Tokyo Dawn gehört zu den ältesten Netlabels. Mit Engagement, politischer Attitüde mit Stinkefinger gen Großkonzerne und einem mittlerweile großen Fundus an Künstlern und Songs voll Seele geht die Rap'n'Soul-Familie immer wieder einen Schritt weiter. Zu verdanken haben sie es unter anderem dem energischen Handeln und Vordenker Marc "Prymer" Wallowy. Phlow blickt gemeinsam mit dem Deutsch-Australier zurück, nach vorne und darüber hinaus...Marc Wallowy (26) betreibt als Prymer das Rap und Disco Label 'Tokyo Dawn Records' seit '97. Tokyo Dawn ist das einzige Label mit 3 Nominierungen bei den Online Music Awards bislang. Wie die Künstler auf seinem Label ist er selbst HipHop-R'n'B-Produzent und Netlabel Pionier. Außerdem ist er viral als FunkSoulJazzDiscoRap-DJ und Radiomacher unterwegs. Hui, und dann schreibt er auch mal Musik für das deutsche Nationaltheater oder für Indiefilme, entwickelt Konzepte für Hörspiele so wie für UMTS-Applikationen. Gemeinsam mit seinen Demosszene-Buddies ist er einer der Co-Organisatoren des jährlichen 'Medienkunst'-Festivals 'Evoke' und das schon seit '97. Prymer wirkte und organisierte schon bei mehreren Europa-Tourneen mit und war bei dutzenden Hipster-Radioshows zu Gast - angefangen von Compost Radio (dtl) hin zu aksak (istanbul), urban landscapes (usa), samurai fm (jp), u.v.a.. Seine nächste Platte erscheint demächst auf dem neuen Label von De-Phazz. Zusammenfassend ist der junge Mann ein Workaholic mit äußerst musikalischen Wurzeln. A story to be continued ;)

Vor ein paar Jahren waren Netlabels noch ein richtiges Exotenthema, aber inzwischen spürt man, dass die Akzeptanz steigt und dass sich alle regulären Labels schon längst damit auseinandergesetzt haben. Trotzdem gibt es im Online-Musikbereich viele Unsicherheiten und Fragen, gerade von den Veteranen im Musikgeschäft. So entstehen ganz interessante, durchaus kontroverse Diskussionen bei den Panels. Das Hauptinteresse der meisten Labelmacher bei solchen Kongressen gilt aber trotzdem nicht den Netlabels, sondern den Klingelton-Firmen ;)Kennste RSS? Nein? Dann informier Dich mal! Ansonsten abonnier unseren vollen RSS-Feed. Der spaziert gerne mit dem gesamten Beitrag in Deinen RSS-Reader. Los geht's, Phlow-RSS abonnieren!
meint: Simon12rec. am 29.12.04Hmmm,
ich komm´ nicht ganz mit bei Deiner Netlabel-Schwemme/ Qualitätsverlust Kritik. Natürlich hast du Recht... es ist unheimlich viel Mist unter den (auch richtig) fast unüberschaubar gewordenen Releases. Auch wir sind erst ein knappes halbes Jahr dabei und vermutlich gehören unsere Veröffentlichungen in deiner Rezeption auch zum erwähnten Mittelmaß-Virus. Aber kommt nicht genau hier die charmant, liebenswürdige Anarchie des Internets, der so oft nachgetrauert wird, zurück in´s Spiel? Natürlich ist es oft mühselig bis nervtötend sich durch Berge von ambientnoiseminimaldubelectronicaidmloungebleeptriphop- wasweißichnoch zu kämpfen, aber eigentlich ist es doch genau dieser "Entdeckergeist" der die Sache spannend macht und die Verzückung ist um so größer, wenn man dann wirklich ein wahres Juwel ausgräbt (und die gibt es ja unbestritten auch). Für mich ist es gerade die Schönheit fehlender Perfektion die mich an, natürlich prinzipiell erstmal guter, Musik besonders anrührt. Und wer einfach nur streßfrei qualitativ hochwertige (und vom pop-kanon anerkannte) Musik für lau downloaden will, kann ja auf redaktionell betreute Angebote wie tonspion zurückgreifen. Weiterhin ist es doch gerade die Aufgabe eines Labels (in welcher Form auch immer) dem Hörer durch die Gesamtheit der Releases eine Position, einen Musikgeschmack oder eine Ästhetik anzubieten die er dann als für sich tauglich annehmen oder ablehnen kann. Vertrauen schaffen eben... und durch diesen Prozess landen die Labellinks dann je nach persönlichem Geschmack schnell in den bookmarks oder im recycle bin. Im Plattenladen wühl ich ja auch nicht jedes einzelne fach durch.Und Creative Commons als Synonym für Mittelmäßigkeit? Naja, aus der Perspektive von Mr. Lessig wohl eher Synonym für freie Kultur und die impliziert, daß sich absolut jeder daran beteiligen darf und dazu gehört letztendlich auch das fette, häßliche Mittelmaß... so what?! CC wurde bestimmt nicht als Lizenzmodell für die kulturelle Elite einiger weniger Genies konzipiert. Celebrate Diversity... wenn ich mal dieses abgenudelte kitsch- Schlagwort anbringen darf.
Natürlich gehört zu einem Netlabel mehr als irgendwelche mp3´s irgendwie online zu stellen... aber umgekehrt definiert sich ein Netlabel auch nicht nur durch Radio/ TV-Präsenz, ungezählte Magazin Artikel und ausgetüftelte Marketingkonzepte. (Versteh´ mich bitte nicht falsch! Ich habe allergößte Hochachtung vor deiner großartigen Lobbyarbeit für freie Netzmusik!) Ich kann nur von uns reden und wir stehen mit absoluter Überzeugung hinter jedem unserer Artists und arbeiten leidenschaftlich und mit Liebe an jedem Release. Und ich bin mal so naiv und unterstelle diese Überzeugung jedem Netlabelbetreiber, warum sonst investieren diese Leute ,vielleicht kein Geld aber viel wertvollere, Zeit und Mühe? Lass die mal machen, ich bin mir sicher das wird sich alles früher oder später ganz von alleine regulieren... the kids are allright!
Nicht nur um zum Schluß nochmal versöhnlichere Töne einzubringen, muss ich sagen, daß ich bei der Kommerz- Sponsoring-, und letztendlich, Mercedes Benz Geschichte voll und ganz deiner Meinung bin... es ist wirklich erschreckend (und teilweise entlarvend) zu sehen wie bei der leisesten Aussicht auf etwas Fame (oder was weiss ich was) alle Bedenken & Prinzipien sofort über Bord geworfen werden.
Whatever, nichts für ungut und allen Beteiligten ein großartiges & erfolgreiches 2005!
peace simon.
meint: Dietrich Maurer am 31.12.04Den Konzernen liegt viel dran sich als lässig und cool darzustellen. Das geht so weit das auch mit einer Symbolik geworben wird, die gesellschaftlich konträr zu diesem System steht, wie Sixt mit Che Guevara und irgendeine Firma sogar mit Lenin. Das ganze ist erfolgreich, so wird heute unter Rebellion nicht mehr die Änderung bestehender Verhältnisse verstanden, sondern der Kauf des richtigen Produktes.
Ich finde es sehr gut, dass sich Prymer dazu mal deutlich äußert, gerade die Mercedes Benz Aktion ist mir auch sehr aufgestossen. Angesichts der immer unverschämter auftretenden Industrie, speziell auch der Kulturindustrie die in letzter Zeit vor allem wegen den Klagen gegen die eigene Kundschaft in der Presse war, wäre es schön öfters mal ein paar klare Worte, die über die eigenen Veröffentlichen hinausgehen, zu lesen.Ein gutes Neues
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