Ladytron - Synthcore for the masses

Rubrik » Interview Portrait

ladytron.jpgLadytron - das sind Helen Marnie, Danny Hunt, Reuben Wu und Mira Aroyo. Eine der erfreulichsten Data-Pop Alben - 604 - stammt von ihnen und man hätte kaum vermutet, dass dies noch zu steigern ist. Es ist Ihnen mit "Light & Magic" wieder gelungen, eine Platte zu machen, deren Melodien sich im Kopf festsetzen und immer dann aus dem Hintergrund nach vorne springen, wenn man dies am wenigsten vermutet.

Ladytron verstehen sich dem Anschein nach als eine glückliche Fügung in der global denkenden Welt. Gleiche Ansichten vom hier und jetzt und die Visionen über das Zukünftige kitten die analogen Sounds zu zeitlos schönen Pop-Songs zusammen. Zwar meint man auf deren Seite im Netz, dass Ladytron nicht in einem Fashion-Kontext zu sehen sei, aber wer sollte Ihnen das glauben, angesichts gleichgesinnter Acts wie z. B. Miss Kittin, die genau dort ihre größte Fangemeinde haben? Gelogen auch schon deshalb, weil man für Levi's posiert hat. "They look fantastic, existential art terrorist chic meets comme des garcon catwalk show ..." schrieb der NME nach einem Konzert in Paris.

Dieses Album polt die Laune auf 'gut' um. Einfach anhören und dann beruhigt in einen Zug setzen und durch die Gegend fahren. Der Kylie Minogue-Effekt setzt schnell ein. Man bekommt die Melodie einfach nicht mehr aus dem Kopf und freut sich schon, endlich wieder in der Nähe heimischen des CD-Players zu sein.

Waren da nicht schonmal irgendwelche Leute, die von Liverpool aus die Welt eroberten? Dort ist das Album aber nicht entstanden, sondern an der amerikanischen Westküste in LA, aber zwei der Ladytroner stammen aus Liverpool. In Amerika scheint es noch große Vorkommen an analogen Sythieablagerungen zu geben, die bisher keiner geplündert hat. Ob diese noch fürs nächste Album ausreichen, möchte ich bezweifeln - zu viel davon hat man schon diesmal zu einer dicht verwobenen Popmasse verarbeitet. Wären Ladytron eine Aktiengesellschaft, würde ich genau jetzt einsteigen (und vor dem nächsten Album schnell wieder verkaufen, sicherheitshalber).

Auch die erste Singleauskopplung "Seventeen" ist es wert, gehört zu werden. Komischerweise sind die Remixe von recht unbekannten Personen und vielleicht gerade deshalb ziemlich gut. Einer von The Droyds und ein zweiter von Manntraxx. Den Droyds-Remix könnt ihr über den unten stehenden Link kostenlos herunterladen.

Nach all der Euphorie nun die Ernüchterung: Das Album gibt es in Amerika bereits und in England wird es demnächst veröffentlicht. Hierzulande wohl erst 2003 bei irgendeinem der vielen Warner-Sublabel. (Marcus Schlüssler)

Mit Dank an Avianne Escayg (Telstar, UK) und Farrah Rocker (Emperor
Norton, USA)!

Ladytron - "Seventeen" (The Droyds Remix)
http://www.audiogalaxy.com/bands/ladytron/Ladytron%20-%20Seventeen%20remix.mp3

Weitere Infos auf den folgenden Sites:
Ladytron-Site
Telstar (UK-Label)-Site
Invicta Hi-Fi (UK-Label)-Site
Emperor Norton (US-Label)

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