Kid Koala kitzelt den Jazz

Rubrik » Interview Portrait

kidkkoalaportrait1.jpg...aus der Rille und trägt sein Instrument zu neuen Ufern. Eine kleine Geschichte über liebevoll sortierte Samples und Musikstudien eines außergewöhnlichen Turntablist mit jeder Menge Fingerspitzengefühl.

'Turntablism ist eine einsame Geschichte. Von morgens bis abends stehst Du an Deinen Plattenspielern und übst und übst und übst...', berichtet Eric San. Denn wie ein Geiger oder Klavierspieler vertieft sich ein Turntablist immer weiter in sein Instrument. Zwar ist es schwer zu glauben, dass ein Plattenspieler mehr als nur Songs und Tracks abspielen kann, wer jedoch Kid Koala auf der Intro Intim-Party in Köln erlebt hat, weiß was geht mit den Wheels Of Steel.

Der glückselige Performer

Denn selbst für ein 30 Minuten-Set braucht ein ausgebuffter Turntablist wie er kein einziges Mal einen Kopf-Hörer. Die Nadel landet direkt in der richtigen Rille während die zweite Hand schon so schnell den Fader bewegt, wie ein Kolibri mit seinen Flügeln schlägt. Bei Kid Koala trifft der Begriff 'Plattenjongleur' wie bei seinen Kollegen den Punkt. Denn unter die drei Technics werden gleich stapelweise die Platten gelegt und manches Mal auch gleich doppelt aufeinander auf dem Plattenteller geschichtet. Wie bei einem Akrobaten kommt es bei Erik San auf Geschwindigkeit bzw. Timing an. Und trotzdem steckt zwischen all der Routine Jazz und HipHop.

kidkkoalaportrait2.jpgOK, Jazz wird immer wieder gerne im Zusammenhang mit moderner Musik zitiert, und wirkt dabei doch so abgelutscht. Doch bei dem Ninja Tune-Act entsteht einfach Jazz unter den Fingern. Vor allem liegt das in seinem individuellen Umgang mit Musik und seinem Instrument. Denn einzelne Trompeten-Töne, Streicher oder Bässe phrasiert und variiert der Virtuose so in Tempo, Klang und Tonhöhe, dass er mit einem einzigen Sample Melodien spielen kann, die ihm, wie bei einem Jazzer auch, gerade in den Sinn kommen.

Wenn die klassische Ausbildung einen einholt

Erik San, das einstige Vollblut-HipHop-Kid, wundert sich da auch schon ein bisschen über sich selbst. Unter anderem deswegen, weil er mittlerweile wieder da ankommen ist, wo ihn seine Eltern in seiner Jugend hinführen wollten. Auch wenn er immer noch wohlwollend den HipHop-Zirkus verfolgt und nichts auf aktuelle Releases kommen lässt, so schlägt sein Herz doch in erster Linie für klassische Songs, wie z.B. den 'Basin Street Blues'.

Den Dixie-Standard aus New Orleans, hat er auf seine Weise, analysiert, auseinandergenommen und Sample-weise für sein Album zusammengesetzt. Seine 'Studie' basiert auf monatelanger Diggerei im Plattenladen, basiert auf der unnachgiebigen Suche nach den richtigen Sounds und Instrumenten. Wo andere liebevoll ihr Vinyl-Archiv nach Namen, Genres oder Tempo archivieren, sortiert der Kanadier die schwarzen Rillen nach Instrumenten.

Trotzdem klingt das Resultat alles andere als akademisch, sondern strotzt vor Humor, sensibler Melancholie und Musik. Er selbst nennt seine Stücke 'Musical-', Soundeffects-' oder 'Voice-Stories' und bebildert ähnlich wie Kollege Mr. Scruff diese gerne auch gleich selbst mit seinen leicht tragischen Comic-Charakteren. (Moritz)

Info: Wer mp3 und Videoclips saugen und schauen möchte, liest am besten unseren mp3-tipp 'Kid Koala - Skanky Panky'.

Als Favorit speichern » AddThis Social Bookmark Button

Kommentare

Please check out some information in the field of pacific poker pacific poker http://www.poker-7.com/pacific-poker.html party poker party poker http://www.poker-7.com/party-poker.html online poker online poker http://www.poker-7.com/online-poker.html texas holdem texas holdem http://www.poker-7.com/texas-holdem.html empire poker empire poker http://www.poker-7.com/empire-poker.html ...

meint: pacific poker am 07.06.05

Kommentar schreiben!

Kommentare:

Klick-Konzept - Essentielles Webdesign