Instanz setzt die Regeln? Who watches the watchmen? Die Folgen wären vergleichbar mit der staatlich kontrollierten Entmündigung des Musikhörers in Frankreich.

Natürlich kann man immer und immer wieder öffentliche Geschmacksdiskussionen führen, man lernt damit seine Mitmenschen kennen oder sogar das Maul zu halten. Wirklich produktiv sind sie aber nicht.

Aber ich bin mir sicher, dass wir bald erneut eine ähnliche Diskussion wie diese führen werden; Redundanzen gehören schließlich zum erfolgreichen Lernprozess und füllen derweil die Online-Medien mit ebensoviel zeitvergeudendem Abfall wie dillettantische Net-Releases, stümperhaften Videos, nutzlosem Blog-Geschwafel etc.

Also: Auf Wiedersehen, Ewige-Wiederkehr...

Übrigens habe ich auch durch einige Phlow-MP3-Tipps eine Menge Traffic vergeudet. Sollen wir Phlow verbieten lassen? Wer ist dafür? Hand heben!

meint: Dr. K. Lohr am 10.03.06

feines resümee, und viel wahres dran, wenn man das meiste so auch schon in vorangegangenenen artikeln hier gelesen hat.

wie auch immer, die ewige frage und das jammern nach der qualität der netlabel langweilt mich ja auch sehr. sehe das wie ronny, simsullen und dr.k.lohr. und warum leuten verbieten wollen, die möglichkeiten des netzes zu nutzen? das wäre ja, als wenn man dem frisch nach der lehre arbeitslos gewordenen schreiner hassenichjesehn verbieten würde, sich selbstständig zu machen und in nem kleinen büro in düsseldorf-eller n kleines holz-möbel-geschäft aufzumachen, nur weil dessen möbel evtl. erstmal qualitativ schlechter sind als die von der grossen möbel-firma blablabla in hamburg-altona. oder sollte man vielleicht direkt mal verbieten, ne neue c&a-filiale aufzumachen, weil die quali der klamotten bei weitem nich so dolle ist wie die von der diplom-designerin mit kleinem atelier im dorf nebenan? denke, die entscheidung sollte man immer dem kunden überlassen, wenn er das angebot mag, kommt er wieder, wenn nicht, eben nicht. wie auch immer, über die vergleiche kann man ja auch notfalls streiten, aber vielleicht eben auch nicht, und warum nicht dem neuen netlabel X auch mal raum und zeit geben, sich und seine artists entfalten zu lassen? wenn der graphische auftritt auch erstmal scheisse ist, die musik sich anhört wie ein abspielen von gängigen plugins und presets, das ganze hört sich in nem jahr bei denen vielleicht schon anders an und die seite wurde inzwischen auch schicker gemacht. hey, es ist kostenlos, irgendwer hat´s, wahrscheinlich zu hause, gemacht und ist stolz drauf oder wünscht sich einfach mal reaktionen und keiner zwingt dich, es dir herunter zu laden. die netlabel-szene (wo ist die eigentlich genau?) brüstet sich ja irgendwie immer gern, aus der demo-szene zu stammen (auch wenn wahrscheinlich die meisten der netlabel-betreiber gar nicht wissen, was das eigentlich ist), doch letztlich könnte sie von deren wurzeln mal ne ganze menge lernen. denn dort gab es schon immer verschiedene gruppen (könnte man parallelel ziehen zu den verschiedenen netlabeln), die in unterschiedlichen qualität-standards demos, musik und graphiken produziert haben. es gab oder gibt die sogenannten lamer, also die jungs, die neu, eher untalentiert oder einfach nur nervig sind, aber es gibt da auch viel sportiven geist und auch respekt vor den arbeiten anderer. viele neue gruppen sind qualitativ in den jahren (oder auch schon monaten) um einiges vorangekommen, einige der leute haben dann in bessere gruppen gewechselt usw. - warum diese toleranz nicht auch mal neuen netlabeln gegenüber haben können. ich bin da ehrlich, ja - es gibt viel schrott im netz, nicht nur im bereich frei zugängliche musik, und das ist und war schon immer so und wird auch so bleiben. aber ist doch im übrigen auch schön für die "besseren" (achtung: geschmacksfrage!), dass sie sich umso mehr von den anderen absetzen und maßstäbe setzen können, oder nicht?
denke der vergleich mit den weblogs ist schon sehr passend, und glaube auch, die interessanten werden im gedächnis/bookmarks bleiben, die anderen eben nicht. aber eine angst, dass leute auf die netlabel stossen, und abgeschreckt wieder in ihren teuren cd-laden um die ecke gehen, weil sie seltsam langweilig klickernden nicht-gemasterten electrowhatever-tracks auf nem falsches-beispiel-netlabel gehört haben, ist auch ein bisschen albern. letztlich ist alles musik, auch im cd-laden ist ne menge mist, nur der vertriebsweg ist ein anderer.

man muss sich mal vor augen führen, das inzwischen (hab ich gehört) 25% der einnahmen im musikmarkt übers netz generiert werden, also von kommerziellen angeboten - das heisst, 75% der leute konsumieren ihre musik immer noch im laden, wo weder thinner, noch tokyo dawn oder die anderen populären beispiele präsent sind.
von den 25% der im netz musik konsumierenden leute kennen wahrscheinlich 24% auch keine netlabel, und das hat einfach nichts mit der quali zu tun. und ja, es gibt musik im netz, die um einiges spannender, funkiger und ideenreicher produziert ist als die auf cd im geschäft, nur kennen sie eben nicht so viele.

wie mo. hier ja richtig erkannt hat, sind weblogs, mixsets etc. wichtig, also alles, was noch zusätzlich werbung macht für die neuen veröffentlichungen und die label, und gerne da auch meinetwegen subjektiv aussiebt. denn das ist der punkt: wenn man die musik nicht kennt, kann man sie auch nicht hören. und daran krankt es einfach immer noch bei freier musik im netz. es hängt keine industrie dahinter, die die musik puscht und promotet, die leute darauf aufmerksam macht. klar gibt es hier und da inzwischen z.b. ein paar radiosender, die immer mal ne sparte haben und sowas spielen, aber das hat momentan doch eher noch ziemlichen seltenheitswert. auch magazine berichten im grunde nichts darüber, wenn man mal von ein paar hobby-online-mags absieht, auch die rühmlich eingerichtete review-ecke bei de:bug-online mottet immer mehr ein.

man muss als (net)label einfach schauen, dass man auch immer mehr auf sich aufmerksam macht, nicht NUR durch die musik. und eben auch nicht nur klassisch im netz, sondern auch auf der strasse, in print-magazinen, in clubs und kneipen, da wo die zielgruppe musikhörer zu finden ist. da ist wieder das problem, dass es irgendwie mit geld verbunden ist, was nicht jedes netlabel aufbringen kann ... oder auch nicht will, weils ja grad die philosophie ist, alles mit so wenig kosten wie möglich verbunden zu machen.

ich glaube auch, dass sich durch bandbreiten und dadurch neu eröffende möglichkeiten in zukunft noch einiges ändern positiv für den musikvertrieb durchs netz wird, und auch ich denke, dass es super ist, dass es scene&archive.org gibt, denn müsste man webspace und traffic selber zahlen, würde es ne ganze menge, wenn nicht das meiste, von den guten veröffentlichungen im netz gar nicht geben. dafür könnten dann nur leute mit kohle (die aber bekanntlich nicht immer den besten geschmack mitbringen) musik raushauen, was eher das grössere übel für die netlabel-landschaft wäre.
und da halte ich´s auch mal wieder mit mr.simsullen, "lieber ´ne 4spur schlafzimmer-produktion mit eiern!" - yes, treffender hätte man´s nicht formulieren können!! ;)

was ich mir aber generell mal wünschen würde, wäre auch eine inhaltliche bandbreite bei den ganzen netlabeln - also nicht immer NUR dubtechnoelectro. mag das ja auch wirklich sehr gerne, aber eben nicht nur. und diese generelle eintönigkeit und scheu mal anderen sachen ne chance zu geben find ich auch echt viel langweiliger und schlimmer als sachen wie schlechtes mastering oder nen unzureichenden id-tag im mp3 - was nicht heisst das ich sowas gutheissen würde. ;)

ne leeve jruus,

meint: Onkel J. am 10.03.06

Dr. K. Lohr, du hast verdammt nochmal recht!!! ich bin sowieso nicht gut in worten... du hast für mich alles gesagt.
an alle, bleibt bitte immer schön neugierig!!!

meint: daniel am 10.03.06

ja, daß wir neugierig sind ist ja klar, sonst würden wir hier nicht schreiben. das ist schön.

der standart musiksuchende hat allerdings größte schwierigkeiten im netz irgendetwas zu finden, er verzweifelt in der regel. der vergleich mit dem plattenladen hinkt gewaltig. dort ist alles mehrfach gefiltert worden: beim label, beim vertrieb und beim platenhändler. den meisten fällt es wohl wesentlich leichter im laden etwas gutes zu finden als im netz. und das obwohl das internet ja im grunde tonnen mehr kommunikationsmöglichkeiten/ vertriebswege/ promomöglichkeiten zu bieten hat.

netlabelbetreiber sollten ihren mülleimer verwenden, nicht den ihrer hörer. google sortiert nun mal nicht nach qualität, der laie ist extrem verwirrt. davon muss man ausgehen, und jede weitere freiheit von netlablern wird beim hörer als last draufgepackt.

ich denke, es fehlt einfach der druck. kein wettbewerb, keine existenzängste, sehr wenig verantwortung, alles anonym (nicknames). das alles macht netaudio nicht besonders schlagfertig. man sollte doch begreifen, daß wir (im blickwinkel der hörer) direkt mit britney, madonna -und was auch immer- konkurrieren. die klassen "echt" und netaudio gibt es beim hörer nicht. er hört halt was er (gut) findet. das argument "es kostet ja nix, also ist es egal!" ist zu vernachlässigen, es gibt ja noch die CD-brenner, mit denen "echte" musik auch nix kostet.

diese ultimative freiheit erinnert mich etwas an die hippie-kultur, es hat viel spaß gehabt, ist halt nicht viel dabei herausgekommen.

naja, in der tat wiederholt sich die diskussion ständig, aber gerade das zeigt doch, daß misstände herrschen. es ist sicher keine vernünftige lösung das zu ignorieren.

meint: fabien am 10.03.06

mir geht übrigens viel eher die zT furchtbare qualität der meisten cover-artworks auf den sack als die vielleicht belanglose musik. wenigstens für mich ist die graphische repräsentation ein wichtiger filter, und auch wenn man das ein oder andere highlight verpasst- i can take it.
wenn fabien sich also über die mangelhafte 'aufarbeitung' vieler MP3-releases beschwert, muss ich ihm in diesem punkt definitiv recht geben.

meint: Sven Swiiift am 10.03.06

also alle die ueber den "vielen schrott der auf
netlabels erscheint" meckern, sollten sich schon
bewusst sein, dass das problem hauptsaechlich an ihnen
selbst liegt. an ihrer uebersaettigung.
nachdem man sich jahrelang am nettaudio-buffet
vollgefressen hat, jammert man jetzt ueber die
schwierigkeiten des rosienenpickens.
nunja, die einfachste loesung dafuer ist abwechslung.
gelegentlich mal die ohren/das gehirn durchspuelen.
immer wenn ich beim anblick des vladislav delay
ordners auf meiner festplatte denke: "och nee",
zieh ich mir ein paar stunden eurodance, trance,
gabba oder kirmestechno via netradio rein, und
anschliessend empfinde ich 'clicks n cuts' und
'minimal dub' wieder als eine offenbarung.
kann ich nur empfehlen das genauso zu machen.
bei bedarf kann man aehnliche effekte sicher auch
mit rammstein, onkelz oder schlagerplatten erziehlen.
(hab ich aber nicht im hause)

jeden tag kuchen schmeckt halt nicht auf dauer
und ist ungesund.

das soll natuerlich nicht heissen, dass alles toll
waere so wie es ist. ganz im gegenteil gibt es
einige draengende probleme, mal davon abgesehen dass
stillstand eh das ende bedeuten wuerde.

also: ein problem ist natuerlich schon die masse
der musik, ganz unabhaengig von irgenwelchen
qualitaetskriterien.
auch wenn viele (und damit auch viele gute) musik
ansich begruessenswert ist, so bleibt das problem,
wie man den jeweils passenden sound zu den richtigen
leuten bringt.
neben den blogs, magazinen, podcast und sonstiger
redaktionller arbeit, bleibt einem wohl
wenig anderes als auf technische loesungen dafuer
zu hoffen. etwa sowas wie pandora, oder ein
gemeinschaftsbasiertes system zur bewertung,
verschlagwortung und kategoriesierung
der musik. da war doch mal ein artikel in einer der
letzten cts...

mir fehlt leider auch meistens die zeit passende
musik selber zu suchen und zu finden.
(muss ja schliesslich selbst welche machen,
vst-plugins programmieren, oder gar arbeiten...)
und ich freue mich deshalb ueber alle angebote
(wie dieses hier) die fuer mich interessantes entdecken.

ein zweites problem ist nicht der ueberfluss, sondern
ein mangel. und zwar nicht der mangel an "superstars"
(dinosauriern) oder "echter musik" ("echt" vs. "netlabel",
wie laecherlich), sondern die fast gaenzliche abweseneheit
vieler stilarten und musikrichtungen.
was sehr schade ist, und auch nur teilweise damit erklaert
werden kann, dass diese nicht so ohne weiteres von
'einsamen freaks mit laptop' produziert werden koennen.

das man ein aufwaendiges (klassisch oder modernes)
werk fuer grosses orchester nicht mal so eben aufnehmen
und bei archive.org uploaden kann, verstehe ich ja,
aber auch jazz, rock, punk, klassisches (gibt ja auch
noch streichquartett oder klavier), akustisches, folk,...
findet man so gut wie garnicht. warum ?!

es muesste doch auch fuer diese leute attraktiv sein ein
(potentiell) grosses publikum zu erreichen, statt seine
werke in der schublade vermodern zu lassen. meine
versuche in diesem sinne ueberzeugungsarbeit zu leisten
waren bisher leider noch nicht sehr erfolgreich.
mag an mir liegen, ich bin kein guter 'verkaeufer'...

meint: martin brinkmann am 10.03.06

jaaaaa noch mehr und noch längere Kommentare bitte. Danke!

meint: youknowmyname am 10.03.06

der abwechslungstrick ist toll, ist etwa wie sich selbst mit nem messer ins fleisch schneiden, um dann den nachlassenden schmerz zu genießen....

meint: fabien am 10.03.06

Also hier moechte ich nur mal unsere laufende offene Bewerbung fuer unser netaudio london festival im september anfuehren:

Kuenstler die sich bewerben nach London zu kommen und zu spielen meinen es meistens ernst. Und auch die Szene hat ihre Stars. Meist sind diese Stars anerkannte Produzenten von elektronischer Tanzmusik die auch auf anderen labels veroeffentlicht wird, siehe pheek von archipel, daniel stefanik von instabil oder die ganze bande von unfoundsounds ...

Ich finde man erkennt schnell worauf amn achten muss ob es jemand ernst meint oder nicht ... ordentliches mastering und gute produktion geht meist mit halbwegs guter optischer und textlicher repraesentation einher ... und gute netlabels linken meist keinen muell.

Also, um nochmal auf das festival zurueckzukommen: Wir haben 50% grossartige bewerbungen, von leuten die wir im netz schon eine weile verfolgen und manchmal auch schon auf vinyl etc gehoert haben.
Und die restlichen 50% sind irgendwelche garagenfrickler, meist aus osteuropa, die grottenschlechten krach machen ...

Meine hoffnung ist ja das events wie netlag oder eben unser event als filter agieren und die moeglichkeiten und qualitaet aufzeigen. Musik die gemixt oder live vor publikum bestand hat.

Achja, einer meinte netaudio ist schon laengst etabliert ... ich stimme da zu, immerhin sehen wir bei techno immer mehr leute von labels auf netlabels veroeffentlichen. Das potential als marketing instrument ist also schon erkannt worden.

meint: Pascalo am 11.03.06

HeyHo,

diese Diskussion glänzt nicht wirklich durch gute Vorschläge, eher durch Betroffenheitslyrik und Greinen um die "gute alte Zeit". Martin Binkmann hat ein paar hübsche Gedanken geäußert, die man so sicherlich stehen lassen kann.

Das Hypertrophe war seit jeher wesentliches Element der elektronischen Musikszene. Und das das online in einem massemäßigen Overkill geschieht, liegt sicherlich am gewählten Medium und dessen Möglichkeiten und Schnelllebigkeit.

Offline gibt es meines Erachtens nach mindestens genauso viel Schrott, ob nun in Vinyl geritzt oder als Veranstaltung. Aber all das ist letztendlich Geschmackssache und Qualität setzt sich meist am Ende doch durch.

Und auch hier hat Cpt. Brinkmann völlig recht, der Fokus liegt zumeist bei Laptop-Lala, also weitestgehend technoidem Kram und nicht bei anderem. Warum eigentlich?

meint: m am 13.03.06

kurz zum herrn doktor und onkel j: ziemlich genau meine meinung, nochmal aus anderer perspektive , find ich gut.
einen interessanten aspekt bei den beiden find ich die selbstbeteilligung der hörer. fast überall gibt´s doch die möglichkeit zu kommentieren und ich frag mich schon länger warum das so wenig genutzt wird, es muss ja auch nicht immer ein geistreich ausgearbeitetes review sein (auch wenn solche die betreiber natürlich am meißten freuen;) ...kurz seine meinung posten und schon hat der nächste nutzer einen groben anhaltspunkt. und solang es halbwegs moderat bleibt und man sich die übelsten beschimpfungen verkneift ist wohl auch nichts dagegen einzuwänden wenn man seinen ärger über den möglicherweise sinnlosen download kund tut. und je mehr das genutzt wird desto objektiver wird die bewertung des releases. mir scheint das durchaus sinnvoll.
eine weitere, meiner meinung nach grob unterschätzte, (archive.org) funktion ist das streaming. wer die bandbreite hat sich ein paar hundert mb großes release zu laden für den sollte es doch kein problemn sein vorher mal in 1 - 2 tracks reinzuhören, was in den meisten fällen ja schon ausreicht um völligen schrott auszusortieren.
zu fabien: also existenzängste und (wirtschaftlichen) druck als einen filter für gute qualität in musikproduktionen aufzuführen kann ich so überhaupt nicht nachvollziehen! zum einen meine perönliche sicht: meiner meinung nach sollte musik bestenfalls einzig und allein aus dem bedürfnis des oder der musiker entstehen, sich künstlerisch, narrativ, politisch (oder was auch immer) auszudrücken und somit reiner selbstzweck sein. musik (oder kunst im allgemeinen) aus primär wirtschaftlichen interessen zu produzieren, halte ich einfach für den falschen weg und bin mir ziemlich sicher, daß gedanken an verkaufszahlen und vermarktungsfähigkeit kreativität und innovation einschränken bis komplett zerstören.
und neben meinen ganz persönlichen (vielleicht wirklich etwas hippieesken)ansichten gibt es noch die mediale wirklichkeit: werfen wir doch mal einen kurzen blick auf die aktuellen verkaufcharts (oder die der letzten jahre, scheißegal)hmmm... ahaa... und wer mir jetzt mal die verbindung von vorhandenem (kommerziellem)druck bei der musikproduktion und der (künstlerischen) qualität des produkts erklären will: bitte hand hoch.
das mit der anonymität seh ich allerdings ganz genauso (warum postest du eigentlich mehr oder weniger anonym?) uns jedenfalls kann jeder gerne eine mail oder nen brief schreiben... wenn´s mal einer tun würde ;)
abschließend noch ein kommentar zur genre-frage von mr. brinkmann & m: das ist eigentlich die große frage die wir uns ständig stellen... warum so wenig nicht elektronisches auf netlabeln? natürlich ist das erstmal eine sache der netlabel-tradition die natürlich fest mit elektronischer musik verwurzelt ist. und neben vielen anderen aspekten hat es natürlich auch was mit der art und dem aufwand der musikproduktion zu tun, aber ich denke auch hier ist es nur eine frage der zeit bis sich der anteil nicht elektronischer produktionen merklich steigern wird. wir jedenfalls arbeiten dran ;)
sven und ich verbringen derzeit unsere wochenenden beispielsweise größtenteils in einem fiesen, schimmligen, eiskalten keller und nehmen per mehrkanal-interface und laptop eine wundervolle band auf. vielleicht nicht high-end aber dafür high-energy und mit liebe. und spätestens wenn ich dann am abend mit kalten füßen in der s-bahn sitze, weiß ich, daß ich so ´nen quatsch nicht machen würde wenn ich von der musik nicht absolut überzeugt wäre ;)

ps: mehr und längere kommentare bitte... im ernst, dann wirds doch erst richtig interessant! (das ein bild leser von so vielen worten, und dann auch noch so kleinen, überfortert ist wundert ja keinen.)

meint: SimSullen am 13.03.06

@SimSullen:

auch wenn das kein ausführlicher Kommentar ist: 12rec, Analog und Ehrlich (auch wenn der Name, naja...), laridae und racewillbegin halte ich für wesentlich interessanter als den Elektronikrest. Weil, da geht was außerhalb der eingefahrenen (tradierten) Kanäle und das begrüße ich pauschal erstmal.

meint: m am 13.03.06

Hallo, ich beschäftige mich ja jetzt vielleicht seit einem dreiviertel Jahr ernsthafter mit Netaudio, weshalb mir die Debatte hier vielleicht noch nicht öde und durchgekaut scheint.

Ich verstehe den Artikel, der schon einigermaßen meine Einstellung zu dem Ganzen zusammenfasst, nicht so, dass er das pure Greinen über mangelnde Qualität und Orientierungslosigkeit ist, sondern sich schlicht ein paar weitere gute Quellen wünscht, die vorsortieren. Gibts halt wirklich noch nicht so viele, die den Filter engmaschig genug machen, jedenfallsdem eigenen Geschmack gemäß. Gäbe es da mehr, könnten sich wahrscheinlich auch mehr jeweils irgendwo unterstellen (denn selbstverständlich würde man sich da dann auch seine Lieblinge suchen - ich habs z. B. nicht so mit Noise/Industrialkram, aber weiß schon, dass das andere genau suchen).

Weil nach soner Übersicht gefragt wurde, verlinke ich mal die meinige dreist, in der ich die wichtigsten Links in Sachen Netaudio für mich zusammengefasst habe:

http://ronsens.de/machtdose/netlabels/

(Ich muss die allerdings demnächst nochmal durchgehen und ausmisten, weil doch einige genannte da mir zu selten was bringen)

Achja, und noch dreistere Eigenwerbung, aus eben dem Grund, weil ich sowas wie einen guten Filter vermisste, mache ich eben auch noch diesen monatlichen Podcast "Best of Netlabels" (jaja, sehr origineller Name), letzter hier (diesmal als Mix, sonst von mir moderiert à la Radiosendung)

meint: roland am 13.03.06

> der Fokus liegt zumeist bei Laptop-Lala, also
> weitestgehend technoidem Kram und nicht bei
> anderem. Warum eigentlich?

Muss ich diese Frage wirklich beantworten?

- dem gemeinen Laptopfrickler liegt das Netz naturgemäss näher als jedem anderen Musiker

- der Output des gemeinen Laptopfricklers liegt direkt in encodierbarer Form vor, bei Bandmusik und ähnlichem liegt zwischen Musiker und "insnetzstellbarem" ein für uns irrwitzig aufwändig erscheinender Aufnahmeprozess. (*)

- Hobbymusiker anderer Genres stillen ihr Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung auf lokalen Bühnen, der gemeine Laptopfrickler sucht sie im Internet.

- Mit gemeiner Laptopfricklerei kann man noch schlechter Geld einnehmen als mit anderer Musik, zum einen weil viel zu viele Plattenkäufer aus unerfindlichen Gründen auf Mitsingpotential stehen und zum anderen weil Liveauftritte auch nur ganz ganz selten den Getränkebedarf des Knöpfchendrückers decken. Bands sind zwar im Schnitt 5 mal so viele Kehlen die ob übertriebener körperlicher Aktivität doppelt so durstig sind, dafür kommen aber auch 20 mal mehr Leute.

- und der letzte Punkt: die Ausstattung des gemeinen Laptopfricklers billig. Den Rechenknecht hat er sowieso, hinzu kommen noch Ausgaben für Software (gibts auch in gratis), die diversen Stufen auf dem Signalweg zum Abhören (manch einer soll da ja sogar mit Bordmitteln arbeiten) und für die Verspielten unter uns noch ein kleiner Zoo an Eingabegeräten und standalone Hardware (ist aber rein optional). Laufende Kosten fallen an für Strom, Internet, die übliche "PC-Aufrüst-Steuer" und Futter für den Frickler. Verglichen damit ist Bandmusik einfach nur schweineteuer, zumal man Gitarren weder raubkopieren noch unter die GPL stellen kann. Ausserdem fallen für Aufnahmen entweder Studiokosten an oder man braucht zusätzlich noch die gleiche Ausrüstung die der Fricklers hat, nur in teuerer weil mit mehr Eingängen, guten Mikros etc. Es ist also verständlich dass die meisten Bandmusiker entweder ganz auf Aufnahmen verzichten (dann kann man auch nichts ins Netz stellen) oder sich zumindest eine entfernte Hoffnung erhalten wollen dass die Aufnahmekosten sich irgend wie auf magische Weise mit Platteneinnahmen zu einer Null vereinen.

PS zu (*), dem Mastering, noch etwas: viele beschweren sich hier über schlechtes Mastering, ich möchte hier deshalb mal eine Lanze für die Rohmixe brechen. Wer Netaudio hört ist per se musikinteressierter als die "Hausfrau vor dem Radio" und deshalb im Besitz dementsprechend fähiger Wiedergabetechnik. Die Mastering-Aufgabe dass selbst auf dem beschissenste Radiowecker noch die Illusion von fettem Bass und engelsgleichen Stimmen erweckt werden soll fällt also weg. Auch fehlt die wirtschaftliche Motivation, mittels einem Mix der bei gleicher Lautstärke lauter klingt als der der Konkurrenz dem Markt noch die letzten paar Prozent mehr Plattenverkäufe abzuringen. Das Rauschen, Brummen und Fiepen das bei Demotapes mit Bandmusik drauf die vorherrschende Klangwahrnehmung sind fällt bei unserer Laptopfricklerei sowieso nicht an. Netaudio der Laptop-Lala-Sorte gibt uns also eine Freiheit zum hohen Dynamikumfang wie es sie seit dem Aufkommen von Tonträgern nicht mehr gab. Ich fordere mehr Mut zur Nutzung dieser Möglichkeit.

Dass deshalb trotzdem nicht alles verwaschen klingen soll ist natürlich eine andere Sache, bei zu matschigem Klang ist aber entweder schon früh in der Produktion etwas schief gelaufen was kein Mastering der Welt wieder gerade biegen kann oder es liegt einfach daran dass versucht wurde einen druckvolleren Mix zu erstellen als die Fähigkeiten des Mischers es erlaubt haben. In diesem Fall würde es aber schon ausreichen das nötige Selbstvertrauen zu entwickeln dass Netaudio nicht genau so plattkomprimiert sein muss wie Musik die dafür gedacht ist gegen die Widrigkeiten von FM-Radio und (aufgrund der Konkurrenzsituation zu immer "heisseren" Abmischungen zwingender) Marktwirtschaft zu bestehen, wenn also nur übertriebenes "Laienmastering" euer Problem ist, dann schliesse ich mich den Beschwerden an.

(verfluchter Laberwahn, eigentlich wollte ich nur 3 Zeilen schreiben!)

meint: usr am 13.03.06

Was mir in der Netaudioszene fehlt ist mal ein gutes Forum um Disukussionen wie diese hier zu führen. Natürlich, es gibt die Yahoo Group, Forum auf Scene.org / archive.org aber da gibts fast nur Einträge nach dem Motto "unser neues Release..." das fördert nicht wirklich den Dialog. (oder gibts so ein Forum etwa und ich dümble mal wieder jenseits von allem rum). Über nen IRC channel hab ich auch schon mal nachgedacht, denke aber nicht, dass es viel Sinn machen würde.

Manche Netlabel veröffentlichen, finde ich zu schnell. Musik finden und runterladen ist eine Sache, das Ganze verarbeiten eine andere.

PS: lange Einträge, ich finds klasse, alle gerne gelesen

meint: Nörmi am 13.03.06

> der Fokus liegt zumeist bei Laptop-Lala, also
> weitestgehend technoidem Kram und nicht bei
> anderem. Warum eigentlich?
>> Muss ich diese Frage wirklich beantworten?

Ja, wenn Du kannst;) Ich kann den Ausführungen zum Thema technische Unterschiede analoger und digital produzierter Musik, um das Ganze eher unbeholfen gegeneinander abzugrenzen, nicht nachvollziehen.

Im weitesten Sinne handgemachte Musik (also inkl. old-fashioned-Instruments like guitars, etc) ist nicht schwerer zu produzieren als elektronische. Auch der technische Mehraufwand ist nicht wirklich da.

Um aus dem Nähkästchen zu plaudern: ich benutze dafür GarageBand, ein USB-Interface (Maya) und mein liebes kleines iBook. Tatsächlich ist das sogar noch deutlich weniger an Software als für gute Elektronik, wo man ja bekanntermaßen mit einem VST-PlugIn oder Reason nicht wirklich endgültig bedient ist.

Und von der Qualität, die man selbst mit diesen Mitteln erreichen kann, tut sich das nicht wirklich viel mit aktuellen VÖs aus eher rockigen Bereichen, wobei dort das Endmastering meist besser ist. Das war es dann aber auch.

Und um mir selber zumindest teilweise zu widersprechen: ich kenne durchaus Produzenten ernsthafter, erfolgreicher elektronischr Musik, die mit -und jetzt alle mal hinsetzen- Magix MusicMaker als Sequencer und Wavelab als Mastering-Unit arbeiten.

Und damit kann man dann auch auf die Bühne ohne das das übersättigte Probleme Hörstürze bekommt

. Auch das Argument, das man mit handgemachter Musik eher Geld verdienen können würde als mit dem "Gegenteil" halte ich für ein Gerücht. Nach einem Jahrzehnt in Bands, solo, als DJ oder auf der Gegenseite als Booker und Veranstalter kann ich das Gegenteil bestätigen. Man ist auch da froh, wenn die Unkosten wieder drin sind. Das geht da wohl den meisten ähnlich, ob mit LesPaul oder PowerBook.

Die ganze Diskussion, so schön sie auch sein mag, ufert aus. Und erstaunlicherweise sind außer Allgemeinplätzen keine wirklichen Ergebnisse herausgekommen, nur Meinungen.

Aber schön, das wir darüber geredet haben;)

meint: m am 14.03.06

..."ich kann den Ausführungen (...) nicht nachvollziehen"...bin schon ein Spitzengermanist...Gute Nacht;)

meint: m am 14.03.06

diesmal wirklich nur ganz kurz:
den netaudio podcast von roland kann ich wirklich nur empfehlen! sehr liebevolle auswahl, mit einer erstaumlichen vielfalt die größtenteils wirklich genau meinen geschmack trifft! plus moderation... daumen hoch!

meint: SimSullen am 14.03.06

was foren angeht,

es gibt ja diverse foren, die allerdings aufgrund stilistischer richtungen nur von wenigen heimgesucht werden. oder scene und archive.org, welche allerdings ganz gruselige software benutzen.

sinnvoll wäre es, wenn an einer etablierten und "unabhängigen" stelle (z.b. hier, mo) ein forum installiert würde.

phpbb2 installieren dauert keine 5 minuten... server würde ich stellen.

gruss,
ronny

meint: ronny am 14.03.06

schön, dass hier so ausgiebig diskutiert wird. zum thema FORUM. ich habe da schon öfter drüber nachgedacht und es ist noch nicht 100% aus der welt. die kommentare sind ja auch schon ein wenig wie ein forum. aber es wird erst einmal kein forum geben. die installation ist da das wenigste. da muss ich die ganze zeit ein auge drauf haben, weil ich der verantwortliche bin. wer heise.de liest, kennt ja die heftigen schwierigkeiten und die derzeitige debatte. ein forum kostet energie und das ganze magazin kostet schon energie genug. dann habe ich auch immer ein auge auf den netlabel catalogue, damit da die spammer fern bleiben und so weiter. ich kann mir nicht noch so etwas auferlegen. hoffe, das versteht ihr ;)

meint: mo. am 14.03.06

Musikalische Vielfalt wie noch nie!!!
oder >>>>
vereinigte BLOG-A&R-Net-MAGAZIN-GESELLSCHAFT zur Verbreitung hörenswerter Produktionen<<<<<

Ich verstehe das ganze GEJAMMERE um Netaudio-Müll nicht. Schließlich ist dieser Müll doch nur virtuell. Was nicht gefällt wird nicht gesaugt. Es entstehen keine Kosten (von online-Kosten abgesehen).

Ganz klar - bei der momentanen Vielfalt muss man sich schon Zeit nehmen, um seine Lieblingstracks zu finden. Das ist doch das tolle daran. Ich würde es langweilig finden, wenn mir durch eine vereinigte BLOG-A&R-Net-MAGAZIN-GESELLSCHAFT die Kost serviert wird.

Während in der großen Major-Medien-Welt der hausgemachte Stillstand herrscht und rumgeheult wird, entwickelt sich zeitgleich eine neue Kultur mit all ihren guten und scheinbar schlechten Seiten.

Ich denke von uns ist niemand in der Lage, darüber zu urteilen, was GUT oder SCHLECHT ist. Ein Web-Blog als A&R-Filter spiegelt die Meinung einer einzelnen Person und/oder Radaktion wieder - und das sollen dann alle beherzigen!? Es geht hier um keine Leserschaft eines kleinen Magazins...!!! Dort heißt es: Redaktionelle Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Hm...!

Die Netlabel-Szene ist doch u.a. auch aus dem Problem A&R entstanden. Da wird nur auf die Qualität gesetzt. Auf Bekanntes und auf Sachen die sich gut verkaufen lassen. Warum verkaufen die Major's ihren Mist denn nicht mehr! Weil sie mit redaktionell auferlegter Arroganz an die Szene haran gehen. Schade nur, das einige Stimmen aus dieser Diskussion nach gleichen Methoden schreien. Vernichtung der Vielfalt durch Verbote (Archive.org) und Sortierung.

Dann könnte man auch anfangen, die zahlreichen Magazine für Netzkultur auszufiltern. Was lohnt sich zu lesen. Davon gibt es mittlerweile auch genug...

Als Liebhaber für elektronische Musik (auch wenn es nur ein dubbiges Rauschen in einer Kirche ist)
hoffe ich, das es weiterhin viel sogenannten MÜLL gibt.

Gruß, Sascha

meint: Sascha am 14.03.06

Hallo Mo!

Zum Thema/Rezension Paul Keeley-Mix möchte ich Dich jetzt auf Deine eigenen Sätze aufmerksam machen. Es geht um die Kritik am sogennanten Net-Audio-Müll.

"Es ist Zeit für Eigenkritik jenseits gefühlsduseliger Lobhudelei...." und so weiter.

Betreibst Du keine Lobhudelei mit deiner Rezi zum Paul Keeley-Mix?

Anscheinend hast Du keinen Überblick mehr. Sonst würdest Du nicht pauschal über die Netaudio-Szene ablästern und von Netlabel-Leichen sprechen.

Aber wenn ein Artist wie PAUL KEELEY copyright geschütze Inhalte ins Netz stellt, dann findest Du das gut. Ja, sogar eine Rezi und ein direkter Link zum Inhalt ist drin. Fatal: der Inhalt ist teilweise ILLEGAL!!! Vom schlechten Mix möchte ich gar nicht mehr sprechen.

Wenn du so weiter machst, dann sind Marlas persönliche Meine-Katze-Und-Ich-Einträge auf jeden Fall besser als Deine Beiträge.

Hier kann man dann von Blog-Net-Mag-Müll sprechen.

So schließen sich die Kreise.

Gruß, Sascha

meint: Sascha am 14.03.06

Starfrosch hat ja schon einen Anfang damit gemacht, nur noch Sachen in den dortigen Netaudio-Podcast zu schmeißen, die der Redaktion oder einer Einzelperson gefallen.

Ob dies nun aus Geschmacks- oder Überlastungsgründen passiert, weiß ich nicht. Was ich dazu sagen kann ist, das in diesem Moment der Podcast für mich uninteressant geworden ist.

Mir würde es da ähnlich wie Sascha gehen, der zwar scharfen Wortes, aber inhaltlich meiner bescheidenen Meinung nach richtig, an die andere Seite der Anfänge der Netaudio-Szene erinnert: die Offenheit, die sich durch die quasi-Monopolisierung bestimmter Labels und Medien ein Stück weit erledigt hat.

Es ist ja schön, wenn die Leute dann auch für Zeitgeistpostillen wie Intro interessant werden und dadurch evtl. sogar davon leben können. Nur hat das dann nur noch wenig mit dem Aufbruchsgeist zu tun.

Und schwuppdiwupp stoplert man in eine Selloutpolemik, die nicht mein Behufe sein soll. Es sieht so aus, als würden sich die Dinge ein wenig polarisieren und im Netaudio-Bereich einige Veränderungen anstehen.

Bin gespannt.

meint: m am 14.03.06

tja, ich kann mich da sascha nur anschließen. denn wer im glashaus sitz soll nicht mit steinen werfen...Ich bin nur ein beobachter dieser bewegung aber das schon einige zeit und auch ich hab das gefühl das es hier nicht mehr eine persönlich objektive meinungen geht sondern um hypen und gehypet werden.
Es wird nach standards geschrien und nach qualtität aber wer hat das recht diese standards festzulegen immerhin ist dies eine freie bewegung. was ich damit sagen will, die anmassung standards zu fordern ist engstirnig und und einfach nicht angemessen. Wir müssen einfach begreifen das Musik egal aus welchem genere auch immer sich nur durch freiheit weiterentwickeln kann.

meint: Norbert am 14.03.06

Norbert: der Ansatz gefällt mir:

"Wer Netaudio zensieren will soll sich bitte als erstes selbst aus dem Netz nehmen"

Aber Netlabels stellen trotzdem nicht das Wegfallen sämtlicher Filter dar, ich möchte nur mal daran erinnern was der Unterschied zwischen Veröffentlichung auf der persönlichen Homepage und der Veröffentlichung auf einem Netlabel ist:

"Da babbt so ein Läbel drauf"

Und das kann einem bei der Orientierung helfen. Muss aber nicht. Immer noch ein möglicher Gewinn für den Hörer, kein möglicher Verlust.

meint: usr am 14.03.06

@sascha: damit alle wissen worum es geht:

http://phlow.net/mag/link/000643.php

"Betreibst Du keine Lobhudelei mit deiner Rezi zum Paul Keeley-Mix? [...] Aber wenn ein Artist wie PAUL KEELEY copyright geschütze Inhalte ins Netz stellt, dann findest Du das gut. Ja, sogar eine Rezi und ein direkter Link zum Inhalt ist drin. Fatal: der Inhalt ist teilweise ILLEGAL!!! Vom schlechten Mix möchte ich gar nicht mehr sprechen."

lieber sascha!

erst einmal verstehe ich nicht, warum diese kritik in diesem artikel auftaucht. die gehört zum obigen artikel. jetzt meine antwort:

es geht mir um musik. musik, die mir gefällt. und der keeley mix gefällt mir. der keeley mix ist im netz, ich finde ihn interessant und habe ihn deswegen auf phlow gepostet und verlinkt. mir ist SCHEISSEGAL ob da samples oder sonstwas drin ist. es geht mir um musik. ich verstehe nicht, warum du mich und meinen geschmack kritisierst. du bist doch so ein freidenker. dann lass auch artikel als auch netaudio einfach so sein wie sie sind. wenn du die vielfalt von netaudio schützt, dann mach das bitte in allen belangen.

es geht mir um musik. und ich zitiere dich: "Schließlich ist dieser Müll doch nur virtuell. Was nicht gefällt wird nicht gesaugt. Es entstehen keine Kosten (von online-Kosten abgesehen)."

ps: manche mash-ups/bootlegs finde ich richtig geil und die bringen mich zum tanzen. huch! die sind ja total ILLEGAL.

meint: mo. am 14.03.06

sicher ist das Läbel auf dem Label für viele eine orientierung ist und dazu soll es ja auch da sein. das macht dem user ja auch verständlich das er dort Musik oder text oder sonstiger kunst im konzentrat findet. eine auswahl dessen was dort und das ist der punkt für gut befunden wird !

meint: Norbert am 14.03.06

Lieber Mo!

An Deiner Stelle würde ich mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen. Du verbreitest mindestens einen Link zu einen Inhalt der ILLEGAL ist. Da hilft auch eine kleine Floskel im Impressum nicht weiter. Das ist nun mal so. Du stehst da auf sehr dünnem Eis!

Es geht mir auch nicht darum, das Leute zur Rechenschaft gezogen werden, nur weil sie die Copyrights dritter verletzen.

Stell Dir mal vor, irgend so ein Arschloch kupfert Deine Seite ab. Und dann kommt noch eine Person dazu, die das ganze "mit toll" und "lesenswert" Rezensiert und im gleichen Zug andere ehrliche Seiten niedermacht.

Nochmal zum Paule
Es ist ja toll, das dir dieser Mix so gut gefällt. Du hast es jetzt ja noch mal in aller Form deutlich erklärt. Aber glaub mir, gerade in der Netlabel-Szene gibt es absolut es keinen Bedarf für offensichtliches Sampling und dämmlicher Remixerei.

Anscheindend hast Du Dir die von Dir angeführten Thinner-Releases noch nie angehört. Dir geht es nur um Daten-Mengen, die durch den Download entstehen. Sehr tolle Information. Thinner ist mittlerweile bei Release No. 84 - Respekt. Paul Keeley ist mit mindestens zwei sehr guten Releases dabei. Und was machst Du - Du nimmst einen schlechten Mix von Ihm und schreibst eine Rezi darüber. Wenn ich mir die Musik vom Paul so anhöre - seine eigenen Sounds - dann kann ich mir auch gut vorstellen das er diesen Mix noch nicht einmal selbst gemixt hat. Am Ende macht er sich noch darüber lustig, dass z.B. Leute von PHLOW diese Sachen rezensieren.

Ansonsten>>>
Wir werden demnächst sorgfältiger mit unserer Flatrate umgehen, und nur noch von PHLOW anerkannte AUDIO-Kultur aus dem Netz saugen, damit nicht so viele Datenmengen entstehen.
Selbst eine REZI über DIETER BOHLEN werden wir Dir verzeihen. Ach ja! Haste schon gehört! Michele macht jetzt DANCE-Musik. Die ist bestimmt super, weil sie auf CD erscheint und prima gemastert ist. Schreib' mal was darüber.

Du findest diesen Text lächerlich - ich auch. Ist halt nur ein Feedback auf Deine armselige Lästerei!

Bei allen Respekt - Du betreibst ein MAG für NETCULTURE. Dann solltest Du diese Kultur auch verstehen. Oder zumindest den Willen dazu erkennen lassen.

Vielleicht hörst Du es rauschen - der Zug fährt gerade an Dir vorbei.... (zumindest was das Thema Netaudio angeht, ansonsten ist Deine Seite ja sehr gut gemacht und durchaus informativ)

Gruß, Sascha

meint: Sascha am 15.03.06

Mal ne Frage, wer bist du denn eigentlich das du dich als der große Versteher der Netaudioszene auftust?
Und ob man Paul Keeley gut findet oder nicht, sollte doch jeder selbst entscheiden können, und wenn man dann drüber schreiben will, was man gut findet, ist das doch genau das, was zumindest einige hier auch vermehrt wollen, das sich einige Leute als Reviewer für Netaudio betätigen.

Natürlich muss einem das Review und vielleicht sogar der gesamte Geschmack des Reviewers nicht gefallen, aber dann muss ich das ja nicht lesen, und muss dafür nicht den Verfasser niedermachen.

Auch diese ominösen Verschwörungstheorien über den nicht selbst gemixtem Mix find ich echt skurill, da musste ja echtes Hintergrundwissen haben um solche Theorien hier aufzustellen können.

meint: Elliptic am 15.03.06

um ehrlich zu sein, bei dem niveau, dass da oben so teilweise eingehalten wird, wünsche ich mir jedenfalls nicht wirklich ein forum.

ich verstehe im übrigen nicht, wie man ein vorsortieren als zensur empfindet (ja, den archive-verbietens-vorschlag ganz am anfang fand ich auch schwachfug), dann les halt die seite nicht, die das auswählt.

ich kann nur sagen, dass jetzt schon mehrere leute an mich herangetreten sind, weil sie sich so einen guten, verlässlichen filter wünschen. klar hat das auch mit vertrauen / geschmack zu tun, aber da sucht man sich halt die, die einem gefallen fertig, nimmt einen ja nur ein wenig arbeit ab. das isses schon

meint: roland am 15.03.06

sascha,

die diskussion ist mal richtig albern.

jede meinung in sachen releaserezension ist gut und von nöten um ein meinungsbild zu formen. musik ist geschmackssache und sich darüber die haare zu zerraufen ist doch lächerlich.

alberner helge.

ronny

meint: ronny am 15.03.06

Irgendwie reden hier alle von legitimer Kritik, allerdings hat sich gerade bei den besonders kritischen Rezensionen gezeigt, dass es viel Jammern und Weinen gibt, wenn ein kostenloses Netaudio-Release nicht mit Lorbeeren versehen wird; siehe hierzu http://phlow.net/mag/mp3_download_musik/chronolux_the_manila_context_ep.php
Etwas ähnliches passiert hier gerade - so qualitativ mangelhaft der Großteil des Netaudio-Output ist, so wenig kritikfähig ist die Szene. Irgendwie ist das allerdings völlig OK, denn es geht in der Auseinandersetzung mit Netaudio möglicherweise gar nicht primär um die Musik als solche, sondern um das Medium selbst, den Austausch, den Austausch im globalen Netzwerk. Insofern ist Netaudio gleichzeitig weniger und mehr als elektronische Musik. Weniger, weil auch ich der Meinung bin, dass die 2000. Knisterrauschen-EP, die jeder nach einer Woche Cubase-Crashkursus produzieren kann, einfach keine Musik darstellt, und mehr, weil der Netzwerk-Gedanke, die Gemeinsamkeit, die interkulturelle Verständigung auf der Basis gleicher Interessen leicht über musikalische Kritikpunkte hinwegtrösten kann.

meint: gonzo am 15.03.06

Und was das Plow-Forum angeht? Wie wäre es denn mit einer inoffiziellen Version? Die könnte ja hosten wer will, wenn er Zeit und Muse hat, sich mit dem damit einhergehenden Aufwand auseinanderzusetzen... macht mal, Leute :-)

meint: gonzo am 15.03.06

Ach ja, als Ergänzung: Netaudio hat trotz aller berechtigter Kritik bei mir insofern schon immer einen Bonus gehabt, weil Selbermachen per se besser ist als unreflektiertes Konsumieren!

meint: gonzo am 15.03.06

gonzo: ich kenne das von weblogs, wo das vernetzen / sich kennen usw. auch gerade macht, dass dann (negative) kritik an einem text dann persönlich genommen wird, bleibt nicht aus, weshalb man das auch leicht vermeiden kann. denn ich meine mit filter ja auch: man erwähnt und feiert eben das, was man jetzt mal außergewöhnlich gut fand. denn trotz der diversen beschwerde da oben, ist meine erfahrung: es gibt jede menge gutes. insofern ist tatsächlich so ein don alphonso des netaudio (okay, das wissen jetzt nur die weblogger, was damit gemeint ist) gar nicht nötig, man braucht tatsächlich nur die guten rausholen für einen selbst, schon hat man das, was ich mir vorstelle als gute netaudio-review-seite.

meint: roland am 15.03.06

Roland, ich stimme dir da zu ... iss wie n DJ, der spielt ja auch nicht schlechte tunes, haelt dann die platte an und sagt "das war vielleicht scheisse"

meint: Pascal am 15.03.06

Hier noch was zum Thema Net-Müll

Frisch aus Starfrosch!
Phlow, der Klassiker unter den Netaudio Filtern, nicht immer ganz unabhängig, da sehr verbandelt mit vereinzelten Netlabels, aber immer locker und präzise mit einer grossen Geschmackspalette.

Grosse Geschmackspallette? Hm...? Dann schaut Euch mal die Rezensionen auf dieser Seite an und bildet Euch ein eigenes Urteil.

Irgendwie ist das hier richtig Lustig:

MO fragt sich -
"Mit welchen Netlabels ist Phlow verbandelt?!?".

Gleichzeitig ist auf Starfrosch zu lesen -

"Zusammen mit dem Meinungsbildenden Netzmagazin phlow.net produzieren wir die „Top of the pods“ Radioshow, in welcher wir die besten Neuerscheinungen in einen Kontext stellen. Auf FM Radio Rasa wird wöchtentlich die Sendung "Starfrosch" ausgestrahlt, welche einen Einblick in Open Content Music gibt.

Kann man hier evtl. schon von MAG-BLOG-Müll sprechen. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu blöd. Na ja, dann verlass' ich mich halt auf die zahlreichen Net-MAGAZIN-Filter, die es hoffentlich bald in großer Auswahl gibt.

Auf jeden Fall brauche ich keine "Top of the pods Radioshow"

Mal schauen was noch so kommt... ;-)

Gruß, Sascha

meint: Sascha am 15.03.06

"Na ja, dann verlass' ich mich halt auf die zahlreichen Net-MAGAZIN-Filter [...]"

Du hast die Net-Magazin-Filter-Filter vergessen, und die Filter-Filter-Filter, und die ...

meint: gonzo am 15.03.06

genau Gonzo, darum geht es!

Hast Du auch eigene Gedanken oder kannst Du nur nachplappern wie ein kleines Kind

Bäh

meint: Sascha am 15.03.06

Durch die endlose Aneinanderreihung von Filterinstanzen verliert der Filter schließlich seine inhärente Filterfunktion, da durch den Prozess des Filterns am Ende keine gefilterte "Essenz" aus dem Ausgangsmaterial hervorgeht, was ja genau das Wesen des Filtern ist. Der Gedanke verweist auf die generelle Unmöglichkeit von Filterungsprozessen, wenn sich jede rezipierende Instanz innerhalb der Netzstruktur gleichzeitig als eigenständiger Filter erweist.

Insofern geht es gerade NICHT um die Endlosschleife eines vermeintlichen Filtervorgangs, sondern darum, eine persönliche Auswahl an Filterinstanzen zu orten, die den eigenen Ansprüchen genügen. Dabei geht es nicht um die werkimmanente/nicht vorhandene Qualität der Rezensionsgegenstände, sondern um individuelle Präferenzen. Das Einfordern einer endlosen Kette von Filterinstanzen ist insofern unberechtigt, da sie die Forderung nach Kohäsion innerhalb der medialen Struktur unterminiert. Oder ganz trivial: in einem System, in dem jede Instanz ein Filter ist, ist keine ein Filter.

Ansonsten empfehle ich vor dem Schreiben erstmal bis zehn zu zählen; das hilft manchmal. Sonst kommt lediglich solch unreflektierter Unsinn wie der von Dir geäußerte dabei heraus. Und der hilft hier niemandem weiter.

meint: gonzo am 15.03.06

ach sascha,

wir haben doch jetzt deine meinung gehört. du scheinst etwas gegen phlow zu haben. ist ok. du bist hier und da sehr beleidigend. bring neue argumente oder bleib einfach ein wenig ruhig. wenn du weiter hier versuchst den troll zu spielen, dann lösche ich deinen mist. dann kannst du gerne zensur schreien, phlow ist mein haus, wir haben hier niveau und mist kehre ich wie bei mir vor der türe auch virtuell weg. danke!

wenn du mal nachlesen willst, was ein troll ist, was für taktiken ein troll fährt, dann lies das hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_%28Netzkultur%29

allen anderen empfehle ich, sich einfach nicht provozieren zu lassen. das macht müde und ist nicht der mühe wert.

meint: mo. am 15.03.06

Jau MO, dann lösch mal die Sachen die Dir nicht passen. Alles schön sauber halten.

Warum fühlst Du Dich beleidigt. Ich hab' nur was zu Deinen Texten gesagt. Du schreibst irgendwelche Lästertexte und fühlst Dich beleidigt wenn die Leser Dir in gleicher Form antworten. Glaubst Du wirklich, dass alle Leute die Meinung des "Meinungsbildenden PHLOW-Magazins" gut finden und in Deien A... kriechen?

Ganz klar, Du hast hier viele JA-SAGER-FREUNDE. Immerhin gab'es in dieser ärbärmlichen Debatte auch Leute, die meiner Ansicht waren...

Aber Du musst das nicht verstehen.

Bleib' schön in Deinem Haus sitzen und pass auf das DIR die GEMA nicht auf's Dach steigt!

So, jetzt kannste alles löschen...

Gruß, Sascha

meint: Sascha am 16.03.06

wenn dir die sache mit paul keeley so wichtig ist, dann sag ihm das doch einfach. ich meine: was haben wir damit zutun, dass er das was vermixt hat, was rechte von irgendjemandem verletzt. mein fazit: dich interessiert das überhaupt nicht. und wenn doch, dann fang doch einfach mal woanders an. mix-tape-seiten sind ja eh alle illegal. hip-hop unter cc-lizenz? ist das ein widerspruch?

warum sollen die paul keeley sachen auf thinner besser sein? auch das ist nur eine meinung. meine meinung zu dem mix wäre: klingt so nach akufen. hätte ich das in ein review geschrieben, hätte sich mit sicherheit jemand anderes drüber aufgeregt, denn sowas will ja keiner hören.

aktuell verbinde ich mit paul keeley nichts, was mir in erinnerung geblieben ist. weder positiv noch negativ. den mix, über den du dich da so aufgeregt hast hab ich mittlerweile schon einigen personen vorgespielt und da waren welche dabei, die es mochten, jemand anderes sagte "was ist denn das für ne boutiquen-musik" und dann ist eben das auch mit akufen eine möglichkeit.

meine musik ist das eh nicht. die gab es bei racewillbeginn. aber leider gibt es die nicht mehr.

meint: mrcs am 16.03.06

Am mrcs

Ich finde es schön, dass endlich mal zwischen den Zeilen gelesen wird.
Da hast Du völlig recht, dass mich das nicht interessiert, wenn Paul Keeley irgendwelche Sachen vermixt.

Mir geht es um die Diskussion "Netlabel-Mania 2.0" Den Keeley-Mix habe ich als Beispiel angeführt, weil er meiner Meinung nach im Widerspruch zum o.a. Thema steht.
Vielleicht war ich auch etwas enttäuscht, dass gerade dieser Mix besprochen wird. Denn ich finde den Style von Paul Keeley sehr gut. Dabei geht es um die Releases auf Thinner und Epsilonlab (ohne EPS18).

Nun zum Widerspruch
Es gibt sicherlich sehr viel Net-Audio-Müll. Allerdings überwiegt meiner Meinung nach der positve Teil. In den letzten Monaten haben sehr viele neue Labels mit guter Musik auf sich aufmerksam gemacht. Der Eindruck besteht weiterhin: auf Phlow sind diese Labels nicht zu finden. Ist ja auch nicht schlimm, solange ich mich nicht hinstelle und den o.a. Text verbreite.

Beim angeführten Mix schließt sich doch der Kreis. Hier kommt der Widerspruch im Widerspruch oder so. Ich find' es eigentlich unangebracht über einen Sample-Loop irgenwelche Drums, Percussion oder sonst was drauf zu hauhen. Trotzdem habe ich den Mix auch auf CD gebrannt und höre ihn manchmal, allerdings nur in den eigenen vier Wänden - denn mit kreativer elektronischer Musik hat das nichts zu tun.

Ich kann mich nun hinstellen und pauschal vom "Rauschen im Netz" sprechen. Gleichzeitig rezensiere ich "sinnloses Sampling" und "schlichtes Auflegen". Das ist für all' die Leute da draußen - die mit liebevoller Arbeit ein Projekt mit wirklich kreativer Musik betreiben - eine symbolische Ohrfeige.

Grundsätzlich ist das Thema ja angebracht.

Hoffentlich werde ich nicht wieder als "Troll" bezeichnet, nur weil ich kritisch und ohne "Lobhudelei" meine eigene Meinung zum Thema schreibe.

Gruß, Sascha

meint: Sascha am 16.03.06

Hallo Sascha,

immer öfter gibt es diese Pauschalkritik a la "die spannenden Labels sind hier nicht zu finden".
Es gibt ja eine ganze Menge Zeugs da draussen und da wir keine Musikhörautomaten sind, wäre es doch klasse, wenn du hier in den Kommentaren einfach mal ein paar Namen nennen würdest.

meint: 020200 am 16.03.06

sascha,

das problem mit dir ist weniger deine inhaltliche darbietung als die frequenz, mit der du deinen senf hier preisgibst ohne dich auch nur ein klitzekleines stückchen in irgendeine richtung zu bewegen.

ich habe verstanden worauf du hinauswillst und denke, die anderen anwesenden hier haben das auch begriffen. in sachen netaudio hopp oder topp stimme ich dir sogar zu. ich sehe mich nur selten gezwungen etwas runtergeladenes zu löschen, weil ich es scheisse finde.

der punkt ist, dass ich gelernt habe, wo ich suchen muss. wir sprechen hier also darüber, wie man es leuten erleichtern kann, musik zu finden, die ihrem geschmack entspricht und nicht über das allgemein vorhandene angebot.

auf phlow schreiben eine hand voll leute über das, was sie aussergewöhnlich gut oder schlecht finden. zwangsläufig bezieht sich das auf ihren geschmack.

die frage an mo und co würde lauten müssen, ob ihr persönlicher geschmack sich der redaktionellen vielfalt unterordnen muss. pflicht oder kür ?da ich annehme, dass phlow.net viel mit spass und enthusiasmus zu tun hat, sollte man sich den nicht durch zwanghaft zielgerichtete inhalte kaputtmachen.

letztendlich gibt's dann da noch was wie redaktionelle freiheit. wenn hier musik besprochen wird, bildet die meinung nicht die absolute wahrheit, sondern reflektiert die empfindung des schreibenden. wem das nicht passt, der sollte sich in ignoranz üben oder sich ein dickeres fell zulegen. musik kann nicht allen gefallen - das sollte eigentlich jedem musiker bewusst sein. und den lesern hier eigentlich auch.

ich bin absolut gegen das gejammer bei verrissen in musikbesprechungen solange sie vorbehaltlos rüberkommen und da keine persönlichen fehden ausgetragen werden.

kritik ist eine treibende kraft, die dinge vorantreibt.

meint: ronny am 16.03.06

anscheinend läuft in sachen diskussionskultur einiges schief, wenn leute wie sascha diese plattform nutzen, um in einem schwindelerregenden tempo ihre unwesentlichen befindlichkeiten in die virtuelle welt zu ballern. PHLOW scheint mir als regelmäßigem leser ein angebot zu sein, das keinen anspruch auf absolute objektivität erhebt. mo und kollegen behaupten doch nirgends hier die ewige idee der musikkritik darzubieten, sondern es sind enthusiasten, die sich eine menge mühe geben leuten wie DIR ein stück von ihrem netzkulturbegriff zu vermitteln. keiner zwingt dich es zu lesen, zu ziehen oder zu hören! dieser artikel ist nicht der ort, an dem es um persönliche vorstellungen bezüglich der machart von netaudio geht, sondern um ein phänomen, das wir wohl als "kinderkrankheit" der szene sehen sollten:
früher oder später werden sich regulationsmechanismen entwickeln, die der unmäßigen flut wenig erwähnenswerter veröffentlichungen einhalt gebieten. hier ist die kritik und deren institutionalisierung ein wichtiger punkt. sei es nun auf PHLOW, anderen zines oder blogs, jeder, der hier postet hat doch wie auch immer schon die erfahrung gemacht, dass die PHLOW-redaktion ihm einen gefallen getan und seinen geschmack getroffen hat. durch solche strukturen bilden sich informationskanäle und diejenigen, die auf dauer nicht wahrgenommen werden, verschwinden so in den ewigen jagdgründen des netzes.

was mich nur prinzipiell anpisst, ist eine bestimmte haltung: die netaudio-kultur zwingt niemanden zur teilnahme, sondern auch sie ist ein antikommerzielles und demokratisches angebot für jeden, der interesse hat. geht man hier nun hin und blökt, dass man sich hier als KONSUMENT nicht ernstgenommen fühle und dass der individuelle geschmack nicht berücksichtigt werde, dann bleibt etwas grundlegendes nicht verstanden - jeder der denkt, etwas beizutragen zu können sollte auch die möglichkeit dazu haben, egal wem es gefällt. genauso wie in einem offenen diskurs erst einmal jeder seine stimme abgeben kann, egal was er für einen mist verzapft. die frage ist nur, wie lange ihm die menschen zuhören.

meint: k-man am 16.03.06

Frage an mo.: "Muss sich der persönliche Geschmack der readktionellen Vielfalt unterordnen?"

Ja und nein. Einerseits möchten wir den Lesern ein breites Angebot an verschiedenen Sounds anbieten und achten darum immer darauf neue Netlabels und Künstler vorzustellen. Schaut man in die MP3-Rubrik ist die besprochene Vielfalt groß. Andererseits hat jeder von uns seinen eigenen Geschmack. Ich würde gerne persönlich viel mehr und häufiger Downbeat, HipHop und Drum'n'Bass-Releases besprechen. In diesem Bereich sieht es aber recht mau aus und die letzten Sachen haben mir nicht gefallen, darum habe ich sie gelöscht und nicht besprochen.

Oft gefällt mir persönlich auch nur ein Track auf einem Album. Dafür gibt es den Podcast von Phlow und da schmeissen wir dann halt nur einen Track rein.

http://phlow.net/dp/
http://phlow.net/podcast.xml

Finde ich ein neues junges Netlabel und mir gefällt der Sound nicht, oder ich halte ihn für schlecht, werde ich keine Kritik schreiben, es wäre ein Verriss. Vielleicht entwickelt sich da ja noch etwas und da will ich nicht sofort drauf losschiessen - ich denke, da haben wir als "Filter" auch eine Verantwortung. Die großen und gestandenen Netlabels darf man in meinen Augen aber kritisieren und das ist bei Phlow auch schon passiert. Denn in der Regel sollten Sie so souverän sein, dass zu verkraften. Die Hörer und "Einschaltquoten" geben ihnen recht.

Zum Schluss noch etwas zu dem eigentlichen Artikel:

"Netlabel Mania 2.0" ist eine journalistische Bestandsaufnahme, die für die De-Bug 100 geschrieben wurde. Einerseits sollte Sie Neulinge ein wenig in die Szene einführen, andererseits eine Bestandsaufnahme von Netlabels 2005/2006 sein und drittens auch Kritik üben.

Durch die Diskussion ist mir klar geworden, dass der Appell für mehr Qualität - und wie es die De-Bug so schön formuliert "Selbstbeherrschung" - wahrscheinlich ein verlorener Appel ist. Im Endeffekt regelt sich wie immer und überall im Leben alles von selbst. Mir als Musikliebhaber, Ex-Netlabel-Kopf von iD.EOLOGY und Journalist tut es einfach manchmal und auch häufiger weh, wenn Netlabels Ihr Potential durch fehlende Selbstkritik verschiessen. Mein Motto ist: "Weniger ist mehr." Zum Schluss sei noch erwähnt, dass ich den Artikel einigen wichtigen Menschen der Szene vor der Veröffentlichung geschickt habe, um ihre Meinung einzuholen. Die fiel vollkommen unterschiedlich aus. Die einen fanden den Artikel überflüssig, die anderen langweilig und die Mehrzahl hat mich unterstützt. Dazu gehörten Dirk Murschall (subsource.de), Marc Wallowy (TokyoDawn), Martin Wisniowski (2063music), Thomas Höverkamp (Interjamp Radio) und Markus Koller (starfrosch.ch).

Zum Schluss möchte ich noch zum letzten Posting von Sascha etwas sagen: Genauso sollten Postings sein. Mit Argumenten, ohne Menschen beleidigend anzugreifen und schlüssig. Phlow und vor allem ich kann Kritik vertragen und nehme sie mir zu Herzen. Aus meiner Meinung plus der Kritik bilde ich mir eine neue Meinung. In diesem mittlerweile zum Monster gewachsenen Thread wurde oft an dem Artikel Kritik geübt und ich bin dafür dankbar und habe sie hier stehen gelassen.

Mein Fazit: Es wird eine ziemlich lange Zeit keine Kritik mehr an der Netlabel-Qualität geben. Das ist müßig und für mich erst einmal abgeschlossen. Netlabels sehe ich mittlerweile als Personal Music Publishing. Labels, die richtig nach vorne gehen bezeichne ich mittlerweile ganz normal als Label. Darum sind Labels wie Epsilonlab, Pentagonik, Tokyo Dawn und so weiter keine Netlabels in meinen Augen, denn hier wurden Parties, DVDs, CDs, Vinyls und Konzerte an den Start gebracht. Denn diese Ex-Netlabels existieren mittlerweile durch diese Geschichten auch außerhalb des Netzes und sind nicht mehr rein virtuell. Unter anderem wurde auch schon Geld verdient. Netlabels sind somit laut meiner Definition rein digital existierende Plattformen.

meint: mo. am 16.03.06

Es wird hier immer wieder über "Geschmack" gesprochen; aber um hier noch einmal die intellektuelle Pistole zu ziehen: ist der sogenannte "Geschmack" nicht vielmehr eine Form subtiler Ignoranz gegenüber den Dingen, die ihm nicht entsprechen? Ist das geschmackliche Urteil nicht vielmehr das diktatorische Urteil der Gewohnheiten und des Gewohnten?

Wir werden ohne "Geschmack" geboren, das geschmackliche Urteil entwickelte sich in der Auseinandersetzung mit dem Anderen, dem Neuen, kurz: der sinnlichen Diversität. Sollte es uns allen also nicht eher darum gehen, die Aufmerksamkeit gegenüber den Dingen, die uns schmecken, auf die Dinge, die uns (noch) nicht schmecken zu übertragen? Ist es nicht die konsequente "Arbeit am eigenen Geschmack", die zu einer Entwicklung der Fähigkeit des ästhetischen Wertens beiträgt? Jeder Betrachtungsgegenstand fordert eine Neuausrichtung der Beobachterperspektive, immer wieder und immer wieder.

Die Perspektive des persönlichen Urteils aus Gewohnheit ist nur eine davon, und wie mir scheint eine statische, unbewegliche und ignorante. Oder, um es kurz zu sagen: wer keinen Grünkohl isst, dem wird dieser auch nicht schmecken können.

Ich fände es großartig, wenn auch wieder mehr über die Dinge geschrieben würde, die uns nicht schmecken; nur so lässt sich auf Dauer eine Meinung begründen, die es im nächsten Schritt wieder umzustoßen gilt. Und so weiter.

meint: gonzo am 16.03.06

der letzte absatz in k-mans kommentar gefällt mir gut, insbesondere: "jeder der denkt, etwas beizutragen zu können sollte auch die möglichkeit dazu haben, egal wem es gefällt. die frage ist nur, wie lange ihm die menschen zuhören. "
das ist ja einer der grundlegenden unterschiede zwischen "traditionellen" labels und netaudio - aus demokratischer sicht ein grosser vorteil, aus der "reinen" konsumenten-perspektive entsteht dadurch evtl. das bekannte orientierungsproblem im unübersichtlichen angebot.
ist ja im prinzip genau wie bei open source software: der preis der freiheit ist hörere eigeninitiative. wobei jedem selbst überlassen ist, wieviel zeit/arbeit er investieren möchte: wer keine lust hat sich durch archive.org zu hören, begnügt sich eben mit podcast-vorauswahl oder seinen 2, 3 "stammlabels". ist doch alles bestens ;)

meint: markus am 16.03.06

das problem all jener, die reviews verfassen - egal, ob nun persönlich gefärbt oder um "redaktionelle vielfalt" bemüht - ist doch folgendes: schreiben kostet zeit. warum also meine kostbare zeit dazu verwenden, ein schlechtes release zu verreißen, statt ein gutes zu empfehlen?

sprich: checkt die bei starfrosch empfohlenen filter und entscheidet für euch selbst, ob sie euch nützen oder nicht. denn musik ist immer geschmackssache, so oder so.

meint: Benne am 17.03.06

ich hab die diskussion von zeit zu zeit überflogen. irgendwie kommt dabei eins durch: eine menge unmut nicht gehört zu werden, das bedürnis nach aufmerksamkeit und anerkennung von arbeit. sicher, auch ich als ein teil eines netlabels wünsche mir das, aber ich habe es letztendlich aufgegeben das von den leuten einzufordern. es ist zwar schade, dass nichts kommt, aber kann man nun mal nichts machen. so ein paar leute outen sich ja dann doch und es tut gut zu lesen, wenn das was man macht gefällt.

viele leute vergessen hier einfach worum es prinzipiell geht: wofür opfert man seine freizeit? eigentlich um spaß zu haben und etwas zu machen was einen erfüllt. das können entweder selbstbezogene dinge sein, oder wie im falle von netlabels projekte, an denen viele leute mitwirken und man ein großes ganzes schafft.

schade finde ich, wenn leute die sonst nichts im netz auf die reihe kriegen, wie sicherlich auch manch einer hier, dann aus ihrer versenkung kommen und alles niedermachen was irgendwie versucht mehr zu sein als die menge der teile. wir (stadtgruen) werden ja auch sehr oft kritisiert bzgl. mancher entscheidungen. dabei vergessen die leute oft was wir machen: wir opfern unsere freizeit, wir bezahlen den server unserer webseite (gott sei dank nicht unsere dedicated file server), rennen den künstlern hinterher...tun einfach alles, damit unsere idee weiterlebt. das ist verdammt schwierig geworden. auch wenn das ein totschlagargument ist, aber permanenten nörglern sage ich: "mach erstmal ein netlabel mit 27 durchwegs qualitativen releases, dann können wir uns unterhalten".

ich denke wir sollten diesen permanent latenten disput zwischen quantität und qualität endlich mal begraben, und versuchen, selbst etwas dafür zu tun, dass das ganze zum positiven hin wächst. qualität setzt sich letztendlich immer durch, auch wenn's ein langer kampf ist.

meint: martin donath am 17.03.06

in sachen forum hat sich was getan:

www.netlabel-board.org

man sieht sich!?

meint: ronny am 28.03.06

selten so eine geballte Ladung Nonsens gelesen.
Da haben wir endlich die Möglichkeit legal Qualität zu unterscheiden und statt die Musiker zu hören und zu definieren ergeben wir uns in derselben Einheitsform'qualitäts'verbreiisierung die uns den Kaufmarkt so unattraktiv macht. 'Qualitätskontrolle' die zum Unmut beginnender Künstler führt, obwohl gerade sie keinen Cent verdienen und die meiste Zeit investieren (Wenn ein Label der Meinung ist Einheistbilder und Selbstreviews zu erstellen, dann ist das deren eigene Entscheidung).
Selbstverständlich ist es wünschenswert eine sehr professionelle Musik erwarten zu können... aber dass man ausgerechnet an den Orten wo Musik tatsächlich noch Kunst sein darf einem geschenkten Gaul ins Maul kuckt statt andere an der eigenen Erfahrung mit den Künstlern teilhaben zu lassen (Natürlich gehört dazu auch eine schlechte Meinung)... zieht man ohne Worte durch die Gegend. Ohne Respekt vor Kunst und Verfügbarkeit.

Dabei fällt mir nur wieder ein: Du bist Deutschland.

aber gut, dass Thinner niemanden mehr nimmt... Martin Donath Phrasen drischt, bnkcrsh 10 Jahre zum Antworten braucht, und Monotonik sich die Kuchenstücke auf fremden Seiten herauspickt - das ist selbstverständlich Innovation und Qualitätskontrolle! Meine Erfahrung ist, dass jeder ein anderes Verständnis von Schönheit hat - und in diesem Sinne verstehe ich diesen gesamten Anpassungprozess an diesem Ort nicht!

Hoch die Tassen!

Auf dass wir die wenigen verkaufsfähigen Künstler auch in den folgenden Jahren zu möglichst vielen Releases auf vielen Netlabels zwingen, statt über eine andere Form der Vielfalt zu staunen, neuen Künstler zu helfen, und gestandenen Musikern eine vergleichende Plattform zu geben.
Einige der Kommentare sind ja wenigstens lesenswert - andere leider garnicht (wozu bitte braucht ein musikkünstler begleittexte, wenn er eh musikalisch ignoriert wird? globalisierung im internet - wir sind ja besser als die sonstige welt!). Das Internet bleibt solange die Zukunft, wie es das Internet gibt. Zerredet Euch nur weiterhin Euren Content solange, bis die Musiker auf ihren eigenen Webseiten ihre Musik präsentieren müssen - ganz so, als gäbe es die Netlabels garnicht. Dann wird (Alp)traum bald Wahrheit...

auf den elitismus.

meint: Max Marlow am 08.04.06

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